Allgemein

Veranstaltung: Flucht vor Nazi-Deutschland – Flucht in die Festung Europa

Das Jahrhundert der Flüchtlinge, das mit dem 1. Weltkrieg innerhalb Europas begann, ist nicht zu Ende, sondern setzt sich inzwischen auf globaler Ebene fort. Fast alle großen Fluchtbewegungen, ob durch politische Verfolgung, Vertreibung, Hunger, Krieg oder Gewalt ausgelöst, verlaufen seit jeher und bis heute vor dem Hintergrund drohender Genozide.
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Unter der Gesprächsleitung von Max Henninger beleuchten der Historiker Ahlrich Meyer, Koautor des Buches „Verfolgt von Land zu Land. Jüdische Flüchtlinge in Westeuropa“ (erschienen 2013), und der Mitbegründer der Berliner Forschungsgesellschaft „Flucht und Migration“ Helmut Dietrich zwei exemplarische historische Felder: die Flucht von Juden vor der Vernichtungspolitik der Nazis in der Zeit zwischen 1938 und 1944 und die Migration aus Afrika und Asien über das Mittelmeer nach Europa, wobei seit der Jahrtausendwende mindestens 23.000 Menschen zu Tode kamen. Im Mittelpunkt stehen die Rettungsanstrengungen der Flüchtlinge und Migranten selbst. Auch das umstrittene Thema der Fluchthilfe wird zur Sprache kommen.
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Dienstag, den 20.5.2014 um 20:00 Uhr
Versammlungsraum des Mehringhofs (Aufgang III)
Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin
Mehringhof/U-Station Mehringdamm
Eintritt frei!

Lesung: Gregorio Ortega Coto – Marokkanische Minze

Gregorio Ortega Coto stellt bei uns am 11.4. seinen Roman „Marokkanische Minze “ vor.

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Pablo, ein junger Schwuler aus Barcelona, will endlich wissen, warum seine Mutter nicht über Bab-Qarfa redet, den Militärstützpunkt in Spanisch-Marokko, in dem Pablo aufgewachsen ist – bis Mutter und Sohn 1956 den Ort nach der Unabhängigkeit Marokkos verließen. Pablo war immer ein in sich gekehrtes Kind, das lieber mit seinen Seidenraupen und den Erwachsenen Idir und dem schwulen Freund der Mutter, Ernesto, spielte. Kinderfreundschaft verband ihn nur mit Naima. Doch was wurde aus seinen Freunden? Entschlossen setzt Pablo jetzt seien Entschluss um: Er kehrt zurück nach Marokko, nach Bab-Qarfa, um sich auf die Suche nach seiner Geschichte zu machen. Ein zart erzählter, wunderschöner Roman über eine schwule Kindheit in einer geheimnisvollen, verschwundenen Welt.

 

Freitag, den 11.4.2014 um 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin

Mehringhof/U-Station Mehringdamm

Eintritt frei!

Montag,7.4.2014: Buchvorstellung mit Stefan Ripplinger: »Philisterburg« von Jacques Decour

 

Der Übersetzer und Journalist Stefan Ripplinger liest aus »Philisterburg«.

 

»Entschlossen, alles, was ihm begegnet, ganz sachlich zu beobachten, meidet er die Vorurteile, die sich gewöhnlich in die Betrachtung des deutschen Lebens mischen. Er hütet sich davor, wie ein Tourist auf seinem Weg immer bloß das vorfinden zu wollen, was er sich vor der Abreise vorgestellt hat.« (Louis Aragon)

 

Ein Franzose 1930 in Magdeburg: Das vorurteilslose, scharfsinnige, komische und tragische Porträt eines Landes vor dem Untergang. Sein Autor Jacques Decour: in Deutschland unbekannt – in Frankreich ebenso.

 

Montag, den 7.4.2014 um 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin

Mehringhof/U-Station Mehringdamm

 

Eintritt frei!

 

Das Kreuz mit der Schule – Vom Einfluss der Kirchen in der Bildungspolitik

Diskussionsveranstaltung am 26.3.2014, mit Carsten Frerk

Die „Trennung von Kirche und Staat“ ist ein wichtiger Grundsatz, mit dem sich die sogenannten Westlichen Demokratien gerne gegenüber anderen Gesellschaftsordnungen als überlegen darstellen. „Das Gottesgnadentum ist abgeschafft – Es lebe die Volkssouveränität“ – oder ähnlich. In Deutschland ist aber schon immer alles etwas anders. Die Kirchen, nicht die Monarchen, hatten im 19. Jahrhundert die Hoheit über die meisten Schulen. Und mit diesen und anderen vordemokratischen Zuständen begründen sie gerne ihre Ansprüche, auch künftig in der Bildungspolitik von der KiTa bis zur Universität ein gewichtiges Wort mitzureden – und dafür auch reichlich vom Staat finanziert zu werden. Am Beispiel der Berliner Schulstiftung, von Kitas und Religionsunterricht wird unser Referent Carsten Frerk mit einem Input die Berliner Situation skizzieren und die Diskussion eröffnen. . .

 

Zum Referenten:

Carsten Frerk wurde durch kirchen- und religionskritische Werke bekannt. Daneben ist er Autor historischer Romane. Im Mittelpunkt seines Werks stehen Buchveröffentlichungen über die finanziellen Verflechtungen von Staat und den beiden Amtskirchen in der Bundesrepublik Deutschland. Unter anderem deshalb gilt er als Kirchen- und Religionskritiker. Carsten Frerk hat zum Beispiel das „Violettbuch Kirchenfinanzen“ zusammengestellt.

http://kritischelehrerinnen.blogsport.de/

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26.3.2014 um 19:30 Uhr
Buchladen Schwarze Risse 
Gneisenaustr. 2a, Berlin
U-Station Mehringdamm

Eintritt frei!

Buchvorstellung: Cornelius Castoriadis – Kapitalismus als imaginäre Institution

Castoriadis begreift und analysiert den Kapitalismus als widersprüchliches Beherrschungs- und Rationalisierungsprojekt und als Kern moderner gesellschaftlicher Heteronomie. Als Kern der Emanzipationsbewegungen hingegen betrachtet er das kollektive und individuelle Autonomiestreben. Ausgehend von diesen Gedanken entwickelt er Schlüsselthemen und Denkfiguren für eine originelle Art der Gesellschaftsanalyse und Zeitdiagnose:
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– Kapitalismus als imaginäre Institution
-Einschluss-/Ausschluss-Paradox
-Autonomieentwurf
-Anstieg der Bedeutungslosigkeit
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Die Herausgeber Michael Halfbrodt und Harald Wolf führen in das Werk von Castoriadis sowie den neuen Band ein (Kapitalismus als imaginäre Institution. Ausgewählte Schriften Bd.6) und berichten über ihre Arbeit an den Ausgewählten Schriften von Castoriadis, die seit 2006 im Verlag Edition AV erscheinen. Moderiert wird der Abend von Andrea Gabler.
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Am Samstag (29.3.) findet im Mehringhof unter dem Titel „Kapitalismus und Befreiung – nach Castoriadis“ ein internationaler Workshop statt.
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Programm: http://www.autonomieentwurf.de/fileadmin/Dokumente/VSFA_Einladung_2014.pdf
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Organisiert werden der Workshop und die Buchvorstellung vom Verein zum Studium und zur Förderung der Autonomie e.V. (VSFA)
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Buchladen Schwarze Risse
28.03.2014 19:00 Uhr
Gneisenaustr. 2a/ Mehringhof
U Mehringdamm
Eintritt frei!

 

Veranstaltung: Geschichte der Roten Hilfe

Markus Mohr stellt die beiden Bände „Das Prinzip Solidarität“ vor, die sich mit der Geschichte der Roten Hilfe auseinandersetzen.
In den 70er Jahren gab es in der Bundesrepublik und Westberlin etwa hundert Gruppen der Roten Hilfe. Als engagierter Teil einer linksradikalen Fundamental-opposition organisierten sie Teach-ins, medizinische Hilfe und Demonstrationen, studierten das Mietrecht, besuchten Gefangene in den Knästen, schickten ihnen Pakete und besetzten Häuser. Sie setzen sich mit der Geschichte der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik auseinander, mit der Polizei und den von der Polizei Erschossenen, mit den gefangenen Tupamaros und mit denen der RAF. Die Rote Hilfe versuchte, an einem zentralen Punkt etwas zu integrieren, was dabei war, auseinander zu streben. Zwischen den Roten Hilfen und den politischen Organisationen ihrer Zeit – der RAF und den anderen bewaffneten Gruppen sowie den beiden maoistischen Parteien KPD/ML und KPD/AO – gab es eine Vielzahl von Debatten und Auseinandersetzungen. Sie gingen nicht immer glücklich aus. Es ist an der Zeit, auch diese Geschichte zu erzählen. Am Dienstag, den 25. Februar wird der Herausgeber des Buchprojektes bambule ein paar Überlegungen zur vielschichtigen Geschichte der Rote(n) Hilfen in den 70er Jahren vorstellen.
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Buchladen Schwarze Risse
25.02.2014 / 20:00 Uhr
Gneisenaustr. 2a/Mehringhof
U Mehringdamm
Eintritt frei!