Veranstaltungen

Buchvorstellung: Cornelius Castoriadis – Kapitalismus als imaginäre Institution

Castoriadis begreift und analysiert den Kapitalismus als widersprüchliches Beherrschungs- und Rationalisierungsprojekt und als Kern moderner gesellschaftlicher Heteronomie. Als Kern der Emanzipationsbewegungen hingegen betrachtet er das kollektive und individuelle Autonomiestreben. Ausgehend von diesen Gedanken entwickelt er Schlüsselthemen und Denkfiguren für eine originelle Art der Gesellschaftsanalyse und Zeitdiagnose:
.
.
.
– Kapitalismus als imaginäre Institution
-Einschluss-/Ausschluss-Paradox
-Autonomieentwurf
-Anstieg der Bedeutungslosigkeit
.
Die Herausgeber Michael Halfbrodt und Harald Wolf führen in das Werk von Castoriadis sowie den neuen Band ein (Kapitalismus als imaginäre Institution. Ausgewählte Schriften Bd.6) und berichten über ihre Arbeit an den Ausgewählten Schriften von Castoriadis, die seit 2006 im Verlag Edition AV erscheinen. Moderiert wird der Abend von Andrea Gabler.
.
Am Samstag (29.3.) findet im Mehringhof unter dem Titel „Kapitalismus und Befreiung – nach Castoriadis“ ein internationaler Workshop statt.
.
Programm: http://www.autonomieentwurf.de/fileadmin/Dokumente/VSFA_Einladung_2014.pdf
.
.
Organisiert werden der Workshop und die Buchvorstellung vom Verein zum Studium und zur Förderung der Autonomie e.V. (VSFA)
.
Buchladen Schwarze Risse
28.03.2014 19:00 Uhr
Gneisenaustr. 2a/ Mehringhof
U Mehringdamm
Eintritt frei!

 

Veranstaltung: Geschichte der Roten Hilfe

Markus Mohr stellt die beiden Bände „Das Prinzip Solidarität“ vor, die sich mit der Geschichte der Roten Hilfe auseinandersetzen.
In den 70er Jahren gab es in der Bundesrepublik und Westberlin etwa hundert Gruppen der Roten Hilfe. Als engagierter Teil einer linksradikalen Fundamental-opposition organisierten sie Teach-ins, medizinische Hilfe und Demonstrationen, studierten das Mietrecht, besuchten Gefangene in den Knästen, schickten ihnen Pakete und besetzten Häuser. Sie setzen sich mit der Geschichte der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik auseinander, mit der Polizei und den von der Polizei Erschossenen, mit den gefangenen Tupamaros und mit denen der RAF. Die Rote Hilfe versuchte, an einem zentralen Punkt etwas zu integrieren, was dabei war, auseinander zu streben. Zwischen den Roten Hilfen und den politischen Organisationen ihrer Zeit – der RAF und den anderen bewaffneten Gruppen sowie den beiden maoistischen Parteien KPD/ML und KPD/AO – gab es eine Vielzahl von Debatten und Auseinandersetzungen. Sie gingen nicht immer glücklich aus. Es ist an der Zeit, auch diese Geschichte zu erzählen. Am Dienstag, den 25. Februar wird der Herausgeber des Buchprojektes bambule ein paar Überlegungen zur vielschichtigen Geschichte der Rote(n) Hilfen in den 70er Jahren vorstellen.
.
Buchladen Schwarze Risse
25.02.2014 / 20:00 Uhr
Gneisenaustr. 2a/Mehringhof
U Mehringdamm
Eintritt frei!

Lesung: Paco Ignacio Taibo II „Rückkehr der Tiger“

Die »Mentirosa« durchpflügt die südchinesische See. Die Magie der Ingenieurskunst hat das alte Segelboot in ein bewaffnetes Dampfschiff verwandelt. Sie ist das schwimmende Zuhause und Bollwerk der Tiger von Malaysia, das Geisterschiff aller Geister. An Bord sind fünfzig Mann Besatzung, Seeleute und Haudegen, die in allen Sprachen Babylons sprechen. Ihr Kapitän ist der malaiische Prinz Sandokan, sein portugiesischer Freund Yanez de Gomara steht ihm zur Seite – im Kampf gegen einen geheimnisvollen Feind, der die Dörfer Borneos niederbrennt und die jungen Männer entführt …

»Paco ›liest‹ seine Bücher nicht vor. Er spricht über sie, führt uns tief in die Geschichte, in die Historie, in die er sie hineingeschrieben hat und aus der er sie hervorhebt, nimmt die gesellschaftlichen Verhältnisse aufs Korn, in denen sie spielen. Er zelebriert ebenso wie er ironisch, geistreich und witzig ist. Paco Ignacio Taibo II ist zweifelsfrei ein ›Master of the Show‹, ein wahrer Entertainer.«

.

Übersetzung: Anne Huffschmid

.

Mehringhof Versammlungsraum
20. Januar 2014 / 20:00 Uhr
Gneisenaustr. 2a / Mehringhof
U Mehringdamm

.

Veranstaltet von: Lateinamerika Nachrichten e.V. / Schwarze Risse / Assoziation A / Mehringhof e.V.
Eintritt: 1 Euro (wer keine Kohle hat, kommt umsonst rein)

 

Veranstaltung: Deutsche, Linke und der Nahostkonflikt

Peter Ullrich
Deutsche, Linke und der Nahostkonflikt
Politik im Antisemitismus- und Erinnerungsdiskurs
.
Linke Nahostdiskurse im Spannungsfeld von Erinnerungszwang und Erinnerungsabwehr.
.
Immer wieder wird in Deutschland kontrovers diskutiert, ob, wann und warum israelkritische Positionen zum Nahostkonflikt nur kaschierter Antisemitismus seien. Peter Ullrich beleuchtet neue Perspektiven: Einerseits haben Lernprozesse der vergangenen Jahrzehnte dazu geführt, dass die linke Nahostdebatte in Deutschland heute komplexer und ausgewogener ist denn je. Andererseits bleiben doch die Gefahren für eine universalistische linke Position erkennbar. Immer wieder droht der Umschlag ins Partikulare, sei es in Form von Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit oder extremer Überidentifikation mit Konfliktakteuren. Aus wissenssoziologischer und diskursanalytischer Perspektive untersucht der Autor verschiedene Aspekte des deutschen Blicks auf den Nahostkonflikt.
.
.
Buchladen Schwarze Risse
2.12.2013 / 20:00 Uhr
Gneisenaustr. 2a / Mehringhof
U Mehringdamm
Eintritt frei!

Buchpräsentation: Das Massaker von Marikana

Am 16. August 2012 wurden in Marikana, einer Platin Mine unweit der südafrikanischen Metropole Johannesburg, 34 Minenarbeiter, die im Streik für die Anhebung von Mindestlöhnen waren, von der Polizei ermordet. Der Mainstream der Massenmedien übernimmt daraufhin die Darstellung des Minenmanagements, der Polizei und des südafrikanischen Innenministeriums weitestgehend unkritisch: Die Streikenden werden darin kriminalisiert, es heißt, die Polizei habe aus Notwehr gehandelt. Das Massaker wird zu einer „Katastrophe“, zu einer „Tragödie“ naturalisiert und so zu einem scheinbar täter_innenlosen Schicksalsschlag deklariert. Ein Sprecher der Polizei lässt einige Tage nach dem Massaker, ganz in dieser Linie, verlautbaren: „This is not the time to blame, this is the time to mourn“ es sei eine Zeit der Trauer, nicht die Zeit für Beschuldigungen. Dieses Buch beschuldigt, es klagt an, es benennt Verantwortliche, es setzt den massenmedial vorherrschenden Bildern die bisher marginalisierte Sicht der Arbeiter_innen entgegen. 

.

Weterlesen …

http://marikanabuch.files.wordpress.com/2013/11/buchpraesentation_schwarzerisse.pdf

.

Montag, 25. November 

19:30 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
U-Station Mehringdamm

Eintritt frei!

Lesung mit Christoph Assheuer: Felix Revolution. Roman

 

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Felix Guthammer, ein braver Junge aus dem Sauerland, will frei sein und Theater spielen. Doch im Aufruhr der frühen 1970 Jahre, in der Zeit sanfter Hippies, der freien Liebe, wilder Straßenproteste und der ersten Punks, findet sich sein Name plötzlich auf den Fahndungslisten wieder; als vermeintlicher RAF-Terrorist. Felix findet in England Unterschlupf. Mit falschen Papieren wandelt er eine Zeit lang auf dem schmalen Grat zwischen Stadtguerilla und staatlicher Repression, kehrt kurzzeitig nach Deutschland zurück, trifft auf andere Einzelkämpfer in der Illegalität. Mit einer Buddhistin, die nach Indien aufbricht, teilt er das Bett. Während des deutschen Herbstes reist er zu Freunden nach Prag, die sich trotz Gefängnis und Repression treu geblieben sind. Auf die Frage, „was ist revolutionär?“ gibt ihm das Leben paradoxe Antworten. Mit Felix‘ Revolution lässt Christoph Assheuer den unruhigen Geist der 1970er Jahre mitsamt den Widersprüchlichkeiten jener Zeit wieder ebendig werden. Der Roman ist eine Art Roadmovie über den Underground in Ost und West, über Solidarität und Exil, Idealismus und Wahnsinn. Eine rasante Erzählung über eine wilde Jugend in den 70er Jahren: freier Liebe, Politaktionen, Terror und Gegenwehr, Hippies und Punks in Berlin, London, Prag, Paris. Ein faszinierendes Portrait einer Epoche, die unser heutiges Lebensgefühl entscheidend mitgeprägt hat.

 

Freitag, 22. November 

20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
U-Station Mehringdamm

Eintritt frei!