Neu im März

Nach einem kurzen, wenig erfolgreichen Intermezzo in den „sozialen“ Medien (unser twitter-account wurde aus uns unerfindlichen Gründen sofort nach Erstellung gesperrt) werden wir hier auf der Seite und in unserem Newsletter nun vermehrt Leseempfehlungen und Neuerscheinungen promoten. Hoffentlich taugt euch das…

 

Mohamed Amjahid
Der weiße Fleck

Struktureller Rassismus, weiße Privilegien und Andersmachung von verletzbaren Minderheiten – die Debatte der vergangenen Monate hat gezeigt, wie stark diese Themen die Gesellschaft polarisieren. Und auch wenn das Bewusstsein für die Ungleichheit in unserem Land gewachsen ist: Rassistisches Denken ist nach wie vor tief in uns allen verankert – und doch unsichtbar für die weiße Mehrheitsgesellschaft. Diese blinden Flecken will Mohamed Amjahid in seinem Buch auflösen. Er beschreibt dabei nicht nur, wie das System weißer Privilegien wirkt, sondern zeigt auch ganz konkret, wie wir unseren Rassismus verlernen können, um dem Ziel einer friedlichen, gerechten und inklusiven Gesellschaft gemeinsam näher zu kommen.

 

Piper
224 Seiten
16 €

 

Blu Doppe, Daniel Holtermann (Hg.)
Vom Scheitern, Zweifeln und Ändern

Die derzeitigen Ausformungen der Männlichkeiten spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung wie auch der Beständigkeit von Patriarchat, Sexismus und geschlechtlichen Ungleichheiten auf strukturellen Ebenen. Aber ebenso üben sie Einfluss auf der individuellen Ebene aus.

Der vorliegende Sammelband nähert sich dem Thema aus 15 verschiedenen Perspektiven, sowohl cis-männlichen als auch anderen. Er verknüpft und berücksichtigt dazu abstrakt-analytische und biografisch-persönliche Herangehensweisen, bringt diese immer wieder in Zusammenhang und beschreibt Wechselwirkungen.

Zentrales Anliegen des Sammelbandes ist es, aufzuzeigen, wo und wie geschlechtliche Machtstrukturen offensichtlich und subtil fortbestehen, selbst wenn die involvierten Personen ein ernsthaftes Interesse daran haben, diese abzubauen. Die Zielrichtung ist dabei, Wege für ein gutes Zusammenleben für alle zu finden, in der Geschlecht keine Ungleichheiten, Gewalt und Hierarchien mehr erzeugt.

 

Unrast Verlag
272 Seiten
18 €

 

Silvia Federici
Revolution at Point Zero

Marxistische und feministische Theorien werden kritisch hinterfragt und neu zusammengesetzt, sodass sie die Bedeutung der Hausarbeit für den Kapitalismus und die Privatisierung von Dienstleistungen und Commons (Gemeingütern) erfassen und erklären können. »Revolution at Point Zero« vereint Federicis wichtigste Texte der letzten fünfzig Jahre, die bis heute nichts an politischer Brisanz und Aktualität eingebüßt haben. Im Gegenteil: Angesichts der aktuellen Krise der sozialen Reproduktion und der weltweiten Frauenstreikbewegung bietet die Lektüre nicht nur Bausteine für eine Analyse der gesellschaftlichen Zusammenhänge, sondern auch für eine feministische Revolution.

»Wenn die Frauenbewegung wieder in Schwung kommen und nicht länger bloß eine weitere Stütze eines hierarchischen Systems sein möchte, muss sie sich mit den materiellen Grundlagen des Lebens von Frauen auseinandersetzen.« – Silvia Federici

 

Unrast Verlag
304 Seiten
19,80 €

 

Verónica Gago
Für eine feministische Internationale

Verónica Gago, eine der wichtigsten Vertreterinnen der lateinamerikanischen Frauenbewegung, entwirft in diesem Buch ein radikales Konzept feministischer Ermächtigung (»potencia«) und eine neue Theorie der Macht, die den brennenden Wunsch widerspiegelt, alles zu verändern.

Fast überall auf der Welt haben in den letzten Jahren große feministische Mobilisierungen die patriarchalen gesellschaftlichen Verhältnisse und repressive Gesetzgebungen ins Wanken gebracht. Überzeugend und mit kenntnisreichem Blick auf die entstandene feministische Internationale analysiert Verónica Gago diese Mobilisierungen sowohl als Konzept als auch als kollektive Erfahrung, die in weltweiten Frauen*streiks ihren Höhepunkt findet.

Basierend auf den eigenen reichhaltigen Erfahrungen der Autorin in radikalen Bewegungen und aktuellen Debatten der feministischen und marxistischen Theorie, ist „Für eine feministische Internationale“ nicht nur fesselnde politische Analyse und aktivistisches Manifest zugleich, sondern auch ein eindringlicher Appell, die Rhetorik der Viktimisierung aufzugeben und stattdessen sowohl die neoliberale Herrschaft als auch die konservative Gegenoffensive frontal herauszufordern.

 

Unrast Verlag
288 Seiten
18 €

 

Lena Müller
Restlöcher

»Das Sehnen sagt mir, dass es anders sein könnte, besser vielleicht. Drinnen und draußen tobt es.«

Sando liebt den Fuchs, ausgerechnet den Fuchs. Diesen jungen Mann mit dem beunruhigenden Lächeln, dem er bei einer Demo begegnet ist und den er nicht recht zu fassen bekommt. Aber wenn Sando eines gelernt hat, dann das: Eine Liebe kann man nicht festhalten, nur warten, bis sie wiederkommt. Gelernt hat er das von seiner Mutter, die schon vor zwanzig Jahren entschieden hat, sich von ihrer sozialen Herkunft zu lösen, ihre eigenen Ziele zu verfolgen und nicht immer da sein zu müssen für andere: »Die Möglichkeit zum Verschwinden ist immer enthalten. Weil wir nicht nur die sind, die sich die anderen wünschen«, hatte sie gesagt. Und nun ruft seine Schwester Mili an, weil die Mutter wie damals nicht zu erreichen ist. Sando begibt sich mit Mili auf die Suche nach ihr und nach dem, was von Liebe, Freiheit und den zwei Zimmern des Studentenwohnheims übrig geblieben ist.

 

Edition Nautilus
128 Seiten
18,00 €

 

Sharon Dodua Otoo
Adas Raum

Ada ist nicht eine, sondern viele Frauen: In Schleifen bewegt sie sich von Ghana nach England, um schließlich in Berlin zu landen. Sie ist aber auch alle Frauen, denn die Schleifen transportieren sie von einem Jahrhundert zum nächsten. So erlebt sie das Elend, aber auch das Glück, Frau zu sein, sie ist Opfer, leistet Widerstand und kämpft für ihre Unabhängigkeit.

Mit einer bildreichen Sprache und unendlicher Imagination, mit Empathie und Humor zeichnet Sharon Dodua Otoo in ihrem Roman »Adas Raum« ein überraschendes Bild davon, was es bedeutet, Frau zu sein.

 

S. FISCHER
320 Seiten
22,00 €

 

Jüne Plã

Kommt gut

Bist Du müde von den gleichen alten Geschichten über Sex – Vorspiel, eindringen, ejakulieren, wiederholen?

In Kommt gut zeigt Jüne Plã, wie Hemmungen losgelassen und Sexualität im eigenen Tempo erkundet werden können. Alles, was es über Sex außerhalb der „Penetrations“-Kiste zu wissen gibt, unabhängig von Gender oder sexueller Orientierung. Mit Karten von Lustzonen sowie einem Inventar von Bewegungen ist es voll von Tipps und Tricks, was zu explosiven neuen Erfahrungen führt.

 

EMF Verlag
256 Seiten
15 €

 

 

 

 

Emilia Roig
Why We Matter

Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime die von weißen Frauen? Und weiße Frauen die von männlichen Muslimen? Die Aktivistin und Politologin Emilia Roig zeigt – auch anhand der Geschichte ihrer eigenen Familie, in der wie unter einem Brennglas Rassismus und Black Pride, Antisemitismus und Auschwitz, Homophobie und Queerness, Patriarchat und Feminismus aufeinanderprallen –, wie sich Rassismus im Alltag mit anderen Arten der Diskriminierung überschneidet. Ob auf der Straße, an der Uni oder im Gerichtssaal: Roig schafft ein neues Bewusstsein dafür, wie Zustände, die wir für „normal“ halten – die Bevorzugung der Ehe, des männlichen Körpers in der Medizin oder den Kanon klassischer Kultur – historisch gewachsen sind. Und dass unsere Welt eine ganz andere sein könnte.

 

Aufbau Verlag
397 Seiten
22 €

 

Michael Rothberg
Multidirektionale Erinnerung

Michael Rothberg zeichnet eine erinnerungskulturelle Tradition von der Nachkriegszeit bis ins 21. Jahrhundert nach, die von wechselseitigen Bezugnahmen zwischen Kolonialismus, Sklaverei, Rassismus und Nationalsozialismus, Holocaust, Antisemitismus gekennzeichnet ist. Dieses Archiv der multidirektionalen Erinnerung, das Denker*innen und Kulturproduzent*innen wie Hannah Arendt, Aimé Césaire, W.E.B. Du Bois, Marguerite Duras Michael Haneke und andere versammelt, deutet darauf hin, dass sich Opferkonkurrenz und Aufmerksamkeitskonflikte auf dem Feld der Erinnerung vermeiden lassen. Vielmehr rücken Analogiebildungen, Querverweise und Vergleiche in den Fokus der Aufmerksamkeit, durch die die Erinnerung an spezifische historische Ereignisse verstärkt und die Spezifik der jeweiligen Gewaltgeschichten und Herrschaftsverhältnisse nicht infrage gestellt wird.

 

Metropol-Verlag
404 Seiten
26 €

 

stolzeaugen.books Verlag

Texte nach Hanau

„Tot sind wir erst, wenn man uns vergisst.“ Ferhat Unvar

Am 19.02.2020 wurden in Hanau 9 Menschen unter anderem in einer Shisha Bar ermordet, einem Ort, an dem sie sich sicher fühlten. Wir fragen uns schon lange, was es noch braucht, damit endlich gesamtgesellschaftlich ernst genommen wird: Rassismus tötet. `Texte nach Hanau` bildet die Stimmen von 50 Menschen ab, die ihre Gefühle und Gedanken, Enttäuschungen und Erwartungen nach dem Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 zum Ausdruck bringen. Während anderswo Karnevalsfeste das Geschehen bestimmten, litt ein großer Teil der Bevölkerung unter dem kollektiven Schock, sowie dem lapidaren bis ignoranten Umgang der Medien vielfach auch des weißen Freund:innenkreises und Umfelds. Die 63 Texte sind ehrlich, schonungslos, zutiefst berührend.
Wer sich darauf einlässt, wird der eigenen Trauer begegnen, soviel ist sicher. Mit dem Buch `Texte nach Hanau` halten Sie ein Zeit-Zeugnis in den Händen, welches in dieser Form einzigartig ist.
Alle Beiträge in diesem Buch wurden von BiPoC, also Menschen, die durch Rassismus diskriminiert werden, verfasst.

 

stolzeaugen.books Verlag
132 Seiten
24,90 €

 

 

Und noch ein Videotip:

DIE BESTE INSTANZ presented by ENISSA AMANI