Aktuelles

Lesung: Kommunale Selbstverteidigung in Mexiko am 17. Mai

Kommunale Selbstverteidigung – Formen des bewaffneten Widerstandes gegen Mafia und Staat in Mexiko
Autorenlesung mit Luis Hernández Navarro

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Hernández Navarro zeichnet die Entstehung und Entwicklung zivilgesellschaftlicher Selbstverteidigung in Mexiko nach. Er analysiert diese Prozesse vor dem Hintergrund staatlicher Repression gegenüber sozialen und indigenen Bewegungen, einer Militarisierung der Politik und dem Einfluss von Gruppen der organisierten Kriminalität. Besondere Berücksichtigung finden die widersprüchlichen Erfahrungen zivilgesellschaftlicher Selbstverteidigung in den Bundesstaaten Guerrero und Michoacán. In einzelnen Regionen erfüllen die Selbstverteidigungsgruppen nicht nur Funktionen der öffentlichen Sicherheit, sondern übernehmen auch Aufgaben der Schadensregulierung und Wiedereingliederung von Tätern und Täterinnen in das gesellschaftliche Leben. Andere Selbstverteidigungsgruppen dagegen haben weder ein breites gesellschaftspolitisches Mandat noch legen sie einer Institution oder Gruppe gegenüber Rechenschaft ab. Abschließend werden die unterschiedlichen Erfahrungen kommunaler, bäuerlicher und indigener Selbstverteidigung in den aktuellen nationalen Kontext eingeordnet.

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Mehr Infos: http://www.fdcl.org/event/kommunale-selbstverteidigung/

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In Kooperation mit: fdcl; México vía Berlín e. V. ; Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V. und CAREA e.V.

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Dienstag, 17. Mai 2016 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a (U Mehringdamm)

Eintritt frei!!!

Diskussionsveranstaltung: Der technologische Angriff am 11/04/16

Die Bundesnetzagentur markiert seit Oktober 2015 heimlich SIM-Karten von Geflüchteten mit einer elektronischen Signatur. Facebook und Twitter kooperieren mit Europol, um eine Kontaktaufnahme von Flüchtenden mit Fluchthelfer*innen über soziale Medien zu behindern. In Oberbayern führt die Kreisstadt Altöttingen die Refugee-Card ein, die Geflüchteten nur bestimmte Einkäufe räumlich begrenzt erlaubt – die moderne Form des Lebensmittelgutscheins, der zudem zum Monatsende verfällt.

Die EU-Kommission hat beschlossen, langfristig das Bargeld für alle abzuschaffen und durch elektronische Bezahlsysteme zu ersetzen (Karten und Smartphone-Apps). Alle Transaktionen und alle Einkäufe wären dann nachvollziehbar. (Kranken-)Versicherungen wollen Zugriff auf diese Daten haben. Aus unserem Einkaufsverhalten und weiteren Informationen über unser Leben soll unser Gesundheitsbewusstsein permanent bemessen werden. Der Versicherungstarif wird dann für jeden individuell und kontinuierlich neu kalkuliert. Seit Jahren brechen Wellen eines umfassenden techno­logischen Angriffs über uns herein – wir verkennen diesen Angriff als vermeintlich neutrale „technologische Entwick­lung“ und spielen größtenteils bereitwillig mit. Es ist Zeit für eine fundiertere Analyse, es ist Zeit für Widerstand gegen eine dramatisch wachsende Fremdbestimmung und Entmündi­gung.

Die Gründer*innen “des Internet” sagen angesichts der Total­erfassung und den immer umfangreicheren Lenkungs- und Manipulationsmethoden durch die IT-Protagonisten: “Das Netz ist kaputt”. Wie gehen wir damit um? Weitermachen, das Netz “ein bisschen sicherer” machen?

Die Verweigerung, am digitalen Dauersenden teilzunehmen und unsere Selbstverteidigungsversuche gegen den digitalen Zugriff sind notwendig, aber nicht ausreichend bei dem Versuch, uns langfristig der vollständigen Überwachung und der weitreichenden Fremdbestimmung zu entziehen. Ein Gegenangriff auf die Praxis und die Ideologie der totalen Erfassung ist zwingend erforderlich.

Die Veranstaltung will basierend auf einer praktischen Technologiekritik die Kontroverse zwischen Verweigerung und der Aneignung sinnvoller “Techniken” beleuchten. Wir liefern eine erste Sammlung von Widerstandspraxen dazu. Unser Ziel ist die Zurückweisung des smarten Griffs nach unserer Sozialität, Kreativität, Autonomie – unserem Leben. Wir suchen nach Wegen der Selbstbehauptung.

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https://capulcu.blackblogs.org/bandii/

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Montag, 11. April 2016 20:00 Uhr

Mehringhof Veranstaltungsraum

Gneisenaustr. 2a (U Mehringdamm)

Eintritt frei!!!

“Es ist schwer, deutschsprachige Bücher zu verkaufen”

Eine Gruppe brasilianischer Verleger und Lektoren entdeckt den deutschen Buchmarkt während zur gleichen Zeit das VLB nach Brasilien exportiert werden soll. Zu der Verlegerreise hatte die Frankfurter Buchmesse eingeladen. VON HOLGER HEIMANN

 

Die Lektoren und Verleger aus Brasilien haben in Frankfurt unter anderem des Haus des Buches besucht, den Fischer Verlag und die Frankfurter Verlagsanstalt. Sie waren in Berlin bei Aufbau, Ullstein und Suhrkamp.

Aber am einprägsamsten war dieser Berliner Hinterhof – eine andere Bücherwelt inmitten alter linker Alternativkultur. Mit einem Verlag wie Assoziation A in den Mehringhöfen in Kreuzberg hatten sie nicht gerechnet. Hier war alles ein bisschen privater, intimer. Und dann dieses Programm: Bücher zu Migration, Antifaschismus, Exil – und immer wieder Lateinamerika, mit Titel wie “Territorien des Widerstands”, “NarcoZones” und “Kontinent der Befreiung”. Schließlich Literatur von Luiz Ruffato, einem der bekanntesten brasilianischen Autoren, Eröffnungsredner beim Gastlandauftritt  Brasiliens auf der Frankfurter Buchmesse 2013.

Buchvorstellung & Dikussion: Krisen – Kämpfe – Kriege mit Detlef Hartmann

»Jahrhundert-Tsunami«, so nannte A. Greenspan, der einst mächtigste Banker der Welt, die blasenarge Kreditwelle, die 2008 die Welt-wirtschaft überrollte. Der Tsunami war gewollt, die Blase absichtlich, der Zusammenbruch wissentlich herbeigeführt.
Nicht, um die Gier der Zocker im Kapitalismus-Kasino zu befriedigen, wie die bequemen Legenden es wollen, sondern um die alte Welt zu zertrümmern und die kapitalistische Macht zu erneuern. Hartmann erzählt, wie die Fed (Federal Reserve Board) die Start-Up-Unternehmen der aufkeimenden Internetökonomie in den 1990er Jahren mit billigem Geld unterfütterte und eine erste Blase erzeugte.
Ihr Ziel war die Erneuerung amerikanischer Hegemonie und ein Schlag gegen die Resistenzen der Arbeiter*innen. Mit der zweiten Welle des Tsunami wurde die Offensive fortgeführt. Hunderte neuer Unternehmen speisten sich aus den Nachfrage-impulsen der spekulativ aufgeblähten Hauswerte.
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Freitag, 12. Februar 2016 | 20 Uhr
Schwarze Risse | Gneisenaustr. 2a
Veranstaltet von: Schwarze Risse | Assoziation A | Mehringhof e.V.

Eintritt frei!

Diskussionsveranstaltung: Gesellschaftskritik aktuell – Welche Theorie und welche Begriffe für welchen Kampf?

Detlef Hartmann und Karl Reitter sind radikale Gesellschaftskritiker, die sich auf einen dynamischen Begriff des Kapitals beziehen und für die die Kämpfe der Klasse gegen die Zumutungen des Kapitals im Zentrum ihrer Betrachtungen stehen. Karl Reitter legte zuletzt seine Perspektive in dem Sammelband „Karl Marx. Philosoph der Befreiung oder Theoretiker des Kapitals?“ dar, Detlef Hartmann in der Auseinandersetzung mit der Finanzkrise 2008 in seinem Buch „Krisen – Kämpfe – Kriege.“ Beide der Neuen Linken entstammende Autoren veröffentlichten zuletzt Aufsätze in dem Sammelband „Deutschland.Kritik“, in dem sie auf ihre Art darauf hinwiesen, dass eine kritische Theorie der Gesellschaft den nationalstaatlichen Rahmen sprengen muss und auf Kämpfe wie die globale Dynamik des Kapitalismus zu reflektieren hat. Welche Bedeutung haben dabei beispielsweise marxistische Begriff wie „Proletariat“ und „Produktivkräfte“? Sie wollen über ihre Zugänge zu diesen Fragen referieren und diskutieren im Gespräch mit dem Herausgeber von „Deutschland.Kritik“, Gerhard Hanloser.

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Donnerstag, 11. Februar 2016 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a (U Mehringdamm)

Eintritt frei!!!

Sonnenburg – Ort des europäischen Widerstands oder nationaler Gegenkultur?

Buchvorstellung am 22. Januar 2016 um 20:00 Uhr:

„Das KZ und Zuchthaus Sonnenburg“ Buchvorstellung und Diskussion mit Kamil Majchrzak vom Internationaler Arbeitskreis zum Gedenken an die Häftlinge des KZ und Zuchthauses Sonnenburg bei der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA)

Das etwa 100 km von Berlin entfernte polnische Słońsk (ehemals Sonnenburg) wird bislang in der deutschen Erinnerungskultur kaum wahrgenommen. Das KZ Sonnenburg wurde 1933 zu einem der größten frühen Konzentrationslager im Freistaat Preußen. Den Nationalsozialisten diente es zur Ausschaltung der Opposition. Neben Carl von Ossietzky, Erich Mühsam und Hans Litten wurden überwiegend Aktivisten der KPD, SPD und Gewerkschaften inhaftiert. Ab April 1934 wieder als Zuchthaus genutzt, internierten die Nazis in der Haftstätte europäische Widerstandskämpfer aus den deutschen Besatzungsgebieten. Kurz vor der Befreiung es Zuchthauses durch die Rote Armee ermordete in der Nacht vom 30. zum 31. Januar 1945 ein SS-Kommando 819 Gefangene aus vielen Ländern Europas.

Die Beschäftigung mit der Geschichte des KZ und Zuchthauses Sonnenburg bietet die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit europäischen Perspektiven der Erinnerung an die Verbrechen des deutschen Faschismus. Zugleich ermöglich Sonnenburg Zugänge betreffend der Möglichkeiten des Widerstands gegen den Faschismus in Deutschland und im besetzten Europa. Die Berliner VVN-BdA hat sich in den letzten Jahren intensiv darum bemüht, dass Słońsk als ein wichtiger europäischer Gedenk- und Erinnerungsort wahrgenommen wird. So beteiligte sich der Internationale Arbeitskreis zum Gedenken an die Häftlinge des KZ und Zuchthauses Sonnenburg bei der Berliner VVN-BdA maßgeblich an der am 30. Januar 2015 eröffneten neuen Dauerausstellung im rekonstruierten „Museum der Martyrologie der Häftlinge – Opfer des Hitlerismus in Słońsk/Sonnenburg“ über die Geschichte des KZ und Zuchthauses Sonnenburg von 1933 bis 1945. Gleichzeitig erschienen in Zusammenarbeit mit Historiker_innen und erinnerungspolitischen Mitstreiter_innen aus Polen, Westeuropa, Norwegen und Deutschland erstmals eine deutsche und eine polnische Publikation zum Thema.

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Freitag, 22 Januar 2016 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a (U Mehringdamm)

Eintritt frei!!!