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Buchvorstellung: „Die andere Kulturrevolution“ am 23. September

Buchvorstellung und Diskussion:

„Die andere Kulturrevolution. 1966–1969: Der Anfang vom Ende des chinesischen Sozialismus“ von Wu Yiching (Mandelbaum Verlag, 2019) mit dem Übersetzer und Herausgeber Ralf Ruckus.

Als Mao Zedong 1966 in Cina die Kulturevolution lostrat, wollte er §großes Chaos unter dem Himmel“ stiften. Dann erhob sich die radikalisierte Jugend gegen die Parteioffiziellen. Die Rebellion entglitt dem Zugriff der Regierung… Hier wie in China werden in der offiziellen Geschichtsschreibung Unruhen und Aufstände meist auf Machtkonflikte innerhalb der Eliten zurückgeführt, die sozialen Hintergründe und Motivationen der Aufständischen jedoch gerne unterschlagen, so beim kürzlich begangenen 30. Jahrestag der Tian’anmen-Bewegung 1989. Auch die meisten Erzählungen der chinesischen Kulturrevolution konzentrieren sich lediglich auf zwei Aspekte: den Machtkampf in der politischen Führung, den Mao Zedong für sich entscheiden wollte, und den politischen Linienkampf zwischen „konservativen“ Kadern und „linken“ RebellInnen. Der Autor Wu Yiching betont einen dritten Aspekt: die sozialen Massenkämpfe verschiedener proletarischer Subjekte gegen ihre Unterdrückung und Ausbeutung und ihre radikale Kritik am chinesischen Realsozialismus und der „roten Bourgeoisie“. Wu schildert, wie die Kommunistische Partei zunächst die Armee einsetzte, um diese Kämpfe blutig niederzuschlagen, und dann Reformen begann, um ihre Macht langfristig zu sichern – Reformen, welche das Land später zu einer kapitalistischen Weltmacht werden ließen.
Bei der Veranstaltung mit Ralf Ruckus, dem Übersetzer und Herausgeber der deutschen Ausgabe, wird die „andere“ Kulturrevolution vorgestellt und ein Bogen geschlagen zu aktuellen Entwicklungen in China wie der Repression gegen rebellische ArbeiterInnen und linke UnterstützerInnen.

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Montag, den 23. September
20:00 Uhr
Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a /Metrostation Mehringdamm
Eintritt: frei!

Lesung: Ein Leben für die Freiheit – Leonard Peltier und der indianische Widerstand

Lesung, Hintergrundberichte, Songs und Bilder mit dem Autor Michael Koch

“Ich habe keine Gegenwart. Ich habe nur eine Vergangenheit. Und vielleicht, eine Zukunft. Die Gegenwart hat man mir genommen.” (Leonard Peltier)

Seit über vier Jahrzehnten spaltet der Fall des indianischen politischen Gefangenen Leonard Peltier die amerikanische Gesellschaft in Befürworter und Gegner seiner Freiheit. Weltweit bewegen Leben, Leistungen und Leiden des mittlerweile fast 74jährigen Peltiers Millionen von Menschen. Und niemals zuvor haben sich neben zehntausenden  sogenannter Grassroots-Aktivisten so viele Prominente aus Politik, Wissenschaft, Musik-, Mode-, Film- und Literaturbereich, Glaubensgemeinschaften und Nobelpreisträgern für die Freiheit eines politischen Gefangenen eingesetzt. Dennoch bleibt Peltiers Freiheit immer noch in weiter Ferne. Und wenn es nach dem Willen des FBIs geht, wird er die Haft nicht lebendig verlassen.

Michael Koch liest aus seinem Buch, das Leben, Fall und Haft des indianischen Aktivisten Leonard Peltier einbindet in die Völkermordgeschichte an den Indianern Nordamerikas, in die Situation in und um die Pine Ridge Reservation Anfang der 70er Jahre sowie in die Geschichte des aufkommenden indianischen Protests und Widerstands und in die aktuelle Lage der indianischen Bevölkerung in den USA. Die Veranstaltung ist ein kurzweiliger Mix aus Vortrag, Lesung, Bildershow .

 

Freitag, den 13.September um 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a/Mehringhof

Metro-station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

 

 

Samstag, den 14.September um 15:00 Uhr:

Leonard Peltier, Jalil Muntaqim, Mumia Abu-Jamal … FREE THEM ALL!

US Botschaft, Pariser Platz 2/Brandenburger Tor, Berlin – U55-Brandenburger Tor, Bus 100

Im September 2019 wird der indigene Aktivist Leonard Peltier 75 Jahre alt – mehr als die Hälfte seines Lebens hat er in Knästen der US Regierung verbracht. In einem manipulierten Verfahren wurde er ohne Beweise abgeurteilt. An den angeblichen Mord zweier FBI Beamten glauben nicht einmal seine ehemaligen Ankläger oder ein ehemaliger US Justizminister. Peltier sitzt in Haft, weil er bis heute zu einer kämpfenden Community gehört, die versucht, mit und nicht gegen die Natur zu leben.

In der rassistischen Gesellschaftsordnung der USA wird bis jetzt keine Verantwortung für den Genozid an der indigenen Bevölkerung übernommen. Projekte wie die Black Snake Ölpipeline machen deutlich, dass Menschenleben und Ökologie keine Bedeutung haben, wenn es um Rendite für Konzerne geht. 2016 in Standing Rock haben Tausende ein deutliches Zeichen gegen die staatliche Gewalt und die kapitalistische Zerstörungswut gesetzt (#NODAPL), und die Freilassung des lebensgefährlich erkrankten Aktivisten Leonard Peltier gefordert, der seit 1976 in Haft ist. Er weiss, dass er nur noch wenig Zeit hat. Er will sie nicht bis zum letzten Augenblick im „Eisenhaus der Weissen“ verbringen.

Ähnlich geht es derzeit auch den afroamerikanischen Gefangenen Jalil Muntaqim und Mumia Abu-Jamal.

Kommt alle!!

 

 

Lesung: YOK – Nichts bleibt. Die Quetschenpaua- Autonomografie am 30.09.

Wer fast 1400 Auftritte und eine doppelt so hohe Anzahl an Taxischichten gerissen hat, weiß einiges zu erzählen. Yok berichtet vom Aufwachsen in einer westdeutschen Kleinstadt und seiner Politisierung im Zuge der Anti-AKW-Kämpfe. Sein Weg führte ihn von Hamburg nach Westberlin. Er erlebte dort den Fall der Mauer und erzählt aus dem Blickwinkel eines autonomen Aktivisten von den vielfältig geführten politischen Kämpfen. Sein Werdegang in der alternativen Subkultur wird genauso umrissen wie sein jahrzehntelanges Wirken in Bands wie Tod und Mordschlag, Revolte Springen, Option weg und natürlich seine Zeit als Quetschenpaua.
Die Erfahrung, in Rostock-Lichtenhagen und in Hoyerswerda einem Nazimob gegenüberzustehen, sind ebenso Teil seines Lebens wie der musikalische Weg durch die rotzfreche Asphaltkultur. Yok malt ein umfassendes Bild von seinem Leben außerhalb des Mainstreams, skizziert politische Bewegungen in selbstverwalteten Zentren, Kommunen, besetzten Häusern und Wagenburgen. Das Buch endet im Jahr 2046 und berichtet auf den letzten Seiten sehr genau, warum es trotzdem Grund zur Hoffnung gibt …

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Yok, geboren im Jahr der Kubakrise, dem Entstehungsjahr der Beatles, dem Jahr, in dem Marilyn Monroe starb und in Norddeutschland eine furchtbare Sturmflut wütete. Ein abgebrochenes Gymnasium, eine erfolgreiche Wehrdienstverweigerung, Friedensbewegung. 1987 ab nach Westberlin, Fortbildung als linksradikaler Chaot. Bundesweite Anerkennung als autonomer Quetschenspieler und Sänger. Kneipenkollektivmitglied im berüchtigten Mehringhof. Seit 20 Jahren lohnarbeitender Taxifahrer. 2019 zweiter Sieger im Weintrauben über den Tisch pusten.
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Montag, der 30. September
20:00 Uhr
Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a /Metrostation Mehringdamm
10961 Berlin

Buchempfehlungen

A.G. Lombardo
Graffiti Palast
Roman
Kunstmann Verlag
22 Euro
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Los Angeles, 1965. Die Stadt brennt. Die Wut der Unterdrückten bricht sich ungezügelt Bahn. Auf seiner gefährlichen und rauschhaft-jazzigen Odyssee durch die Stadt liest Americo Monk im Aufstand der Zeichen die Zeichen der Revolte.

Heruntergekommene Wohnblocks, verwitterte Werbetafeln, Hoodoo-Altäre an Häuserecken, Schnapsläden und Barbershops. Americo Monk, Semiotiker und Stadtforscher, ist in den Ghettos von Los Angeles unterwegs. Er dokumentiert die Graffiti der rivalisierenden Gangs und erzählt die Geschichten der Bevölkerung. Sein prall gefülltes Notizbuch enthält wertvolles Wissen, eine geheime Kartografie der Macht, und alle haben es darauf abgesehen: die strammen Soldaten der Nation of Islam, die chinesischen Gangster in den schummrigen Opiumhöhlen, die bis an die Zähne bewaffneten Mexikaner mit dem leuchtend weißen Marihuana und die Cops vom LAPD. Als die Polizei wieder einmal willkürlich und mit brutaler Gewalt zwei Schwarze festnimmt, brechen die Aufstände von Watts aus. Monk irrt von einer surreal-albtraumhaften Begegnung zur nächsten, doch zu Hause am anderen Ende der Stadt wartet seine schwangere Freundin Karmann Ghia auf ihn und macht sich größte Sorgen. Wird es ihm gelingen, sie wiederzusehen? A.G. Lombardo zeichnet das vielschichtige Porträt einer Stadt in Revolte, in dem Mythologie, Popkultur und urbane Legenden verschmelzen. Gleichzeitig erzählt er die Geschichte der Schwarzen in den USA, die sich in den Ghettos verdichtet. Ein sprachlich und rhythmisch umwerfendes Debüt.

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Tommy Orange

Dort Dort

Hanser Verlag

22 Euro

Tommy Orange gibt mit seinem vielbesprochenen Bestseller „Dort dort“ Native Americans eine Stimme. „Eine neue Art amerikanisches Epos.“ (New York Times)

Jacquie ist endlich nüchtern und will zu der Familie zurückkehren, die sie vor vielen Jahren verlassen hat. Dene sammelt mit einer alten Kamera Geschichten indianischen Lebens. Und Orvil will zum ersten Mal den Tanz der Vorfahren tanzen. Ihre Leben sind miteinander verwoben, und sie sind zum großen Powwow in Oakland gekommen, um ihre Traditionen zu feiern. Doch auch Tony ist dort, und Tony ist mit dunklen Absichten gekommen. „Dort dort“ ist ein bahnbrechender Roman, der die Geschichte der Native Americans neu erzählt und ein Netz aufwühlend realer Figuren aufspannt, die alle an einem schicksalhaften Tag aufeinandertreffen. Man liest ihn gebannt von seiner Wucht und seiner Schönheit, bis hin zum unerbittlichen Finale.

Ein Leben für die Freiheit – Leonard Peltier und der indianische Widerstand

An all meine deutschsprachigen Brüder und Schwestern in Europa und anderswo:Während ich hier in meiner Zelle sitze – „meinem Zuhause“, wie wir es in diesem unseligen amerikanischen Gulag nennen, in dem so viele meiner indigenen Schwestern und Brüder ein zerstörtes Leben fristen müssen –, wirbeln mir die neuesten Nach-richten durch den Kopf … Europa ist in Aufruhr, zig Millionen Flüchtlinge auf der Welt, gerade erst haben Menschen in Paris, Mali, über dem Sinai und so vielen, vielen Teilen der Welt Hunderte von Unschuldigen getötet… Aberwitzige Bombenangriffe von US-amerikanischen, russischen, französischen Kampffliegern, auch sie vorwiegend auf unschuldige Menschen.
Ja, bombardieren wir die Unschuldigen! Das wird ihnen eine Lehre sein!

Meine lieben Mitmenschen – welchen Weg werden wir gehen? Ich sitze hier auf meinem Gefängnisbett in diesem kalten Sarkophag aus Stahl, gewärmt von dem Wissen, dass dieses neue Buch in deutscher Sprache seinen Weg in viele seelenverwandte Herzen in vielen Ländern finden wird. So werden die Leser ein persönliches Gefühl dafür bekommen, wer ich bin und wer die Menschen meines Volkes sind…

Traumfänger-Verlag                                                  485 Seiten                                              14,90 €

40 Jahre Mehringhof Fest

LIVE: SLAMTILT! / OPTION WEG / SCHWARZE RISSE BAND / SHANTYCREW KREUZBERG / JUDITHS KRISE / DANCING FOOLS / MILA

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40 Jahre Selbstverwaltung – Wir bleiben alle!
Theater • Filme • Infos • Essen • Cocktails • Kinderecke • Feuershow

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Alle Einnahmen werden gespendet!

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Bei Interesse an einem Infostand oder zu helfen: booking@clash-berlin.de

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Mehringhof

Samstag, 10. August 2019
von 15:00 bis 23:30 Uhr
Gneisenaustr. 2a
Metrostation Mehringdamm
10961 Berlin