Allgemein

Fördertöpfe für Vereine jetzt neu aufgelegt!

Die Fördertöpfe für Vereine, selbstorganisierte Projekte
und politische Initiativen, nunmehr in der 14. überarbeiteten und
aktualisierten Auflage, sind das praxisorientierte Nachschlagewerk für
alle Projektmitarbeiter*innen, Gruppen und Initiativen, die nach
innovativen Finanzierungswegen zur Verwirklichung ihrer Projektideen suchen.

Die Broschüre porträtiert mehr als 430 regionale, bundesweite und
internationale Stiftungen und Förderquellen, davon 80 neu hinzugekommene
und 350 aktualisierte Einträge. Das umfassende Schlagwortregister
erleichtert die Suche nach passenden Geldgeber*innen für alle
politischen, gesellschaftlichen und sozialen Projekte in der
Jugendarbeit, der Demokratieförderung, der Politischen Bildung,
Projekten aus den Bereichen Kunst und Kultur, Projekte gegen soziale
Benachteiligung, für Frauen, Geflüchtete und FLTI*, bei
entwicklungspolitischen Vorhaben und für Umweltschutzinitiativen.

Die sorgfältig recherchierten Hinweise auf ausgewählte
Fördermöglichkeiten, die umfangreiche Link-Sammlung zu regionalen,
thematischen und internationalen Förderdatenbanken, das detaillierte
Schlagwortregister sowie die praktischen Tipps und Tricks zur
Antragstellung, machen die Broschüre zu einem kompetenten Wegweiser
durch den Förderdschungel.

14. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage 2020
  Netzwerk Selbsthilfe e.V.                               264 Seiten                            24 Euro

Buchvorstellung und Diskussion: „Revolutionäre Gewalt. Ein Dilemma“ am 4.11.2019

Titus Engelschall und Elfriede Müller stellen ihr 2019 erschienenes Buch „Revolutionäre Gewalt. Ein Dilemma“ vor.

Die Beiträge des Buches folgen den Spuren sozialrevolutionärer Gewalt in Theorie und Praxis. Im Fokus stehen die Akteurinnen und ihr Umgang mit Gewalt bei Erfolg und beim Scheitern revolutionärer Versuche in der Moderne. Geschichte wird dabei als eine Geschichte der gescheiterten und verratenen Revolutionen begriffen.
Die konkreten Analysen von der Französischen bis zur Chilenischen Revolution erläutern den Unterschied zwischen der strukturellen Gewalt der Verhältnisse und sozialrevolutionärer Gegengewalt, sowie zwischen Krieg und Revolution. Sozialrevolutionäre Gewalt verstehen die Autorinnen als praktische Kritik gewöhnlicher Gewalt.
Doch immer wieder sind die Revolutionärinnen mit der Gewalt der Konterrevolution konfrontiert und müssen die Revolution verteidigen, ohne der Gewalt zu erliegen und ihre solidarischen Prinzipien aufzugeben. Was bedeutet das für kommende Revolutionen? Denn die Abschaffung aller Gewaltverhältnisse wird nicht ohne sozialrevolutionäre Gewalt zu haben sein. Das zeigt die Geschichte der Revolutionen und verweist auf ihr Dilemma.

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Montag, den 04.11.2019 | 20:00 Uhr
Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
U-Bahn Mehringdamm
Eintritt frei

Anti-Knast-Tage Berlin 23. Oktober bis 27. Oktober 2019 im Mehringhof, Kreuzberg-Berlin

 

Programm

Dass ist vorerst, das Programm für die Tage, jedoch können sich Termine von den Veranstaltungen noch verändern. Die Ankündigungen findet ihr hier

Mittwoch 23.10.19 Versammlungsraum im Mehringhof
19:00 Uhr – Eröffnungsveranstaltung der Anti-Knast-Tage 2019 in Berlin

Donnerstag 24.10.19 Buchladen „Schwarze Risse“ im Mehringhof
19:30 Uhr – Polizeigesetz in Sachsen

Freitag 25.10.19 Schule für Erwachsene (SfE) im Mehringhof
17:00 Uhr – Auswertung der Militanten Untersuchung
18:00 Uhr – 30 Jahre Gefangenen Info
18:30 Uhr – Fanzine Workshop
19:00 Uhr – Essen
19:30 Uhr – Repression gegen die kurdische Bewegung in Deutschland – § 129b als politisches Gesinnungsstrafrecht
19:30 Uhr – Gefährder*innen
20:00 Uhr – Drei von der Parkbank (Hamburg)

Samstag 26.10.19 Schule für Erwachsene (SfE) im Mehringhof
10:00 Uhr – Brunch
10:00 Uhr – Deals und Einlassungen
10:30 Uhr – Es gibt keinen ‚Selbstmord‘ im Knast. Über ausbleibende Verantwortung für fahrlässige Tötung
11:00 Uhr – Schreibewerkstatt zu LGBTIQ-Gefangenen
11:30 Uhr – Gefangenenkommunikation
12:00 Uhr – (Über)-Macht Psychiatrie
12:30 Uhr – Linksunten
13:00 Uhr – Alte und neue Wege durch den Knast: Solidarität gegen Repression
13:30 Uhr – Gefängnisindustrie und Widerstand
14:00 Uhr – Transratgeber
15:00 Uhr – Liveschaltung
16:30 Uhr – Freiheit statt Angst/Bulle im Kopf
17:00 Uhr – Über Knäste und Repression im spanischen Staat
17:30 Uhr – Offensive Anti-Repressionsarbeit
18:00 Uhr – Transgefangene in der Türkei
18:30 Uhr – Essen
19:00 Uhr – Ein vergittertes Leben
19:30 Uhr – Flucht aus Deutschland – Flucht nach Deutschland
20:00 Uhr – Perspektive der Anti-Knast-Tage

Sonntag 27.10.19 Schule für Erwachsene (SfE) im Mehringhof
10:00 Uhr – Brunch
10:00 Uhr – Politische und soziale Gefangene
10:30 Uhr – Knast und Repression in Chiapas
11:00 Uhr – Medizinische Versorgung im Knast
11:30 Uhr – Beugehaft
12:00 Uhr – Isolationshaft/folter
12:30 Uhr – RAZ, RL, Radikal Verfahren
13:00 Uhr – Repression und indigener Widerstand in den USA
13:30 Uhr – Abschiebehaft/Abschiebegefängnisse
14:30 Uhr – FSB Folter oder lange Welle der Repression gegen Anarchisten in Russland
15:30 Uhr – Klimaproteste und Knast
16:30 Uhr – Abschlussveranstaltung der Anti-Knast-Tage 2019

Buchvorstellung: „Krisen • Kämpfe • Kriege Bd. 2“ mit Detlef Hartmann am 30. Oktober

Buchvorstellung & Diskussion :Krisen • Kämpfe • Kriege Bd. 2

Innovative Barbarei gegen soziale Revolution

mit Detlef Hartmann

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»Wüten im Fortschritt« ist eine treffende Formel für den Weg der barbarischen Gewalt des 20. Jahrhunderts mit seinen Weltkriegen, Genoziden und Massakern.
Gegen alle Legenden waren es nicht die rückwärtsgewandten Kräfte, die diesen Weg bestimmten. Es waren die Avantgarden der epochal angelegten Innovationsoffensive des Fordismus und seiner Schlüsselindustrien. Sie zielten auf die »schöpferische Zerstörung« der Gesellschaften, orientiert an den Vorstellungen der umfassenden Rationalisierung zu einer »sozialen Maschine« von Massenproduktion, Massenkonsum und Massenkultur.

Unbestritten war es Deutschland, das den Weg der Gewalt in singulär grausamen Formen mit allen bekannten Ungeheuerlichkeiten bahnte. Allerdings begaben sich auch konkurrierende Länder von den USA über Japan bis hin zur Sowjetunion auf diesen Weg. Was sich entgegenstellte, sollte herausgesäubert und beseitigt werden.

Detlef Hartmann zeichnet den Weg minutiös nach. Er legt die Strategien offen, die Widerstände Hunderter Millionen Menschen blutig aufzureiben, die die sozialrevolutionären Vorstellungen ihrer »moralischen Ökonomie« aus den Dörfern bis in die Metropolen trugen.
Der Weg führte durch zwei schwere Krisen (1913/14 und 1929) hindurch zu ihrer jeweiligen Lösung in zwei mörderischen Kriegen, in denen das »Wüten im Fortschritt« seinen Durchbruch suchte.

Ein radikales, aufrüttelndes Buch, das einen großen Teil nicht nur linker Geschichtsschreibung und Mythenproduktion auf den Prüfstand stellt – mit besorgniserregenden Perspektiven für die Zukunft –, und eines der wichtigsten Werke linker Selbstvergewisserung im noch kurzen 21. Jahrhundert.

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Mittwoch, den 30.10.2019 | 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a

U-Bahn Mehringdamm

Eintritt frei

Lesung: Sechs Tage im April – Erich Mühsams Räterepublik

Lesung mit Markus Liske.

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Sechs Tage im April – Erich Mühsams Räterepublik
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„Der feierliche Glockenklang der Revolution tönt stark und erschütternd durch unsere Seelen. Wunderbar begeistert empfangen wir die Weihe einer neuen Zeit.“ – So beschreibt der anarchistische Dichter Erich Mühsam den Ausbruch der Revolution im November 1918. Zwei Tage vor Philipp Scheidemann und Karl Liebknecht ruft er in seiner Wahlheimat München die Republik aus, nicht ahnend, dass sechs Monate später, Anfang Mai 1919, hier auch der letzte Akt der Revolution stattfinden wird: Auf Befehl der sozialdemokratischen Reichsregierung marschieren revanchistische Freikorpstruppen, von denen einige bereits das Hakenkreuz am Helm tragen, in München ein und zerschlagen die erst am 7. April begründete „Bairische Räterepublik“, die als „Dichterrepublik“ in die Geschichte einging und deren wichtigstes Sprachrohr Erich Mühsam war. Zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt, dichtet er Ende 1919:

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„Ach, der Freiheit rotes Laken
war gestohlenes Ornat.
Hinter holden Worten staken
Meuchelmord und Volksverrat.
Fromme Sehnsucht brach in Stücke.
Aus den Trümmern hob in Tücke
neu sich der geborstne Staat.“

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Markus Liske erzählt in seinem Buch „Sechs Tage im April – Erich Mühsams Räterepublik“ (Verbrecher Verlag / Hörbuch bei speak low) anhand von montierten Originaltexten Mühsams die Entstehung und das Ende der „Bairischen Räterepublik“, die bis heute sozialrevolutionäre Träume von einer gesellschaftlichen Alternative zu Parlamentarismus einerseits und Parteidiktatur andererseits beflügelt. Einer sozialistische Gesellschaft, die die Freiheit nicht der Gleichheit opfert und deren Bezugsrahmen kein Nationalstaat ist.

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Montag, den 07.10.2019
20:00 Uhr
Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a /Metrostation Mehringdamm
Eintritt: frei!

Lesung: YOK – Nichts bleibt. Die Quetschenpaua- Autonomografie am 30.09.

Wer fast 1400 Auftritte und eine doppelt so hohe Anzahl an Taxischichten gerissen hat, weiß einiges zu erzählen. Yok berichtet vom Aufwachsen in einer westdeutschen Kleinstadt und seiner Politisierung im Zuge der Anti-AKW-Kämpfe. Sein Weg führte ihn von Hamburg nach Westberlin. Er erlebte dort den Fall der Mauer und erzählt aus dem Blickwinkel eines autonomen Aktivisten von den vielfältig geführten politischen Kämpfen. Sein Werdegang in der alternativen Subkultur wird genauso umrissen wie sein jahrzehntelanges Wirken in Bands wie Tod und Mordschlag, Revolte Springen, Option weg und natürlich seine Zeit als Quetschenpaua.
Die Erfahrung, in Rostock-Lichtenhagen und in Hoyerswerda einem Nazimob gegenüberzustehen, sind ebenso Teil seines Lebens wie der musikalische Weg durch die rotzfreche Asphaltkultur. Yok malt ein umfassendes Bild von seinem Leben außerhalb des Mainstreams, skizziert politische Bewegungen in selbstverwalteten Zentren, Kommunen, besetzten Häusern und Wagenburgen. Das Buch endet im Jahr 2046 und berichtet auf den letzten Seiten sehr genau, warum es trotzdem Grund zur Hoffnung gibt …

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Yok, geboren im Jahr der Kubakrise, dem Entstehungsjahr der Beatles, dem Jahr, in dem Marilyn Monroe starb und in Norddeutschland eine furchtbare Sturmflut wütete. Ein abgebrochenes Gymnasium, eine erfolgreiche Wehrdienstverweigerung, Friedensbewegung. 1987 ab nach Westberlin, Fortbildung als linksradikaler Chaot. Bundesweite Anerkennung als autonomer Quetschenspieler und Sänger. Kneipenkollektivmitglied im berüchtigten Mehringhof. Seit 20 Jahren lohnarbeitender Taxifahrer. 2019 zweiter Sieger im Weintrauben über den Tisch pusten.
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Montag, der 30. September
20:00 Uhr
Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a /Metrostation Mehringdamm
10961 Berlin