Veranstaltungen

Sonnenburg – Ort des europäischen Widerstands oder nationaler Gegenkultur?

Buchvorstellung am 22. Januar 2016 um 20:00 Uhr:

„Das KZ und Zuchthaus Sonnenburg“ Buchvorstellung und Diskussion mit Kamil Majchrzak vom Internationaler Arbeitskreis zum Gedenken an die Häftlinge des KZ und Zuchthauses Sonnenburg bei der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA)

Das etwa 100 km von Berlin entfernte polnische Słońsk (ehemals Sonnenburg) wird bislang in der deutschen Erinnerungskultur kaum wahrgenommen. Das KZ Sonnenburg wurde 1933 zu einem der größten frühen Konzentrationslager im Freistaat Preußen. Den Nationalsozialisten diente es zur Ausschaltung der Opposition. Neben Carl von Ossietzky, Erich Mühsam und Hans Litten wurden überwiegend Aktivisten der KPD, SPD und Gewerkschaften inhaftiert. Ab April 1934 wieder als Zuchthaus genutzt, internierten die Nazis in der Haftstätte europäische Widerstandskämpfer aus den deutschen Besatzungsgebieten. Kurz vor der Befreiung es Zuchthauses durch die Rote Armee ermordete in der Nacht vom 30. zum 31. Januar 1945 ein SS-Kommando 819 Gefangene aus vielen Ländern Europas.

Die Beschäftigung mit der Geschichte des KZ und Zuchthauses Sonnenburg bietet die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit europäischen Perspektiven der Erinnerung an die Verbrechen des deutschen Faschismus. Zugleich ermöglich Sonnenburg Zugänge betreffend der Möglichkeiten des Widerstands gegen den Faschismus in Deutschland und im besetzten Europa. Die Berliner VVN-BdA hat sich in den letzten Jahren intensiv darum bemüht, dass Słońsk als ein wichtiger europäischer Gedenk- und Erinnerungsort wahrgenommen wird. So beteiligte sich der Internationale Arbeitskreis zum Gedenken an die Häftlinge des KZ und Zuchthauses Sonnenburg bei der Berliner VVN-BdA maßgeblich an der am 30. Januar 2015 eröffneten neuen Dauerausstellung im rekonstruierten „Museum der Martyrologie der Häftlinge – Opfer des Hitlerismus in Słońsk/Sonnenburg“ über die Geschichte des KZ und Zuchthauses Sonnenburg von 1933 bis 1945. Gleichzeitig erschienen in Zusammenarbeit mit Historiker_innen und erinnerungspolitischen Mitstreiter_innen aus Polen, Westeuropa, Norwegen und Deutschland erstmals eine deutsche und eine polnische Publikation zum Thema.

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Freitag, 22 Januar 2016 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a (U Mehringdamm)

Eintritt frei!!!

Buchvorstellung: „In guter Gesellschaft? Geschlecht, Schuld und Abwehr in der Berichterstattung über Beate Zschäpe“ 16.12.15

Der NSU-Prozess scheint auf sein Ende zuzugehen. Eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den rassistischen Strukturen, in denen der NSU hat agieren können, hat noch kaum begonnen. Charlie Kaufhold analysiert in ihrem Buch die Zeitungsberichterstattung über die Hauptangeklagte im Münchner NSU-Prozess Beate Zschäpe aus Genderperspektive. Dabei geht sie der Frage nach, wie die stark vergeschlechtlichten Darstellungsweisen von Zschäpe historisch und politisch zu erklären sind. Die zentrale These hierzu ist: Die Dominanzgesellschaft erhält durch die vergeschlechtlichte Berichterstattung über Zschäpe die Möglichkeit, sichnicht mit eigenen (rassistischen) Strukturen beschäftigen zu müssen. Und das hat historische Vorläufer…
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Mittwoch, 16 Dezember 2015 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a (U Mehringdamm)

Eintritt frei!!!

Die Anti- Atom- Bewegung 4. Dezember

Buchvorstellung + Lesung:

„Die Anti-Atom-Bewegung“, Tresantis (Hg.), Assoziation A. Von der Bauplatzbesetzung in Wyhl 1975 über Brokdorf ’77 und Wackersdorf ’86 bis zu Castorschottern in Gorleben 2011: Die Anti-AKW-Bewegung ist nach der 68er Studentenbewegung die größte außerparlamentarische Bewegung – bis heute. Wie erklärt sich diese Vehemenz? Was hat Menschen bewogen, aktiv zu werden, über sich selbst hinaus zu wachsen, Schritte zu wagen, die sie vorher vielleicht mal angedacht, aber nie umgesetzt haben? Wie wirken sich der Atomkonsens und der sogenannte Atomausstieg auf die Bewegung aus? Warum ist der Streit um die Atomenergie noch lange nicht zu Ende? Mit einer Mischung aus streng subjektiven Berichten der beteiligten Akteur*innen und Hintergrundschilderungen sucht das Buch nach Antworten auf diese Fragen.

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Freitag, 4. Dezember 2015 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a (U Mehringdamm)

Eintritt frei!!!

Release engagée #2 das Magazin für politisch-philosophische Einmischungen am 27/11/15

Magazinvorstellung, Lesung und Diskussion zum Thema der #2 Ekstase
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Mit Dona Barirani, Isabell Lorey, Iver Ohm, Jorinde Schulz und Rahel Süß.
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Aus der #2 Ekstase | 96 Seiten:
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10 Ékstasis gegen Stásis.
Oder: Der Krise widersprechen.
Felix Maschewski, Anna-Verena Nosthoff
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14 Ekstase heißt Aufstand.
Warum die Arbeit an einem Standpunkt (Gegenwart) ekstatisch ist. Johann Jakob Häußermann
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16 Vom Aufstand des Elementaren im Konformen
Über die Möglichkeit der Revolte im Moment revoltierender Freiheit. Gabriel Hürlimann
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20 Ekstatische Sozialität
Ekstase ist kein Sein außer sich, sondern Werden jenseits von jedem Selbst
und jedem Eigentum und jeder Eigenschaft – ekstatische Sozialität.
Isabell Lorey
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63 Das Anti-Chamäleon
Ekstatische Aneignung animalischer Strategien, sodomitische Begehrlichkeiten, kritikkritische Postkritik.
Jorinde Schulz, Kilian Jörg
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78 Ekstasen der [identitären] Liebe
Erotische Liebe jenseits egoistischer Zweisamkeit. Rahel Süß
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Im Rahmen der Lesung findet auch eine kurze Vorstellung des Hidden Institute – Aktionsforschung für Zukunftsfähigkeit statt.

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Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a Berlin
U-Station Mehringdamm
am Freitag, den 27.November 2015
um 20:00 Uhr

„Das grosse Gefängnis“ Buchvorstellung und Diskussion zum Thema Migration und Knast

mit den Herausgeberinnnen Monika Mokre und Birgit Mennel.

Das Buch handelt von Ausschlussmechanismen, die vor allem Migrantinnen und Migranten betreffen, und von der Welt, die für manche ein Gefängnis sein kann.  Gefängnisse erfüllen zentrale politische und ökonomische Funktionen. Sie sind industrielle Komplexe, die hohe Profite generieren und zugleich Internierungslager für diejenigen, die in dieser Gesellschaft unerwünscht sind. Darunter fallen zahlreiche Personengruppen, die nicht willens oder in der Lage sind, sich den Anforderungen des Spätkapitalismus im globalen Norden zu stellen.
MigrantInnen stellen eine der wichtigsten und zahlenmäßig größten dieser Personengruppen dar. Für sie ist das „kleine Gefängnis“ Teil und verdichteter Ausdruck des großen Gefängnisses der Gesellschaft, in der sie leben und an deren Teilhabe sie systematisch gehindert werden. Das große wie das kleine Gefängnis individualisieren und moralisieren gesellschaftliche Probleme und beantworten sie mit radikalem Ausschluss.
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Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a Berlin
U-Station Mehringdamm
am Mittwoch, den 18.November 2015
um 20:00 Uhr

Selbstbestimmte Norm – Feminismus, Pränataldiagnostik, Abtreibung

Buchvorstellung und Diskussion mit der Autorin Kirsten Achtelik

 

Ist wirklich alles in Ordnung, wenn bei der pränatalen  Untersuchung keine Auffälligkeiten gefunden werden? Und was wenn doch? Als Feministin für ein Recht auf Abtreibung einzutreten, bedeutet nicht zwangsläufig, die hier entstehende Entscheidungssituation als Selbstbestimmung wahrnehmen zu müssen.
Kirsten Achtelik lotet in ihrem Buch das Spannungsfeld zwischen den emanzipatorischen und systemerhaltenden Potenzialen des feministischen Konzepts “Selbstbestimmung” in Bezug auf Abtreibung aus. So mischt sie sich in die aktuellen feministischen Debatten um reproduktive Rechte  ein, die mit den zunehmenden Aktivitäten und Demonstrationen von “Lebensschützern” wieder aufgeflammt sind. Zugleich ist es ihr Anliegen, einer neuen Generation von Aktivistinnen und Aktivisten die Gemeinsamkeiten und Konflikte der Frauen- und Behindertenbewegung sowie die inhaltlichen Differenzen zwischen Frauen mit und ohne Behinderung verständlich zu machen. Vor allem aber stellt sich Achtelik der dringend zu klärenden Frage, wie ein nicht selektives und nicht individualisiertes Konzept von Selbstbestimmung gedacht und umgesetzt werden kann.

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Moderation: Sigrid Graumann


Buchladen Schwarze Risse

am Freitag, den 13.November 2015 um 20:00 Uhr

Gneisenaustr. 2a , Berlin

U-Station Mehringdamm

 

Veranstaltet von: Schwarze Risse & Mehringhof e.V.