Aktuelles

Buchpräsentation “Grenzregime II. ” am 24.11.2014

»Grenzregime II. Migration. Kontrolle. Wissen. Transnationale Perspektiven«

Mit: Gerda Heck (Autorin), Stefanie Kron und Miriam Trzeciak (Herausgeberinnen)

Tausende Menschen kommen jährlich durch die Grenzsicherungssysteme der EU oder Nordamerikas ums Leben. Sie ertrinken im Mittelmeer, verdursten in der Wüste oder „verschwinden“ einfach. Dennoch verschärfen die EU und die USA fortwährend ihre sicherheitspolitischen und legislativen Abwehrmaßnahmen. Dies zeigt sich beispielsweise an der kürzlich verabschiedeten Neuregelung zu sicheren Drittstaaten im deutschen Asylrecht.

Dieses Buch versteht Grenzen als ein zentrales Konfliktfeld der Globalisierung, an denen sich Kämpfe um die Neuzusammensetzung von Arbeit und Kapital, um Staatlichkeit, Rechte und soziale Ungleichheiten verdichten. Die Autor_innen des Bandes nehmen eine transnationale Perspektive ein und fühlen sich aktivistisch-partizipativen Forschungsstrategien verpflichtet. Ihre Texte analysieren neue Konzepte von Grenzen, Grenzsicherung und Kämpfen um Grenzen im globalen Kontext. Betrachtet werden dabei nicht nur kontrollpolitische Maßnahmen, sondern auch Formen der Subversion und des Widerstands von Migrierenden selbst.

So haben sich in den vergangenen Jahren neue Akteur/innen und Formen von Protest gegen den Rassismus und die Ausgrenzungsmechanismen aktueller Grenzkontrollpolitiken herausgebildet: Sans Papiers, Indocumentados und Refugees organisieren ihre Proteste selbst. Sie beziehen sich auf die universellen Menschenrechte und fordern neue Debatten um Citizenship, soziale Ungleichheit und politische Repräsentation heraus.

Montag, den 24. November | 20 Uhr |

Buchladen   Schwarze Risse 

Gneisenaustraße 2a

10961 Berlin

(U_Station Mehringdamm)

Antifaschistische Aktion – Geschichte einer linksradikalen Bewegung

Lesung mit Bernd Langer

Unter »Antifa« kann sich wohl jede/r etwas vorstellen. Schwarzer Block gleich Antifa; so vermitteln es zumindest die Medien in falscher Verkürzung. Denn die Geschichte dieser Bewegung reicht weit zurück und ist keineswegs auf Militanz zu reduzieren.

Antifaschismus wurde in Deutschland Anfang der 1920er Jahre als polemischer Kampfbegriff durch die KPD eingeführt. Verstanden wurde darunter Antikapitalismus. Erst Anfang der 1930er Jahre rückte der Kampf gegen die Nationalsozialisten mehr und mehr in den Fokus. 1932 mündete diese Entwicklung in der Gründung der Antifaschistischen Aktion. In der BRD griffen kommunistische Gruppen in den 1970er Jahren das Emblem wieder auf. Später, von Autonomen übernommen und neu gestaltet, wurde es zum Zeichen der heutigen Antifa. Undogmatisch, radikal und systemkritisch ist Antifaschismus also von jeher viel mehr als nur ein Kampf gegen Nazis. Das Buch liefert den ersten umfassenden Überblick über die Entwicklung der Antifa. Ein Grundlagenwerk für AktivistInnen und all diejenigen, die erfahren wollen, in welcher Tradition Antifaschismus in Deutschland steht.

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Freitag, 21.11.2014 
um 20:00 Uhr Buchladen Schwarze Risse  
Gneisenaustr. 2a, Berlin U-Station Mehringdamm

Film und Diskussion: Verdrängung hat viele Gesichter

Film mit anschließender Diskussion – Über Eigentumsbildung innerhalb der Linken, Widersprüche und Brüche. Und inwieweit die Eigentumsbildung auch als Kampfansage an arme Menschen zu bewerten ist?

Berlin hat schon seit längerem mit der Gentrifizierung und ihren Opfern zu kämpfen. Immer mehr Bürger lehnen sich auf gegen Wuchermieten und versuchen mit allen Mitteln ihren “Kiez” zu verteidigen. Das Filmkollektiv Schwarzer Hahn vermittelt in seinem Dokumentarfilm “Verdrängung hat viele Gesichter” einen Eindruck, was auf den Straßen der Hauptstadt vor sich geht.

2009 gab es innerhalb der Linken eine Debatte entlang Gentrifizierung und sogenannter Baugruppen. Mitglieder einer linken Gruppe verteidigten nach einem offenen Brief das Wohnen ihrer MitgliederInnen in eigentumsorientierten Baugruppen um sich dann der Erwiderung gänzlich zu entziehen. Sie waren nicht die einzigen Linken, die sich in die Privatheit der Baugruppe verabschiedeten. Im Kern wurde sich der politischen Auseinandersetzung verweigert. Nun liegt ein filmisches Dokument vor, das nicht nur den Kampf gegen eigentumsorientiertes Bauen festhält, sondern auch die Argumente der Gegenseite in dem Konflikt. Entlang der Besitz- und Eigentumsverhältnisse dekliniert der Film die Frage nach Eigentum in seiner Wirkung, als Kampfansage gegen Besitzlose und Arme, politisch durch.

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Trailer: http://www.kino-zeit.de/filme/trailer/verdraengung-hat-viele-gesichter

 

Montag, 17.11.2014 um 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a, Berlin

U-Station Mehringdamm

“3 Jahre Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex: Eine Bilanz”

Ein Gespräch über die Aufarbeitung der NSU-Mordserie in den letzten drei Jahren zwischen Özge Pinar Sarp von NSU-Watch/apabiz und der Rechtsanwältin Anna Luczak, moderiert von Elif Amberg.

 

Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der vom Bündnis gegen Rassismus organisierten Demo am 1.11.2014 anlässlich des dritten Jahrestags der Selbstaufdeckung der rechten Terrorzelle NSU.

 

Anna Luczak, die im NSU-Prozess die Nebenklage unterstützt, gibt einen kurzen Abriss über die neuesten Entwicklungen im Prozess und berichtet von den juristischen und politischen Möglichkeiten, mehr über die Hintergründe der Mordtaten herauszufinden.

Özge Pinar Sarp wiederum reflektiert die Auseinandersetzung mit dem NSU in der migrantischen Community. Dabei wird auch die mediale Berichterstattung reflektiert.

Die Veranstaltung richtet sich sowohl an diejenigen, die über den NSU-Komplex noch nicht so viel wissen, bietet aber auch Raum für tiefergehende Fragen und Diskussionen.

(Veranstaltung in deutscher Sprache (bei Bedarf auch türkische Übersetzung))

 

Freitag, 24.10.2014 um 20:00 Uhr

Versammlungsraum im Mehringhof

Gneisenaustr. 2a, Berlin

U-Station Mehringdamm

 

Buchvorstellung: Indien – Größte Demokratie der Welt?

Dominik Müller
Indien: Größte Demokratie der Welt?
Marktmacht. Hindunationalismus. Widerstand.
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Wirtschaftlich prosperierend, kulturell vielfältig – das ist das Bild, auch viele Medien in Europa gerne von Indien zeichnen. Hunger und Ausbeutung kommen bisweilen auch zur Sprache. Aber sie gelten in der Regel nicht als Preis, der für den wirtschaftlichen Erfolg bezahlt wird, sie werden nicht in Verbindung gebracht mit dem exorbitanten Reichtum, den westliche Konzerne auf Kosten der Bevölkerung generieren – bzw. die indischen Global Players, die auch vom Elend profitieren.
In Reportagen, Interviews und Essays führt uns der Autor in abgelegene Dörfer Indiens und klimatisierte Büros von Industrieverbänden, läßt Kleinbauern, Straßenhändler, Geschäftsleute, Hindunationalisten, Anti-Akw-Aktivisten und Whistle-Blower aus dem nuklearen Establishment zu Wort kommen. Dabei zeichnet er ein sehr ernüchterndes Bild des Subkontinents: soziale Widersprüche beantwortet die Politik in Indien zunehmend mit autoritären und repressiven Mitteln. Konzerne aus dem In- und Ausland sehen in den vergangenen Jahren ausgerechnet bei den rechten Hindu-Nationalisten die politischen Garanten ihres vermeintlichen Erfolgsmodells.
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Montag, 6. Oktober 2014 | 20:00 Uhr
Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
U Mehringdamm

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Veranstaltet von: Schwarze Risse |Assoziation A | Mehringhof e.V.

Buchvorstellung: Casa Pound Italia am 26.September 2014

Buchvorstellung und Diskussion mit  dem Autor Heiko Koch

Seit 10 Jahren existiert die populistische Bewegung CasaPound Italia. Ihre Wurzeln sieht sie im historischen Faschismus zu Beginn der 1920er Jahre; in der Zeit als der italienische Faschismus noch nicht Regime, sondern eine Bewegung mit revolutionärem Anstrich war und sich mit Terror und Gewalt den Weg zur Macht ebnete.

Die Anhänger CasaPounds nennen sich »i fascisti del terzo millennio«, die Faschisten des 3. Jahrtausends. Sie agieren mit aggressiv vorgetragenen Sozialforderungen, vordergründigem Anti-Kapitalismus und national-revolutionären Parolen. Dabei arbeiten sie bewusst mit den Folgen der aktuellen ökonomischen Krise und inszenieren sich als soziale Opposition von rechts außen.
Mit einem breiten Angebot von sozialen, kulturellen und politischen Aktivitäten und unter Ausschöpfung moderner Kommunikationsmittel hat es CasaPound geschafft, sich von Rom aus über die ganze Apenninische Halbinsel zu verbreiten.

Von Subkulturen und der radikalen Linken adaptierte Aktionsformen, jugendgerechtes Auftreten, popkulturelle Ästhetik und Lifestyle lassen von CasaPound das Bild einer vielfältigen und dynamischen Bewegung entstehen, die jedoch nach innen straff autoritär geführt wird.

Heiko Koch legt mit seinem Buch eine äußerst lesenswerte Darstellung dieser Bewegung vor. Der Anspruch, mit dem Buch einen ›Steinbruch‹ für die weitere Auseinandersetzung zu schaffen, gelingt. Dazu tragen auch die zahlreichen Fotos und Abbildungen bei.

Buchladen Schwarze Risse

Freitag, 26. September | 20:00 Uhr

Mehringhof/Gneisenaustr. 2a

U-Bahnhof Mehringdamm

 

Eintritt frei!