Allgemein

Durchsuchungen: Mezopotamien Verlag und Mir-Musik verboten

Die deutsche Polizei führt erneut Razzien beim Mezopotamien Verlag und beim Musikproduzenten Mir durch. Das Innenministerium teilte mit, dass die beiden kurdischen Medieneinrichtungen verboten worden seien.

Die Polizei durchsuchte seit den frühen Morgenstunden am 12.Februar   erneut den Mezopotamien Verlag und Mir-Musik.  Nach Angaben des Innenministeriums handelt es sich um den Vollzug einer Verbotsverfügung. Das Ministerium erklärte, der Mezopotamien Verlag und MIR-Musik werden damit als „Teilorganisation der 1993 in Deutschland verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verboten und aufgelöst“. Der Innenminister Seehofer erklärte: „Gerade weil die PKK trotz des Verbots in Deutschland weiterhin aktiv ist, ist es notwendig und geboten, die PKK in ihre Schranken zu weisen und die Einhaltung der Rechtsordnung sicher zu stellen.“

„Seehofer wandelt auf den Spuren des türkischen Despoten Erdogan“, kritisiert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Ulla Jelpke, das heute bekannt gewordenen Verbot des kurdischen Mesopotamien-Verlages. „Das Verbot des kurdischen Verlages ist ein Akt staatlicher Zensur. Während die Bundesregierung mit Waffenlieferungen an die Türkei den Krieg gegen die Kurden unterstützt, versucht sie zugleich authentische Informationen über den kurdischen Befreiungskampf zu unterdrücken.“

Zuletzt am 8. März 2018 hatte die Polizei den Mezopotamien Verlag und Mir Multimedia gestürmt und drei Tage lang durchsucht. Dabei wurden Lastwagenladungen von Büchern, Musik-CDs und Archivmaterial sowie technischer Ausrüstung beschlagnahmt.

Buchvorstellung mit dem Autor*innenkollektiv „Jugendliche ohne Grenzen“

„Zwischen Barrieren, Träumen und Selbstorganisation – Erfahrungen junger Geflüchteter“

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Mit Mitgliedern des Autor*innenkollektivs „Jugendliche ohne Grenzen“

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In diesem Band blicken Jugendliche des Autor*innenkollektiv auf die Jugendhilfe, auf alles, was oft nur scheinbar helfend für geflüchtete Kinder und Jugendliche zur Verfügung steht. Sie beschreiben wie sie das Aufnahmeland Deutschland empfinden und ihre Situation darin. Das Kollektiv berichtet über seinen Alltag, der geprägt ist von erschwerten Bedingungen wie Rassismus und struktureller Diskriminierung einerseits und den alltäglichen Anforderungen des Erwachsenwerdens andererseits. Nicht zuletzt zeigen die Autor*innen wie sie in selbstorganisierten Gruppen und Räumen Selbstwirksamkeit, Solidarität und Empowerment-Prozesse erleben.

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Montag, 4. März 2019
um 20:00 Uhr
im Versammlungsraum Mehringhof
Gneisenaustr. 2a
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Book Release: „Unerhört! – Adbusting gegen die Gesamtscheiße“ am 4.02.19 um 20:00 Uhr

Aktuell ist der Bildband „Unerhört! – Adbusting gegen die Gesamtscheiße“ im Selbstverlag des „Berlin Buster’s Social Club (BBSC)“ erschienen. Er versammelt neben zahlreichen Fotos gesellschaftskritischer Adbustings aus dem Berliner Straßenbild auch Analysen zu den politischen Möglichkeiten der Aktionsform.

 

Was ist Adbusting? Adbusting bezeichnet eine Aktionsform, bei der öffentliche Werbeflächen manipuliert werden. Die Variationen der Adbustings reichen von offensichtlichen Störelementen bis hin zu raffinierten Fälschungen: Im Ergebnis wirbt die Bundeswehr etwa für’s Töten oder ein Model kommentiert genervt sexistische Kleiderordnungen – auf Werbeflächen, die eigentlich für das Gegenteil bestimmt waren. Was steht im Buch? In zwei grundlegenden Kapiteln „Was ist Werbung?“ und „Was ist Adbusting?“ werden anhand zahlreicher Fotos die analytischen Grundlagen des Adbusting-Handwerks vermittelt: Werbung ist nicht per sé schlecht, sondern kann sich kritisch angeeignet werden. Um mit der Kritik allerdings nicht an der Oberfläche zu bleiben, muss die Veränderung tiefgreifend gesellschaftliche Missstände anprangern, gleichzeitig aber auch anschlussfähig bleiben. Dann bietet sie die Möglichkeit einerseits ein breites Publikum auch außerhalb linker Milieus zu erreichen, wie das Kapitel „Gentrifizierung greifbar machen“ mit Beispielen aufzeigt.

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Andererseits kann Adbusting aber auch genau das Gegenteil: Die richtigen Menschen an den richtigen Orten konfrontieren – und das mit relativ wenig Aufwand. Das zeigen die Kapitel „Plakate gegen Panzer? Adbustings gegen den Polizeikongress am Alex“, sowie „Designrhetorische Überlegungen zum Wirken linker Gruppen – Beispiel Antimilitaristische Adbustings“. Ein Schlusskapitel „Hinter’m Tellerrand geht’s weiter – Jenseits von Adbusting?“ erweitert den Bildband um andere Praxen der Kommunikationsguerilla anhand feministischer Denkmalveränderungen und antirassistischer Straßenumbenennungen. Exkurse geben zwischendurch kurze Tipps und komplettieren das Bild der vielseitigen Möglichkeiten des Adbustings.

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Montag, 4. Februar 2019

um 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a/Mehringhof

Metro-Station Mehringdamm

 

Eintritt: frei!

 

 

Lesung: „Die Flamme der Revolution“ am 16.Januar 2019

Die Flamme der Revolution

Deutschland 1918/19

 

Lesung und Diskussion mit dem Autor Bernd Langer

 

Im Jahr 1919 entwickelt sich im Deutschen Reich ein Bürgerkrieg, der nicht als solcher in den Geschichtsbüchern verzeichnet ist. Wie kommt es dazu?

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 radikalisieren sich die sozialen Verhältnisse. Weil die SPD den Kriegskurs des Kaiserreiches mitträgt, spaltet sich die Partei und es entsteht die Unabhängige Sozialdemokratie. Auftrieb erhält die Antikriegsstimmung durch die Revolution in Russland 1917. Doch erst mit der militärischen Niederlage bricht das Kaiserreich 1918 zusammen, und ein Matrosenaufstand in Kiel wird zum Auslöser der Novemberrevolution.

Der zunächst friedliche Verlauf ist bald von blutigen Konfrontationen überschattet. Während die radikalen Kräfte die Sozialisierung der Industrie und die Räte-Republik wollen, verteidigen die SPD und andere bürgerliche Parteien die kapitalistischen Besitzverhältnisse mit Hilfe der Freikorps.

Detailreich und lebendig wird in diesem Buch die Geschichte jener Tage erzählt, die eine grundlegende politische Weichenstellung bedeuten. Denn die weltweite Spaltung in Kommunistische Parteien mit revolutionärem Anspruch einerseits und eine reformistische Sozialdemokratie andererseits sowie die verhängnisvolle Entwicklung am Vorabend des Faschismus sind ohne diese Ereignisse nicht zu begreifen.

 

Bernd Langer organisiert u.a.  historische Stadtspaziergänge durchs revolutionäre Berlin, wenn er nicht grade Bücher schreibt.

 

 

Mittwoch,16.Januar 2019

um 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a/Mehringhof

Metro-Station Mehringdamm

 

Eintritt: frei!

Endlich! Unsere Weihnachtsempfehlungen 2018

 

Unsere Empfehlungen 2018!

Für alle die noch Ideen & tolle Bücher brauchen für den großen Weihnachtsrausch.

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—> Hier der link

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Lesung und Diskussion anlässlich der Neuauflage von Christian Geisslers Roman „kamalatta“ im Verbrecher Verlag

… mit Dagobert Langhans und Sebastian Lotzer

Christian Geissler hat es sich und seinen Lesern nie leicht gemacht. Davon kündet nicht zuletzt der Versuch, in seinem Roman kamalatta einen Bogen zu spannen von den Kämpfen der arbeitenden Klasse, von der Widerstandslinie gegen den Nationalsozialismus hin zum bewaffneten Aufbruch im postfaschistischen Deutschland.

kamalatta liest sich nicht leicht weg, darf sich nicht leicht weg lesen, weil es mehr war als eine biografische Fußnote aus sicherer Distanz. Der Stoff war eine Intervention, der Versuch eines alten Kommunisten eine Brücke zwischen den Widerstandsgenerationen zu schlagen.

Wenn also dieser Tage der ‚Verbrecherverlag‘ eine Neuauflage von Christian Geisslers kamalatta veröffentlicht, mag dies eine Gelegenheit sein, die Fäden der ursprünglichen Diskussion wieder aufzunehmen.

Gerade die aktuellen Entwicklungen, das Erstarken einer völkischen Rechten, die Bündnispartner bis hinein in den Staatsapparat aufzuweisen hat, die weitgehende Ohnmacht linksradikaler und antifaschistischer Akteure, setzt die Fragestellung nach der Organisierung von ‚Gegenmacht‘ notwendigerweise auf die Tagesordnung.

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Freitag, den 7. Dezember 2018

20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustrasse 2a

metro-station:Mehringdamm

Eintritt frei!