Archiv: 2017

Buchvorstellung: Daniel Bensaid – Ein ungeduldiges Leben

Buchvorstellung und Lesung

Die radikale Linke im Frankreich der Nachkriegszeit

Am Beispiel der Autobiographie des libertären Leninisten Daniel Bensaïd

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Daniel Bensaïd schildert in seiner politischen Biographie den Werdegang der Neuen Linken in Frankreich und Lateinamerika. Diese ging und geht ganz andere Wege als die deutsche Linke – was das Buch jenseits des Biographischen zu einer erhellenden Lektüre macht.

Der Aktivist und Philosoph erzählt hier seine packende politische Biographie, in der sich Individuum und Kollektiv, Theorie und Praxis überschneiden, widersprechen und versöhnen. Das „Ich“ und das „Wir“, die persönlichen und die geteilten Erfahrungen, zeugen von einem politischen Leben, das im Frankreich der 60er Jahre beginnt.

Die Jugend in einem von den Spanischen Republikanern geprägten Toulouse, der Beginn der 68er-Bewegung in der französischen Provinz und in Paris, die schmerzhafte Erfahrung der argentinischen Linken, die Neulektüre von Marx: Unterschiedlichste Facetten eines bewegten Lebens. Aus der Perspektive eines Akteurs blicken wir auf weltweite politische Ereignisse wie der Algerienkrieg und die antikoloniale Solidaritätsbewegung dagegen, die durch den Protest gegen den Vietnamkrieg weiter befeuert wurde. Daraus entstand in Frankreich eine Linke, die im Mai 1968 in Frankreich eine fast revolutionäre Situation provozierte. Dennoch handelt es sich nicht um eine nostalgische Rückschau auf längst vergangene Zeiten. Greifbar wird dies im mehr den je notwendigen antifaschistische Kampf gegen Strömungen wie den Front National, der Bensaïds Bericht auch für die heutige politische Situation bedeutsam macht.

Michael Koltan (Archiv für soziale Bewegungen Freiburg), und Elfriede Müller (Übersetzerin des Bandes/ jour fixe initiative berlin) stellen die Auseinandersetzungen der französischen radikalen Linken von 1960-2010 vor und lesen entsprechende Auszüge aus der Autobiographie.

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Mittwoch, 31. Mai 2017, 20.00 Uhr

Mehringhof

U Mehringdamm

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a

kleine Titelsammlung zu big data

Buchvorstellung: Momotombo am 28.04.17

Buchvorstellung und Gespräch zum Roman „Momotombo“

mit

Elisabeth Erdtmann

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Nicaragua 19. Juli 1979: die Diktatur fällt, die Sandinistische Befreiungsfront FSLN übernimmt die Macht. Die Revolution führt zum Entstehen einer breiten Solidaritätsbewegung, zu Tausenden machen sich Linke wie Christen nach Nicaragua auf, um den Neubeginn des Landes zu unterstützen, während die Regierung der USA mit einer Militärintervention droht.

Auch Julia, eine desillusionierte westdeutsche Linke, ergreift begeistert die Chance für einen persönlichen Neuanfang und begibt sich auf Einladung des nicaraguanischen Frauenverbandes in ein abgelegenes Dorf, um mit den Frauen des Dorfes eine Kooperative aufzubauen.

Am Leben verschiedener Frauengestalten entwirft der Roman das Bild dieser atemlosen Zeit des Umbruchs wie der Gegenbewegung in Gestalt des Terrors der von den USA finanzierten contras. Darüber hinaus wird Ringo Gottsleben Fragen über die nachrevolutionäre Entwicklung in Nicaragua beantworten.

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Freitag, 28. April 2017, 20.00 Uhr

Mehringhof

U Mehringdamm

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a

Reinisch, Dieter: Die Frauen der IRA

Cumann na mBan und der Nordirlandkonflikt 1968–1986

Nordirland durchlebte den längsten und blutigsten Konflikt in Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Sommer 1969 führten die brutale Niederschlagung von Bürgerrechtsmärschen, Pogrome gegen die katholische Minderheit und Attentate zur Entsendung der britischen Armee. Der Krieg sollte fast 30 Jahre andauern und über 3000 Menschen das Leben kosten. Im Jahr 1998 fand er mit einem Waffenstillstand sein – vorläufiges? – Ende.

Als Kriegsparteien kämpften auf der einen Seite die britische Armee, die nordirische Polizei und loyalistische Paramilitärs. Ihnen gegenüber standen republikanische Gruppierungen, die das Ziel einer ungeteilten demokratisch-sozialistischen Republik Irland verfolgten. Die bedeutendste militärische Organisation aufseiten der Republikaner war die Irisch-Republikanische Armee (IRA). Neben der männlich-dominierten IRA existierte jedoch auch eine irisch-republikanische Frauenorganisation namens „Cumann na mBan“ („Organisation der Frauen“).

Das vorliegende Buch ist die erste Studie über die Frauen­organisation der IRA während des Nordirlandkonflikts. Dieter Reinisch greift dabei auch auf über zwei Dutzend Interviews mit Aktivistinnen der Cumann na mBan zurück, die er selbst führte. Er beschreibt ihren Wandel von einer IRA-Hilfsorganisation in den 1960er-Jahren zu einer effektiven Frauenarmee in den 1970er-Jahren und schließlich ihre darauffolgende Kaltstellung durch die IRA-Führung.

 

 

 

Promedia   Verlag                                                     208 Seiten                                              20,00 €

spannende Neuerscheinungen

Reparationsschuld :Buchvorstellung und Diskussion mit Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner

Reparationsschuld

Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und            Europa


Buchvorstellung und Diskussion mit Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner

In den derzeitigen Verhandlungen der Europäischen Zentralbank, der EU -Kommission und des Internationalen Währungsfonds mit Griechenland über die Fortsetzung des Schuldendienstes fordert vorrangig Deutschland weitere Maßnahmen, die anhaltend zu Verarmung und wirtschaftlicher Ruinierung führen. Die eigenen Schulden infolge von Krieg, Vernichtung und Besatzung in den Jahren 1941 bis 1944 sind dabei längst unter den Tisch gekehrt. Die heutigen Gläubiger- und Machtverhältnisse sind jedoch ohne die Geschichte nicht denkbar. Nach dem Krieg wurde alles getan, um die offenen Forderungen nach Reparationen und Entschädigungen zahlreicher Opfergruppen und Länder abzuwehren. So auch die von Griechenland, das bis auf den heutigen Tag Entschädigungen für die Opfer der Massaker und für die Ausplünderung seiner Volkswirtschaft einfordert.

Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner analysieren in diesem Arbeits- und Dokumentenband die Kontexte, die strategischen Optionen und Taktiken des deutschen Vorgehens, die in der Ausklammerung der Reparationsfrage aus dem De-Facto-Friedensvertrag von 1990 („Zwei-plus-Vier-Vertrag“) kulminierten.

 

Donnerstag • 6. April 2017

• 19:00 Uhr im DGB-Haus Berlin

• Wilhelm-Leuschner-Saal

• KeithstraSS e 1/3

• 10787 Berlin

Eintritt frei!

Veranstalter: Initiative Deutschlands unbeglichene Schuld(en), DGB Berlin-Brandenburg, Berliner Gesellschaft für Faschismus- und Weltkriegsforschung e. V.,

Buchladen Schwarze Risse und Metropol Verlag