Archiv: 2017

Buchvorstellung: INSIDE FUKUSHIMA Reportage aus dem Innern der Katastrophe

LESUNG & GESPRÄCH
mit
Tomohiko Suzuki
INSIDE FUKUSHIMA
Reportage aus dem Innern der Katastrophe

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Der investigative Journalist Tomohiko Suzuki nutzte die Kanäle der japanischen Mafia, der »Yakuza«, um wenige Wochen nach der Havarie des Atomkraftwerks im März 2011 in Wallraff ’scher Manier als Arbeiter bei den Aufräumarbeiten eingesetzt zu werden. In seiner Reportage deckt er die Verbindungen zwischen der japanischen Atomindustrie und der Yakuza auf, ermöglicht verstörende Einblicke in das unmittelbare Geschehen auf dem AKW-Gelände und berichtet von Erlebnissen mit Firmen- und Yakuza-Bossen, den Arbeitern vor Ort und dem Arbeitsleben in der verbotenen Zone.

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»Was lief wirklich im Atomkraftwerk Fukushima? Ein Undercover-Reporter riskierte sein Leben, um das herauszufinden. Ein expolosives Buch«, The Telegraph.

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Darüber hinaus wird Sebstian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz, aktuelle Infos zur Situation der AKWs von Fukushima geben.

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Lesen wird Richard Schnell, Schauspieler.

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Montag, 13. März 2017 | 20 Uhr
Mehringhof
Versammlungsraum / Gneisenaustr. 2a
Gesellschaft für Strahlenschutz| Assoziation A
Mehringhof e.V.
Deutsch-Japanisch & vice versa – Eintrit frei!

Freitag, 27.1.2017: Buchvorstellung Schwule Sichtbarkeit-schwule Identität

Schwule Sichtbarkeit-schwule Identität            Kritische Perspektiven

Buchvorstellung und Diskussion mit den Autoren Zülfukar Cetin und Jürgen Voß

Vorangetrieben von »Schwulen« selbst wurde seit dem 19. Jahrhundert das Konzept schwuler Identität durchgesetzt. Noch heute gelten »Sichtbarkeit« und »Identität« weithin als Schlüsselbegriffe politischer Kämpfe Homosexueller um Anerkennung und Respekt. Jedoch wird aktuell immer deutlicher, dass auf diese Weise ein Ordnungsregime entsteht, das auf Geschlechternorm, Weißsein, Bürgerlichkeit und Paarbeziehung basiert. So werden beispielsweise Queers of Color und Queers mit abweichenden Lebensentwürfen marginalisiert.

Die Autoren des vorliegenden Bandes hinterfragen die Gewissheit, dass eine einheitliche schwule Identität existiert, aus unterschiedlichen Perspektiven: bewegungsgeschichtlich, wissenschaftstheoretisch und mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzungen um Homonationalismus und rassistische Gentrifizierung.

 

 

Gay Visibility – Gay Identity. Critical Perspectives

In the 19th century »gays« themselves pushed forward the concept of gay identity. Until today »visibility« and »identity« count as key terms in the homosexuals’ fights for recognition and respect. Recently it has become increasingly clear, however, that these concepts support a regime of order based on gender norms, whiteness, bourgeois ideals and the predominance of the couple, thus marginalizing, among others, queers of color and queers with alternative lifestyles.

The authors of the book question the existence of a single gay identity from different perspectives: the history of the gay movement, the philosophy of science, and the analysis of current social controversies about homo-nationalism and racist gentrification.

 

Freitag, den 27.Januar 2017

20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a in Berlin

U-Bahn Station Mehringdamm

 

Eintritt frei!

Kleine Filmauswahl bei Schwarze Risse

Buchvorstellung und Diskussion „Familismus“ mit Gisela Notz am 16.1.2017

Familismus bezeichnet die weitgehende Identität von Familie und Gesellschaft. Danach bildet das System aller Familien das Gemeinwesen. Familismus ist auch die Überbewertung des familiären Bereichs als Quelle für soziale Kontakte. In familistischen Gesellschaften – dazu gehört die Bundesrepublik Deutschland ─ gilt die Familie als Dreh- und Angelpunkt aller sozialen Organisationen.
Selbst in das in frauenpolitischer Hinsicht fortschrittliche Grundgesetz für die BRD wurde 1949 der Familismus eingeschrieben, indem die Auffassung von der Familie als wichtigster Baustein einer Gesellschaft aufgenommen wurde und somit eine konservative Familienideologie, die Frauen und Männern eindeutige Rollen zuwies und die bis heute wirkt, verfestigt wurde. Erst die neue Frauenbewegung entwickelte Gegenkonzepte, die heute allerdings zu verblassen scheinen. Staatliche Familienpolitik fördert nach wie vor die traditionelle mit Vater, Mutter und Kind(ern) «normalbesetzte» Kleinfamilie in der Kinder erzogen und pflegebedürftige Menschen versorgt werden sollen. Die soziale Realität hat sich längst von diesem ideologischen Gemälde entfernt.
In der Einführung geht es zunächst um eine historische Rekonstruktion exemplarischer Theorien und Praxen, die zu jenem ideologisierten Familienverständnis führen, das auf das «Gemeinwohl» abzielt, faktisch aber alle Menschen ausschließt, die nicht zu einer Familie gehören und Frauen zu rechtlosen Wesen macht. Am Ende steht die Frage, ob es sinnvoll ist, ein kritikwürdiges System weiter auszuweiten, indem sich häufende Zusammenlebensformen durch vom Staat verordnete Gesetze «normalisiert» werden und damit wiederum andere daran gemessen und ausgegrenzt werden, wenn sie sich nicht in die familiale «Ordnung» fügen.

 

Die Veranstaltung wird moderiert von Inga Nüthen

 

Zur Autorin:

Gisela Notz ist Sozialwissenschaftlerin, Historikerin und Autorin. Sie lebt und arbeitet in Berlin und beschäftigt sich mit der Geschichte der ArbeiterInnen- und Frauenbewegungen und schreibt darüber; aber auch über viele aktuelle Themen, wie Arbeitsmarkt-, Sozial- und Familienpolitik, sexuelle Selbstbestimmung und Alternative Ökonomie. Seit 15 Jahren bringt sie den historischen Wandkalender „Wegbereiterinnen“ heraus, der über die Bundesrepublik hinaus bekannt geworden ist.

 

 

Montag, den 16.Januar 2017

20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a

metro-station Mehringdamm

 

Eintritt frei!

„Mit Baumhäusern gegen Bagger“

Geschichten vom Widerstand im rheinischen Braunkohlerevier

Der Hambacher Forst, Mitteleuropas letzter „Urwald“, wird gerodet durch Europas größten Klimakiller – RWE.
Die Folgen des rheinischen Braunkohlereviers sind verheerend: Zwangsumsiedlungen, Bergschäden, Feinstaub-Belastungen, Verlust von Kulturerbe, Menschenrechtsverletzungen, Klimawandel und Flucht.
Um dem ein Ende zu setzen, besetzten im April 2012 Umweltaktivist*innen den bedrohten Wald. In diesem Buch erzählen sie ihre Geschichten von Nächten in Baumhäusern, Baggerblockaden und dem Versuch ein alternatives Leben in dieser zerstörerischen Gesellschaft zu verwirklichen.

 

„Ursprünglich sollte es nur ein Zine, also eine kleine Broschüre, werden. Doch jetzt sind so viele interessante Texte zusammen gekommen, dass wir beschlossen haben daraus ein Buch zu machen.“

 

Aus dem Inhalt:

Warum ist der Hambacher Forst so besonders? Wo liegt der Unterschied zwischen legitim und legal? Wie lassen sich Sabotage und direkte Aktionen moralisch begründen? Wie fühlt es sich an aus einem Baumhaus geräumt zu werden, in dem man monatelang gelebt hat? Und wie kann man mit Polizeigewalt umgehen?

 

 

Packpapier-Verlag                                           16,00 €                                                    195 Seiten