Folge #12

Folge #12 Gisela Notz: Kritik des Familismus

Folge #12

Gisela Notz: Kritik des Familismus


 

Am 15. Juli liest die Sozialwissenschaftlerin und Historikerin aus ihrem Buch "Kritik des Familismus".

Welche Bedeutung hat die Familie für uns und unsere Mitmenschen? Wie hat sich diese Bedeutung im Laufe der Zeit verändert? Haben Freund:innenschaften einen ähnlichen Stellenwert in unserer Gesellschaft? Welche Familienformen gibt es neben der Vater-Mutter-Kind - Familie und wie reagiert der Staat auf den Wandel von Familienformen?

Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigen wir uns am 15. Juli ab 20:00 Uhr im Innenhof der Buchhandlung "Schwarze Risse". Adresse: Gneisenaustraße 2, 10961 (Beginn: 20:00 Uhr).

Die Lesung wird realisiert von einer kleinen Gruppe aus sechs in Berlin lebenden Freundinnen.

 

 

Folge #11

Folge #11 Mesut Bayraktar Aydin - Erinnerung an ein verweigertes Leben

Folge #11

Mesut Bayraktar Aydin - Erinnerung an ein verweigertes Leben


 

Neun Jahre lang, von 1982 bis 1991, war Aydin ›Gastarbeiter‹ in Deutschland. Kurz nach dem Mauerfall – und der Geburt des Autors – wurde er in die Türkei abgeschoben. Zunächst hielt seine Familie Aydin für verschollen. Doch dann fand man ihn: in Istanbul, wo er schon seit einem Jahr auf der Straße lebte.

Aydin wurde ›nach Hause‹ geholt, allerdings nur, um hier ein weiteres Mal abgeschoben zu werden – diesmal in die Psychiatrie, irgendwo in einem kleinen Ort am Schwarzen Meer. Gegen seinen Willen brachte man Aydin schließlich zurück in das Dorf, in dem er geboren wurde – und in dem er »nach Jahren der Scheinexistenz« am Ende auch starb.

Der Roman macht sich auf eine biografische Spurensuche, erzählt von den neun Jahren in Deutschland, von dem Menschen Aydin und dem Versuch, in der Sprache einem Toten zu begegnen, den der Autor auf Türkeireisen noch kennengelernt hat und dessen Leben mit seinem eigenen zusammenhängt und doch nicht zusammenhängt – eine Geschichte über Gewalt, Scham, Trauer, Wut und das Besiegtsein.

Lesung im Rahmen des Releases der HUch#94 – Kritische Studierendenzeitschrift.

 

 

Folge #10

Folge #10 Der Krieg, die Ukraine und das Dilemma der Linken mit der Solidarität - Veranstaltung des AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West

Folge #10

Der Krieg, die Ukraine und das Dilemma der Linken mit der Solidarität - Veranstaltung des AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West


 

mit Übersetzung von Englisch in Deutsch

 

 

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Linke gezwungen, Position zu beziehen. Welche Haltung ist angesichts eines brutalen völkerrechtswidrigen imperialistischen Überfalls einer Großmacht angebracht, wenn sich dieser Angriff gegen ein Land richtet, in dem Oligarchen die Regierungspolitik bestimmen und Ultranationalisten Linke attackieren? Wie soll die Linke sich positionieren in einem Verteidigungskampf eines kapitalistischen Landes, das nicht von der Landkarte verschwinden möchte? In der Ukraine findet bekanntlich kein Aufstand der unterdrückten Klasse statt, so scheint es vielen Linken schwer zu fallen, für den Verteidigungskampf eines kapitalistischen Landes Partei zu ergreifen.

Ein Teil der Linken hatte seine Antworten auf diese schwierigen Fragen sehr schnell gefunden. Alle müssten ihre Waffen niederlegen, dann seien Krieg und Tod rasch vorbei, empfehlen die Pazifist:innen. Und die geopolitischen Strateg:innen haben sich auf die Rolle der USA respektive der Nato und ihres Anteils an diesem Konflikt fokussiert. Das eine hat mit der Realität jedoch wenig zu tun und vergisst, dass die Niederlegung der Waffen vor den faschistischen Schlächtern eines Ramsan Kadyrows und russischen Ultranationalist:innen Folter und Tod aller Aktivist:innen einer ukrainischen Identität bedeuteten. Das andere lässt außer acht, dass in Russland ein extrem autoritäres und nationalistisches, ideologisch am Zarenreich und der Neuen Rechten orientiertes Regime herrscht, ein imperialer Staat, der für die Unabhängigkeit aller Anrainerstaaten gefährlich ist.

Was diese und andere linke Kommentatoren des Krieges verbindet, ist, dass sie die Verhältnisse in Russland aus ihren Überlegungen weitgehend ausblenden und dass sie in ihre geopolitischen Analysen das begründete Recht der überfallenen Ukraine und ihrer Bevölkerung auf Eigenständigkeit völlig zu ignorieren scheinen.Viele Linke reden über diesen Krieg als globalem Ereignis, als Konkurrenzkampf zwischen Ost und West, so, als gäbe es da nicht noch dieses angegriffene Land und seine Menschen, die angesichts der Bedrohung durch die russische Armee eine nie gekannte Einigkeit zeigen. Linke Kommentatoren empören sich zurecht, dass die Bundesregierung die Gelegenheit beim Schopf packt und ein Milliardenprogramm für die Bundeswehr auflegt und dass nicht nur Rheinmetall Gewinne aus diesem Krieg zieht. Doch sie drücken sich vor der Frage, wie die Ukraine ohne westliche Waffenlieferung erfolgreich ihre Eigenständigkeit verteidigen kann. Sie verurteilen die beabsichtigten Nato-Beitritte Finnlands und Schwedens, ohne deren realistische Angst vor der aggressiven Politik des Putin-Regimes zu begreifen.

Am bedrückendsten aber ist, dass das Gros der Linken ihre eigenen Bündnispartner:innen in der Ukraine und in Russland nicht zur Kenntnis nimmt. Oder gar, was einer Ignoranz gleichkommt, sich anmaßt, ihnen Ratschläge zu erteilen, was jene zu tun oder zu lassen haben. Diese Sicht auf den Krieg wollen wir versuchen zu durchbrechen. Wir laden zu einer Veranstaltung ein, auf der den ukrainischen Linken eben keine weiteren Ratschläge erteilt werden sollen. Wir wollen erfahren, um welche Positionen sie selbst ringen, wir wollen ihre Fragen und Probleme zur Kenntnis nehmen, nicht zuletzt, um der Diskussion der Linken in Deutschland den internationalistischen Inhalt zu geben, der bisher weitgehend fehlt. Welche, auch unterschiedlichen, Haltungen nehmen ukrainische Linke zum „Kriegszustand“ ein, welche Funktion sehen sie für sich, welche Möglichkeiten solidarischer Unterstützung formulieren sie an uns? Redakteur*innen und Autor*innen der Zeitungen Analyse & Kritik und Jungle World haben in Lwiw an einem Treffen mit ukrainischen Linken teilgenommen, auf dem solche Fragen erörtert wurden. Uns scheint dies ein notwendiger Perspektivwechsel, der unsere eigene Haltung zu diesem Angriffskrieg auf den Prüfstand stellt.

Podiumsteilnehmer*innen:

Jan-Ole Arps, Redakteur Analyse & Kritik
Bernd Gehrke, Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost West
Renate Hürtgen, Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost West
Johannes Simon, Autor/Redakteur Jungle World
Natascha Lomonosowa, Socialnij Ruch
Oksana Dutschak, Commons

 

 

Folge #9

Folge #9 Krieg sabotieren – Veranstaltung zu antimilitaristischen Handlungsperspektiven mit Martin Kirsch von der IMI Tübingen und der Kampagne Rheinmetallentwaffnen

Folge #9

Krieg sabotieren – Veranstaltung zu antimilitaristischen Handlungsperspektiven mit Martin Kirsch von der IMI Tübingen und der Kampagne Rheinmetallentwaffnen


 

Für den Angriff der russischen Armee auf die Ukraine sind die politischen Eliten Russlands verantwortlich, aber entgegen der medialen Debatte nimmt das die NATO, die EU und Deutschland
nicht aus der Verantwortung, an der vorherigen Eskalation beteiligt gewesen zu sein. In den letzten Jahren wurden NATO-Truppen in Nordost-, Zentral- und Südosteuropa deutlich
aufgestockt und seit dem NATO-Gipfel vom 25. Februar 2022 wurde die Eingreiftruppe der NATO mit bis zu 40.000 Soldat*innen aktiviert.

Am 24. Februar verkündete das Verteidigungsministerium bereits: „Die Bundeswehr ist vorbereitet und erhöht derzeit weiter ihre Bereitschaft. Das bedeutet auch, dass die
Bevölkerung gegebenenfalls in den nächsten Tagen mehr militärische Bewegungen im öffentlichen Raum wahrnehmen kann. Es kann auch zu Einschränkungen im Verkehrsbereich kommen, da
Transportkapazitäten zu Lande, zu Wasser und in der Luft für militärische Zwecke vorgehalten werden müssen.“ Schon 2019 hat die Bundeswehr Verträge mit der Deutschen Bahn geschlossen,
die militärischen Schienentransporten bei Aktivierung der NATO-Eingreiftruppe Vorrang vor zivilen Zügen einräumt.

„Deutsche Waffen, deutsches Geld…“
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall profitiert mit seinen blutigen Waffengeschäften: Bei der Hauptversammlung am 10. Mai wurde eine Rekordsumme von knapp 150 Millionen Euro an Dividenden an seine Aktionär*innen ausgeschüttet.

Die Initiative „Rheinmetall entwaffnen“ wird auf der Veranstaltung das geplante Camp im September in Kassel vorstellen.

 

 

Folge #8

Folge #8 „Queer Family“ – Ein queerer Leseabend mit Elisabeth R. Hager & Miku Sophie Kühmel

Folge #8

„Queer Family“ – Ein queerer Leseabend mit Elisabeth R. Hager & Miku Sophie Kühmel


 

In dieser Ausgabe von queer_gelesen widmen sich Miku Sophie Kühmel und Elisabeth R. Hager dem Thema Familie. Im Fokus stehen Familienkonstruktionen und Wahlverwandtschaften jenseits der cis-heteronormativen Kleinfamilie. Die Autor:innen stellen je drei Romane oder Sachbücher vor, lesen kurze Stellen daraus und gehen ins Gespräch miteinander und mit dem Publikum.

Die ausgewählten Texte kreisen um queere Begegnungen zwischen den Generationen, Mütter, die ihre Kinder neu kennenlernen (dürfen), Töchter*, die sich mit ihren Eltern auseinander setzen, Bücher, die Adoption thematisieren & den Wunsch, keine Kinder zu bekommen. - Eine abendliche Wanderung durch die Beziehungslandschaft jenseits heteronormativer Glücksvorstellungen.

Vorgestellte Titel

Meghan Daum (Hg.): Selfish, Shallow, and Self-Absorbed: Sixteen Writers on the decision not to have kids. Picador, 2015. (engl.)

Bernadine Evaristo: Frau, Mädchen, etc. Tropen, 2021.

Kim Hye-Jin: Die Tochter. Hanser, 2022.

Rudi Nuss: Die Realität kommt. Diaphanes, 2022.

Jayrome Robinet: Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund. Hanser, 2019.

Hanya Yanagihara: Das Leben der Bäume. Hanser, 2019.

Sowie je einen Bonustitel…

Bios:

ELISABETH R. HAGER

ist eine österreichische Schriftstellerin, Klangkünstlerin und Mitarbeiterin der Radiokunst von Dlf Kultur. Ihr Romandebüt Kometen erschien 2012 im Milena Verlag. Ihr Roman Fünf Tage im Mai (2019, Klett-Cotta) wurde mit dem Hilde-Zach-Literaturpreis der Stadt Innsbruck ausgezeichnet und stand auf der Shortlist zum Literaturpreis Alpha. Im Sommer 2022 erscheint bei Klett-Cotta der Roman Der tanzende Berg.

MIKU SOPHIE KÜHMEL

ist freie Schriftstellerin und produziert verschiedene Podcast-Formate. Nach dem Studium in Berlin und New York, sowie Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften, erschien 2019 ihr Debütroman Kintsugi bei S.Fischer. Er war auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und wurde sowohl mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2019, als auch dem aspekte-Literaturpreis 2019 ausgezeichnet. Sie erhielt unter anderem Stipendien des Alfred Döblin-Hauses der Akademie der Künste, des Künstlerhofes Schreyahn und der Stadt Gotha. Im August 2022 erscheint ihr zweiter Roman Triskele.

 

 

 

Folge #7

Folge #7 Häuserkampf ist Frauen*kampf Feministische Perspektiven auf die Berliner Wohnungskrise

Folge #7

Häuserkampf ist Frauen*kampf Feministische Perspektiven auf die Berliner Wohnungskrise


 

Mitschnitt der Tagung/Konferenz >>Häuserkampf ist Frauen*kampf<< Feministische Perspektiven auf die Berliner Wohnungskrise. Reihe: Berlin von unten

In Berlin herrscht Wohnungskrise: Mietpreiserhöhungen, Verdrängungen und Mangel bestimmen für viele Menschen den Alltag. Mit dramatischen Auswirkungen auf das Leben in den Städten. Insbesondere für Frauen* und Queers. Die Benachteiligung von Frauen* ist tief in Städte wie Berlin eingeschrieben. Geschlechterverhältnis und die kapitalistische Trennung von Reproduktion und Produktion bestimmen Wohnen und Städte. Gentrifizierungsprozesse und Mietpreissteigerungen verstärken diese Missverhältnisse. Höchste Zeit, die Wohnungsfrage feministisch zu stellen!
Wie könnte also eine egalitäre, nicht-sexistische Stadt aussehen? Wie muss sich Wohnen verändern, um sich von patriarchalen Geschlechterverhältnissen zu emanzipieren?