Aktuelles

SCHWARZE RISSE EMPFIEHLT 2016

Hey, hier ist zum ausschliesslichen Zweck unserer Bereicherung: der neue Katalog 2016!

Für alle die sich über die Feiertage zurückziehen wollen, oder ein tolles Geschenk suchen…

Viel Spass beim Lesen! Kollektiv Schwarze Risse

Zu den Buchempfehlungen 2016 geht es hier —-> http://schwarzerisse.de/wp-content/uploads/2016/12/schwarze_risse_2016_web.pdf

oder auf das Bild klicken.

 

Lesung “Afrokultur” am 13.Dezember 2016

Lesung und Diskussion mit der Autorin Natascha Kelly

Afrokultur bringt über die Biografien der Schwarzen Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen W.E.B. Du Bois, Audre Lorde und May Ayim Schwarze deutsche Geschichte, ihre Gegenwart und Zukunft in einen globalen Zusammenhang und schreibt damit eine intellektuelle Tradition fort.

Werden ihre Wissensre_produktionen in einen sozialpolitischen Kontext gebracht, so bedürfen sie keiner Über_Setzung, sondern können in laufende Konventionalisierungs-, Autorisierungs- und Normalisierungsprozesse eingebunden werden, um in der aktuellen politischen Debatte über »Rasse« den Weg zu einem racial turn in Deutschland aufzuzeigen.

Was aus postkolonialer Beobachtungsperspektive als Intervention in die bestehende vermeintlich »objektive« Ordnung des deutschen Wissen(schaft)ssystems verstanden werden könnte, veranschaulicht anhand kolonialer Ent_Wahrnehmungsgeschichten, inwieweit Kolonialität in Deutschland noch immer andauert, sich in Gesellschaft und Medien widerspiegelt, den Zugang von Schwarzem Wissen ins deutsche Wissensarchiv verhindert und eine Schwarze Perspektive auf die Welt unmöglich macht.

Folgerichtig trennt sich die vorliegende Arbeit weitestgehend von rassifizierten Annahmen und sucht selbstbestimmtes Schwarzes Wissen zu akkreditieren und an die Kommunikation von Schwarzen Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen weltweit anzuschließen, um Afrokultur als Wissenskultur auch in Deutschland kontingenzfähig zu machen.

Dienstag, 13.12.2016

20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a/Metro-Station Mehringdamm

Eintritt frei!

 

 

Buchvorstellung Charles Bettelheim: Die Klassenkämpfe in der UdSSR

Buchvorstellung und Diskussion

Charles Bettelheim war in den 1960er bis zum Beginn der 1980er Jahre einer jener profilierten marxistischen Ökonomen Frankreichs, die sich kritisch mit Ökonomie und Politik der Sowjetunion auseinandersetzten. Als Jungkommunist zuerst ein Kritiker des Stalinismus, wurde er später vor allem durch seine stark vom Maoismus geprägte Auseinandersetzung mit der Sowjetunion bekannt, die sich auch in den ersten beiden Bänden seiner „Geschichte der Klassenkämpfe in der UdSSR“ niederschlug. In seiner letzten Lebensphase unterzog er nicht nur die Gesamtentwicklung der SU, sondern auch das bolschewistische Revolutionsmodell einer grundsätzlichen Kritik von links.

Die radikale Neubewertung der bolschewistischen Machtergreifung 1917 als Auftakt einer anderen Art von „kapitalistischer Revolution“ und Herausbildung einer neuen Klassengesellschaft vollzog er am Beginn der 1980er Jahre vor allem mit dem Band III seiner „Geschichte der Klassenkämpfe in der UdSSR“. Auf über 600 Seiten dieses Doppelbandes analysierte er, empirisch untermauert, „die Welt der Herrschenden“ und „die Welt der Beherrschten“.

 

Der Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost West stellt zusammen mit dem Verlag Die Buchmacherei den erstmals in deutscher Sprache als Band 3 und 4 erschienenen letzten Band von Bettelheims Analyse der sowjetischen Gesellschaft vor. Wir werden zum einen seine Verortung namentlich im französischen Diskurs bezüglich der Sowjetunion, des Leninismus und Stalinismus erörtern. Zum anderen wollen wir danach fragen, welche Bedeutung Bettelheims Klassenanalyse der damaligen sozialökonomischen Verhältnisse und der Rolle des Sowjetstaates einschließlich seiner außenpolitischen Lage für unsere heutige Diskussion hat.

Es diskutieren:

Jochen Gester (Verlag Die Buchmacherei)

Bernd Gehrke (AK Geschichte)

Willi Hajek AK Geschichte)

Renate Hürtgen (AK Geschichte)

 

Dienstag, den 6.Dezember 2016

20:00 Uhr

 Buchladen Schwarze Risse,

Mehringhof, Gneisenaustraße 2

U-Station Mehringdamm

Eintritt frei!

 

 

 

Buchvorstellung: KOP “Alltäglicher Ausnahmezustand ” 14.11.2016

Buchvorstellung und Diskussion:
Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (Hg.): Alltäglicher
Ausnahmezustand. Institutioneller Rassismus in deutschen
Strafverfolgungsbehörden
.
Die polizeiliche Praxis des Racial Profiling tritt in den letzten Jahren immer häufiger in den öffentlichen Blick. In Deutschland ist die Debatte gekennzeichnet durch Abgrenzungen zu polizeilichen Praktiken in den USA auf der einen Seite und Diskursen um erweiterten Grenzschutz gegen Illegalisierte auf der anderen Seite. Hierzulande wird Racial Profiling zumeist als diskriminierende Kontrollpraxis der Polizei in Zügen verstanden. Dabei wird allzu oft ausgeblendet, welche gesellschaftlichen Machtverhältnisse dieser Praxis zu Grunde liegen. Zudem ziehen sich rassistische Praxen durch verschiedene Institutionen. Die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) ist eine Gruppe von Aktivist_innen, die sich seit 2002 für Betroffene von rassistischer Polizeigewalt einsetzt. Das Buch Alltäglicher Ausnahmezustand verbindet nun erstmals für den deutschen Kontext aktivistische und wissenschaftliche Perspektiven auf Rassismus in Polizei und Justiz. Es bezieht Position gegen eine verkürzte Debatte über Racial Profiling. Der Fokus liegt dabei auf Deutschland, aber auch Entwicklungen in Kanada und in Großbritannien werden einbezogen. Die einzelnen Beiträge geben einen Einblick in die Arbeit von KOP, beleuchten Aspekte rassistischer Kriminalisierung und rufen zu Widerstand auf.  Drei Autor_innen werden das Buch und ihre Beiträge vorstellen, über ihr persönliches Engagement in KOP erzählen und ihre Positionen zu Rassismus und Justiz zur Diskussion stellen.
.
edition assemblage | 144 Seiten | 9,80 Euro

.

Schwarze Risse

Montag, 14. November 2016

20:00 Uhr

Gneisenaustr. 2a

U-Station Mehringdamm

Eintritt frei!

Buchvorstellung : “Rirette Maitrejean” am Montag, 7.11. 2016

Buchvorstellung und Diskussion

mit dem Autor Lou Marin

“In der Abschlussresolution des anarchistischen Kongresses der Internationalen Arbeiter-Assoziation (IAA) im Juli 1881 in London wurde die bisher in Wort und Schrift betriebene Propaganda für ineffizient erklärt und zur “Propaganda der Tat” mittels Attentaten sowie zum direkten gewaltsamen Aufstand, der “Insurrektion” aufgerufen. “(Zitat)

Rirette Maîtrejean (1887-1968), Anarchafeministin und Individualanarchistin im französischen Milieu libre vor dem Ersten Weltkrieg, wandte sich in ihren Souvenirs d’anarchie (1913) entschieden gegen anarchistische Attentate und Raubüberfälle, von denen besonders die “Affäre Bonnot” bis heute erinnert wird.

Die daraus entstandenen konfliktgeladenen Diskussionen führten zur Schwächung der anarchistischen Massenbewegung beim Kriegseintritt Frankreichs 1914. Die staatliche Repressionswelle traf nicht nur das vielfach von Anarchafeministinnen geprägte lebensreformerische und individualanarchistische Milieu, sondern zwang auch alle anderen anarchistischen Strömungen (u.a. Syndikalismus, kommunistischer Anarchismus) dazu, Stellung zu beziehen.

Rirette Maîtrejean argumentierte in den Zwanziger- und Dreißigerjahren gegen ihren ehemaligen Lebenspartner und Gesinnungsgenossen Victor Serge, als dieser als Konsequenz aus dem gescheiterten “Illegalismus” den Staatsterror der jungen Sowjetunion befürwortete. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg begegnete sie Albert Camus, der ihre Erfahrungen in seiner Kritik des Nihilismus ausformulierte.

 

Der Autor Lou Marin porträtiert eine bis an ihr Lebensende 1968 bescheiden lebende, selbstständige und –tätige Frau, die ihre Stimme nicht nur zur Frage der Gewalt, sondern auch zum gleichberechtigten Leben der Geschlechter, zu Ehe und Sexualität in den Organen der libertären Bewegung erhob. Einen Eindruck davon vermitteln die Artikel, die Marin dem Buch als Anhänge beigegeben hat . Sein Buch gibt Anlass, über den Zusammenhang zwischen individueller Verantwortung, Arbeit an der Persönlichkeitsbildung, politischem Denken und praktischer Aktion nachzudenken.

 

 

Schwarze Risse

Montag, 7.November 2016

20:00 Uhr

Gneisenaustr. 2a

U-Station Mehringdamm

 

Eintritt frei!

good stuff from uk is arriving now!