Archiv: 2014

Reclaim Berlin

In den 1990ern galt Berlin als „größte Baustelle Europas“. Investoren aus aller Welt versenkten ihr Geld in heute noch leerstehende Bürokomplexe. Unternehmensansiedlungen und Konzernzentralen machten einen großen Bogen um die Stadt. Auch heute boomt vor allem der Berlin-Tourismus und der Immobilienmarkt.
Die ökonomische Basis der Stadt und die immobilienwirtschaftlichen Gewinnerwartungen fallen weit auseinander. Mögen spektakuläre Investorenprojekte wie MediaSpree eher als riskante Spekulationen auf die Zukunft erscheinen, so wurden doch in fast allen Innenstadtgebieten massive Gentrifizierungsdynamiken in Gang gesetzt.
Brennende Autos in Kreuzberg, Bürgerbegehren gegen Großprojekte und vor allem die sozialen Realitäten der Hartz-IV-Metropole Berlin kennzeichnen die Konfliktlinien des neoliberalen Umbaus. Berlin bliebt allen Eigentumskampagnen und Beschwörungen der Kreativwirtschaft zum Trotz die Mieterstadt Europas. Die Berliner Eliten zielen mit ihrer unternehmerischen Politik des Ausverkaufs und der Aufwertung seit Jahren an den sozialen Realitäten der Stadt vorbei und haben eine neue Generation städtischer Proteste heraufbeschworen. Der Kampf der ehemals besetzten Häuser und Wagenburgen zur Verteidigung ihrer selbstbestimmten Räume, die Proteste gegen Luxuswohnprojekte und das Aufbegehren der MieterInnen in ehemaligen Sozialwohnungen markieren einen neuen Zyklus städtischer Auseinandersetzungen und fordern ihr Recht auf die Stadt. Der neoliberale Umbau der Stadt ist noch längst nicht durchgesetzt. Berlin bleibt Risikokapital.

 

 

Assoziation A, 365 S. , 18,00 €

 

Squatting in Europe

Squatting offers a radical but simple solution to the crises of housing, homelessness, and the lack of social space that mark contemporary society: occupying empty buildings and rebuilding lives and communities in the process. Squatting has a long and complex history, interwoven with the changing and contested nature of urban politics over the last forty years.

Squatting can be an individual strategy for shelter or a collective experiment in communal living. Squatted and self-managed social centres have contributed to the renewal of urban struggles across Europe and intersect with larger political projects. However, not all squatters share the same goals, resources, backgrounds or desire for visibility.

Squatting in Europe aims to move beyond the conventional understandings of squatting, investigating its history in Europe over the past four decades. Historical comparisons and analysis blend together in these inquiries into squatting in the Netherlands, Italy, Spain, France, Germany and England. In it members of SqEK (Squatting Europe Kollective) explore the diverse, radical, and often controversial nature of squatting as a form of militant research and self-managed knowledge production.

Essays by Miguel Martínez, Gianni Piazza, Hans Pruijt, Pierpaolo Mudu, Claudio Cattaneo, Andre Holm, Armin Kuhn, Linus Owens, Florence Boullon, and Thomas Aguilera.

 

Squatting in Europe, 274 S.,  16,00 €

Veranstaltung: Geschichte der Roten Hilfe

Markus Mohr stellt die beiden Bände „Das Prinzip Solidarität“ vor, die sich mit der Geschichte der Roten Hilfe auseinandersetzen.
In den 70er Jahren gab es in der Bundesrepublik und Westberlin etwa hundert Gruppen der Roten Hilfe. Als engagierter Teil einer linksradikalen Fundamental-opposition organisierten sie Teach-ins, medizinische Hilfe und Demonstrationen, studierten das Mietrecht, besuchten Gefangene in den Knästen, schickten ihnen Pakete und besetzten Häuser. Sie setzen sich mit der Geschichte der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik auseinander, mit der Polizei und den von der Polizei Erschossenen, mit den gefangenen Tupamaros und mit denen der RAF. Die Rote Hilfe versuchte, an einem zentralen Punkt etwas zu integrieren, was dabei war, auseinander zu streben. Zwischen den Roten Hilfen und den politischen Organisationen ihrer Zeit – der RAF und den anderen bewaffneten Gruppen sowie den beiden maoistischen Parteien KPD/ML und KPD/AO – gab es eine Vielzahl von Debatten und Auseinandersetzungen. Sie gingen nicht immer glücklich aus. Es ist an der Zeit, auch diese Geschichte zu erzählen. Am Dienstag, den 25. Februar wird der Herausgeber des Buchprojektes bambule ein paar Überlegungen zur vielschichtigen Geschichte der Rote(n) Hilfen in den 70er Jahren vorstellen.
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Buchladen Schwarze Risse
25.02.2014 / 20:00 Uhr
Gneisenaustr. 2a/Mehringhof
U Mehringdamm
Eintritt frei!

Gazeteci Gözüyle Direnic

Ein beeindruckender Photoband , der die Auseinandersetzungen  rund um den Gezi-Park aus journalistischer Sicht  beschreibt.

 

 

Gazeteci Gözüyle Direnic

türk./engl.

181 Seiten, Preis: 14,00 €

Gabriel Kuhn(Hg): Bankraub für Befreiungsbewegungen

Einige Leserinnen werden sich erinnern: die erste Rezension auf dieser Seite war das Buch:“Der Innere Kreis“ von Ovig Knudsen,wir fanden es gut…jetzt wissen wir es besser!!

Bankraub für Befreiungsbewegungen ist das erste Buch, in dem Mitglieder der Gruppe mehr als zwei Jahrzehnte nach ihrer Verhaftung ihre Aktivitäten reflektieren. Beleuchtet werden die marxistischen Gruppen, in denen sie organisiert waren (Kommunistisk Arbejdskreds, KAK, und Manifest – Kommunistisk Arbejdsgruppe, M-KA), der Antiimperialismus der 1970er und ‘80er Jahre, die Verbindungen zu Befreiungsbewegungen (insbesondere zur palästinensischen PFLP), die Theorie des ungleichen Tausches, die illegale politische Praxis sowie Verhaftung, Gerichtsverfahren und Gefängniszeit.
Als im April 1989 vier Männer als Verdächtige für den bis dahin erfolgreichsten Bankraub in der Geschichte Dänemarks verhaftet wurden, glaubte niemand, dass diese bald für eine zwanzigjährige kriminelle Laufbahn vor Gericht stehen würden – nicht zuletzt deshalb, weil sie nicht von den erbeuteten Millionenbeträgen profitiert zu haben schienen. Stattdessen hatten sie das gesamte Geld an Befreiungsbewegungen im Trikont weitergeleitet.
Das Verfahren gegen die sogenannte Blekingegade-Gruppe – benannt nach der Kopenhagener Straße, in der ihre konspirative Wohnung aufflog – wurde zum aufsehenerregendsten Rechtsfall in der Geschichte Dänemarks und löste zahlreiche Diskussionen zu linker Politik, internationaler Solidarität, Moral, Gewalt, Justiz, Polizei und Geheimdienstwesen aus.
In einem aktuellen Interview mit Torkil Lauesen und Jan Weimann, die zu den Kernmitgliedern der Gruppe zählten, wird zudem auf die heutigen Möglichkeiten sozialistischer Politik eingegangen.

Mit einem lesenswerten Vorwort von Klaus Viehmann

Kuhn:Bankraub für Befreiungsbewegungen

230 Seiten, Preis: 14,00 €

 

 

The Young Lords: PALANTE

Voices and Photographs of the Young Lords, 1969-1971

Palante, the first book by and about the Young Lords, captures the spirit and actions of the 1970’s New York-based organization. Palante features political essays by members, oral histories of their lives leading into the party, and photos of their vibrant and militant members, actions, and events.

IN 1969, a group of young, primarily Puerto Rican activists founded the Young Lords Party in New York City taking inspiration from the Black Panther Party. Organizing directly in Latino/a communities, the Young Lords took up slum housing conditions, garbage clean ups, „serve the people programs,“ and health care.

The Young Lords: PALANTE

153 Seiten, Preis: 20,00 €