Archiv: 2013

Lesung mit Martin Sudermann aus seinem Roman „XXX“ am 15.11.2013

 

 XXX Ein Atomkraft-Krimi

Oktober 2010. Zwei Tage nach einem von heftigen Auseinandersetzungen
begleiteten Atommüll-Transport wird die Leiche eines Demonstranten im
Wendland entdeckt. Holger Becker, 54 Jahre alt, soll in einem
Bach ertrunken sein. Seine Freunde glauben keine Sekunde
an diese Geschichte. Auch der Journalist Thomas Krüdewagen nicht. Nach
der Beerdigung seines alten Genossen und Freundes beschließt
er, dem Rätsel auf den Grund zu gehen. Thomas? Recherchen erweisen, dass
Holger all die Jahre politisch aktiv war und sich mächtige
Feinde gemacht hat: BKA, Staatsschutz und nicht zuletzt den
Energiekonzern WEAG, der an der Schwarzmeerküste in der Türkei im
Auftrag der türkischen Regierung ein Atomkraftwerk plant. Aber die
bringen doch niemanden um. Das sind doch irre Verschwörungstheorien.

Freitag, den 15.November 2013
20:00 Uhr
Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
U-Station Mehringdamm

Eintritt frei

Martin Sudermann lebt in Köln, ist Autor und Aktivist in der linken
Bewegung. XXX ist sein zweiter Krimi, das Debüt »Mordsgeschäfte« mit dem
Ermittler Thomas Krüdewagen erschien 2012

www.martin-sudermann.de

Lesung „Das Brennglas“ am 30.10.2013

Petra Rosenberg liest aus den Erinnerungen ihres Vaters Otto Rosenberg.
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Otto Rosenberg hat erst nach fünfzig Jahren die Kraft für dieses Buch gefunden. Ein überlebender deutscher Sinto erzählt von seinen Erinnerungen. Er klagt nicht an, rechnet nicht auf. Er berichtet, wie es gewesen ist.
Vor der Zeit des Nationalsozialismus waren Sinti und Roma eingebunden in das Berliner Stadtleben. Otto Rosenberg erzählt unbeschwerte Szenen aus seiner Kindheit in der Zeit vor der nationalsozialistischen Gesellschaftszersetzung. Er schildert in schlichten Worten, wie sich die braune Wolke erst nach und nach in das Alltagsleben der deutschen Sinti und Roma schob. 1936 wurde der neunjährige Otto Rosenberg als Sinto mit seiner Familie ins »Zigeunerlager« Marzahn zwangsumgesiedelt, dort von NS- »Rassenforschern« erfasst und 1943 nach Auschwitz deportiert, wo ein Großteil seiner Familie ermordet wurde.

Rosenberg selbst kam dann nach Buchenwald, Dora und Bergen-Belsen – und überlebte. Vom Weiterleben in Deutschland berichtet er erschütternd, einprägsam und lakonisch. Ein notwendiges, aktuelles Buch, angesichts des noch immer erschreckend gesellschaftsfähigen Antiziganismus.

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Buchladen Schwarze Risse
30.10.2013 / 20:00 Uhr
Gneisenaustr. 2a / Mehringhof
U Mehringdamm
Eintritt frei!
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Link zum Buch: http://www.wagenbach.de/buecher/titel/876-das-brennglas.html

Lesung mit Luiz Ruffato am 25.10.2013

Liebe Freundinnen und Freunde,
wir freuen uns auf die Lesung mit Luiz Ruffato, der seinen phänomenalen Großstadtroman „Es waren viel Pferde“ vorstellt und Einblicke in „Mama, es geht mir gut“, den 1. Band seines Romanzyklus „Vorläufige Hölle“ gibt.
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In 69 Szenen entwirft das Buch des brasilianischen Ausnahmeautors Luiz Ruffato, ein kaleidoskopisches Abbild der Megacity São Paulo mit ihrem Glamour, ihrem Elend, ihrer Verlogenheit und ihrem Schmerz. Luiz Ruffato bewegt sich nicht als Flaneur durch die brasilianische Metropole, sondern als »Zappeur«, der sich kinematografisch in 69 drastischen Szenen durch die Stadt klickt. So gelingt es ihm, die einzelnen Stimmen wieder hörbar zu machen. Die verschiedenen Schlaglichter fügen sich zur Geschichte eines Landes, das von Gewalt und Entwurzelung gezeichnet ist. Jede der Geschichten hat eine eigene Stimme, einen eigenen Ton, eine eigene soziale Färbung. Mit fast paranoider Präzision gelingt es Luiz Ruffato, den Klang, die Gerüche, die Farben, die Angst der 22-Millionen-Stadt poetisch exakt zu erfassen und zu dem verstörenden Porträt einer zerrissenen Gesellschaft zusammenzusetzen.
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„Dieser Mann ist viel zu gut, um wahr zu sein. Luiz Ruffato ist der Erzähler der Stunde, dem wie keinem anderen zur Zeit die glaubwürdige und aufregende Vereinigung von Form, Inhalt und Moral gelingt.
Mathias Schnitzler“. „Für dich in deinem Schmerz“ aus Berliner Zeitung (7.10.2013)
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Moderation und Übersetzung: Michael Kegler
Auf Deutsch liest: Juliane Meckert
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Buchladen Schwarze Risse
25. Oktober | 20:00 Uhr
Mehringhof/Gneisenaustr. 2a
U-Bahnhof Mehringdamm
Eintritt frei!

Ernst Haffner: Blutsbrüder

Anfang der 1930er Jahre lebten in Berlin und anderen deutschen Großstädten infolge der prekären wirtschaftlichen Verhältnisse tausende Jugendliche auf der Straße. Sie verdingten sich als Tagelöhner und Laufburschen, aber häufig führte ihr Weg sie auch in die Kriminalität oder Prostitution. Zuflucht und ein wenig Sicherheit und soziale Wärme fanden sie in selbstorganisierten Cliquen. Davon erzählt der 1932 unter dem Titel» Jugend auf der Landstraße Berlin« erschienene Roman von Ernst Haffner. Von den Nazis verboten und öffentlich verbrannt, wurde das Buch vergessen und erscheint nun, 80 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung, ein zweites Mal. Man kann diesen Roman also eine Wiederentdeckung nennen, aber das trifft es nicht wirklich. Vielmehr ist es eine Offenbarung, eine intensive, erschütternde und ungemein authentische Lektüre, die das Schicksal einiger Jugendlicher schildert, die sich zu der Clique der »Blutsbrüder« zusammengeschlossen haben. Poetisch und mit einem tieftraurigen Realismus erzählt, folgt Haffner den Mitgliedern der Jugendbande und beschreibt ihren grausamen Überlebenskampf und ihren Freiheitswillen, der sich in einer Jugendsubkultur äußerte, die heute vergessen ist.

Schwarze Flamme

 

Dieses Buch begann als kurze Einführungsbroschüre in den späten 1990er Jahren, die dann einfach wuchs und wuchs. Wir waren selbst überrascht von der reichen Geschichte der breiten anarchistischen Tradition. Während wir damit gerechnet hatten, einige wenige Lücken zu füllen, öffnete sich vor unseren Augen eine unerwartete Welt: eine Weltgeschichte, die den meisten Anarchisten und Syndikalisten selbst unbekannt ist. Es war eine bewegende und faszinierende Geschichte voller Opfermut, Tragödien, Leiden und manchmal auch Humor und Pathos, durchsetzt mit Heldenhaftigkeit, Kreativität, Schönheit und Errungenschaften. Uns wurde auch klar, dass wir nicht einfach einen Nachruf auf eine Bewegung oder ein Buch von antiquarischem Interesse schreiben, sondern eine lebendige Tradition diskutieren, die für viele Leute von Interesse ist, die die Welt verändern wollen.

 

Als solches ist das vorliegende Buch auch ein Werk über die Zukunft, das wir einer besseren Welt und einem besseren Morgen widmen wollen.

 

Schwarze Flamme Vorwort und Einleitung

 

 

Schwarze Flamme ist eine Geschichte der Gegenmacht: die Südafrikaner Lucien van der Walt und Michael Schmidt legen eine umfassende Systematik und internationale Geschichte des Anarchismus und eine Auseinandersetzung mit Kernfragen wie Organisierung, Strategie und Taktik vor.

 

Vom 19. Jahrhundert bis zu heutigen antikapitalistischen Bewegungen zeichnen sie anarchistische Traditionen und seine zeitgenössischen Formen nach und untersuchen anarchistische Positionen zu Rasse, Gender, Klasse und Imperialismus. Durch ihre entschieden konzeptionelle Herangehensweise stellen sie die bisherige Geschichtsschreibung in einen neuen Rahmen. Mit seinem großen Umfang und der internationalen Dimension der Materialsammlung – auch zu Lateinamerika, Asien und Afrika gibt es umfassende Informationen – darf das Buch bereits jetzt als Standardwerk anarchistischer Geschichtsschreibung gelten: systematisch, kontrovers und ausgesprochen gut lesbar.

 

 

18.Oktober: Lesung mit Ulrike Edschmid: Das Verschwinden des Philip S.

Ulrike Edschmid liest aus ihrem Roman

Im Mai 1975 stirbt Philip S. bei einem Schusswechsel mit der Polizei auf einem Kölner Parkplatz,(ebenfalls festgenommen werden Roland Otto und K.H.Roth). Fast vierzig Jahre später geht eine Frau auf die Suche nach den wenigen Spuren, die er hinterlassen hat, und kehrt zurück in die dramatischste Phase ihres Lebens.

Philip S. war ihr Gefährte: ein sensibler, eigenwilliger junger Mensch, der 1967 aus Zürich nach Berlin kam, sich liebevoll um ihr Kind kümmerte und seinen ersten experimentellen Film drehte, während andere gegen den Vietnamkrieg demonstrierten und Institute besetzten.

Drei Jahre später wird ihre Fabriketage mehrmals von der Polizei durchsucht. Der sechsjährige Sohn, unbestechlicher Zeuge einer zunehmenden Radikalisierung, tritt den bewaffneten Beamten mit seiner Armbrust entgegen. Als die Mutter und Philip S. verhaftet werden, kann er ihnen nicht mehr beistehen. Ohne es zu wissen, wird er seine Mutter retten. Philip S. dagegen, der sich für die Revolution entschieden hat, setzt sich Schritt für Schritt aus dem gemeinsamen Leben ab.

Ulrike Edschmid erzählt vom unaufhaltsamen Verlust eines Menschen, der in den bewaffneten Untergrund geht. Sie wirft einen Blick zurück auf die prägenden Jahre im Leben ihrer Generation.

Ein klasse Buch! Kommt alle!!

 

Buchladen Schwarze Risse

18.Oktober um 20:00 Uhr

Mehringhof/Gneisenaustr. 2a

U-Bahn Station Mehringdamm

 

Eintritt frei!