Allgemein

Antifaschistische Aktion – Geschichte einer linksradikalen Bewegung

Lesung mit Bernd Langer

Unter »Antifa« kann sich wohl jede/r etwas vorstellen. Schwarzer Block gleich Antifa; so vermitteln es zumindest die Medien in falscher Verkürzung. Denn die Geschichte dieser Bewegung reicht weit zurück und ist keineswegs auf Militanz zu reduzieren.

Antifaschismus wurde in Deutschland Anfang der 1920er Jahre als polemischer Kampfbegriff durch die KPD eingeführt. Verstanden wurde darunter Antikapitalismus. Erst Anfang der 1930er Jahre rückte der Kampf gegen die Nationalsozialisten mehr und mehr in den Fokus. 1932 mündete diese Entwicklung in der Gründung der Antifaschistischen Aktion. In der BRD griffen kommunistische Gruppen in den 1970er Jahren das Emblem wieder auf. Später, von Autonomen übernommen und neu gestaltet, wurde es zum Zeichen der heutigen Antifa. Undogmatisch, radikal und systemkritisch ist Antifaschismus also von jeher viel mehr als nur ein Kampf gegen Nazis. Das Buch liefert den ersten umfassenden Überblick über die Entwicklung der Antifa. Ein Grundlagenwerk für AktivistInnen und all diejenigen, die erfahren wollen, in welcher Tradition Antifaschismus in Deutschland steht.

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Freitag, 21.11.2014 
um 20:00 Uhr Buchladen Schwarze Risse  
Gneisenaustr. 2a, Berlin U-Station Mehringdamm

Film und Diskussion: Verdrängung hat viele Gesichter

Film mit anschließender Diskussion – Über Eigentumsbildung innerhalb der Linken, Widersprüche und Brüche. Und inwieweit die Eigentumsbildung auch als Kampfansage an arme Menschen zu bewerten ist?

Berlin hat schon seit längerem mit der Gentrifizierung und ihren Opfern zu kämpfen. Immer mehr Bürger lehnen sich auf gegen Wuchermieten und versuchen mit allen Mitteln ihren „Kiez“ zu verteidigen. Das Filmkollektiv Schwarzer Hahn vermittelt in seinem Dokumentarfilm „Verdrängung hat viele Gesichter“ einen Eindruck, was auf den Straßen der Hauptstadt vor sich geht.

2009 gab es innerhalb der Linken eine Debatte entlang Gentrifizierung und sogenannter Baugruppen. Mitglieder einer linken Gruppe verteidigten nach einem offenen Brief das Wohnen ihrer MitgliederInnen in eigentumsorientierten Baugruppen um sich dann der Erwiderung gänzlich zu entziehen. Sie waren nicht die einzigen Linken, die sich in die Privatheit der Baugruppe verabschiedeten. Im Kern wurde sich der politischen Auseinandersetzung verweigert. Nun liegt ein filmisches Dokument vor, das nicht nur den Kampf gegen eigentumsorientiertes Bauen festhält, sondern auch die Argumente der Gegenseite in dem Konflikt. Entlang der Besitz- und Eigentumsverhältnisse dekliniert der Film die Frage nach Eigentum in seiner Wirkung, als Kampfansage gegen Besitzlose und Arme, politisch durch.

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Trailer: http://www.kino-zeit.de/filme/trailer/verdraengung-hat-viele-gesichter

 

Montag, 17.11.2014 um 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a, Berlin

U-Station Mehringdamm

„3 Jahre Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex: Eine Bilanz“

Ein Gespräch über die Aufarbeitung der NSU-Mordserie in den letzten drei Jahren zwischen Özge Pinar Sarp von NSU-Watch/apabiz und der Rechtsanwältin Anna Luczak, moderiert von Elif Amberg.

 

Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der vom Bündnis gegen Rassismus organisierten Demo am 1.11.2014 anlässlich des dritten Jahrestags der Selbstaufdeckung der rechten Terrorzelle NSU.

 

Anna Luczak, die im NSU-Prozess die Nebenklage unterstützt, gibt einen kurzen Abriss über die neuesten Entwicklungen im Prozess und berichtet von den juristischen und politischen Möglichkeiten, mehr über die Hintergründe der Mordtaten herauszufinden.

Özge Pinar Sarp wiederum reflektiert die Auseinandersetzung mit dem NSU in der migrantischen Community. Dabei wird auch die mediale Berichterstattung reflektiert.

Die Veranstaltung richtet sich sowohl an diejenigen, die über den NSU-Komplex noch nicht so viel wissen, bietet aber auch Raum für tiefergehende Fragen und Diskussionen.

(Veranstaltung in deutscher Sprache (bei Bedarf auch türkische Übersetzung))

 

Freitag, 24.10.2014 um 20:00 Uhr

Versammlungsraum im Mehringhof

Gneisenaustr. 2a, Berlin

U-Station Mehringdamm

 

Buchvorstellung: Indien – Größte Demokratie der Welt?

Dominik Müller
Indien: Größte Demokratie der Welt?
Marktmacht. Hindunationalismus. Widerstand.
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Wirtschaftlich prosperierend, kulturell vielfältig – das ist das Bild, auch viele Medien in Europa gerne von Indien zeichnen. Hunger und Ausbeutung kommen bisweilen auch zur Sprache. Aber sie gelten in der Regel nicht als Preis, der für den wirtschaftlichen Erfolg bezahlt wird, sie werden nicht in Verbindung gebracht mit dem exorbitanten Reichtum, den westliche Konzerne auf Kosten der Bevölkerung generieren – bzw. die indischen Global Players, die auch vom Elend profitieren.
In Reportagen, Interviews und Essays führt uns der Autor in abgelegene Dörfer Indiens und klimatisierte Büros von Industrieverbänden, läßt Kleinbauern, Straßenhändler, Geschäftsleute, Hindunationalisten, Anti-Akw-Aktivisten und Whistle-Blower aus dem nuklearen Establishment zu Wort kommen. Dabei zeichnet er ein sehr ernüchterndes Bild des Subkontinents: soziale Widersprüche beantwortet die Politik in Indien zunehmend mit autoritären und repressiven Mitteln. Konzerne aus dem In- und Ausland sehen in den vergangenen Jahren ausgerechnet bei den rechten Hindu-Nationalisten die politischen Garanten ihres vermeintlichen Erfolgsmodells.
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Montag, 6. Oktober 2014 | 20:00 Uhr
Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
U Mehringdamm

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Veranstaltet von: Schwarze Risse |Assoziation A | Mehringhof e.V.

Ulrike Heider: Vögeln ist schön

 Buchvorstellung & Diskussion am 8.09.2014

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»Vögeln ist schön« stand 1968 als Graffito an einem Provinzschulhaus. Die, die es geschrie­ben hatten, wurden dafür vor Gericht gestellt. Was ist Sexualität? Ist sie gefährlich und schmutzig? Stiftet sie Frieden, oder dient sie der Macht und dem Kampf? Bedarf sie der Freiheit oder des Ver­bots? Was ist sie für Kinder?

Ulrike Heider interpretiert verschiedenste Ant­worten auf solche Fragen im historischen und politischen Zusammenhang. Sie hat eine Geschich­te und Ideengeschichte der Sexuellen Revolution geschrieben und ihre Inhalte mit späteren Sexual­diskursen verglichen. Mit oft scharfer Kritik und der Würze persönlicher Erinnerungen schickt die Auto­rin den Leser auf eine ideologische Zeitreise von den 1950er Jahren bis heute. Drastisch schildert sie Verbote, Zensur und Doppelmoral zu Zeiten des kalten Krieges. Mit Vergnügen lässt sie die Sexre­volte von 1968 aufleben, berichtet von Skandalen an Gymnasien, von der Freien Liebe antiautoritärer Studenten.

Als man die „geistig moralische Wende“ ausrief, war der kurze Sommer des „Make Love not War“ vorbei. Ein pessimistisches Bild von Sexua­lität gewann an Einfluss, das heute in erotischen Bestsellern wie „Shades of Grey“ oder „Feuchtge­biete“ weiterlebt. Eine Mischung aus scheinbarem Tabubruch und herkömmlichem Sexualkonserva­tismus feiert mediale Trümpfe.

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Buchladen Schwarze Risse

Montag, 8. September | 20:00 Uhr

Mehringhof/Gneisenaustr. 2a

U-Bahnhof Mehringdamm


Perspektiventreffen zu den aktuellen Flüchtlingskämpfen in Berlin am 15.-17. August 2014

Auftakt zum Perspektiventreffen zu den aktuellen Refugee- Kämpfen in Berlin

15.-17. August 2014, Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin

Welcome!

Wir laden euch alle ein zum ersten Berlinweiten Perspektiventreffen zu den refugee Kämpfen hier in der Stadt. Seit zwei Jahren bestimmen die Kämpfe der refugees mit Besetzungen, Demos, Märschen, go-ins, Hungerstreiks und weiteren Aktionsformen das politische Geschehen in Berlin.

Die prinzipielle politische Maximalforderung „Bleibrecht für alle!“, die mindestens seit Anfang der 1990er Jahre die zentrale Parole der Geflüchteten und der antira-Bewegung war, hat sich durch ihre Kämpfe erneut konkretisiert und die politisch Verantwortlichen hier in der Stadt gezwungen, zu reagieren.

In diesem selbstorganisierten anhaltenden Widerstand haben es die Geflüchteten geschafft, unterschiedliche Kämpfe und Gruppen zusammen zu führen. Zum einen Refugee Gruppen aus den No-Lager-Kämpfen, die überwiegend im Asylverfahren sind und seit Jahren kontinuierlich den Kampf gegen Lagerunterbringung, Arbeitsverbot, gegen die massive Beschneidung ihrer Bewegungsfreiheit durch die Residenzpflicht und gegen rassistische Attacken voran treiben. Und Gruppen der sogenannten Lampedusa Flüchtlinge, die die Abschottung der Festung Europa durchbrochen haben, nach ihrer Ankunft in den südlichen Ländern Europas weiter nach Deutschland geflüchtet sind und durch das Dublin II Abkommen jederzeit in den so genannten sicheren Drittstaat zurück geschoben werden können; für sie gibt es bis heute rein rechtlich keine Perspektive auf einen gesicherten Aufenthaltsstatus in der Bundesrepublik bzw. in Berlin.

So schwierig dieser gemeinsame Kampf war und ist, so eindeutig drückt sich in genau dieser Gemeinsamkeit die politische Forderung „Bleiberecht für alle“ aus.

Die Resonanz auf die Widerstandsaktionen der Geflüchteten von seiten der radikalen Linken, der antira- und supporter Initiativen und von Teilen der Berliner Bevölkerung war phasenweise ungeheuer groß. Eine der größten Demonstration gegen die repressive Asylpolitik, Abschiebungen und für Bleiberecht mit über 8.000 Leuten im Oktober 2012 gehört zu den highlights einer Mobilisierung, die die Kämpfe der refugees angestoßen und ausgelöst haben.

Anfangs unterstützten zahlreiche Gruppen die Besetzer/innen des O-Platzes und auch der Ohlauer Schule. Doch im Laufe der zwei Jahre zeigte sich, dass viele der linksradikalen Unterstützer_innen nicht so einen langen Atem hatten wie die Geflüchteten selbst. Grade in den Monaten vor der Räumung bröckelte die Unterstützung merklich ab. Es gab Entsolidarisierungen, Konflikte und fehlende Kommunikation. Und viele haben – zwar mit der Faust in der Tasche – die Situation aus der Distanz betrachtet.

Diese Distanz war auch in den ersten beiden Tagen der Dachbesetzung und der Bullenbesatzung im Kiez noch zu spüren. Doch die radikale Entschlossenheit mit der die refugees die Dachbesetzung durchgehalten haben, mobilisierte erneut Tausende Leute unterschiedlichster politischer couleur.

Sie solidarisierten sich mit den Forderungen der refugee-Aktivisten_innen, stellten sich dem massiven Aufgebot von an die 1000 Bullen entgegen und markierten dieses Szenario als das, was es war: Die größte Aufstandsbekämpfungsaktion in der Geschichte Berlins gegen refugee Aktivisten_innen und ihre Unterstützer_innen. Während des über neun Tage andauernden Belagerungszustandes bildeten sich Gruppen und Bündnisse, die in unterschiedlichster Form Widerstandsaktionen an den Blockadepunkten und an anderen Orten in Kreuzberg organisierten und sich in den direkten support von Geflüchteten ein klinkten: Anwohner_innen, Schüler_innen, Linksradikale, Künstler_innen, Antira-Aktivisten_innen und viele mehr. Diese Tage des Widerstands waren auf jeden Fall ein Erfolg, den die refugee-Besetzer_innen gemeinsam mit einer solidarischen Bewegung auf der Straße geschafft haben.

Das Ergebnis der vermeintlichen Einigung zwischen den refugees und der grünen Bezirksregierung stellte sich jedoch sehr bald als Farce heraus. Sämtliche Forderungen, die sowohl von den Dachbesetzer_innen als auch von den O-Platz-Aktivist_innen gestellt wurden, nach einem garantierten Bleiberecht oder auch nur nach dem versprochenen Transfer ihrer Anhörungsverfahren nach Berlin wurden von der Berliner/Kreuzberger Regierung nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Stattdessen leisten die Ausländerbehörden ganze Arbeit und verschicken immer mehr Abschiebebescheide.

Zudem leben seit der Räumung der Schule und des Oranienplatzes an die 500 Geflüchtete unter extrem provisorischen und unsicheren Existenzbedingungen: Sie haben keine gesicherte Bleibe, keine Möglichkeiten zur Finanzierung ihres Lebensunterhaltes, keinerlei Rechte auf medizinische Versorgung oder leben erneut in Lagern.

Einige neue Strukturen für den support sind entstanden. Geflüchtete werden in linken Hausprojekten, in Wagenburgen, in Künstler_innen Projekten untergebracht und versorgt. Wie lange dieser Zustand aufrecht zu erhalten ist, d.h. wie lange diese Strukturen tragfähig sein werden und sein können, ist ungewiss. In dieser akuten Situation wurden verschiedene Initiativen und Ideen entwickelt und auf diversen Bündnistreffen diskutiert.

Aus dem ursprünglichen Ansatz, ein Kampagnentreffen zu §23 zu initiieren, entstand die Idee zu einem Berliner Perspektiventreffen, weil wir die Notwendigkeit zur Vernetzung sahen, um so gemeinsame Strategien entwickeln zu können.

Wir, die dieses Perspektivenwochenende vorbereitet haben, sind ein bunt zusammen gewürfeltes Bündnis von refugee- supporter- und linksradikalen Gruppen, die sich in den Tagen der Dachbesetzung bzw. kurz danach zusammen gefunden haben. Hier entstand die Idee zu einem Berliner Perspektiventreffen.

Anlässe für ein solches Treffen gibt es genug:

In diversen Vollversammlungen (O-Platz, Jockels Biergarten, Allmende, Anwohnertreffen etc.) wurden bereits mögliche Aktivitäten/Kampagnenvorschläge entwickelt, die zur Debatte stehen oder bereits angelaufen sind, wie: Kampagne zum §23; offener Brief von RAV, Flüchtlingsrat zum „Einigungspapier Oranienplatz“, Künstler_innen aktionen wie das Projekt „28 Türen“, Vernetzung und Diskussion der Unterstützungs-Strukturen zu deren Grenzen und Möglichkeiten, Aktionen gegen anstehende Abschiebungen, Demonstrationen und Planung von Aktionen auf den Straßen und Plätzen Berlins und bei den politisch Verantwortlichen in Berlin, also von Land und Bund. Wir haben zu diesem Meeting öffentlich mobilisiert und diverse Gruppen und Initiativen dezidiert eingeladen: refugee Gruppen, supporter, Linksradikale, Künstler_innen, Anwohner_innen, Anwälte_innen des RAV, Berliner Flüchtlingsrat, Büro für medizinische Flüchtlingshilfe und weitere bestehende antira-Zusammenhänge.

Zwei große Themenblöcke stehen für das Perspektiventreffen auf der Agenda, die beide Zeit und Raum erhalten sollen:

FIND COMMON STRATEGIES – GET PRACTICAL

1. Wir wollen eine Debatte über das Zusammenführen von diversen politischen Strategien gegen die rassistischen Abschottungssysteme der europäischen und deutschen Asyl- Grenz- und Internierungspolitik anhand der Kämpfe hier in der Stadt führen.

2. Die Debatte um die existentiellen Lebensbedingungen von refugees und die Möglichkeiten und Grenzen des supports.

Es gilt, die gemeinsame politische Widerstandskraft und die Solidarität der letzten Wochen aufrecht zu erhalten und voran zu treiben. Das heißt, politische Strategien zu diskutieren und Verbindungen herzustellen zu bestehenden Kämpfen in Berlin. Inhaltlich leitend sollen dabei die politischen Grundforderungen sein:

Gleiche Rechte für alle!

Keine Lager!

Keine Residenzpflicht!

Keine Deportationen!

Das vorläufige Programm findet ihr unter:

http://myrightisyourright.wordpress.com/