Archiv: 2019

Adnan Keskin : Unbedingt blau

Blau ist für Sahin der Inbegriff von Freiheit. Von ihr träumt er im Gefängnis genauso intensiv wie von Gönül, die er liebt. Er nimmt alles in Kauf, um die Freiheit wiederzuerlangen, steckt Mitgefangene mit seiner Freiheitsliebe an und gräbt einen Tunnel, dem Licht entgegen, der Freiheit entgegen, dem Blau entgegen… Und beim nächsten Gefängnisaufenthalt gleich einen zweiten Tunnel… Unbedingt Blau ist nicht nur eine abenteuerliche Fluchtgeschichte, sondern auch ein Zeitdokument, das einen Einblick in die 1970er und 1980er Jahre der Türkei ermöglicht, für die, die sie nicht selbst erleben mussten. Es beschreibt, kritisch, aber auch selbstkritisch, die seelische Verfassung und die Beweggründe jener Jugend, die sich von den Ideen der Linken angezogen fühlte und die Welt retten wollte, oder zumindest das Land…

Aus dem Türkischen von Hülya Engin

 

 

bahoe books                                                          372 Seiten                                         18,00 €

Lesung :*Unbedingt blau // İlle de Mavi // Adnan Keskin* am 21.November im Familiengarten

Lesung in deutscher und türkischer Sprache mit Dogan Akhanli, Nese Keskin, Martin Rapp

  Adnan Keskins autobiografischer Roman ist ein beeindruckendes literarisches Werk über den Aufbruch der revolutionären Bewegung in den Siebziger- und Achtzigerjahren, die Niederlage nach dem Putsch vom 12. September 1980 und den kollektiven Widerstand gegen das Gefängnissystem in der Türkei. Blau ist für Sahin der Inbegriff von Freiheit. Von ihr träumt er im Gefängnis genauso intensiv wie von Gönül, die er liebt.

Adnan Keskin’den, Köln’e miras bıraktığı “İnsan Hakları Festivali” ve anı-roman türünde yazdığı İLLE DE MAVİ kaldı. Yakın döneme tanıklık eden kitabıyla, geçmişimize ve hayallerimize renk veren Adnan Keskin’in karanlık dehlizlerdeki macerasına eşlik ederken bizler, renkten renge akan hikâyenin sonunda, hasretin, özgürlüğün ve aşkın renginin İLLE DE MAVİ olması gerektiğine hak verir, duran kalp atışlarının da aynı renkte olduğunu içimiz burkularak hatırlarız.

21. November, 19:00 Uhr
Familiengarten (Aile Bahçesi)
Oranienstraße 34, 10999 Berlin

Buchvorstellung und Diskussion: Gabriele Dietze Sexueller Exzeptionalismus

Moderation: Julia Roth

Ein zentrales Motiv der Abwehr von Migration insbesondere aus islamisch geprägten Ländern ist die Annahme einer generellen sexuellen Rückständigkeit und Gefährlichkeit von Migrant_innen. Dem setzt der dominante Diskurs eine überlegene okzidentale sexuelle Moderne entgegen – einen »sexuellen Exzeptionalismus«. Gabriele Dietze dekonstruiert diese sexualpolitisch fokussierte Charakterisierung von Migration als Strategie, die eine emotionalisierte ›Politik der Angst‹ nutzt, um einen ethno-nationalistischen Diskurs voranzutreiben. Sie stellt damit ein neues Begriffsrepertoire zur Verfügung, das in die männlich dominierte Rechtspopulismusforschung interveniert.

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Freitag, den 15.11.2019 | 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a

U-Bahn Mehringdamm

Eintritt frei

Buchvorstellung & Gespräch: Der lange Abschied von der weißen Dominanz mit Charlotte Wiedemann

Bürger*innen-Asyl Berlin und der Buchladen ‘Schwarze Risse’ laden für den 20. November zu einer Benefiz-Lesung für Bürger*innen-Asyl Berlin ein.
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Kurze Info über Bürger*innen-Asyl Berlin.
Anschließend Buchvorstellung und Diskussion mit Charlotte Wiedemann,
Der lange Abschied von der weißen Dominanz

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Über mehrere Jahrhunderte hat sich eine weiße Minderheit weite Teile der Welt gewaltsam angeeignet, Millionen von Menschen grausam unterdrückt, ausgebeutet und erniedrigt. In einer systematischen Abwertung anderer Kulturen wurde und wird immer noch europäisches Denken selbstgefällig zum Maßstab erkoren und als universell gültig betrachtet. Diese weiße Dominanz beginnt zu bröckeln. Charlotte Wiedemann begibt sich in ihrem Buch auf eine weitverzweigte Spurensuche. In vielen Facetten zeichnet sie das Bild eines tief verwurzelten Rassismus und sie bringt uns Zeichen eines Umbruchs nahe: Migrantische Stimmen werden im Einwanderungsland Deutschland lauter. Die Machtkonstellationen in der Welt verschieben sich. In vielen Ländern des globalen Südens finden Prozesse der Selbstermächtigung, der Emanzipation von der weißen Dominanz statt. Charlotte Wiedemanns Buch – eine anregende Spurensuche, in der sie viele Fragen aufwirft und auf einfache Antworten verzichtet. Sie hält ein Plädoyer für eine radikale Erinnerungsarbeit und die Infragestellung unserer vielfältigen Privilegien. Auch linke Reflexion ist nicht frei von blinden Flecken. Lassen wir uns von der Autorin anregen, uns anderen Sichtweisen auf die Welt respektvoll und neugierig zu öffnen.
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Mittwoch, den 20.11.2019 | 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a

U-Bahn Mehringdamm

Eintritt frei

Buchvorstellung: Ulrike Heider Der Schwule und der Spießer. Provokation, Sex und Poesie in der Schwulenbewegung

Moderation : Marco Kammholz (Sexualpädagoge und Schwulenaktivist)

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Als links engagierte Studentin und Hausbesetzerin war Ulrike Heider mit ein paar zornigen jungen Männern befreundet, die 1971 in Frankfurt am Main die Politgruppe RotZSchwul (Rote Zelle Schwul) gründeten. Die beginnende Schwulenbewegung erschien Heider wie eine zweite 68er-Revolte. Provokation, sexueller Hedonismus und spielerische Aktionsformen knüpften ebenso an den Antiautoritarismus von 1968 an wie an die radikale Kritik an der Gesellschaft, von deren undemokratischen Strukturen bis hin zu Ehe, Familie und schwuler Subkultur.

Es gelingt der Zeitzeugin, Die Atmosphäre der 1970er und 80er Jahre aufleben zu lassen, die Positionen der rebellischen Schwulen aus dem historischen Kontext zu erklären und nachdrücklich an die neue Diskriminierungswelle mit dem Aufkommen von Aids zu erinnern.

Roter Faden der Erzählung ist das provokative Leben, das politische und künstlerische Wirken des 1992 an Aids verstorbenen Lyrikers Albert Lörken.

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Freitag, den 22.11.2019 | 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a

U-Bahn Mehringdamm

Eintritt frei

 

„Blues der Städte“, Buchvorstellung und Diskussion am 9.November

Die Bewegung 2. Juni – eine sozialrevolutionäre Geschichte

Buchvorstellung und Diskussion mit dem Autor Roman Danyluk und einem ehemaligen Mitglied der Bewegung 2.Juni.

Infolge der globalen Sozialrevolte 1967/68 nahmen junge Menschen in vielen westlichen Ländern den bewaffneten Kampf auf. In Westberlin waren dies Militante, die aus dem widerständigen, subproletarischen Milieu der Mauerstadt stammten Sie gründeten 1972 die Bewegung 2. Juni.

Diese Westberliner Stadtguerilla existierte bis 1980 und scheint aus dem Gedächtnis der Linken fast völlig verschwunden zu sein.

Das vorliegende Buch über die Entstehung und Geschichte der Bewegung 2. Juni will dieser (linken) Geschichtsvergessenheit entgegentreten. Der Autor Roman Danyluk leistet damit einen Beitrag zur Aufarbeitung der Wirkungsweise revolutionärer Opposition und militanten Widerstands in Deutschland.

Dabei wird deutlich, dass die Erfahrungen der Menschen in bewaffnet kämpfenden Gruppen Teil des Emanzipationskampfes sind – und somit ein Stück Geschichte und Erkenntnis der sozialrevolutionären Linken.

Samstag, den 9.November um 16:00 Uhr im CLASH

Gneisenaustr. 2A/Mehringhöfe

Metrostation Mehringdamm

Eintritt: frei!

Kommt Alle!

 

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