Rezensionen

The Young Lords: PALANTE

Voices and Photographs of the Young Lords, 1969-1971

Palante, the first book by and about the Young Lords, captures the spirit and actions of the 1970’s New York-based organization. Palante features political essays by members, oral histories of their lives leading into the party, and photos of their vibrant and militant members, actions, and events.

IN 1969, a group of young, primarily Puerto Rican activists founded the Young Lords Party in New York City taking inspiration from the Black Panther Party. Organizing directly in Latino/a communities, the Young Lords took up slum housing conditions, garbage clean ups, „serve the people programs,“ and health care.

The Young Lords: PALANTE

153 Seiten, Preis: 20,00 €

 

David Hilliard: The Black Panther

Intercommunal News Service 1967-1980

„Includes original Black Panther Documentary on DVD“

152 Seiten, Preis : 20,00 €

 

Albertine Sarrazin: Astragalus

Den Sprung von der Gefängnismauer in die Freiheit bezahlt Anne mit einem Bruch des Sprungbeins, des Astragalus. Verletzt schleppt sich die Neunzehnjährige an den Straßenrand und wird dort von Julien aufgelesen. Beide erkennen im anderen die eigene Lebenswelt, die Welt des Knastes, der Kleinkriminalität und verlieben sich: zwei Menschen, unbedingt in ihrem Drang nach Freiheit und zugleich existentiell angewiesen auf die Nähe und den Halt des anderen. Als „L’Astragale“ 1965 in Frankreich erschien, sorgte es für eine Sensation: „Zum ersten Mal spricht eine Frau über ihre Gefängnisse“, schrieb Simone de Beauvoir. Fünfzig Jahre später gilt es, diesen Text in neuer Übersetzung wieder zu entdecken, seine Kraft und seine rauhe Poesie.

 

Albertine Sarrazin,Astragalus

240 Seiten Preis: 19,90 €

Dimitris Psarras: Neofaschisten in Griechenland

Die schmerzhafteste Folge der vielseitigen griechischen Krise ist unzweifelhaft der triumphale Einzug einer offen faschistischen Partei ins Parlament. Seit der Ermordung des linken Rappers Pavlos Fyssas durch ein Mitglied der Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) hat sich das Klima für die Rechtsextremen zwar geändert: Mitglieder wurden verhaftet, die staatliche finanzielle Förderung gestrichen und die Regierung erwägt sogar ein Verbot. Doch auch wenn Politik und Justiz nun endlich zu handeln scheinen – die Konsequenzen sind offen, und das Buch von
Dimitris Psarras, seine darin aufgeworfenen Fragen und vorgenommenen Analysen bleiben hochaktuell.
»Wie sind wir Griechen dorthin gelangt? Wie wurde plötzlich der Sack des Aiolos geöffnet und die bis vor wenigen Jahren diskreditierte und marginale extreme Rechte in die Lage versetzt,
heute die politische Tagesordnung zu gestalten? Wie konnten wir die Diktatur vergessen? Und wie können wir in Griechenland, wo die überwiegende Mehrheit der jüdischen Mitbürger
in den Konzentrationslagern umgebracht wurde, die Leugnung des Holocaust tolerieren?«

Mit dem vorliegenden Band will der erfahrene Journalist Dimitris Psarras diese Fragen beantworten. In den Texten, den Symbolen und insbesondere in der Praxis der Chrysi Avgi lassen sich
die Gründe aufspüren, die das Wiederauftauchen von »Sturmtruppen« in einem europäischen Land ermöglicht haben. Dimitris
Psarras zeigt aber auch Ansätze auf, wie der Absturz in die Barbarei aufgehalten werden kann.

Dimitris Psarras: Neofaschisten in Griechenland
224 Seiten
Preis: 19,00 €

Die Neusten Weihnachtsbesprechungen

Wie jedes Jahr haben wir auch diesmal wieder einen zauberhaften kleinen Katalog zusammen gestellt. Ihr könnt ihn hier downloaden:

 

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Ernst Haffner: Blutsbrüder

Anfang der 1930er Jahre lebten in Berlin und anderen deutschen Großstädten infolge der prekären wirtschaftlichen Verhältnisse tausende Jugendliche auf der Straße. Sie verdingten sich als Tagelöhner und Laufburschen, aber häufig führte ihr Weg sie auch in die Kriminalität oder Prostitution. Zuflucht und ein wenig Sicherheit und soziale Wärme fanden sie in selbstorganisierten Cliquen. Davon erzählt der 1932 unter dem Titel» Jugend auf der Landstraße Berlin« erschienene Roman von Ernst Haffner. Von den Nazis verboten und öffentlich verbrannt, wurde das Buch vergessen und erscheint nun, 80 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung, ein zweites Mal. Man kann diesen Roman also eine Wiederentdeckung nennen, aber das trifft es nicht wirklich. Vielmehr ist es eine Offenbarung, eine intensive, erschütternde und ungemein authentische Lektüre, die das Schicksal einiger Jugendlicher schildert, die sich zu der Clique der »Blutsbrüder« zusammengeschlossen haben. Poetisch und mit einem tieftraurigen Realismus erzählt, folgt Haffner den Mitgliedern der Jugendbande und beschreibt ihren grausamen Überlebenskampf und ihren Freiheitswillen, der sich in einer Jugendsubkultur äußerte, die heute vergessen ist.