„Ich würde es wieder tun“ Texte aus dem kolumbianischen Knast

Die Autor*innen des Buches sind politische Gefangene in kolumbianischen Knästen. Sie sind Frauen und Männer die aus politischen Gründen und Motiven im Kontext eines über 50-jährigen sozialen und bewaffneten Konflikts in Kolumbien ihrer Freiheit beraubt sind. Die Texte, die sie während ihres Knastaufenthaltes verfasst haben, erzählen von den harten Tagen im Freiheitsentzug, von Gründen und Träumen, die sie überzeugt und geleitet haben sich dem bewaffneten Kampf anzuschließen, um dem Terror des Staates mit Widerstand zu begegnen.

Die Gefangenen sind politische und widerständige Subjekte. Das Gefängnis wird nicht als Ort der Niederlage, sondern von den politischen Gefangenen als ein weiterer Ort des Kampfes verstanden. Die Texte liefern keine historischen und politischen Erklärungen oder Analysen, es sind Texte die Geschichte von unten erzählen. Sie erzählen über die entwürdigenden Bedingungen, die Trauer und die Mutlosigkeit, den Schmerz. Sie sprechen aber auch von Hoffnung.

Mal mehr, mal weniger verraten die Autor*innen über sich und ihr Leben. Alle waren und sind in sozialen Bewegungen aktiv, oder in bewaffneten Organisationen, wie den Bewaffneten Revolutionären Streikkräften Kolumbiens (FARC) und der Nationale Befreiungsarmee (ELN). Es sind Gedichte, Geschichten und Zeugnisse des Lebens in Gefangenschaft, mit denen sie sich der Entpolitisierung ihrer Lebenswirklichkeiten widersetzen.

Das Buch , bereits 2015 erschienen und schnell vergriffen, ist ein Produkt der Arbeit von REDHER (Red de Hermandad y Solidaridad de Colombia) sowie des Solidaritätskomitees CSPP (Comité de Solidaridad con Presos Políticos) und besteht aus 18 Texten von Frauen und Männern, die aus politischen Gründen inhaftiert worden sind. Durch diese Publikation, die auf Deutsch übersetzt wurde und in verschiedenen deutschen Städten vorgestellt wurde, gewähren die Herausgeber*innen einen Einblick in die Gefängnisse Kolumbiens. Sie dokumentieren Menschenrechtsverletzungen und versuchen, sie sichtbar zu machen. Beide Organisationen wollen mit diesem Buch dazu beitragen, die Geschichte von unten zu erzählen – was auch bedeutet, politische Gefangene zu Wort kommen zu lassen.

Wir vom Kollektiv Schwarze Risse sind froh, noch einen Restbestand dieses zeitlosen Dokuments

bekommen zu haben!
Redher / CSPP (Hg.).                                            Paperback. 117 S.                                          5,00 €

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