Kommende Veranstaltungen

15.04.2026 // 20:00 Uhr

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Eintritt: frei!

 

Buchvorstellung & Diskussion: Antifaschistische Aktion - Die aktuellen Entwicklungen – Band 3

Buchvorstellung & Diskussion mit Bernd Langer

Der dritte Band der Trilogie zur Geschichte der Antifaschistischen Aktion setzt mit dem Beginn der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 ein. Im Verlauf der Pandemie formierte sich eine sogenannte Maßnahmenopposition, die maßgeblich von verschwörungsideologischen Milieus und rechtsextremen Akteuren geprägt war. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 ging aus diesem Spektrum eine rechtsgerichtete Friedensmobilisierung hervor. Sogenannte patriotische Bürgerrechtsbewegungen traten in Erscheinung, die fremdenfeindliche Positionen mit sozioökonomischen Abstiegsängsten verknüpften. Vor diesem Hintergrund wurde die AfD zur größten Oppositionspartei im Bundestag, und Neonazis entfalteten neue Aktivitäten.

Demgegenüber standen antifaschistische Massenmobilisierungen. Millionen Menschen gingen auf die Straße, Zehntausende leisteten zivilen Ungehorsam gegen AfD-Parteitage in Essen, Riesa und Gießen. Die Antifa war dabei eine zentrale Kraft, ebenso im Widerstand gegen Neonazis.

Neben breiten Protesten kam es auch zu militanten Aktionen, auf die der Staat mit Repression bislang unbekannten Ausmaßes reagierte. Strafverfahren, wie etwa gegen die Hammerbande, sollen durch ihr hohes Strafmaß abschrecken. In Ungarn und den USA wurde die Antifa zudem als terroristische Organisation eingestuft und verboten.

Die Trilogie liefert eine Grundlage, um zu verstehen, was Antifaschismus ist – und warum er eine zentrale politische Auseinandersetzung bleibt.

21.04.2026 // 20:00 Uhr

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Buchvorstellung & Diskussion: »Linker Antisemitismus« Zur Kritik eines Kampfbegriffs

 

 

Die Behauptung, es gäbe einen gefährlichen »linken Antisemitismus«, erfuhr nach dem 7. Oktober eine drastische Verschärfung. Was bislang noch ein Diskurs war, der mit Konstruktionen, Unterstellungen und Lügen operierte, wurde verpolizeilicht. Der Vorwurf zielt auf antiimperialistisch, antikolonial oder menschenrechtlich eingestellte Linke. Wer die deutsche Staatsräson nicht teilt und andere Lehren aus NS-Geschichte, vergangener Verfolgungspraxis und Völkermord zieht, sieht sich moralischer Verdammung, zuweilen Verfolgung ausgesetzt. Die nach wie vor höchst notwendige Kritik des Antisemitismus muss sich ebenfalls diesem demagogischen »Anti-Antisemitismus« widmen.

Buchvorstellung und Diskussion mit Gerhard Hanloser

12.03.2026

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Statement zur Buchhandlungspreisvergabe

Wir – der Buchladen Schwarze Risse - gratulieren den Kolleg:innen der Buchläden ‘Golden Shop’, ‘Rote Strasse’ und ‘zur schwankende Weltkugel zur Verleihung des Prädikats: verfassungsgeprüft gefährlich!

Für die Buchhandlungspreisvergabe hat dem Minister die gewählte Fachjury nicht genügt, Weimar hat für seine Entscheidung die Behörde herangezogen, die im geheimen agiert. Weshalb ja auch dem Minister die Inhalte seiner Entscheidungsrundlage unbekannt sind, so sagt er. Bekannt ist hingegen, dass diese mit der Verfassungsprüfung beauftragte Behörde nicht nur zu den ausspionierten Informationen über die Buchläden schweigt, sondern auch zur eigenen Rolle bei den rassistischmotivierten Morden des NSU. Über eine mögliche Mitwisserschaft oder anderes soll der Aktendeckel gleich mal ganze 120 Jahre unter Verschluss bleiben.

Wohin will Minister Weimar die Kultur führen?

Der Angriff auf die linken Buchläden mit dem Verweis auf ihre verfassungsgeprüfte Gefährlichkeit ist kein Einzelfall. Er reiht sich ein in diverse Vorfälle repressiver Maßnahmen mit denen sich Institutionen und/oder Personen konfrontiert sehen, die nicht im Fahrwasser der Staatsräson mitschwimmen woll(t)n und die herrschende Ordnung in Frage stell(t)en.
Wer dies tut, kann schnell ins Visier der Behörden geraten und je nach gesellschaftlicher Stimmung zum Abschuss frei gegeben werden. Reaktionäre Politiker:innen und rechte Medien dienen sich dabei gegenseitig als Stichwortgeber:innen.

Wir gratulieren zum verliehenen Prädikat 'gefährlich', zeigt er doch, dass diese Läden als Orte der Kritik gesehen werden: Linke Buchläden sind voll von Stimmen und Erzählungen, die kritische Perspektiven auf die bestehenden Verhältnisse werfen und aufzeigen, wie lebensbedrohlich und gefährlich, für Mensch, Tier und Natur - nicht die verfassungsgeprüften Buchhändler:innen, Autor:innen, Extremist:innen und Terrorist:innen - sondern die bürgerlichen, kapitalistischen Verhältnisse sind.
Die Erkenntnisse und Schilderungen über die Gewalt und Grausamkeiten, mit denen die herrschende Ordnung, die Besitz-und Eigentums-, die Reich- und Armutsverhältnisse durchgesetzt und aufrecht gehalten werden, sind in vielfältiger Form von denkenden und mutigen Menschen und Kollektiven analysiert und aufgeschrieben worden. Ebenso wie die inspirierenden und klugen Geschichten der diversen Widerstandsbewegungen.
All dieses Wissen, all diese Anregungen sind in großer Auswahl in linken Buchläden zu finden/anzutreffen, dazu die Buchhändler:innen, die im Austausch mit Autor:innen, kleinen Verlagen und ihrer Kundschaft dieses breite Sortiment zusammenstellen: wertschätzend, kritisch, liebevoll - in jedem Fall mit großer Leidenschaft!

Erfreulich, dass die betroffenen Kolleg:innen in den letzten Tagen so viel Zuspruch erhalten haben!
Mit dieser Solidarität und dem bewussten Aufsuchen der Buchläden tragen alle gemeinsam zum Erhalt linker Buchläden bei – im besten Fall ohne staatliche Gelder.

In Solidarität mit den betroffenen Buchläden!
Buchladen Schwarze Risse

12. März 2026

Vergangene Veranstaltungen

26.03.2026 // 20:00 Uhr

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Buchvorstellung & Diskussion: Geschichte der Roten Hilfe‘ und aktuelle Herausforderungen

»Schafft Rote Hilfe!«, »Helft!«, »Solidarität organisieren!«: Slogans wie auch Logos änderten sich in der über hundertjährigen Geschichte der Roten Hilfe. Unverändert blieb die Praxis der Unterstützung linker Aktivistinnen und Aktivisten gegenüber staatlicher Repression – finanziell, juristisch und durch Öffentlichkeitsarbeit. Der Band skizziert die Solidaritätsarbeit der Rote-Hilfe-Organisationen von den Anfängen bis heute. Die 1924 gegründete KPD-nahe, aber parteiübergreifende Rote Hilfe Deutschlands (RHD) umfasste in der Weimarer Republik zuletzt rund eine Million Mitglieder. Politischen Gefangenen und deren Familien stand sie materiell zur Seite, finanzierte Rechtsbeistände und protestierte gegen Gesetzesverschärfungen. Ab März 1933 konnte sie in der Illegalität noch mehrere Jahre effektiv agieren. Erst in den 1970er Jahren kam es zu Neugründungen teils kurzlebiger Rote-Hilfe-­Gruppen mit je unterschiedlichen Schwerpunkten. Aus einer dieser Organisationen ging 1986 die heutige strömungsübergreifende Rote Hilfe e.V. hervor, die seither neue Themensetzungen wie auch strukturelle Veränderungen durchlebte – und sich in einem zunehmend rauen Klima behauptet.

Silke Makowski ist im Vorstand des Hans-Litten-Archivs aktiv, das sich der Geschichte von Solidaritätsorganisa­tio­nen widmet. Als freie Journalistin hat sie u.a. die Schrift »›Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!‹ – Die Rote Hilfe Deutschlands in der Illegalität ab 1933« (2016) verfasst.

Silke wird von der Geschichte der Roten Hilfe und der Praxis der Solidarität gegen staatliche Repression und Verfolgung erzählen. Dabei wird sie auch zu den aktuellen Herausforderungen und Repression (Debanking), mit der auch die Rote Hilfe als Solidaritätsorganisation zu kämpfen hat(te), sprechen.

Ein:e Vertreter:in der Ortsgruppe Berlin wird die Veranstaltung mit einem Beitrag zur aktuellen Antirepressionsarbeit ergänzen.

03.03.2026 // 20:00 Uhr

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Buchpräsentation mit Sophia Boddenberg: Revolution der Frauen – Von Feministinnen aus Lateinamerika lernen

Bewegungen wie Ni Una Menos haben Menschen weltweit inspiriert. Die Journalistin Sophia Boddenberg lebt seit 2014 in der Region und hat die Entstehung einer feministischen Massenbewegung selbst miterlebt. In ihrem Buch erzählt sie von ihren journalistischen Recherchen, persönlichen Begegnungen und Freund*innenschaften in Chile, Argentinien, Kolumbien, Brasilien und Peru. Im Mittelpunkt des Buchs stehen Feminismen, die eng mit Kämpfen gegen Rassismus, Kolonialität und kapitalistischer Ausbeutung verwoben sind – und die eine grundlegende Transformation gesellschaftlicher Verhältnisse anstreben. In Zeiten eines rechtsautoritären Aufschwungs und zunehmenden Antifeminismus können diese Erfahrungen Kraft, Orientierung und Inspiration geben. Die Buchpräsentation lädt zum gemeinsamen Nachdenken und Austausch ein: über kollektive Kämpfe, internationale Allianzen und solidarische Kompliz*innenschaft.

Veranstalter: Mandelbaum Verlag, Schwarze Risse, Lateinamerika Nachrichten, FDCL & Rosa-Luxemburg-Stiftung
Mehr zum Buch:https://www.mandelbaum.at/buecher/sophia-boddenberg/revolution-der-frauen
 

16.02.2026 // 20:00 Uhr

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Buchvorstellung: „Das Wespennest“ von Peter O. Chotjewitz und Cordula Güdemann

Die nordhessische Kleinstadt Hofacker steht im Mittelpunkt des Romans „Das Wespennest“, der größtenteils von Karl-Otto Modjewski, genannt Modder, erzählt wird.
Von der Maifeier 1933 bis zur Bundestagswahl 1998 (in der ein Kanzler Gregor Gysi gewählt wird) spannt sich die erzählte Zeit.
Die insgesamt sechsundsechzig Kapitel des Romans bieten immer auch Abschweifungen zur deutschen Geschichte, daher sind die Vergangenheitsbewältigung, die RAF,
Elvis Presley in Frankfurt und das Bayreuther Festspielhaus genauso Thema, wie der Mauerfall und die privaten Probleme des Schriftstellers und Rechtsanwaltes Modder.
Dieses deutsche Geschichtspanorama wird, wie Peter O. Chotjewitz es sich zuletzt gewünscht hat, von der Malerin Cordula Güdemann kongenial illustriert. 

Nina Wehner und Jörg Sundermeier stellen den Autor, die Malerin und den Roman vor.

30.01.2026 // 20:00 Uhr

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Vortrag und Diskussion von und mit Ralf Ruckus:

"Chinas Krise der sozialen Reproduktion. Wie Frauenwiderstand und sinkende Geburtenrate Chinas Kapitalismus untergraben".

Während das migrantische Arbeitskräftereservoir versiegt, das Chinas Kapitalismus bisher am Laufen hielt, verschärften sich die Bedingungen der sozialen Reproduktion in den Familien: stagnierende Löhne und hohe Kosten erhöhen den Arbeitsdruck und verlangen zwei Lohneinkommen, lange Arbeitszeiten und Überstunden lassen kaum Zeit für Erziehung oder Pflege, und die migrantische Arbeit an unterschiedlichen Orten zerreißt den Familienzusammenhang.

Die Familie als Keimzelle der kapitalistischen Gesellschaft und Ort der sozialen Reproduktion ist in der Krise – immer weniger junge Leute heiraten, Scheidungen haben zugenommen und die Geburtenrate ist weltweit eine der niedrigsten und nach dem Ende der Ein-Kind-Politik 2015 weiter eingebrochen. Eine Verschärfung der Arbeitskräfteknappheit ist absehbar, das chinesische Akkumulationsregime gefährdet.

Zur Lösung setzt die Regierung der Kommunistischen Partei auf eine natalistische Politik. Sie will die Frauen wieder „an den Herd“ verbannen und drängt sie zur Produktion von mehr Kindern „für die Nation“. Dagegen formiert sich seit Jahren der Frauenwiderstand. Ihr Geburtenstreik wendet sich gegen die Verschlechterung ihrer sozialen Position als Mütter, sie kämpften gegen die alltägliche sexualisierte Gewalt in der patriarchalen Gesellschaft, und sie bedienen sich feministischer Diskurse, um ihren Drang nach mehr Kontrolle über ihr Leben auszudrücken.

Text zur Veranstaltung: „Chinas andere Krise“, https://www.woz.ch/path-preview/node/95769; eine ausführlichere englischsprachige Version findet sich unter https://spectrejournal.com/chinas-other-crisis.

Ralf Ruckus gründete mit anderen 2008 gongchao.org, eine Plattform für die Unter­suchung sozialer Bewegungen in China. Zuletzt erschienen die Bücher Der kommunistische Weg in den Kapitalismus. Wie soziale Unruhen und deren Eindämmung die Entwicklung Chinas seit 1949 vorantreiben (Karl Dietz Verlag Berlin, 2024), Die Linke in China. Eine Einführung (Mandelbaum Verlag, 2023) und der Sammelband China von unten. Kritische Analyse & Soziale Kämpfe (gongchao.org, 2023). Eine Liste aller Veröffentlichungen findet sich unter nqch.org.

 

22.01.2026 // 20:00 Uhr

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Buchvorstellung: Alles muss man selber machen. Zur Geschichte der Rätebewegung & Input zu aktuellen Situation in Rojava

»Alles muss man selber machen« ist ein Buch über Menschen, die sagen: So kann es nicht weitergehen – wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand. Ob in den Straßen von Paris 1871, den Fabriken Petrograds 1917, den Städten und Dörfern Nordsyriens oder im Urwald von Chiapas – überall entstanden im Zuge von sozialen Konflikten und Aufständen Räte: Selbstorganisierte Zusammenschlüsse in allen gesellschaftlichen Bereichen, die nicht nur protestieren, sondern beginnen, das gesamte Leben neu zu gestalten.

Christopher Wimmer erzählt in lebendigen Szenen, wie solche Bewegungen entstehen, wie sie funktionieren – und woran sie oft auch scheitern. Er zeigt an unterschiedlichen historischen Beispielen, wie Menschen Schulen und Krankenhäuser selbst verwalten, wie sie Entscheidungen im Kollektiv treffen, Güter verteilen, Streit schlichten, sich verteidigen – ohne zentrale Regierung oder Staat. Dieses Buch bringt Geschichte zum Sprechen: mit Geschichten von Mut, Hoffnung, aber auch Niederlagen. Es fragt, was wir von den Rätebewegungen vergangener und heutiger Tage lernen können – für eine selbstverwaltete und demokratische Gesellschaft, die nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Alltag gelebt wird.

Da Christopher Wimmer auch ein Buch über Rojava geschrieben hat (Land der Utopie? Alltag in Rojava, Edition Nautilus) können wir den Abend auch nutzen, um über die aktuelle Entwicklung in Syrien und die Angriffe auf die kurdische Selbstverwaltung zu sprechen.

15.01.2026 // 20:00 Uhr

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SPITZEL. V-Personen. Spycops. Typologie. Demaskierung.

Herrschaft lässt sich nicht durch die Wirkung von Spitzeln erklären, aber es gibt sie und Polizeien und Geheimdienste versuchen, mit ihnen den Lauf der Geschichte und den Weg emanzipatorischer Bewegungen zu beeinflussen. Aktivist:innen haben allen Grund zu der Annahme, in den Wirkungsbereich von Spitzeln zu geraten. In all ihren Erscheinungsformen können Spitzel sehr zahlreich sein, es waren in den letzten Jahrzehnten hunderte, die auf Bewegungen, Parteien und Einzelne angesetzt wurden. Nicht alle waren gut platziert oder effektiv, aber auch nur die allerwenigsten sind bekannt geworden. Zu den üblichen, angeworbenen "V-Personen" kommen seit einiger Zeit "Spycops", Verdeckte Ermittler:innen, deren Einsatz heute standardisierte Praxis des Staatsschutzes ist.
Ein fundiertes Wissen über V-Personen, Spycops und die Möglichkeiten ihrer Demaskierung hilft gegen Paranoia ebenso wie gegen Naivität.

https://verlag-immergruen.de/product/spitzel-v-personen-spycops-typologie-demaskierung/

 

12.12.2025 // 20:00 Uhr

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Die Kriegslogik durchbrechen!

Dieser Sammelband soll dazu beitragen, dass politische Diskussionen in einem Klima geführt werden können, das nicht von Einschüchterung geprägt ist. Zu Wort kommen Menschen, die sich für Aussöhnung und eine solidarische Gesellschaft jenseits von Nationalismus, Herrschaft und Gewalt einsetzen. Die Aktivist*innen u.a. von New Profile, Combatants for Peace und Palestinians and Jews for Peace weigern sich, Feinde zu sein. Sie solidarisieren sich mit den Geiseln, den Angehörigen der Opfer von Gewalt in Israel und Palästina, den Geflüchteten und Menschen, die sich dem Mord auf Kommando verweigern. Sie stellen sich sowohl gegen den Terror der islamistischen Hamas als auch gegen den der extrem rechten Netanjahu-Regierung.

Das Buch dokumentiert Beiträge, die vom 7. Oktober 2023 bis zum (mittlerweile gebrochenen) Waffenstillstand am 19. Januar 2025 in der Monatszeitschrift Graswurzelrevolution (GWR) erschienen sind, sowie ein aktuelles Geleitwort von Moshe Zuckermann und einen Beitrag aus der GWR 500 vom Sommer 2025 als Nachtrag.

16.12.2025 // 20:00 Uhr

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MATZPEN: eine andere israelische Geschichte

Buchvorstellung und Diskussion mit dem Autor Lutz Fiedler

(with simultan translation engl./germ.)

„Matzpen“, das hebräische Wort für Kompass, das war auch der Name jener politischen Gruppierung, die nach dem Sechstagekrieg vom Juni 1967 mit ihrer Forderung nach einem unmittelbaren Rückzug aus den jüngst besetzten Gebieten die israelische Gesellschaft in Atem hielt. Doch schon vor dem Junikrieg provozierte die Gruppe, die 1962 als Abspaltung von der Kommunistischen Partei Israels entstanden war, mit ihrer Deutung des israelisch-palästinensischen Konflikts als kolonialem Nationalitätenkonflikt. Mit dessen Konfliktstruktur zu brechen und sie im Sinne gegenseitiger Anerkennung von Israelis und Palästinensern, einer gemeinsamen Zukunft für Juden und Araber, aufzulösen, bildete den Kern des internationalistischen Selbstverständnisses von /Matzpen/. Die Bedeutung, die Israel als jüdischem Staat nach dem Zivilisationsbruch innerhalb eines Großteils der jüdischen Welt zukam, blieb demgegenüber weitestgehend unreflektiert.

Was aber trieb diese neuen israelischen Linken an? Durch welche historischen Erfahrungen waren sie geprägt, von welchen politischen Hoffnungen motiviert? Diesen und anderen Fragen wird Lutz Fiedler, der 2017 ein Buch zu /Matzpen/ veröffentlicht hat (2020 in engl. Übersetzung) in seinem Vortrag nachgehen und dabei die Geschichte der israelischen Neuen Linken historisch kontextualisieren.

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“Matzpen,” the Hebrew word for “compass,” was also the name of the political group that, after the Six-Day War in June 1967, stirred up Israeli society with its demand for an immediate withdrawal from the newly occupied territories. But even before the June War, the group—founded in 1962 after splitting from the Communist Party of Israel – had already provoked debate by interpreting the Israeli–Palestinian conflict as a colonial-type conflict between nationalities. Overcoming this conflict and resolving it through mutual recognition between Israelis and Palestinians, envisioning a shared future for Jews and Arabs, lay at the core of Matzpen’s internationalist identity. By contrast, the role Israel played as a Jewish state for much of the Jewish world after the catastrophe of the Holocaust remained largely unaddressed by the group.

So what drove these new Israeli leftists? What historical experiences shaped them, and what political hopes inspired them? These and other questions will be explored by Lutz Fiedler—who published a book on Matzpen in 2017 (with an English translation in 2020)—in his lecture, where he will place the history of the Israeli New Left in its broader historical context.

 

Die Veranstaltung wird simultan auf engl./deutsch übersetzt!

04.12.2025 // 20:00 Uhr

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Lesung: Wenn der Stift beim Schreiben bricht. Gedichte gegen den Faschismus

 

Alieren Renkliöz liest und performt Texte aus seinem Lyrikdebüt „Wenn der Stift beim Schreiben bricht. Gedichte gegen den Faschismus.“

Der Spoken Arts Artist und politische Lyriker befasst sich in seinen Texten mit Themen wie dem Holocaust, dem rechtsextremen Anschlag in Hanau, der Unmenschlichkeit moderner Drohnenkriege und dem politischen Kampf für eine besser Welt. Dichtend blickt Renkliöz der dystopischen Gegenwart ins Auge und pocht auf die Möglichkeit von Veränderung hin zum Besseren.

Kommt für eine lyrische Auseinandersetzung mit unserer Gegenwart und Vergangenheit am 4. Dezember um 20:00 Uhr in die Buchhandlung Schwarze Risse.

Hörproben unter https://alierenrenklioez.de/

13.11.2025 // 20:00 Uhr

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Input und Diskussion: Deutsche Staatsräson und Repression

 

Staatsräson und Repression in Deutschland - Input und Diskussion

Widerstand gegen den Genozid in Gaza und die Solidarität mit den Menschen in Palästina wird in kaum einem Land so obsessiv verfolgt wie in Deutschland.
Von öffentlichen Diffamierungen zu brutaler Polizeigewalt, von Jobverlust bis Knast sind Aktivist:innen einem kaum überschaubaren Arsenal repressiver Maßnahmen ausgesetzt. Die Fälle und Schicksale sind oft so heftig und folgen so schnell aufeinander, dass die hinter den Einzelfällen liegenden Muster und der systemischen Charakter der Repression schnell aus den Augen verloren wird.

Um dem etwas entgegen zu setzen hat das European Legal Support Center (ELSC) in Zusammenarbeit mit Forensic Architecture im Mai 2025 den Index of Repression veröffentlicht, eine interaktiv visualisierte Datenbank der Repression gegen die Palästinasolidarität in Deutschland.

Bei der Veranstaltung wird eine Vertreterin vom ELSC die Datenbank vorstellen und einen Überblick über das System und das Ausmaß der Repression gegen die Palästinabewegung der letzten Jahre geben. Anschließend wird es einen Input der Roten Hilfe Berlin dazu geben, wie das alles mit der Repression gegen Linke in Deutschland allgemein zusammenhängt. Danach wollen wir gemeinsam mit euch diskutieren.

Eine Veranstaltung des ELSC und der Roten Hilfe Berlin in Kooperation mit dem Buchladen Schwarze Risse.

23.10.2025 // 20:00 Uhr

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Buchvorstellung & Gespräch: Die Silbervögel von Anzhada - ein phantastischer Abeneteuerroman

Die Silbervögel von Anzhada

Bernhard Feder, seit den 1980er Jahren aktiv in der Berliner radikalen Linken, liest aus seinem phantastischen Abenteuerroman „Die Silbervögel von Anzhada“. Willkommen sind alle, die nur zuhören wollen, aber auch, wer Fragen stellen möchte: Gibt es eine Beziehung zwischen „Fantasy“-Literatur und politischen Utopien? Ist Eskapismus letzte Zuflucht oder kann er auch eine Kraftquelle sein? Wie kann emanzipierte Fantastik bestehen neben dem Mainstream-Kitsch?

Moderiert wird die Lesung von Julia Korbik.

Die Geschichte, von der im September der zweite von drei Bänden erschienen ist: Samine, Kaufmannstochter in Dhéash am See von Krishgan, ist nicht einverstanden mit den Plänen ihrer Eltern für ihre Zukunft: Anstatt zu heiraten, möchte sie als erste Frau an der altehrwürdigen Hochschule von Duńgol aufgenommen werden. Sie trifft auf Meister Osholér von Duńgol, der auf der Suche nach einer legendären Stadt in der Tiefe des weiten Waldes ist. Und sie begegnet Erdash, Fischer aus dem Hafenviertel, der genug hat von seinen kleinen krummen Geschäften. Gibt es sie wirklich, die märchenhaften Silbervögel? Die drei brechen auf zu einer abenteuerlichen Forschungsreise in den Wald, die ganz anders verläuft, als von ihnen erwartet, und sie zu Orten und Menschen führt, von deren Existenz sie nicht zu träumen gewagt hätten.

16.10.2025 // 20:00 Uhr

ELLA - nichts haben, alles ändern

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Buchvorstellung & Gespräch: ELLA - nichts haben, alles ändern

 

Die Protagonistin ELLA, einst Mitglied der Bewegung 2. Juni, einer bewaffneten Gruppe aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der BRD, blickt von 2022 aus auf ihre eigene Geschichte zurück. Während heute staatlich eine »Zeitenwende« verkündet wird, in der Krieg und Gewalt wieder normal werden, erinnert sie sich an eine andere  Zeitenwende: An jene Zeit ab Mitte der sechziger Jahre, als international die alte Weltordnung aus Kolonialismus und Imperialismus ins Wanken geriet und auch in der BRD die Verkarstung der Nachkriegsjahre mit ihrer von Faschismus und Krieg sozialisierten Mehrheitsgesellschaft von einem großen Teil der Jugend aufgebrochen wurden; eine Zeit, in der sich ein Fenster der Geschichte zu öffnen schien, durch dessen Spalt man einen Blick in eine andere Zukunft richten konnte. Was passiert heute, wo dieses Fenster der Geschichte, zumindest in den alten Metropolen, wieder verschlossen scheint?

Geschrieben von Michael Weber und illustriert von ZAZA Uta Röttgers erzählt diese Graphic Novel die Geschichte einer Zeit des kollektiven Aufbruchs, des Mutes, der Leichtigkeit, des Glücks wie auch ihrer Niederlage, verliert jedoch nie die Hoffnung, dass alles endlich wieder anders werden kann.

Michael Weber wird auf der Basis einer PowerPoint-Präsentation aus dem Buch vorlesen.

ELLA wird für das Gespräch anwesend sein.

Herausgegeben von
Galerie der abseitigen Künste

10.10.2025 // 19:30 Uhr

Junge, Heinz: Ewig kann´s nicht Winter sein

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Buchvorstellung und Gespräch über ein Leben im NS-Widerstand

Heinz Junge

Ewig kann´s nicht Winter sein
Ein Leben im Widerstand
Herausgegeben von Reinhard Junge

»Zwei SA-Hilfspolizisten schleppten mich die Treppe hinunter. … Ich rief mir ins Gedächtnis: ›Vor der Polizei und dem bürger­lichen Gericht macht ein Jungkommunist keine Aussa­gen.‹ … Die zum Antikriegstag verteilten Zettel, mit einem Handdruckkasten erstellt, hatten den Nazis kaum Hinweise auf die Organisatoren geliefert. Ich hatte geleugnet, das Flugblatt verteilt zu haben, das hatte für den Moment gereicht. Aber jetzt war die Falle zugeschnappt.« Mit 18 wurde Heinz Junge (1914-2004) verhaftet und auf der Wache gefoltert. Im Herbst 1933 schickte man ihn ins Moor: »Im KZ kriegen sie dich schon klein!« Doch in der Illegalität baute er, nicht ›kleingekriegt‹, die KPD wieder mit auf, floh nach Amsterdam und wurde 1940 ins KZ Sachsenhausen verbracht, wo er sich dem geheimen Häftlingswiderstand anschloss. Im April 1945 wurde Heinz Junge, inzwischen im KZ Mauthausen, halb verhungert von US-Truppen befreit. Bald zog es ihn nach Dortmund zurück – um neu anzufangen.

Aus Tagebuchnotizen erstellte sein Sohn Reinhard Junge, Autor zahlreicher Kriminalromane, eine ergreifende Biografie. Über ein Leben im Widerstand, das sich in Zeiten einer wiedererstarkenden Rechten als Mahnung und Warnung liest.

Zum Herausgeber
Reinhard Junge, *1946, geboren in Dortmund, Studium in Bochum, anschließend trotz zeitweiligen Berufsverbots fast 40 Jahre lang Deutschlehrer in Wattenscheid.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit VVN-VDA und PapyRossa Verlag

08.10.2025 // 20:00 Uhr

U1 zu Psychoanalyse und Antisemitismus

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Buchvorstellung und Gespräch: Spuren des Anderen - Psychoanalyse und Antisemitismus mit Ilka Quindeau

Spuren des Anderen – Psychoanalyse und Antisemitismus
Zwei zentrale Annahmen, die jahrzehntelang den Diskurs über Antisemitismusforschung geprägt haben, werden einem kritischem Blick
unterzogen: der Autoritäre Charakter und die These der Schuldabwehr. Aus psychoanalytischer Perspektive werden Vorschläge für eine andere Sichtweise
formuliert. Welche psychischen Funktionen erfüllt der Antisemitismus? Warum ist die Kritik am Antisemitismus so affektiv aufgeladen? Und wie kann der
Antisemitismus-Vorwurf in konstruktive Kritik gewandelt werden? Das Buch versteht sich als Plädoyer für Differenzierung in einem aufgeheizten,
polarisierenden Diskurs.
Im Gespräch  stellt Ilka Quindeau das Buch vor und lädt zur Diskussion über ihre Thesen ein.

30.09.2025 // 20:00 Uhr

 

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Die Bibliothek der Freien und Schwarze Risse laden ein zu einem Abend mit Antje Schrupp und ihrem neuen Buch:

Unter allen Umständen frei – über revolutionären Feminismus

Feminismus bedeutet mehr als Gleichberechtigung. Er strebt eine freiheitliche Gesellschaft an, in der niemand unterdrückt wird. Davon waren diese drei Revolutionärinnen überzeugt: Victoria Woodhull (1838–1927), erste US-Präsidentschaftskandidatin, Lucy Parsons (1851–1942), militante Aktivistin und Gewerkschafterin, und Emma Goldman (1869–1940), anarchistische Vordenkerin und Jüdin. Jenseits der bürgerlichen weißen Frauenbewegung kämpften sie für Freiheit, Liebe und Anarchie in einer Zeit, in der Rassismus, Patriarchat und Ausbeutung der Arbeiter*innen noch ungezügelt regierten. Was lässt sich von ihnen lernen? In welchem Verhältnis stehen intersektionale und revolutionäre Feminismen zur Frauenrechtsbewegung? Oder zu sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Ansätzen? Wie halten wir es mit der Gewalt und der direkten Aktion? Wie pragmatisch muss revolutionäre Politik und wie prinzipientreu? Welche Bündnisse sollten wir schließen und welche Themen sind relevant?
All diese Fragen waren auch damals schon aktuell. Antje Schrupp, Politikwissenschaftlerin und Journalistin aus Frankfurt, stellt ihr Buch und seine Protagonistinnen vor und macht deutlich, wie vieles sich von dem, was heute in den USA passiert, seine Wurzeln in jener Zeit hat.

22.09.2025 // 20:00 Uhr

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Szenische Lesung zu "Widerstehen" mit Ferdinand und Beate Sutterlüty

Widerstehen
Versuche eines richtigen Lebens im falschen

Die Unzufriedenheit in unserer Gesellschaft wächst. Die einen verzweifeln, andere verlieren sich in Kritik, die meisten machen einfach so weiter. Nur wenige ziehen wirklich Konsequenzen aus dem, was sie als falsch erkannt haben. Diese Menschen wollen nicht tatenlos zuschauen und haben den Mut, sich den herrschenden Zuständen und Erwartungen zu widersetzen.

Der Soziologe Ferdinand Sutterlüty hat mit einigen von ihnen gesprochen. Mit einem Seenotretter und einem Lehrer, mit Aktivistinnen und Bergbauern. Mit einer Reinigungskraft, die gegen demütigende Arbeitsbedingungen und für den Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen kämpft. Mit einer Forstbeamtin, die sich in einem jahrelangen Gerichtsverfahren gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz wehrt. Mit einem Künstler, der als Selbstversorger lebt, und einer Künstlerin, die mit Transfrauen arbeitet. Für Sutterlüty sind sie Hoffnungsträger und Pionierinnen, die zeigen, dass es auch anders geht – einmal laut, einmal leise, im Untergrund oder sehr öffentlich. Wie Figuren aus großen Romanen lassen sie niemanden unberührt.

01.09.2025 // 20:00 Uhr

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Buchvorstellung und Gespräch mit Aktivist*innen der »Soulèvements de la terre« (»Aufstände der Erde«) aus Frankreich - Übersetzung Andreas Jandl (Französisch / Deutsch / konsekutiv)

Aufstände der Erde (Hg.)

Erste Beben

Innerhalb von drei Jahren haben sich die »Aufstände der Erde«, ein Kollektiv zur Verteidigung von Land und Wasser, als eine der wichtigsten aktivistischen Gruppen der französischen Umwelt- und Klimabewegung etabliert.

Mit ihren spektakulären Aktionsformen, darunter auch Blockade- und Sabotageaktionen, greift die Gruppe nicht nur effektiv in das Räderwerk der fossilen, extrem energieverbrauchenden und umweltvergiftenden industriellen Maschinerie ein, sondern sorgt auch immer wieder für erhebliches Aufsehen in der französischen Öffentlichkeit.

In diesem Buch berichten die Aktivist*innen von ihren Interventionen, analysieren die bisherige Entwicklung, erläutern ihre ein breites gesellschaftliches Spektrum umfassende Form der Organisierung und legen ihre strategischen Hypothesen vor. Das Buch ermöglicht ein besseres Verständnis dieses »politischen Ufos«, das sowohl durch einen Brückenschlag von der institutionellen bis hin zur radikalen Linken als auch durch die Vielfalt seiner Aktionsformen, wie direkte Massenaktionen, Unterstützung reformistischer Maßnahmen sowie den Aufbau lokaler Gegenkräfte beinhalten, überrascht.

Die Texte zeigen zugleich die Grenzen der derzeitigen ökologischen Hauptströmungen – Reformismus, Öko-Leninismus, alleinige Konzentration auf lokale Kämpfe – auf und schlagen einen vierten Weg vor: die Schaffung eines Netzwerks des Widerstands, das den lokalen ökologischen Kämpfen einen strategischen Zusammenhalt verleiht und gleichzeitig den Ehrgeiz hat, in andere Kämpfe einzugreifen.

Erschienen bei Assoziation A

26.08.2025 // 20:00 Uhr

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Buchpräsentation und Gespräch: „Zwei Leben für die Befreiung“

Zwei Leben für die Befreiung. Martha und Harry Naujoks zwischen Revolution, Inferno und Erinnerung

Martha Naujoks (1903-1998) und Harry Naujoks (1901-1983) waren Hamburger Mitglieder der KPD und beteiligten sich ab 1933 am Widerstand gegen den Nationalsozialismus an der Macht. Harry war 12 Jahre in Gefängnissen und den KZ Sachsenhausen und Flossenbürg inhaftiert, Martha geriet nach der Flucht in die Sowjetunion 1936 in die Mühlen der stalinistischen Repression. Beide überlebten und widmeten sich ab den 1950er Jahren der Erinnerung an das KZ Sachsenhausen und den Widerstand dort. 1987 konnte aufgrund von Marthas Arbeit das von Harry in Zusammenarbeit mit anderen Häftlingen verfasste Buch „Mein Leben im KZ Sachsenhausen 1936-1942“ erscheinen.

Über diese Lebensgeschichten, das 20. Jahrhundert und die kommunistische Bewegung haben die „Kinder des Widerstands“ aus Hamburg kürzlich das ungewöhnliche zweibändige Lesebuch „Zwei Leben für die Befreiung“ herausgegeben. Es vereint eine kommentierte Neuherausgabe des Sachsenhausen-Berichts mit der ersten Biografie über Martha Naujoks und zahlreichen weiteren Quellen und Beiträgen zu den Jahren 1933-1945 und dem Widerstand gegen das NS-Regime.

Ein Vertreter der Gruppe wird das Buch zusammen mit dem Historiker Henning Fischer vorstellen.

Dazu gibt es Ausschnitte aus einem Interview mit Martha Naujoks aus den 1980er Jahren zu hören, in dem sie selbst über ihre Lebensgeschichte spricht.

20.08.2025 // 20:00 Uhr

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Rechtsradikale Tech-Oligarchie und zerstörerischer KI-Bullshit

Macht kaputt, was euch kaputt macht – Warum ChatGPT mit den ‚sozialen‘ Medien als Resonanzraum Rechtsradikalismus befördert, Ungleichheit vergrößert und Gemeinschaft zersetzt

Die derzeitige Stärke autoritärer und rechtsradikaler Strömungen weltweit fällt zusammen mit einer wachsenden Verunsicherung durch multiple Krisen (Klimazerstörung, Kriege, ökonomische Krise, unaufgearbeitete Pandemie, ...) und einem massiven Bedeutungszuwachs ‚sozialer‘ Medien innerhalb der letzten fünf Jahre.

Algorithmisch verstärkte Polarisierung über Hass, Hetze und Falschinformation zerstört dabei weit mehr als ‚nur‘ eine gemeinsame Debattenkultur. Eine Flut von postfaktischem Unsinn (sogenannter Bullshit) zersetzt die Grundlage für politische Willensbildung und eben auch widerständige Organisierung. Das ist leider kein unschöner Nebeneffekt einer ‚neutralen‘ technologischen Entwicklung, sondern vielmehr Teil eines technologischen Angriffs auf ‚das Politische‘ an sich, angetrieben von einer patriarchalen und ideologisch immer offener rechtsradikal auftretenden Tech-Oligarchie.

Das Zusammenwirken von Autokratie-Anhängern, Faschisten und reaktionären Tech-Feudalisten erreicht in den USA ein neues Bewegungsniveau. Die Tech-Oligarchie stellt dabei nicht nur Technologien zur Verfügung, die insbesondere rechtsradikalen Bestrebungen nützlich sind, sondern befeuert aktiv einen breit angelegten rechten Kulturkampf. Ihr radikal anti-demokratisches Technologieversprechen dient dabei als visionäre Fortschrittserzählung, die angesichts einer allgemeinen Utopiearmut in der Mehrfachkrise mehr und mehr verfängt.

Eine feministische und antifaschistische Gegenbewegung muss dieses autoritäre Zukunftsprojekt angreifen. Eine unkritische Nutzung der vermeintlich ‚neutralen‘ Technologien als ‚bloße Werkzeuge‘ befördert hingegen deren Normalisierung und damit eine weitere Machtkonzentration dieser „Rechtsaußen-Tech-Oligarchie“.

Infos: https://capulcu.noblogs.org/

29.07.2025 // 20:00 Uhr

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Buchvorstellung ""Dran! Dran! Dran!" - Thomas Müntzer, der Bauernkrieg und die Entblößung des falschen Glaubens" mit Karsten Krampitz und Albert Scharenberg

Er kämpfte gegen die „Gottlosen“ seiner Zeit: der Theologe, Pastor und Revolutionär Thomas Müntzer. Gegen Papst und Bischöfe, die die Vergebung der Sünden gegen eine schnöde Geldzahlung versprachen; gegen die Adligen und Pfaffen, die die notleidenden Bauern auspressten, um ihr Leben im Luxus zu finanzieren; gegen die Patrizier, die in den Städten mit ihrem wachsenden Reichtum prassten; gegen die Fürsten, denen jedes Mittel der Gewalt recht war, solange es nur dazu diente, ihre Herrschaft aufrechtzuerhalten; gegen den Reformator Martin Luther, der von der Kanzel bedingungslose Unterwerfung predigte.
Wer aber war Thomas Müntzer? Welche Rolle spielte er für die Reformation, für die christliche Liturgie, für den großen Bauernkrieg?
Die Essays in diesem Band erwecken seine Zeit zum Leben – und stellen sich der Frage, wer heute die Gottlosen sind, von denen er vor 500 Jahren sprach.
Mit Beiträgen von Hugo Ball, Volker Braun, Michael Bünker, Andrew Drummond, Friedrich Engels, Karsten Krampitz, Thomas Müntzer, Bodo Ramelow, Lyndal Roper, Albert Scharenberg, Ulrike Strerath-Bolz und Timo Versemann.

19.06.2025 // 20:00 Uhr

897716223-Nagy-Zeit-abschaffen

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Buchpräsentation: Zeit abschaffen von Simon Nagy

 

Simon Nagy präsentiert im Gespräch mit Lua Mauff sein Buch »Zeit abschaffen. Ein hauntologischer Essay gegen die Arbeit, die Familie und die Herrschaft der Zeit« (Unrast Verlag, 2024).

Es ist 175 Jahre her, dass es erstmals beim Namen genannt wurde: das die Gegenwart heimsuchende, aus der Zukunft flüsternde Gespenst des Kommunismus. In den letzten Jahren tauchen wieder vermehrt solche Gespenster auf, die von radikal anderen Zukünften zu flüstern wissen. Sie erscheinen vor allem in Filmen, Romanen und künstlerischen Arbeiten, sind aber gar nicht so leicht zu erkennen, weil sie sich nicht an althergebrachte Formen des Spuks halten. Es braucht neue Werkzeuge, um sie aufzuspüren, mit ihnen ins Gespräch zu treten und herauszufinden, was sie uns über unsere Zeit, ihre Abschaffung und von möglichen anderen Zeiten berichten können.

»Zeit abschaffen« tritt mit solchen Gespenstern der Gegenwart und der jüngsten Vergangenheit in einen Dialog. Er sucht das Gespräch mit ihnen mit dem Ziel, ihr Flüstern nicht wie so oft als Drohung, sondern als Versprechen hörbar zu machen. Das Ende der Arbeit, die Aufhebung der Familie und die Abschaffung der Zeit treten dabei als verwandte, einander sogar bedingende Begehren auf. Sie alle drehen sich um das Ziel, der künstlichen Produktion von Gegenwart ein Ende zu setzen und vergangene Kämpfe in kollektiv bestimmte Zukünfte zu transformieren.

»Angesichts der depressiv-defensiven linken Theorie- und Einfallslosigkeit ist Nagys Essay eins der wichtigen politischen Bücher des Jahres.« – Christof Meueler, nd

»Man liest Zeit abschaffen in einem Zug, hat unzählige frische Ideen im Kopf – und spürt mit wohligem Unbehagen die Gegenwart der freundlichen Gespenster.« – Lukas Meschik, Der Standard

Veranstalterin: Schwarze Risse

13.06.2025 // 20:00 Uhr

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Buchpräsentation und Gespräch mit dem Autor Marcu Rediker: Das Sklavenschiff, Eine Menschheitsgeschichte

Buchpräsentation und Gespräch mit dem Autor

»Das Sklavenschiff, Eine Menschheitsgeschichte«, Marcus Rediker (Assoziation A)

Englisch / Deutsch - Übersetzung durch Max Henninger (konsekutiv)

Mehr als drei Jahrhunderte lang brachten Sklavenschiffe 14 Millionen Menschen von den Küsten Afrikas über den Atlantik in die Neue Welt. Etwa fünf Millionen sind in Afrika, auf den Schiffen und im ersten Jahr der Sklavenarbeit gestorben.

Der preisgekrönte Historiker Marcus Rediker stützt sich bei seiner Untersuchung auf dreißig Jahre Forschung in Archiven, um eine so noch nie geschriebene Geschichte dieses menschlichen Dramas zu verfassen. Er rekonstruiert in erschütternden Details das Leben, den Tod und die Schrecken, die an Bord dieser schwimmenden Kerker herrschten.

Das Buch berichtet von den elenden Lebensbedingungen der Sklaven, die mit Hunger, Krankheit und einer furchtbaren Zukunft konfrontiert waren, von der extremen Gewalt der Strafen und Folterungen und vom allgegenwärtigen Tod. Er erinnert an die Angst der an Bord dieser Pulverfässer eingesperrten Mannschaften, die extrem harten hierarchischen Beziehungen, die Beziehungen zwischen Seeleuten und Gefangenen. Schließlich widmet er sich den Kooperationsformen zwischen Sklaven, denen es gelang, sich über ethnische Grenzen hinweg zu organisieren, um Aufstände mit oft blutigem Ausgang zu führen, breiten Raum.

»Das Sklavenschiff« ist eine Geschichte der Tragödie und des Schreckens, aber auch ein Epos der Widerstandsfähigkeit. Marcus Rediker hat mit ihm ein Standardwerk über eines der erschütterndsten Kapitel des Kolonialismus und der Menschheitsgeschichte geschaffen, das in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.

»Das Sklavenschiff war eine Kombination aus Kriegsmaschine, mobilem Gefängnis und Fabrik.

Es stand im Mittelpunkt einer Reihe tiefgreifender, miteinander verbundener Veränderungen,

die für den Aufstieg des Kapitalismus von entscheidender Bedeutung waren.«

14.05.2025 // 20:00 Uhr

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„Netzwerke der Zugehörigkeit knüpfen“ / "Knitting Networks of Belonging" with whisper translation

„Netzwerke der Zugehörigkeit knüpfen“
Das Buch basiert auf einer empirischen Untersuchung zur Konzeption nachbarschaftlichen Lebens in ver-
schiedenen Stadtteilen von Khartum und Omdurman, Sudan. Dabei wurden auch lokale Komitees einbezo-
gen. Die Daten für diese Untersuchung wurden zwischen 2014 und 2016 erhoben. Inzwischen haben militä-
rische Auseinandersetzungen in dem im April 2023 begonnenen Machtkampf zwischen General Hemedti
und General Burhan Milizen der RFS und Soldaten der SAF die Stadt nahezu vollständig vernichtet: die
Menschen wurden vertrieben, die Häuser und Wohnungen ausgeraubt und oft zerstört.
Welche Perspektive kann es jetzt geben?

"Knitting Networks of Belonging"
The book is based on an empirical study on the conception of neighbourhood life in different neigh-
bourhoods of Khartoum and Omdurman, Sudan. Local committees were also involved. The data for this
study were collected between 2014 and 2016. In the meantime, military clashes in the power struggle that
began in April 2023 have almost completely destroyed the city: people have been displaced, their houses
and flats looted and often destroyed.
What prospects can there be now?

Präsentation des Buchs durch die Autorin, Offene Diskussion

Veranstalter: Buchladen Schwarze Risse, Migration-Control.Info

16.04.2025 // 20:00 Uhr

Versammlungsraum im Mehringhof

U1 zu Stoffwechselpolitik

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Buchpräsentation: Arbeit und Produktion im ökologischen Klassenkonflikt

Stoffwechselpolitik geschichtlich und heute

Der Soziologe Simon Schaupp stellt in seinem neuen Buch den Zusammenhang zwischen Arbeit und Ausbeutung des menschlichen Körpers und der Natur dar. Er stellt nicht den Konsum in den Mittelpunkt der Zerstörung des Planeten, sondern die Arbeit.

Die Nutzbarmachung der Natur und des menschlichen Körpers sowie die daraus hervorgehende Zerstörung der Natur leitet er nicht nur theoretisch her, sondern belegt sie auch an historischen Beispielen. Die dramatische Klimaerwärmung lässt die Natur auf irreversible Kipppunkte zusteuern, deren Folgen v.a. zu Lasten der unteren Klassen gehen. Die Naturzerstörung ist also nicht nur eine ökologische Katastrophe, sondern bedeutet auch einen zunehenden Klassenkonflikt bei der Arbeit, sowohl in Betrieben als auch darüber hinaus.

Gespräch und Diskussion.

Veranstalter:innen: Arbeitskreis Internationalismus in Kooperation mit dem Buchladen Schwarze Risse

08.04.2025 // 19:30 Uhr

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Buchpräsentation: „Digitaler Kolonialismus“

Ingo Dachwitz und Sven Hilbig präsentieren ihr Buch „Digitaler Kolonialismus - wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen“

Innovativ, mächtig, rücksichtlos: Kaum eine Geschichte wird so oft erzählt wie die vom unaufhaltsamen Aufstieg der Tech-Konzerne an die Spitze der global vernetzten Welt. Nur ein Kapitel wird ausgespart: Der blutige Preis, den der Globale Süden dafür zahlt. In Ländern wie Kenia oder den Philippinen schauen sich Heere von ausgebeuteten Arbeitern und Arbeiterinnen täglich traumatisierende Inhalte an, damit wir unbeschwert Sozialen Medien und Künstliche Intelligenz nutzen können. Unter brutalsten Bedingungen fördern Minenarbeiter*innen im Kongo Rohstoffe für unsere Smartphones, während der Lithium-Abbau in Lateinamerika indigenen Gruppen buchstäblich das Wasser abgräbt. In Ägypten und Vietnam leiden Aktivist*innen unter technisch hochgerüsteten Diktatoren. Die Großmächte USA, China und auch Europa spielen dieses Spiel nicht nur mit, sondern verschärfen aktiv die Ausbeutung und Kontrolle im Globalen Süden. Mit dem neuen Bündnis von US-Tech-Konzernen mit Donald Trump und Elon Musks Einzug ins Weiße Haus droht der digitale Kolonialismus sogar in eine neue Phase zu treten.

04.04.2025 // 20:00 Uhr

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Buchvorstellung und Diskussion: Die Politik der Rackets Zur Praxis der herrschenden Klassen mit dem Autor Kai Lindemann

In kritischen Kommentaren der jüngsten Zeit findet die Racket-Metapher wieder häufiger Verwendung. Ursprünglich ein Begriff der Frankfurter Schule ist er ebenso schillernd wie kontrovers. Bis heute steht er als Symbol für deren unausformulierte, politische Theorie. Im Neoliberalismus wirkt der Racket-Begriff auf unheimliche Art plausibel. Oligarchien, extremer Reichtum, demobilisierte Klassen, Steuerflucht, Plünderung öffentlicher Güter und Haushalte, Korruptionsskandale und informelle Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft sind einige der Phänomene, die Fragen nach der gegenwärtigen Verfasstheit politischer Herrschaft hervorbringen. Zugleich kann der Racket-Begriff Defizite füllen, die sich zwischen Ansätzen der Klassenpolitik, Analysen sozialer Ungleichheit, Elitentheorien und der Korruptionsforschung ergeben. Rackets und Neoliberalismus ist die Demokratiefeindlichkeit gemein. In seinem Buch erweitert Kai Lindemann daher den fragmentarischen Racket-Begriff der Frankfurter Schule klassentheoretisch und reformuliert ihn staatstheoretisch. Er plädiert zur Überwindung der Racket-Gesellschaft für eine radikale Demokratisierung aller gesellschaftlichen Bereiche. Hierfür braucht es solidarische Gemeinwesen und starke Kollektive der Klassenpolitik, die das Kapitalverhältnis humanistisch und konsequent in seine Schranken weisen.

01.04.2025 // 20:00 Uhr

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Buchvorstellung und Diskussion: Arbeiten in Kollektivbetrieben

Buchvorstellung und Diskussion
Rupay Dahm hat mit "Selbstbestimmt arbeiten, Betriebe demokratisieren" ein umfassenden Nachschlagewerk geschrieben. Dabei geht es nicht nur um die Praxis von Kollektivbetrieben, sozusagen eine "alternative BWL", sondern auch um das größere Ganze, eine Verortung der Kollektivbewegung in Debatten um Vergesellschaftung, Commons, sozial-ökologische Transformation, Planwirtschaft und Degrowth. Der Autor wird einige Passagen lesen und kann u.a. folgende Fragen zur Diskussion stellen:

  • Selbstausbeutung im Kollektiv - was kann man dagegen tun?
  • Kollektive im Kontext von Vergesellschaftungs- und Planwirtschaftsdebatten, oder der aktuellen Diskussion um "antifascist economics"
  • Welche Interessengegensätze (z.B. zwischen Wirtschaftlichkeit und Wohlbefinden) lassen sich im Kollektiv nicht auflösen und wie geht man damit um? Welche Rolle könnten Betriebsrat oder Gewerkschaften dabei spielen?
  • Kein Richtiges im Falschen – Kollektivbetriebe stehen nicht außerhalb der kapitalistischen Produktionsverhältnisse, auch sie sind auch den Marktmechanismen unterworfen, kann es trotzdem gelingen nicht nur die Arbeitsbedingungen im Hier und Jetzt zu ändern, sondern über den Kapitalismus hinausdenken.

Veranstalterin: Schwarze Risse

28.03.2025 // 19:30 Uhr

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Im Versammlungsraum des Mehringhofs

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Buchpräsentation mit dem Autor Miquel Ramos: Antifascista. Wie die spanische extreme Rechte seit den 1990er Jahren bekämpft wird

 

 

Nach dem Tod des Diktators Francisco Franco näherte die spanische extreme Rechte ihr Erscheinungsbild der europäischen extremen Rechten an. Die Transición (1975-1982), die Übergangsphase von einer faschistischen Diktatur zu einer parlamentarischen Monarchie, war geprägt von der Gewalt der parapolizeilichen Gruppen und dem Staatsterrorismus, aber bald kamen die neonazistischen Skinhead-Banden, die Fußball-Ultras und nach und nach die neuen rechtsextremen Formationen und neofaschistischen Bewegungen hinzu. Die Generation, die nach der Transición aufwuchs, reagierte in verschiedenen Bereichen und mit unterschiedlichen Taktiken auf eine neue extreme Rechte, die auf brutale Weise Gewalt gegen verschiedene Kollektive ausübte und nach und nach versuchte, in den Institutionen Fuß zu fassen. Miquel Ramos gibt einen Überblick über die verschiedenen Kämpfe gegen die neue extreme Rechte in Spanien seit Mitte der 1980er Jahre bis heute, versehen mit O-Tönen ihrer Protagonist:innen und journalistischen und politischen Chroniken der einzelnen Momente: über die Organisation der verschiedenen Plattformen und Gruppen, die von der anfänglichen Selbstverteidigung zur Offensive gegen rechtsextreme Gruppen übergingen; welche Rolle Journalismus, Kultur, Musik, die Institutionen und andere soziale Bewegungen spielten; über die Vielfältigkeit des antifaschistischen Kampfes, seine Bündnisse, Debatten und einige Erfolge. Aber auch, wie ein Teil der antifaschistischen Bewegung allein kämpfte, die Risiken auf sich nahm, die Gewalt der Neonazis, die Verfolgung durch Polizei und Justiz sowie die Kriminalisierung der Medien ertragen musste.

Veranstalter:innen: Lucha Amada & Schwarze Risse

27.03.2025 // 20:00 Uhr

Aseva, Elisa - Über Stunden

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Lesung mit Elisa Aseva: 'Über Stunden'

Die Berliner Autorin Elisa Aseva ist mit Kurztexten bekannt geworden, die zunächst auf Facebook gepostet wurden: Kluge, coole Geschichten und Alltagsbeobachtungen. 2021 erschien unter dem Titel Über Stunden eine Auswahl ihrer Posts in Buchform.

Über Stunden liest sich wie Worte an den Wänden. Ganz selbstverständlich«, so beschreibt es das Internetmagazin 54books. Ihre Poesie ist unmittelbar, ihre Statements zeigen klare Kante und gerät sie ins Erzählen, endet es viel zu früh. »Über Stunden« ist die fein komponierte Sammlung ihrer besten Posts, denen man sich überlassen kann, um ihnen über Tage nachzuhängen. Vielleicht länger.

Ihre Kurztexte entstehen in Mittagspausen oder Feierabendsituationen und bleiben im Rohzustand: Schreiben als Abschöpfprodukt des Alltags einer ungelernten Arbeiterin. »Am liebsten wäre ich in ein wurzelloses, technikfreundliches kommunistisches Milieu hineingeboren worden, aber ohne allzu viel Streit.«

Veranstalter:in: Schwarze Risse

14.03.2025 // 20:00 Uhr

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Buchpräsentation: Gigafabrik in Grünheide

 

Aus nächster Nähe und gleichzeitig kritischer Distanz hat Heidemarie Schroeder den Prozess der Ansiedlung von Tesla als Anwohnerin nicht einfach nur miterlebt. Sie hat ihn protokolliert, mit eigenen Recherchen begleitet und mithilfe von zahlreichen Expert_innen aufgearbeitet. Sie schildert, wie der Bau der Tesla-Fabrik politisch auf undemokratische Weise erzwungen wurde, wie vor Ort gegen alle Arten von Recht verstoßen wird, warum ein Green New Deal, der auf E-Mobilität setzt, nicht funktionieren kann, und was das für das Ökosystem der Region und seine Bewohner_innen langfristig bedeutet.

In Heidemarie Schroeders Buch über das Tesla-Werk und Elon Musk in Brandenburg „Eine Gigafabrik in Grünheide oder der Albtraum vom grünen Kapitalismus“ laufen viele Linien zusammen, die unsere gegenwärtigen Krisen greifbar machen: die Krise des demokratischen Systems ebenso wie das Faktum, dass eine echte ökologische Wende bislang nicht vollbracht ist.

Die Autorin wird kurze Passagen zum Agieren der Behörden und Politiker:innen, zur 'angeblichen' Bürgerbeteiligung und dem entstandenen und sich ändernden Widerstand aus ihrem Buch vorlesen, um dann anschließend ins Gespräch mit den Anwesenden zu kommen, wie es weiter gehen kann.

Veranstalter:innen: Schwarze Risse

12.02.2025 // 19:00 Uhr

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Im Versammlungsraum der Mehringhöfe

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Revolution and War in Sudan. The Role of the Emirates. Displacement, Extraction, and Investment by the Means of War

-- event in English / Veranstaltung auf Englisch --- Die Veranstaltung findet im Versammlungsraum, Hinterhof blaue Tür rechts statt --

Die Revolution im Sudan hat Ansätze zu einer Demokratie hervorgebracht, die auf Komitees in den Nachbarschaften gegründet ist. Der Krieg, der seit März 2023 geführt wird, ist nur vordergründig ein Krieg zwischen den Militärs und Milizen: dieser Krieg richtet sich gegen das soziale Geflecht, das in der Revolution entstanden ist.

Mit der Dauer des Kriegs treten weitere Akteure in den Vordergrund: Insbesondere die Vereinigten Emirate, die den Krieg am Leben halten und auf Dauer stellen. Sie wollen das Gold, sie wollen Agrarprodukte. Aber vor allem wollen sie, dass das Land für Investitionen frei gemacht wird. Displacement? Auch daran verdienen sie, denn Dubai ist der größte Umschlagplatz für humanitäre Güter.

Und was tut die EU? Sie hofiert die Emire und setzt auf Energiepartnerschaft und Grüne Technologie.

Veranstalter:innen: Migration Control & Schwarze Risse

EN:

The revolution in Sudan has produced the beginnings of a democracy that is based on comittees in the neighborhoods. The war that has been waged since March 2023 is only superficially a war between the military and militias: this war is directed against the social fabric that has emergend during the revolution.

As the war continues, other actors come to the fore: in particular the United Emirates, which is keeping the war alive and making it permanent. They want the gold, they want agricultural products. But more than this, they want the land to be freed up for investment. Displacement? They also make money from this, because Dubai is the largest transshipment point for humanitarian goods.

And what is the EU doing? It is courting the Emirs and focusing on energy partnerships and green technology.

Presented by: Migration Control & Schwarze Risse

 

16.12.2024 // 20:00 Uhr

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Lesung mit dem Autor Martin Krauss: "Dabei sein wäre Alles"

Warum wird so oft der Sport vergessen, wenn es um große und wichtige Politik geht? Der Journalist Martin Krauss (taz, Jüdische Allgemeine u.a.) hat nun eine Geschichte dieses viel zu oft vernachlässigten gesellschaftlichen Phänomens geschrieben.
Als beispielsweise die Olympischen Spiele der Neuzeit 1986 erstmals stattfanden, waren nur sogenannte Gentleman-Sportler am Start. Es fehlten: Arbeiter, Frauen, People of Colour, Muslime, Juden und andere, Menschen aus Afrika und Asien, Queere, Menschen mit Behinderung. All diese Gruppen mussten - und müssen - sich weiterhin ihr Recht auf Sport erkämpfen. Die damals (und teils heute noch) Ausgeschlossenen stehen für die großen Themen, entlang derer heutzutage über Unterdrückung diskutiert wird: Klassismus, Sexismus, Rassismus, Islamophobie, Antisemitismus, Postkolonialismus, Gender-Themen und die Fragen, die von denn Disability Studies aufgeworfen werden. Gerade am Widerstand und den Kämpfen um Teilhabe lässt sich auch das enorme demokratische Potenzial des Sports zeigen.
Entlang vieler vergessener oder verdrängter historischer Beispiele entsteht so „eine linke Geschichte des Sports“ („analyse & kritik“). Die „Badische Zeitung“ schreibt, es ist eine Geschichte „über die Ausgeschlossenen, die Ungewollten. Aber es ist kein Buch über Opfer. Krauß schreibt von den Mutigen, von Vorbildern und Heldinnen“. Und für „nd.der tag“ ist das Buch „eine systematische historische Aufarbeitung“ und zwar „bei aller Seriosität in unterhaltsamer Form – im besten
Sinne“.

 

12.12.2024 // 20:00 Uhr

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Vorstellung der aktuellen Zeitung PROKLA

Die PROKLA 216 widmet sich den »Widersprüchen »grüner« industrieller Transformation«: Um den Klimawandel einzudämmen, ist eine tiefgreifende industrielle Transformation erforderlich: Im Zuge der Dekarbonisierung sollen die Produktionsprozesse in Zukunft anstatt mit fossilen Energieträgern mit Strom aus erneuerbaren Energien und Wasserstoff betrieben werden. Auch umstrittene Technologien zur CO2-Abscheidung und -Speicherung nehmen in den Szenarien zur Klimaneutralität einen wichtigen Platz ein. Die industrielle Produktion steht damit vor tiefgreifenden Umbrüchen, die sich sowohl auf die Beschäftigungsverhältnisse als auch auf die internationale Konkurrenz im industriellen Bereich, die Industriepolitik des Staates wie auf die Nord-Süd-Beziehungen auswirken werden. Zudem erörtern die Beiträge der PROKLA 216, welche Rolle einerseits fossile Beharrungskräfte, andererseits Gewerkschaften und soziale Bewegungen bei der »grünen« industriellen Transformation spielen und welche Widersprüche und Konflikte dabei auftreten.

Mit Beiträgen von Alina Brad, Tobias Haas, Lorena Herzog, Nora Horn, Lukas Geisler, Tobias Kalt, Patrick Klösel, Klaus Meier, Simon Schaupp, Christoph Scherrer, Etienne Schneider, Stefan Schoppengerd, Jenny Simon, Lasse Thiele, Anne Tittor und Markus Wissen.

06.12.2024 // 20:00 Uhr

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Bilingual Book Presentation/Buchvorstellung „Beneath The Mountain“ Anti-Prison-Reader

Kurzbeschreibung „Beneath the Mountain“

Das von Mumia Abu-Jamal und der Anti-Gefängnis-Aktivistin Jennifer Black herausgegebene Buch „Beneath the Mountain. An Anti-Prison Reader“ ist ein ganz besonderes Werk, das Texte von Kämpfer*innen gegen Rassismus, Repression und Reaktion aus zwei Jahrhunderten vereinigt. Texte von Rebell*innen gegen die Sklaverei wie Nat Turner und Frederick Douglass, Kämpfer*innen gegen den Völkermord an der indigenen Bevölkerung der USA wie Crazy Horse und Geronimo, Gegner*innen von Kapitalismus und Imperialismus wie Mother Jones und Eugene Debs und Aktivist*innen gegen die neoimperiale Versklavung marginalisierter Bevölkerungsschichten jedweder Herkunft im gefängnisindustriellen Komplex der USA von Angela Davis bis zu heutigen Vertretern desselben Kampfes wie Saleem Holbrook sind hier mit kompetenten Einleitungen der Herausgeber*innen versammelt und machen klar:

Die Gefängnisse und Knäste, die die Herrschenden seit Jahrhunderten zur Absicherung ihres Systems errichtet haben, mögen sich zwar wie ein Berg über den Unterdrückten erheben, aber am Fuß und unter diesem Berg ist unablässig Widerstand am Werk und es ist am Ende dieser Berg, nicht der Widerstand, der keinen Bestand haben wird.

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Short description „Beneath the Mountain“

The book „Beneath the Mountain. An Anti-Prison Reader“, edited by Mumia Abu-Jamal and anti-prison activist Jennifer Black, is a very special work that brings together texts by fighters against racism, repression and reaction from two centuries. Texts by rebels against slavery such as Nat Turner and Frederick Douglass, fighters against the genocide of the indigenous population of the USA such as Crazy Horse and Geronimo, Opponents of capitalism and imperialism such as Mother Jones and Eugene Debs, and activists against the neo-imperial enslavement of marginalized populations of all backgrounds in the US prison industrial complex from Angela Davis to contemporary representatives of the same struggle such as Saleem Holbrook are gathered here with competent introductions by the editors and make it clear:

The prisons and jails that rulers have built for centuries to secure their system may rise like a mountain above the oppressed, but at the foot of and beneath that mountain, resistance is ceaselessly at work, and in the end, it is that mountain, not the resistance, that will not endure.

02.12.2024 // 19:30 Uhr

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Kuczynski | Letzte Geschichten aus dem Lunapark | Buch | 978-3-89438-837-9 | sack.de

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Thomas Kuczynski: Letzte Geschichten aus dem Lunapark.

 

Geschichte & Ökonomie

Buchvorstellung:

Thomas Kuczynski, Letzte Geschichten aus dem Lunapark. Historisch-kritische Kolumnen zur Ökonomie der Gegenwart. Köln: PapyRossa, 2024

Wenige Monate vor der Pleite von Lehmann Brothers ging Anfang 2008 die erste Ausgabe von „lunapark21. Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie“ in den Druck. Die Struktur der Quartalsschrift sollte – so die Planung – von verschiedenen Rubriken gebildet werden, für die einzelne Redakteure oder Autoren verantwortlich zeichneten. Das war gut ausgedacht, klappte aber nicht immer. Tatsächlich in fast jeder Ausgabe zu finden war die Rubrik „geschichte & ökonomie“, in der Thomas Kuczynski aktuelle ökonomische Probleme im Lichte historischer Erfahrungen darstellte. 2014 erschienen seine Beiträge aus den Heften 1 bis 27 gesammelt als Buch im PapyRossa Verlag unter dem Titel „Geschichten aus dem Lunapark“. Er hat diese Arbeit, die ihm und seinem immer größer werdenden Publikum viel Freude machte, bis zu seinem Tod am 19. August 2023 fortgesetzt. Das Ergebnis dieser Jahre liegt nun in einem zweiten Buch vor: seine Kolumnen von Heft 28/2014 bis zum Heft 62/2023 als „Letzte Geschichten aus dem Lunapark“. Es sind meisterhaft verfasste Miniaturen, hinter denen ein reiches Lebenswerk steht.

Der Band wird vorgestellt von den Herausgebern Georg Fülberth, Sebastian Gerhardt und Annette Vogt.

01.11.2024 // 20:00 Uhr

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Die Nazis nannten sie »Asoziale« und »Berufsverbrecher« - Buchvorstellung

Was waren es für Menschen, die als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ bezeichnet wurden?

Die Rekonstruktion der 20 Lebensgeschichten im Sammelband „Die Nazis nannten sie „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ (Hg. F. Nonnenmacher), gelang oft nur unter schwierigsten Umständen und zeigt vor allem eines: Die betroffenen Menschen waren meist arm. Ihre Geschichten berichten von zahlreichen Kleinstdelikten. Gesetzwidriges Verhalten war unter den damaligen Umständen häufig soziale Notwehr.

Auch heute leben wir in einer Gesellschaft, in der viele Menschen hart um ihre materielle Existenz kämpfen müssen und von Wohnungslosigkeit und Armut betroffen sind. Doch war die Spaltung der Gesellschaft am Ausgang der Weimarer Republik und in den 40er Jahren noch um ein Vielfaches dramatischer. Wer in Parks schlief, keinen Wohnsitz hatte oder infolge persönlicher Schicksalsschläge den sozialen Halt verlor, wurde als „asozial“ bezeichnet.

Bei Frauen waren vermutete Promiskuität, abweichendes Sexualverhalten, Prostitution und das heimliche Durchführen von Schwangerschaftsabbrüchen häufig Gründe, die zu Haft und KZ-Haft führten.

Denn viele der Betroffenen hatten ihre Haftstrafen verbüßt und wurden dennoch nicht freigelassen sondern zur „Vernichtung durch Arbeit“ in Konzentrationslager deportiert.

Niemand war zurecht im KZ - Über die Schwierigkeiten, diese Lebensgeschichten zu recherchieren und darzustellen

In den seltensten Fällen hinterließen Menschen in prekären Lebenssituationen schriftliche Berichte, die wenigen Überlebenden schwiegen, da ihnen die Anerkennung als Verfolgte versagt blieb. Die im Sammelband zusammengestellten Biografien stellen eine Annäherung an das Geschehen dar und erheben keinen Anspruch auf Unanfechtbarkeit. Doch sind sie auf der Basis von Dokumenten recherchiert und bilden erstmals ab, was bisher gesellschaftlich nicht der Rede wert war. Zwei solcher Geschichten sollen an diesem Abend zur Sprache kommen.

Barbara Stellbrink-Kesy und André Glöckner berichten an diesem Abend über ihre langjährigen Recherchen zu zwei Frauen mit „liederlichem Lebenswandel“ in ihren Familien, über die lange nicht gesprochen wurde.

18.10.2024 // 19:30 Uhr

Im Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

Erzählung zur Sache - Lesung mit der Romanautorin Stephanie Bart. Anschließend kritische Befragung

Für ältere Linke gilt der 18. Oktober als Tag, an dem im sogenannten Deutschen Herbst 1977 im Hochsicherheitstrakt Stuttgart-Stammheim drei Gefangene der Rote Armee Fraktion zu Tode gekommen sind. Mord oder Selbstmord – das war für viele Jahre ein linker Glaubensstreit. Heute verbinden vor allem Jüngere mit Stammheim eine Großdisco. Über die RAF schien spätestens dann alles gesagt, als Autor*innen wie Stefan Aust und Bettina Röhl die Diskurshoheit übernommen hatten. Doch auch ideologische Wetterlagen dauern nicht ewig, wie jedes Tiefdruckgebiet müssen sie irgendwann freundlicheren Lüften weichen.

Und so etwas scheint sich gerade anzubahnen. Vor einigen Monaten veröffentlichte Stephanie Bart ihren Roman „Erzählung zur Sache“, in dem sie auf 678 Seiten einen literarischen Zugang zur Geschichte der RAF gefunden hat. Nun liest man die sperrigen Texte der Organisation gerne, denn die Autorin verbindet sie mit anderen Stimmen von Freund*innen & Feind*innen, und die aus justiziellen Texten ertönende Arroganz der Staatsmacht und ihrer Lügen wird mit der realen Ausgeliefertsein der RAF-Gefangenen und deren Analyse der Situation konfrontiert. Hauptfigur des Romans ist die RAF-Mitbegründerin Gudrun Ensslin. An ihrem Kampf nicht nur um die minimalsten Grundlagen menschlicher Würde in einem Gefängnissystem, das auf die prinzipielle Negation politischer Subjektivität der Gefangenen orientiert ist, auch an ihrem Mühen um Zugang und Erhalt menschlicher & politischer Kontakte zu Freunden*innen und Genoss*innen außerhalb & innerhalb des Gefängnisses wird das zerstörerische Ausmaß staatlicher Repression fühlbar. Stephanie Bart zeigt uns eine Welt der komplex organisierten Staatsgewalt und des Widerstands dagegen. Wir bekommen mit, wie der damalige Gerichtsvorsitzende Prinzing jede zusammenhängende Erklärung der Angeklagten während der sogenannten „Verhandlung“ rigoros unterbindet und es den Angeklagten und ihrer Verteidigung wiederum gelingt, den von Prinzing geplanten „Verhandlungs“-Verlauf zu unterbinden.

Wir haben Stephanie Bart eingeladen, am 18. Oktober aus ihren Roman zu lesen, weil wir meinen, dass dieser einen wichtigen Beitrag für eine neue Motivation leistet, sich erneut mit der Geschichte der RAF und des bewaffneten Kampfes zu befassen.

Uns geht es nicht um linke Nostalgie, sondern um eine kritische Befragung der Geschichte. Deshalb wollen wir uns im Anschluss an die Lesung von Stephanie Bart sowohl den Kommentaren und Fragen aus dem Publikum, als auch drei Themenkomplexen widmen. Zunächst der Gewaltfrage, dem Antisemitismusvorwurf an die RAF und den nicht geklärten Glaubensstreit, die „Mord oder Selbstmord-Frage“ in der Stammheimer Todesnacht, die sich an diesem Tag zum 47. Mal jährt.

Eine Veranstaltung von lesenden Arbeiter*innen

unterstützt vom Buchladen Schwarze Risse

03.10.2024 // 19:00 Uhr

Aquarium hinterm Südblock
Skalitzer Straße 6
10999 Berlin/ U-Kotti

Eintritt: frei!

 

Die Frauen von Mamak – Widerstand im türkischen Militärgefängnis

Als wir vor einigen Jahren erfuhren, dass ein Frauenkollektiv seine
Erinnerungen an das türkische Militärgefängnis MAMAK und den
Militärputsch am 12. September 1980 zusammengetragen und veröffentlicht
hatte, waren wir Feuer und Flamme, dieses Buch einem deutschsprachigen
Publikum zugängig zu machen. Bis zur Drucklegung mussten wir – wie
üblich bei solchen Projekten – noch einige Hindernisse überwinden. Doch
nun ist es soweit: Das Buch ist erschienen und wir gehen gemeinsam mit
Frauen aus dem türkischen Herausgeber*innenkreis auf Lesereise!

In diesem Buch versammeln sie, 40 Jahre nach ihrer Haftzeit, ihre
Geschichten. Jede von ihnen erzählt in eigenen Worten von ihrem
politischen Kampf, den grausamen Haftbedingungen und ihrer unermüdlichen
Solidarität untereinander, die ihre stärkste Waffe gegen die alltägliche
Folter war. Ihre Zeugnisse sind nicht nur kollektive Bearbeitung ihrer
eigenen Traumata, sondern sie brechen auch mit dem Schweigen einer
traumatisierten Generation, die durch den gewaltsamen Putsch am 12.
September 1980 in Jahre der Agonie gefallen war. Wie auch in Chile wurde
– ebenfalls unterstützt von den Vereinigten Staaten – mit Gewalt eine
neoliberale Militärregierung etabliert und eine hoffnungsvolle linke
Massenbewegung zerschlagen.

Unterstützt von Buchladen Schwarze Risse

--------------- Achtung: externer Ort!!! ------------------------------------

24.09.2024 // 20:00 Uhr

Im Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

Lesung mit Frédéric Valin zu den Titeln “Ein Haus voller Wände” und “Pflegeprotokolle” Moderiert von Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag

Ein Haus voller Wände

Wie prägt das Pflegen einen Menschen, wie prägen ihn die Gepflegten? Nach seinem Buch »Pflegeprotokolle« (2021), in dem er Berichte über die Care-Arbeit anderer protokollierte, widmet sich Frédéric Valin nun in einem autobiografisch gefärbten Roman der eigenen Pflegetätigkeit. Sieben Jahre lang arbeitet der Protagonist auf einer Gruppe mit Menschen, die als geistig behindert gelten, und lernt dabei nicht nur die Bewohner*innen kennen, sondern auch etwas über die Macht, die ihm übertragen wird, die Machtlosigkeit der Bewohner*innen, er hinterfragt die Mechanismen des Pflegesystems und die gesellschaftlichen Gewissheiten über Krankheit, Behinderung und Tod – und er wird dabei selbst sensibler seiner Umwelt gegenüber.

Pflegeprotokolle

Wie geht es der Pflege, wie den Care-Berufen? Wie ging es den Menschen vor der Pandemie, wie währenddessen? Wie kamen sie in ihren Beruf und was haben sie dort erlebt? In Protokollen fängt Frédéric Valin die unterschiedlichen Lebens läufe, Motive und Erfahrungen jener Menschen ein, die sich kümmern: Altenpfleger*innen, Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen, Hospizmitarbeiter*innen, Geflüchtetenhelfer*innen.
Dabei entsteht ein aufschlussreiches, sehr persönliches und berührendes Bild jener Berufe; von den Aufgaben, Herausforderungen und Belastungen. Geschichten aus jenen Bereichen, vor denen die Gesellschaft allzu oft die Augen verschließt.

19.09.2024 // 19:30 Uhr

Im Versammlungsraum Mehringhof

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof/ blaue Tür/ 1. Stock

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

Nunca mais?! Feministische Strategien gegen die extreme Rechte in Brasilien

Amelinha Teles ist eine brasilianische Feministin, die sich seit Jahrzehnten sowohl gegen sexistische
Gewalt als auch gegen die Straflosigkeit der Verbrechen der Militärdiktatur engagiert – wie
Entführungen, Folter, Vergewaltigungen, Mord und Verschwindenlassen der Toten. Seit den 1980er
Jahren war sie als Mitgründerin der União de Mulheres daran beteiligt, basisfeministische Netzwerke
gegen sexistische Gewalt und Feminizide im ganzen Bundesstaat von São Paulo aufzubauen.
Weiterhin setzt sie sich für intersektionale feministische Allianzen insbesondere zusammen mit
Bewegungen prekarisierter Gruppen ein. In den letzten Jahren haben sie und ihre Familie immer
wieder öffentlich gegen die Glorifizierung der Militärdiktatur durch Präsident Bolsonaro Stellung
bezogen. Sie selbst war im Widerstand gegen die Diktatur aktiv und wurde nach ihrer Verhaftung in
den 1970er Jahren zusammen mit ihren Familienangehörigen Opfer von Folter.
Wir wollen in der Veranstaltung von Amelinha etwas über feministische Politiken und Bündnisse
gegen die extreme Rechte in Brasilien erfahren - unter der Regierung Bolsonaro (2019-2022) und
seitdem. Und wir wollen mit ihr in einen offenen Austausch über feministisch-antifaschistische
Strategien treten.

https://www.fdcl.org/event/nunca-mais-3/

Präsenz-Veranstaltung mit konsekutiver Übersetzung DE-PT und PT-DE. Die Teilnahme ist kostenlos.

Veranstaltet von: Freund*innen von Amelinha, FDCL und Buchladen Schwarze Risse

 

12.09.2024 // 20:00 Uhr

Im Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

Lesung, Buchvorstellung und Gespräch zu "Gegen Frauenhass" mit der Autorin Christina Clemm

Basta veranstaltet am 12.9.2024 um 20 Uhr eine Lesung Im Buchladen Schwarze Risse. Eingeladen ist die Rechtsanwältin und Buchautorin Christina Clemm und wird aus ihrem Buch „Gegen Frauenhass“ vorlesen. Danach gibt es die Gelegenheit zum Gespräch.

Was sind es für Strukturen die sexualisierte Gewalt gegen und Verachtung von Frauen ermöglichen? Warum ist diese Gewalt so alltäglich? Warum kommen Frauen und ihre Kinder oft schlecht aus diesen Gewaltverhältnissen heraus? Wenn wir eigentlich sehen, was da schief läuft, wie gehen wir als Nachbar*innen, als Verwandte, als Gruppen mit Gewalt in unserem Umfeld um? Wie gehen staatliche Institutionen, wie Polizei, Gerichte, Jobcenter und Jugendämter damit um? Fast immer geht traumatisches Leid, Vergewaltigung und andere Formen der Gewalt gegen Frauen, als Frauen gelesene Personen und Kindern, mit ihrem temporären Schweigen einher. Die eigene Überzeugung, äußeren Umständen nicht hilflos ausgesetzt zu sein, ist erschüttert. Denn man war der Gewalt hilflos ausgeliefert. Die eigene Welt ist aus den Fugen geraten und der auch häufig zugefügte physische Schmerz hat den Körper im Griff. Zu allem kommt die Scham. Wenn Kinder über Gewalterfahrungen sprechen, glaubt man ihnen allzu oft nicht. Hilfe zu erhalten ist schwer, Solidarität noch mehr. Das Schweigen zu brechen ist wichtig, aber das müssen nicht nur die Betroffenen, sondern alle die alltäglich die Gewalt und den alltäglichen Sexismus hinnehmen. Wir fragen uns warum sexualisierte Gewalt weltweit so normal ist.

10.09.2024 // 20:00 Uhr

Im Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

Lesung, Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor:innenkollektiv Wu Ming - Italienisch/Deutsch (konsekutiv)

Lesung, Buchvorstellung und Gespräch - Italienisch/Deutsch (konsekutiv)

Wu Ming - Ufo 78

Das Ende der 70er-Jahre: Gegenkultur und Drogenexperimente, Feminismus und Kampf für das Recht auf Abtreibung, Schließung der Irrenanstalten und letzte große Sozialreformen, Eskalation der Militanz und zunehmende Repression, faschistische Geheimbünde und Waffenlager. Das Wendejahr 1978: Aldo Moro wird entführt und ermordet. Das Land im Ausnahmezustand. Wechsel von drei Päpsten auf dem Stuhl Petri. Fußballweltmeisterschaft in Argentinien unter der Militärdiktatur.
Während all dies geschieht, sehen immer mehr Italiener fliegende Untertassen. Es ist ein Massenphänomen, die »Große Welle«. Hunderte von Sichtungen am Himmel über dem Belpaese, Dutzende von Nahbegegnungen mit intergalaktischen Reisenden. Außerirdische und Ufos haben Hochkonjunktur.

Mit ihrem neuen Roman schaffen die »Außerirdischen auf dem Literaturplaneten ein ›unidentifiziertes erzählerisches Objekt‹« (arte) und mischen Realität und Fiktion, Popkultur und Filmgeschichte.

»Das Autorenkollektiv Wu Ming meldet sich zurück mit einem überaus eigenwilligen, aber schlicht genialen Buch zwischen Popkultur, Antifaschismus, Kommunismus und der Sehnsucht nach außerirdischer Präsenz« (Neues Deutschland).

Wir freuen uns auf gleich zwei Autoren von Wu Ming.

Es moderiert: Theo Bruns

Es liest: Odile Kennel

Es übersetzt: Johannes Hampel

17.07.2024 // 18:00 Uhr

Im Versammlungsraum vom Mehringhof

(2. Hinterhof blaue Tür rechts)

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Die Geopolitik des grünen Kolonialismus - Sozialökologische Transformation und globale Gerechtigkeit

Was ist die geopolitische Dimension der Energiewende jenseits der Grenzen Europas?
Inwieweit sind damit neue Landnahmen im globalen Süden verbunden?
Und: Kann eine nachhaltige Zukunft ohne globale Gerechtigkeit überhaupt existieren?

Das Buch The Geopolitics of Green Colonialism – Global Justice and Ecosocial Transitions (Pluto Press, 2024) macht Stimmen aus Afrika, Lateinamerika und Asien in dieser Debatte hörbar. Es analysiert nicht nur die Mechanismen und Auswirkungen des neuen grünen Extraktivismus, sondern auch die strukturellen globalen Verstrickungen, die eine nachhaltige Politik für viele Länder erschweren. Vor allem aber zeigt es alternative Perspektiven auf, wie und von wo aus internationale Solidarität und ökosoziale Transformation heute zusammenkommen können.

Eine Diskussionsveranstaltung und Buchvorstellung mit:

  • Miriam Lang – Mitherausgeberin und Autorin, Universidad Andina Simon Bolivar, Ecuador und Miglied des Ökosozialen und Interkulturellen Pakts des Südens
  • Markus Wissen – Kommentar, Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin und Mitautor des Buchs Kapitalismus am Limit
  • Nina Schlosser – Kommentar, Doktorandin der Sozialwissenschaften an der Universität Wien und an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

 

Eine Veranstaltung von FDCL https://www.fdcl.org/event/die-geopolitik-des-gruenen-kolonialismus/ und Schwarze Risse

08.07.2024 // 19:30 Uhr

Im Versammlungsraum vom Mehringhof

(2. Hinterhof blaue Tür rechts)

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Landwirtschaft und Kapitalismus

Eva Gelinsky spricht zu den Widersprüchen des «industrialisierten» Agrarsystems. Sie erklärt u.a. anhand der Bauernproteste der letzten Monate die Mechanismen, Strukturen und Dynamiken der kapitalisierten Landwirtschaft.

Seit Beginn der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hat es immer wieder heftige Proteste gegeben. Trotz grundlegender Reformen besteht das Ziel der EU-Agrarpolitik darin, die Landwirtschaft und die Versorgung an den Maßstäben industriekapitalistischer Produktion als auch am Weltagrarmarkt auszurichten.                                                                                                                                                                                                                                                      Auch wenn viele Betriebe aufgeben haben oder stark verschuldet sind; im Ergebnis ist die EU die zweitgrößte Agrarhandelsmacht der Welt, nach China und vor den USA. Aber zu welchem Preis? Unter welchen Sachzwängen stehen landwirtschaftliche Betriebe und welche sozialen und ökologischen Folgen ergeben sich daraus? Die Landwirtschaft ist für Mensch, Gesellschaft und Natur viel zu wichtig, als sie der Macht und dem Zugriff des Kapitals zu überlassen.

04.06.2024 // 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

Eine kurze Geschichte der Künstlichen Intelligenz

Gerade ist bei Cotta Michael Wildenhains neues Buch: Eine kurze Geschichte der künstlichen Intelligenz erschienen.
Das Buch bietet einen knappen Abriss der wesentlichen Stationen der KI-Diskussion, die in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts begonnen hat und seit der Indienstnahme von ChatGPT wieder breit thematisiert wird. Im Vortrag geht Michael auf die zentralen Positionen der Diskussion ein - einschließlich eines Ausblicks auf die gesellschaftlichen Implikationen.
Nachdem wir in der Vergangenheit von ihm bereits so viele Romane im Buchladen vorgestellt haben, sind wir auf sein erstes Sachbuch sehr gespannt.

22.05.2024 // 19:30 Uhr

Im Versammlungsraum vom Mehringhof

(2. Hinterhof blaue Tür rechts)

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

Schwarzer Feminismus in brasilianischen Favelas

Ende Mai wird Janete Nazareth Guilherme zu Veranstaltungen in verschiedene deutsche Städte kommen, um feministische und andere Gruppen zu treffen. Der Austausch soll die internationale Solidarität befördern. Die Kämpfe der schwarzen Frauen gegen Rassismus, Ausbeutung, Armut, häusliche Gewalt auf der einen Seite, die Verfolgung der Ziele in der Solidarökonomie, Selbstempowerment und einkommenschaffende Maßnahmen auf der anderen Seite sind die Themen der gemeinsamen Diskussionen.
Janete Nazareth Guilherme leitet das Coletivo Mulheres de Salgueiro (Frauen-Kollektiv von Salgueiro). Es besteht aus neun Favelas (Salgueiro, Fazenda dos Mineiros, Itaoca (eine Insel), Itaúna, Barra das Palmeiras, Recanto da Acácias, Luiz Caçador, Conjunto da PM und Conjunto da Marinha) im Bundesstaat Rio de Janeiro. Die Aktivistin und Pädagogin lebt und arbeitet in Salgueiro
Lutz Taufer, der für den Weltfriedensdienst über 10 Jahre in Favelas gearbeitet hat, hat sie dort kennengelernt und wird sie bei ihrer Reise begleiten. Er wird die Veranstaltung moderieren.

Die Reise selbst ist von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt, dem Weltfriedensdienst (WFD), der Informationsstelle Lateinamerika (ila), dem Buchladen Schwarze Risse in Berlin und dem FDCL gefördert und unterstützt.

https://www.fdcl.org/event/schwarzer-feminismus-in-brasilianischen-favelas/

21.05.2024 // 19:30 Uhr

Im Versammlungsraum vom Mehringhof

(2. Hinterhof blaue Tür rechts)

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

An den Grenzen der imperialen Lebensweise

2017 haben Ulrich Brand und Markus Wissen die Diskussion um Klimawandel und eine gerechtere Weltordnung mit dem Begriff Imperiale Lebensweise entscheidend weiterentwickelt.

Wir werden in der Veranstaltung mit Markus Wissen die – auch kontroversen - Diskussionen um den Begriff aufnehmen und weiterentwickeln. Eine Externalisierung der ökologischen und sozialen Folgen kapitalistischer Produktion stößt weltweit zunehmend an ihre Grenzen. Zudem hat sich in den letzten Jahren die imperiale Lebensweise von den Ländern des Nordens auf die aufstrebenden Ökonomien wie China, Indien oder Brasilien ausgeweitet.
Dabei wird das neue Buch von Brand und Wissen: „Kapitalismus am Limit“ eine wichtige Rolle spielen.

17.04.2024 // 18:30 Uhr

Im Versammlungsraum vom Mehringhof

(2. Hinterhof blaue Tür rechts)

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

Was ist falsch am Kapitalismus? – Feministische Ökonomiekritik verstehen!

Die Autorin, Aktivistin und Ökonomin Friederike Habermann und die Sozialwissenschaftlerin Anna Saave haben Bücher geschrieben, die ausführlich erklären, warum aus einer queer- und öko-feministischen Perspektive unser Wirtschaftssystem immer dazu führt, dass Menschen (vor allem Frauen, Queers und rassifizierte Menschen) und andere Lebewesen ausgebeutet werden und sich Reichtum bei wenigen (vor allem weißen Männern) anhäuft. Warum ist das so? Was hat es mit Innen und Außen zu tun? Wer definiert überhaupt, was „Wirtschaften" ist? Und wie lässt sich das verändern?

Herzliche Einladung zur doppelten Buchvorstellung am Mittwoch, 17.April, um 18.30h im Versammlungsraum im Mehringhof (Kreuzberg). Mit Inputs von Friederike Habermann (Overcoming Exploitation and Externalisation. An Intersectional Theory of Hegemony and Transformation, Routledge 2024) und Anna Saave (Einverleiben und Externalisieren. Zur Innen-Außen-Beziehung der kapitalistischen Produktionsweise, Transcript 2021), moderiert von Andrea Vetter und mit vielen Möglichkeiten für Diskussion und Fragen.

16.04.2024 // 20.00 Uhr

Im Versammlungsraum vom Mehringhof

(2. Hinterhof blaue Tür rechts)

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

Was ist Antisemitismus - Begriffe und Definitionen von Judenfeindschaft

Peter Ulrich ist Herausgeber und  wird das Buch vorstellen.
Grundbegriffe, zentrale Problemfelder und prominente Positionen der Antisemitismusforschung, werden knapp und einführend erläutert.
»Was ist Antisemitismus?« bietet in knapper Form eine fundierte Darstellung der grundlegenden Begriffe, Probleme und eine Übersicht der Autor:innen, die für die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion über das Verständnis von Antisemitismus im deutschsprachigen Raum von Bedeutung sind. Die Herausgeber:innen verfolgen dabei zwei Hauptanliegen: Erstens soll die komplexe wissenschaftliche Arbeit von verschiedenen Antisemitismus-Konzepten, wie dem israelbezogenen oder dem »postkolonialen« Antisemitismus, einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Zweitens soll das Wissen über die verschiedenen Auffassungen von Antisemitismus aus Perspektiven der Wissenschafts- und Erkenntnistheorie sowie der Antisemitismusforschung systematisiert werden

12.04.2024 // 18.00 Uhr

IG Metall Haus

Alte Jakobstraße 149

10969 Berlin

Eintritt: frei!

Spurwechsel Die Mobilitätswende

Die Autoindustrie und Ansätze zu ihrer Transformation
Die ökologischen und klimapolitischen Notwendigkeiten machen eine radikale Mobilitätswende unumgänglich. Hin zum öffentlichen Transport und weg vom Individualverkehr - egal ob E-Auto oder Verbrenner.
Doch es gibt einflussreiche Gegner. Die Automobilindustrie wie die Ölkonzerne sind mit ihren Profitinteressen die mächtigsten Gegner der Mobilitätswende.
Aber wo stehen in diesem Ringen um Transformation die Beschäftigten der Autokonzerne? Und kann die Gewerkschaft aktive Unterstützerin der Mobilitätswende werden oder bleibt sie Bremserin? Welche Ansatzpunkte für erfolgreiche Kämpfe um Transformation gibt es in den Betrieben? Und wie können diese auch von außen befördert werden? Und wer treibt den Diskurs voran?

Darüber diskutieren Martin Bott, Betriebsrat bei Mercedes Benz Stuttgart und Stephan Krull, Ex-Betriebsrat bei VW Wolfsburg und Transformationsbefürworter der ersten Stunde innerhalb der IG Metall

Veranstaltung in Kooperation mit dem Arbeitskreis Internationalismus der IG-Metall

Freitag, 12.04.2024 um 18.00 Uhr
IG Metall Haus, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin

03.04.2024 // 20.00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

 

Taiwan und der geopolitische Konflikt zwischen den USA und China - Ralf Ruckus

Welches Schicksal Taiwan in den nächsten Jahren erwartet, lässt sich kaum vorhersagen. Das Regime der Kommunistischen Partei Chinas droht, seinen Anspruch auf die Insel auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen. In Taiwan will eine Mehrheit der Bevölkerung den Status quo der faktischen Autonomie aufrechterhalten. Die Regierung der USA spricht davon, diesen Status quo auch militärisch zu verteidigen, sollten chinesische Streitkräfte Taiwan angreifen. Wird Taiwan der Ort sein, an dem die geopolitische Konfrontation der Weltmächte eskaliert? Wie soll sich die Linke dazu stellen?

Ralf Ruckus wird auf diese Fragen eingehen und insbesondere nachzeichnen, wie sich die geopolitische Auseinandersetzung um Einfluss und Kontrolle in Ostasien in den letzten Jahrzehnten mehrfach verändert hat – im Kalten Krieg, am Anfang der sogenannten Globalisierung und mit dem Aufstiegs Chinas zur kapitalistischen Weltmacht.

Ralf Ruckus ist Mitherausgeber von China von unten. Kritische Analyse & Soziale Kämpfe (gongchao.org, 2023) und Autor von Die Linke in China. Eine Einführung (Mandelbaum Verlag, 2023). Gerade erschienen ist Der kommunistische Weg in den Kapitalismus. Wie soziale Unruhen und deren Eindämmung die Entwicklung Chinas seit 1949 vorantreiben (Karl Dietz Verlag Berlin, 2024).

25.03.2024 // 20.00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

 

Zehn unbekümmerte Anarchistinnen - Diskussion mit Daniel de Roulet

1872 weilt Bakunin in der Uhrenstadt Saint-Imier im Schweizer Jura, wo die Antiautoritäre Internationale gegründet wird. Zehn Frauen werden von den Freiheitsideen angesteckt und beschliessen, nach Südamerika auszuwandern, um dort ein herrschaftsfreies Leben auszuprobieren. Als Kriegskasse beschafft sich jede eine Longines 20A.

Zwar beginnt es schlecht, von den beiden vorangegangen Frauen, dem Liebespaar Colette und Juliette, trifft bald die Nachricht ihres gewaltsamen Todes ein. Trotzdem machen sich die andern acht auf den Weg. Mit einem Schiff, auf dem auch Verbannte der Pariser Kommune eingesperrt sind und auf dem Émilie bei einer Geburt stirbt, gelangen die übriggebliebenen sieben nach Punta Arenas in Patagonien, wo sie gemeinsam eine Bäckerei und eine Uhrmacherwerkstatt aufbauen. Sie trotzen machistischen Kolonialbeamten und verfolgen in Freiheit ihr Liebesleben, jede nach ihrem Geschmack.

Auf der Basis historischer Dokumente und mit Hilfe seiner Imagination erzählt Daniel de Roulet das Schicksal von zehn Frauen, die in einer Zeit, die ihnen nichts zu bieten gewillt war, die Freiheit suchten.

Daniel de Roulet kommt aus Genf und ist Autor von mehr als dreissig Bücher. Von diesen gibt es mehrere Uebersetzung auf Deutch unter anderem “Ein Sonntag in den Bergen” in dem er erzaehlt wie er damals 1975 das Berghaus von Axel Springer in den Schweizern Alpen in Brand gestezt hat.

Diskussion mit dem Autor, am Montag, den 25.03.2024

18.03.2024 // 19.30 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Versammlungsraum
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

 

Degrowth, ein anderes Wirtschaften ist möglich

Andrea Vetter spricht zum Thema einer solidarischen, postkapitalistischen Post-Wachstumsgesellschaft und den Möglichkeiten, das zu erreichen
Eine Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch sei möglich - das ist die zentrale These, auf der von rechts nach links fast
alle öffentlich diskutierten Vorschläge zur Eindämmung der Klimakrise beruhen. Ein Blick auf die Fakten zeigt jedoch, dass das bislang nicht
oder kaum passiert ist, und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht passieren wird. Daher braucht es eine andere Wirtschaft, um die Lebensgrundla-
gen auf diesem Planeten nicht weiter zu zerstören. Das wird vor allem ein Einschnitt bedeuten für diejenigen Menschen, hauptsächlich im Globalen
Norden, die bislang zu den Profiteur*innen der imperialen Lebensweise gehört haben. Doch für die meisten Menschen wäre eine solidarische postkapitalistische Postwachstumsgesellschaft ein großer Gewinn: an Selbstbestimmung, Zeit und Zugang zu grundlegenden Infrastrukturen wie Gesundheit, Wohnen und Bildung. Um eine solche andere Wirtschaft und Gesellschaft zu erreichen,braucht es vielfältige Transformationsstrategien:
Freiräume erschaffen und erhalten, bestehende Institutionen radikal verändern, Widerstand gegen Ausbeutung leisten und andere Geschichten erzählen – davon was ist, und wie es sein könnte.
Vortrag und Diskussion

06.03.2024 // 20 Uhr

Im Versammlungsraum vom Mehringhof

(Aufgang 3, 1. Stock links)

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

 

 

Buchvorstellung "Antifaschistische Aktion Bd. 2" mit dem Autor Bernd Langer

Antifaschistische Aktion – Von der Geschichte in die Gegenwart
Der zweite Band der Trilogie zur Geschichte der Antifa-Bewegung setzt in den
2010er Jahren ein, als vor dem Hintergrund der sogenannten Flüchtlingskrise
PEGIDA eine neue rechtsradikale Welle auslöste. In einem zähen Ringen gelang
es, die bundesweiten Straßenproteste einzudämmen. Ausführlich wird auf diese
Auseinandersetzungen und auf die Entstehung der AfD eingegangen. Das immer
im Wechselspiel mit den antifaschistischen Interventionen wie der Miniatur des
Holocaust-Denkmals vor Höckes Garten, der Flyer-Service Hahn, dem langen
zähen Ringen gegen den Tag der deutschen Zukunft und die
rechtspopulistischen Demonstrationen in Kandel und vielen andere Aktionen.
Zu einem weiteren relevanten Politikfeld entwickelten sich die
Auseinandersetzungen um Rechtsrock-Konzerte und die jährlichen Rudolf-Heß-
Gedenkmärsche der Neonazis. Auf diesem Feld gelangen antifaschistische
Erfolge, was der Niedergang der verbliebenen Neonazis: NPD, III. Weg und
DIE RECHTE zeigt.
Als ehemaliger Hitler-Stellvertreter steht Heß für die direkte Verbindung zum
historischen Nationalsozialismus. Eine Verbindung, die auch den Übergang zur
Reichsbürgerbewegung markiert, deren schießwütige Anhänger zeigten, dass sie
nicht als harmlose Spinner abgetan werden können.
Auch der Rechtsterrorismus blieb in der Bundesrepublik ein Faktor. Zumindest
bei den Terroranschlägen in Halle und Hanau spielten für die Täter
Antifeminismus und Verschwörungsspinnereien eine Rolle.
Ein Exkurs zum Islamismus und seine Verstrickungen mit dem Faschismus
schließen den Band ab und führen zu aktuellen Fragestellungen.

16.02.2024 // 18.00 Uhr

IG Metall Haus

Alte Jakobstraße 149

10969 Berlin

Öko-Sozialismus

Klaus Dörre von der Uni Jena über eine sozial ökologische Transformation und der Utopie einer nachhaltigeren Gesellschaft
Die Kapitalistische Produktionsweise zerstört Mensch und Natur, beides Voraussetzungen für
das Überleben des Kapitalismus.
Ist dieses System in der Lageeine nachhaltige Gesellschaft zuschaffen? Unmöglich sagen viele
und auch Klaus Dörre sieht keinePerspektive mit dem Kapitalismus eine sozial ökologische
Transformation zu erreichen. Er meint die einzige Chance den Planeten in eine sozial gerechte
und klimaschützende Richtungzu führen, liegt in einer neuen Form des Sozialismus. Wie sieht
die konkrete Utopie aus und wie ist sie zu erreichen und welche Klassenbündnisse sind nötig, da-
mit die Gesellschaften diese Richtung einschlagen und die freien Produzentinnen*en das
Kapital ablösen?
Veranstaltung in Kooperation mit dem Arbeitskreis Internationalismus der IG-Metall
Freitag, 16.02.2024 um 18.00 Uhr
IG Metall Haus, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin

19.1.2024 19.30 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Klima – Krise – sozial-ökologische Transformation

Eine langjährige Diskussionsgruppe organisiert in Kooperation mit dem Buchladen „Schwarze Risse“ ab Dezember 23 eine Vortrags- und Diskussionsreihe zur Klimadebatte und sozial-ökologischen Transformation.

Die Einstiegsveranstaltung wird den aktuellen Forschungsstand zum Klimawandel darstellen. In den folgenden Veranstaltungen geht es um die Fragen, welche ökonomischen, ökologischen und politischen Konzepte notwendig, praktikabel und attraktiv sind, um den Klimawandel zu stoppen und eine gerechtere Welt zu schaffen. Die Feststellung, dass der Kapitalismus und sein Wachstums-Imperativ der Hauptverursacher ist, ist so wahr wie unbefriedigend. Denn die emanzipatorische Linke ist weltweit zu schwach, die Systemfrage zu stellen und konkrete und machbare Alternativen umzusetzen. Unserer Überzeugung nach gehört zu einem erfolgreichen Kampf eine Vorstellung und Utopie, wie das gelingen kann.

Wir brauchen nicht nur eine theoretische Darstellung, sondern zumindest Ansätze wie ein Übergang, eine grundlegende Veränderung heute beginnen könnte. Überall auf der Welt gibt es Aktivist*innen, die vielfältige Ansätze entwickeln, an die wir anknüpfen können. In der Veranstaltungsreihe behandeln wir u. a. die Fragen der Illusionen um einen grünen Kapitalismus, des Extraktivismus und Neokolonialismus, der Imperialen Lebensweise, des Übergang zum Ökosozialismus und von Degrowth und Postwachstum.

Eingeladen haben wir Gewerkschafter*innen, Klimaexpert*innen, Autor*innen und Aktivist*innen aus der Klimabewegung.

 

Die 3. Veranstaltung der Reihe wird am Freitag, den 19.01.2024 um 19:30 Uhr, im Versammlungsraum des Mehringhofs (Aufgang 3), Gneisenaustr. 2A, 10961 Berlin stattfinden:

"Klima - Gerechtigkeit - Globaler Süden" mit Karin Zennig, medico international

Auch nach der 29. Weltklimakonferenz ist ein Ende der rücksichtslosen Ressourcenausbeutung des Globalen Südens trotz katastrophaler Konsequenzen nicht in Sicht.

Was aber bedeutet das für die Menschen und Gesellschaften des globalen Südens? Am Beispiel pakistanischer Bäuer*innen thematisiert Karin Zennig von medico international die Frage nach Folgen und Verantwortlichkeiten.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    Wie kann der Druck auf große CO2-Emittenten ebenso wie auf politische Entscheidungsträger erhöht werden, die nötigen Veränderungen einzuleiten, für Schäden zu bezahlen und damit das Recht aller Menschen weltweit auf ein Leben in Würde erhalten zu können?"

 

 

 

16.01.24 // 20.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Die Veranstaltung findet im Versammlungsraum des Mehringhofs statt.

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Sudan - Revolution und Krieg

Die Widerstandskomitees haben in der sudanesischen Revolution seit Dezember 2018 als Moment der Selbstorganisation eine tragende Rolle gespielt. Seit April 2023 führen SDF und RSF Krieg gegeneinander. Dabei geht es um Bereicherung und ausländische Interessen, aber zugleich führen beide Parteien Krieg gegen das soziale Gefüge des revolutionären Sudan.

englisch / deutsch mit Simultanüberetzung

revolution and war

The resistance committees have played a key role in the Sudanese revolution since December 2018 as a moment of self-organisation. The SDF and RSF are making war against each other since April 2023. This is about enrichment and foreign interests, but at the same time both parties are waging war against the social fabric of revolutionary Sudan.

mit Sara Abbas, Ashraf Kamal, Mohammad Alkhair, Saskia Jaschek, Marwan Osman

Veranstalter: Buchladen Schwarze Risse, HOA media office (migration-control.info), Borderline europe

12.01.24 // 20.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Graphic Novel Presentation : Simon Radowitzky vom jüdischen Schtedl zum Freiheitskämpfer

mit dem Zeichner und Autor Agustin Comotto, der Mitherausgeberin und Verfasserin des deutschsprachigen Vorworts , Liliana Feierstein - und der Übersetzerin aus dem Spanischen , Lea Hübner

Erzählt wird die in Schwarz und Rot illustrierte Geschichte von Simón Radowitzky (1891–1956) .
Sein turbulentes Leben beginnt in einem russischen Schtetl, wo ihn Kinderarbeit und die antisemitischen Pogrome radikalisieren. Nach der gescheiterten Revolution 1905 flüchtet er nach Argentinien und findet bald Anschluss an die starke anarchistische Bewegung dort. Bei einer Demonstration am 1. Mai 1909 wurden 100 Arbeiter erschossen und Simon Radowitzky beschließt, sich mit einer Bombe am Einsatzleiter Oberst Falcon zu rächen. Es folgen ein 19 Jahre langer Knastaufenthalt in Ushuaia (Patagonien),Flucht,Ausweisung, die Teilnahme an der Spanischen Revolution ab 1936 ,Internierung in Frankreich und die erneute Flucht nach Mexiko, wo er 1956 stirbt. Agustin Comotto recherchierte und zeichnete sechs Jahre an dieser Geschichte.
„Hätte Agustín Comotto sich diese Geschichte ausgedacht, wäre er sicherlich dafür kritisiert worden, maßlos zu übertreiben. Es scheint unglaubwürdig, dass so Vieles in einem Leben zusammenkommt (so viel Ungerechtigkeit, so viel Gewalt, so viel Kampf, so viel Treue den eigenen Idealen gegenüber – so viel Schmerz in einem einzigen Körper). Man würde den Autor fragen, ob es sinnvoll ist, all das in einer einzigen Figur zu (ver)dichten. Die Kritik würde diese Dichte, diese Überfülle an einschneidenden und radikalen Erlebnissen, diesen nicht zu brechenden Idealismus, der über Jahrzehnte hinausgeht, über Grenzen, Sprachen, Meere und Kontinente, diesen niemals und gegenüber niemandem zu brechen – nie auf die Knie zu gehen, wie ein Symbol deuten. Wie eine Legende.
Aber die Geschichte von Simón Radowitsky ist real. Und darum auch so schwierig zu erzählen.
Comotto ist es meisterhaft gelungen.“(aus dem Vorwort)

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Presentación de la novela gráfica: “Simon Radowitzky, de shtetl (poblador de un barrio judío) a luchador por la libertad” con el ilustrador y autor Agustin Comotto, la coeditora y autora del prólogo en alemán, Liliana Feierstein, y la traductora del original en español al alemán, Lea Hübner.

El libro cuenta la historia de Simón Radowitzky (1891-1956), ilustrada en negro y rojo.

Su turbulenta vida comienza en un shtetl ruso, donde el trabajo infantil y los pogromos antisemitas lo radicalizan. Tras el fracaso de la revolución de 1905, huye a Argentina, donde pronto se involucra en el movimiento anarquista. Durante la manifestación del 1ro de mayo de 1909, 100 obreros fueron asesinados a tiros y Simón Radowitzky decidió vengarse con una bomba del coronel Falcón, jefe de la operación. A esto le siguieron 19 años de cárcel en Ushuaia (Patagonia), la fuga, la expulsión, su participación en la Revolución Española a partir de 1936, el internamiento en Francia y otra huida a México, donde murió en 1956. Agustín Comotto dedicó seis años a investigar y dibujar esta historia.

"Si Agustín Comotto hubiera inventado esta historia, seguramente habría sido criticado por exagerar demasiado. Parece inverosímil que en una vida confluyan tantas cosas (tanta injusticia, tanta violencia, tanta lucha, tanta lealtad a los ideales, tanto dolor en un solo cuerpo). Unx preguntaría al autor si tiene sentido resumir todo esto en un solo personaje. Lxs críticxs le reprocharían esta densidad, esta sobreabundancia de experiencias tajantes y radicales, este idealismo inquebrantable que trasciende décadas, fronteras, lenguas, mares y continentes, mares y continentes, este nunca quebrarse y nunca ponerse de rodillas, como un símbolo. Como una leyenda. Pero la historia de Simón Radowitsky es real. Y por eso es tan difícil de contar. Comotto lo ha conseguido magistralmente." (tomado del prólogo)

18.12.23 // 19.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Die Veranstaltung findet im Versammlungsraum des Mehringhofs statt.

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Klima – Krise – sozial-ökologische Transformation

Energiewende und grüne Ausbeutung

Kristina Dietz von der Uni Kassel erläutert, was unter „grünem
Extraktivismus“ zu verstehen ist.

Hauptaugenmerk dabei ist die Darstellung der sozial-ökologischen Folgen
für die lokale Bevölkerung in den Ländern des Südens. Der gerade von der
Ampelkoalition so favorisierte grüne Wasserstoff aus Sonnen- und
Windenergie, als klimapolitisch sauberer Ausstieg aus der fossilen
Energie, erweist sich als hoch- problematisch. Nicht von ungefähr
formiert sich in Ländern wie Kolumbien oder Chile Widerstand gegen die
geplanten Milliardeninvestition .

08.12.23 // 19.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Die Veranstaltung findet im Versammlungsraum des Mehringhof statt.

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Klima – Krise – sozial-ökologische Transformation

Auf dem Weg in eine Heißzeit? Wenn das Klima kippt

Die von Menschen verursachte Klimaerhitzung ist im Gange. Sie bedroht und zerstört ganze Ökosysteme sowie die Lebensgrundlagen vieler Menschen, besonders in den Armutsregionen der Erde. In ihrer prominenten Position liefert die Klimaforschung laufend neue Einsichten und Zukunftsprojektionen. Ihrer Natur nach nie ganz „sicher“, werden die Forschungsergebnisse in den aktuellen Auseinandersetzungen ums Klima unterschiedlich aufgenommen und verarbeitet.

Julius Eberhard vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) erläutert in seinem Vortrag die wichtigsten physikalischen Zusammenhänge des Klimageschehens. Er leitet daraus die Gründe für vergangene und aktuelle Veränderungen ab und geht detailliert auf die Debatte um bevorstehende Kipppunkte ein. Anliegen des Vortrags ist, entscheidende Begriffe, Methoden, Mechanismen und Zeitskalen zu klären und voneinander zu trennen. Was daraus für den Umgang mit der Krise folgt, wird der anschließenden Diskussion überlassen.

21.11.23 // 19.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Die Veranstaltung findet am Flutgraben 3, 12435 Berlin statt.

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Where is our Revolution? A Dialogue between Vincent Bevins and Bloque Latinoamericano Berlín Book Launch of "If We Burn: The Mass Protest Decade and the Missing Revolution"

During the last month, tens of thousands have been taking to the streets around the world calling to stop Israel’s genocide in Gaza. Can this global outrage be channeled into effective political pressure for a ceasefire?
From Tunisia to Chile, the world has never seen as much social mobilization as in the last decade. Income inequality, corruption and authoritarianism brought millions to the streets, far surpassing the 1960 left-wing demonstrations. Many of these mass protests even created true conditions for emancipatory political change. Yet they all failed in the process and sometimes led into the opposite direction. Why?
Vincent Bevins, author of "The Jakarta Method", offers insightful answers and lessons in his new book "If we Burn: The Mass Protest Decade and the Missing Revolution". We are pleased to invite you to the book launch, taking place on November 21st in a dynamic dialogue between Vincent, the migrant collective Bloque Latinoamericano and the Berliner community.
To make sense of the global events of the 2010-2020 decade, Vincent interviewed over 200 people in 12 countries, among them protesters, politicians, citizens and activists.  Each case is unique, but in all of them success or failure hinged greatly on having a clear strategy, demands and representatives. Many of the protest movements that failed glorified protest culture and were overtly antagonistic to what they considered hierarchical structures. Are demonstrations a useful method to achieve demands? Would targeted strikes or boycotts do the job better? What about building goal-oriented collectives through grassroots organizing?

We will discuss with Vincent about the rise and fall of popular movements, our weaknesses  and strengths, in order to ultimately ask ourselves: Where is the revolution? And how can we achieve it?

Our friends from the local bookstore Schwarze Risse will be selling books at the event. Join the engaging conversation and please confirm your attendance by sending an e-mail to bloque-latino-berlin@riseup.net. If you are interested in covering the event, do not hesitate to reach out.

Last but not least, we are trying to organize interpretation English – Spanish. If you could support us with equipment and/or interpreter contacts, please get in touch. Thank you!

Am Flutgraben 3, 1212435 Berlin (behind Festsaal Kreuzberg, left entrance next to the river)

19.11.23 // 18.00 Uhr

Die Veranstaltung findet im Aquarium // Skalitzer Straße 6, 10999 Berlin statt.

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Damals wie heute: Feministisch kämpfen! Widerstand gegen patriarchale Gewalt und internationale feministische Solidarität

Der Widerstand gegen patriarchale Gewalt verbindet queerfeministische Bewegungen weltweit. So unterschiedlich ihre Anliegen auch sein mögen: Theorie und Aktionsformen reichen über Grenzen hinweg, das zeigen die Proteste gegen Feminizide am Zócalo in Mexiko-Stadt, dem Widerstandsplatz in Berlin-Wedding oder die massenhafte Adaption von Un Violador en tu camino des chilenischen Performancekollektivs LasTesis an vielen Orten der Welt.
Was aber bedeutet es heute, transnational queerfeministisch zu kämpfen? Was können wir darüber aus vergangenen Kämpfen, zum Beispiel den Erfahrungen feministischer Genoss*innen aus den Solibewegungen der 1970er und 1980er Jahren lernen? Wie blicken migrantische und in der Diaspora lebende Feminist*innen auf den Widerstand gegen patriarchale Gewalt? Können die diversen und wertvollen Denkanstöße der Feminismen des Südens auch hier in feministischen Aktivismus einfließen und wo tun sie das vielleicht schon? Wie kann der Widerstand gegen patriarchale Gewalt auch ein Kampf für den Aufbau kollektiver Strukturen und eine feministische Zukunft sein?
    
Über diese Fragen sprechen wir mit: 
Marcela Torres Heredia ist Teil des Herausgeber*innenkollektivs von "Femi(ni)zide. Kollektiv patriarchale Gewalt bekämpfen" und aktiv in queerfeministischen Aktionsgruppen in Wien.
Elisabeth Erdtmann blickt zurück auf die nicaraguanische Frauenbewegung und internationale feministische Solidarität während und nach der Sandinistischen Revolution (1979-1990) in Nicaragua. 
Andrea und Paula sind Aktivist*innen von Perrxs del Futuro. Das feministische und antikoloniale Kollektiv verkörpert nicht nur den Kampf gegen sexualisierte Gewalt, sondern auch jegliche Kämpfe für die Befreiung aus strukturellen Unterdrückungsverhältnissen.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Spanisch statt und wird simultan in beide Sprachen verdolmetscht. Sie ist außerdem im Livestream auf Facebook zu sehen.
Eine Veranstaltung von den Lateinamerika Nachrichten (LN), dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) und dem Buchladen Schwarze Risse.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Blick zurück nach vorn. Lateinamerika heute im Spiegel von fünf Dekaden" von LN und FDCL statt. Die Veranstaltungsreihe wird gefördert von der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit Berlin und der Stiftung Umverteilen.

10.11.23 // 20.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

KlassenLos – Sozialer Widerstand von Hartz IV bis zu den Teuerungsprotesten

mit Gerhard Hanloser, Harald Rein und Thilo Broschell
„Heißer Herbst“, soziale Wut, gar Aufruhr aufgrund von Verarmung – was für die einen ein Schreckgespenst ist, kann für jene, die eine soziale und radikale Änderung der Verhältnisse anstreben, nur wünschenswert sein. Der vorzustellende Sammelband liefert die Darstellung von 20 Jahren sozialen Widerstands gegen Verarmung und soziale Entrechtung.

Vor der Hartz IV-Einführung 2004 brachten von drastischer Verarmung bedrohte Menschen besonders im Osten ihre angestaute Wut auf die Straße. Die Erfahrungen aus dieser Zeit machen deutlich, was möglich wäre, wenn das individuelle Leiden an Armut in kollektiven Widerstand umschlägt. Die radikale Linke hat sich immer schwer getan - mit der Unterstützung von Erwerbslosen. Gerhard Hanloser wird seine Streifzüge durch autonome und radikale Debatten über Arbeitslosigkeit darstellen. Danach wollen wir mit Harald Rein darüber diskutieren, ob die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen noch zeitgemäß ist.

Anne Seeck, Gerhard Hanloser, Peter Nowak, Harald Rein (Hg.): KlassenLos – Sozialer Widerstand von Hartz IV bis zu den Teuerungsprotesten. Die Buchmacherei Berlin 2023, 12 Euro

https://diebuchmacherei.de/produkt/klassenlos-sozialer-widerstand-von-hartz-iv-bis-zu-den-teuerungsprotesten/

 

 

25.10.23 // 20.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Buchvorstellung zu 'Bleibefreiheit' und 'Revolution für das Leben'

Buchbesprechung von und mit der Autorin.

Die Veranstaltung findet im Versammlungsraum des Mehringhofs statt. 1. Hinterhof, blaue Tür rechts.

Eva von Redecker lebt als Philosophin und Autorin im ländlichen Brandenburg und schreibt über Eigentum, sozialen Wandel und manchmal sogar Leben und Tod. Ihr jüngstes Buch, Bleibefreiheit (S.Fischer 2023), nimmt sich angesichts der ökologischen Krise des Freiheitsbegriffs an und schlägt vor, diesen in Zukunft vermehrt zeitlich anstatt räumlich zu verstehen. Selten wurde Freiheit so intensiv diskutiert wie in der Pandemie: die Freiheit zu reisen, sich uneingeschränkt zu bewegen, Menschen dort zu treffen, wo man möchte. Doch wie zukunftsfähig ist ein derart räumlich abgesteckter Freiheitsbegriff, da wir Zeiten entgegensehen, in denen die Orte schwinden, an denen es sich leben lässt und Klimakrise oder Kriege ganze Landstriche unbewohnbar machen?

Im September 2020 erschien Revolution für das Leben im S.Fischer-Verlag, das Kapitalismuskritik mit einer Philosophie neuer Protestformen verbindet. In Zeiten der Krise entzündet sich politisches Engagement. Protestbewegungen wie Black Lives Matter, Fridays for Future und NiUnaMenos kämpfen derzeit weltweit gegen Rassismus, Klimakatastrophe und Gewalt gegen Frauen.
So unterschiedlich sie scheinen mögen, verfolgen diese Widerstandskräfte doch ein gemeinsames Ziel: die Rettung von Leben. Im Kern richtet sich ihr Kampf gegen den Kapitalismus, der unsere Lebensgrundlagen zerstört, indem er im Namen von Profit und Eigentum lebendige Natur in toten Stoff verwandelt.

Eva von Redecker ist seit April 2023 feste Kolumnistin des Philosophiemagazins und moderiert am Schauspiel Köln die Gesprächsreihe „Eva and The Apple“.

 

 

16.10.23 // 20.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Urbane Tierwelten

Spätestens seit der Pandemie hat das Interesse an Naturbeobachtung nun offiziell sein Image
als Aktivität für Senioren verloren. Gleichzeit haben progressive Plattformen wie Feminist
Bird Club, Flock Together oder der Young Birders Club Berlin begonnen safe spaces für marginalisierte
Gruppen und eine progressive Subkultur für gemeinsame Naturbeobachtung zu schaffen.

Neben gesellschaftlichen Fragen wir es im Vortrag vor allem Einblicke in urbane Tierwelten geben
- positive und negative Aspekte des Lebens im sogenannten Sekundärlebensraum werden besprochen.

Patrick Franke ist freiberuflicher Ornithologe und Fieldrecordist. Er wird aus seinem Leben
zwischen Urbanität und Feld - Wissenswertes, Beobachtungstips, Bilder, Fieldrecordings und Anekdoten teilen.

26.09.23 // 20.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Buchvorstellung »Zwei Sekunden brennende Luft«

Lesung und Gespräch Diaty Diallo

Moderation und Übersetzung: Nouria Behloul & Lena Müller

Eine Banlieue von Paris. Hochhäuser, eine Betonplatte. Astor, seine Freunde Chérif, Issa, Demba, Nil und die anderen verbringen hier den größten Teil ihrer Zeit. Sie kennen sich schon ewig, teilen alles miteinander, von kleinen Abenteuern über große Grillpartys bis hin zu den täglichen Schikanen der Polizei, die sie misstrauisch beäugt, kontrolliert, festnimmt und immer wieder massiv angreift.

Ein Tag im Juli, die Luft steht vor Hitze. Am Abend hängen die einen noch auf der Betonplatte ab, während die anderen schon feiern. Ein klassischer Sommerabend, bevor plötzlich die Luft vernebelt wird, die Geräusche verschwimmen, Augen brennen und Tränen fließen. Ein wahres Chaos. Es kommt, wie es kommen musste: Festnahmen, Polizeigewahrsam. Und Samy, einer von ihnen, wird von der Polizei erschossen. Ein Tropfen, ein Ozean – zu viel.

»Diallos Zorn, ihr Liebe zu den Charakteren, sie prägen diesen Roman. Eine fulminante Gegenerzählung zum Klischee der frustrierten Vorstadtjugend. Mit ihrem dichten, pulsierenden Text macht sie die Bedrohung anschaulich, der die Jugendlichen Tag für Tag ausgesetzt sind. Sie holt die jungen Menschen aus der Anonymität, gibt ihnen ein Gesicht und eine Stimme. Und sie beschreibt Wege, die Gewalt zu überleben. (…) Ein Soundtrack jugendlicher Liebe, Freundschaft, schließlich Wut und Trauer, als einer von ihnen zum Opfer der Polizei wird.« (Claudia Kuhland, titel, thesen, temperamente)

21.09.23 // 20.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Buchvorstellung und Diskussionen zum Buch In einer Welt der Ruinen – Gespräche von Indigener Anarchie

Das Buch wurde letztes Jahr (2022) im Selbstverlag veröffentlicht. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Texten, die jeweils im Original auf Englisch von Indigenen Autor·innen verfasst und bis auf zwei Ausnahmen allesamt innerhalb der letzten 10 Jahre veröffentlicht wurden. Die Texte handeln von den Kämpfen um Selbstbestimmung, totaler Befreiung und Souveränität auf den Indigenen Ländern jenes Kontinents, der hier in Europa vor allem als Nordamerika bekannt ist. Die Autor·innen berichten von den vielfältigen Formen des Widerstands gegen Invasion, Beraubung und/oder Auslöschung Indigener Länder und Lebensweisen, sowie deren systematische Beherrschung und Ausbeutung zum Nutzen der angreifenden nicht-Indigenen Gesellschaftsordnung. Wir wollen mit euch anhand von ausgewählten Beiträgen über die hiesigen Kontexte und deren Verortung diskutieren, sowie über Lebensräume, die befähigen und einander tragen. Mit dieser Buchvorstellung laden wir euch zu Gesprächen ein, die sowohl die Kritik Indigener Menschen an Kolonialismus und Zivilisation in unseren Kontexten und europäisch geprägten herrschaftsfreien Analysen miteinbeziehen, als auch die Bedeutung des Indigenen Einflusses auf anarchistische Kämpfe beachten, denn dieser hat – jenseits jeder strategischen Auswertung – die Kraft unsere Sichtweise auf Anarchie als Ganzes zu verändern.

Die Buchvorstellung wird auf Deutsch mit simultaner englischer Übersetzung stattfinden, sämtliche Textausschnitte werden ebenfalls auf Englisch vorhanden sein.

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Book presentation and discussion on «In einer Welt der Ruinen – Gespräche von Indigener Anarchie»

The book was self-published last year (2022). It contains a compilation of text, each originally published in english written by different indigenous authors, and all but two were published within the past ten years. The contributions are about the fights for self-determination, total liberation and sovereignty on indigenous lands of that continent, which here in europe is known primarily as north america. The authors tell of the many forms of resistance to invasion, dispossession, and/or eradication of indigenous lands and lives, and its systematic domination and exploitation to benefit the attacking non-indigenous social order. Through selected contributions, we want to discuss with you local contexts here, place, and habitats that nourish and enable. With this book presentation, we invite you to conversations that both include indigenous critiques of colonialism and civilization into our contexts, into european-informed, domination-free analyses and that consider the importance of indigenous influence on anarchist struggles, because it has the power, beyond any strategic evaluation, to change our view of anarchy as a whole.

The book presentation will be in german with simultaneous english translation, all text excerpts will also be available in english.

12.09.23 // 19.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Die Verantsaltung findet im about blank (Markgrafendamm 24c, 10245 Berlin) statt.

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Back to normal? Chile ein Jahr nach der Abwahl des Entwurfs für eine neue Verfassung

19 Uhr // Berlin (://about blank, Markgrafendamm 24c)

50 Jahre nach dem Militärputsch und ein Jahr nach dem Scheitern der neuen Verfassung scheint die politische Lage in Chile festgefahren. Statt linker Kräfte arbeitet nun die Rechte an einer Alternative zur Diktaturverfassung. Welcher Spielraum bleibt sozialen Bewegungen nun? Und wie wird die neue Verfassung aussehen?

Mit: Victor Bahamonde & Catalina Huerta (MODATIMA), Moderation: Ute Löhning (npla) & Susanne Brust (LN)

Eine Veranstaltung von Buchladen Schwarze Risse, npla, Naturfreundejugend Berlin, Lateinamerika Nachrichten

Gefördert vom Solidaritätsfonds der Hans-Böckler-Stiftung und der Rosa Luxemburg Stiftung

24.08.23 // 20.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

"Wir haben noch viel Arbeit vor uns." Lesung und Diskussion mit NSU-Watch zur erweiterten Neuausgabe von "Aufklären und Einmischen. Der NSU-Komplex und der Münchener Prozess"

Im November 2011 kam eine rechtsterroristische Mord- und Anschlagsserie des
sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ans Licht, die in ihrer
Dimension neu war. In den folgenden Untersuchungen formte sich ein erstes Bild des
NSU-Komplexes. Dabei wurde deutlich, dass eine noch umfassendere juristische und
gesellschaftliche Aufarbeitung anstand. So beschlossen antifaschistische Initiativen
und Einzelpersonen, die Arbeit am NSU-Komplex zu verstetigen, und gründeten »NSU-
Watch«. Mehr als ein Jahrzehnt später ist die Aufarbeitung des NSU-Komplexes noch
lange nicht abgeschlossen, die Gefahr des rechten Terrors bleibt schrecklich
aktuell. Das zentrale Anliegen des Buches von NSU-Watch ist, die rassistischen
Strukturen, die den NSU hervorbrachten, ihn wissentlich oder unwissentlich
unterstützten und so zehn Morde, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle
zwischen 1998 und 2011 möglich machten, entlang der Geschehnisse und Akteur*innen
des NSU-Prozesses in München aufzuzeigen. Nachdem das Urteil im Münchener NSU
Prozess rechtskräftig geworden ist, hat die Bedrohung durch rechten Terror nicht
abgenommen. NSU-Watch beobachtet daher weiterhin Prozesse und
Untersuchungsausschüsse.
Im Nachwort zur 2. Auflage geht NSU-Watch auf aktuelle Ereignisse und Entwicklungen
ein und fragt: Was kann die Praxis der Prozessbeobachtung den immer wiederkehrenden
rechten Mobilisierungen entgegensetzen und was nicht?
Das Autor*innen-Kollektiv NSU-WATCH besteht aus Mitgliedern der unabhängigen
Beobachtungsstelle NSU-Watch – Aufklären & Einmischen, die sich im Jahr 2012
gegründet hat, um die Aufklärungsbemühungen zum NSU-Komplex
zu unterstützen und kritisch zu begleiten. NSU-Watch wird
von einem Bündnis aus rund einem Dutzend antifaschistischer
und antirassistischer Gruppen und Einzelpersonen aus dem
ganzen Bundesgebiet getragen, die teilweise seit
Jahrzehnten zum Themenkomplex Rechter Terror arbeiten. Kern
der Arbeit von NSU-Watch war bzw. ist die Beobachtung von
Prozessen und Untersuchungsausschüssen zu NSU und rechtem
Terror.

05.09.23 // 19.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Buchvorstellung ' Systemsturz - Der Sieg der Natur über den Kapitalismus'

...diesmal ist der Veranstaltungsort: Straße der
Pariser Kommune 8A 10243 Berlin!

In diesem Buch analysiert der japanische Philosoph Kohei Saito die Verflechtung
von Kapital, Natur und Gesellschaft im Anthropozän. Entgegen der herkömmlichen
Lesart entdeckt er die Gedanken von Karl Marx neu und entwickelt mir ihrer Hilfe
das Modell eines degrowth-Kommunismus. Er kritisiert den inneren Wachstumszwang
des Kapitalismus als eine Grundproblematik der heutigen menschengemachten und
kapitalgetriebenen Klimakrise.

Saito entdeckt alternative Pfade der Diskussion bei Marx und plädiert für eine
Dekarbonisierung unter anderem durch kürzere Arbeitszeiten und Priorisierung auf
lebenswichtige Produktion. Er benennt die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten
Nationen als neues «Opium des Volkes» und fordert die Vergesellschaftung der
großen Ölkonzerne, Großbanken und der digitalen Infrastruktur.
Das Buch machte in Japan mit über 500.000 verkauften Exemplaren Furore und wurde
nun von Gregor Wakounig für den dtv Verlag übersetzt.

Kohei Saito im Gespräch
Moderation: Malene Gürgen (taz)

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in
Kooperation mit dem dtv und der Buchhandlung Schwarze
Risse.

Die Veranstaltung findet auf Englisch mit deutscher
Simultanübersetzung statt, der Eintritt ist kostenfrei.

Eine Anmeldung über folgenden Link ist erforderlich: https://info.rosalux.de/#Buchung/llpcp

13.07.23 // 20.00 UhrBuchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

CHILE 2019-2023

Event in Spanish with English translation.

In October 2019, Chile experienced an unprecedented social uprising in
terms of harshness and the loss of human lives. The social and
progressive demands that were raised, questioned the foundation of this
prototype of a neoliberal country. A constitutional process was
subsequently opened, in which a new constitution was drafted including
elements that would have made it one of the most progressive
constitutions in the world

Three years later, following the defeat in the 2022 referendum, where
the draft was rejected, the far-right emerged as a leading actor in the
new process, winning the majority of votes in the recent constitutional
elections.

We cordially invite you on Thursday, July 13th at 8:00 pm to the lecture
'From the social uprising to the current victory of the right-wing,
2019-2023', which will be given by media activist Felipe Valenzuela from
Santiago, Chile. In this presentation, Felipe will share his experience
and reflections as part of the movement that started in 2019, analyzing
the events that led to the constitutional process and the current
electoral victory of the right-wing. There will also be time for
conversation and questions.

02. - 04.06.23 //ganztägig

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Linke Buchtage Berlin

In über 35 Veranstaltungen diskutieren Autor*innen im Kreuzberger Mehringhof ihre jüngsten Publikationen. Wie gewohnt laden parallel mehr als 30 linke und unabhängige Verlage zum Erkunden ihrer aktuellen Programme ein. Zusätzlich zu unserer jährlichen Comic-Ausstellung „Gerahmte Diskurse“ wird es diesmal die Ausstellung „Verbrannte Orte“ zu den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen geben. Neben diesem spannenden Programm erwartet euch anlässlich des Jubiläums am Freitag eine feierliche Eröffnung: Zusammen mit ehemaligen und aktuellen Mitstreiter*innen wollen wir am Sektstand im Versammlungsraum auf 20 Mal Linke Buchtage anstoßen, in Erinnerungen schwelgen und Ideen für die Zukunft spinnen.

Im Zuge der linken Buchtage finden auch Veranstaltungen im Laden statt.

https://linkebuchtage.de/wp-content/uploads/sites/13/2023/04/Programm_LinkeBuchtage_2023.pdf

25.05.2023 // 20.00Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Buchvorstellung "Femi(ni)zide. Kollektiv patriarchale Gewalt bekämpfen" mit Autor*innen und eine*r Vertreter*in vom Netzwerk gegen Feminizide

Seit Sommer 2020 lässt die feministische Vernetzung »Claim the Space« in Wien keinen Femi(ni)zid mehr unbeantwortet und fordert damit kontinuierlich eine öffentliche Auseinandersetzung ein.
Als Teil davon und anknüpfend an feministische Kämpfe in Lateinamerika und der Karibik diskutiert das österreichische Autor*innenkollektiv die Analysen von Femiziden und Feminiziden für den deutschsprachigen Raum. Dabei dient Femi(ni)zid als politischer Begriff der Benennung und Bekämpfung eines breiten Kontinuums patriarchaler Gewalt gegen Frauen, Lesben, inter, nichtbinäre, trans und agender Personen (FLINTA).
Das Buch thematisiert die strukturellen und intersektionalen Gewaltverhältnisse, die den Morden zugrunde liegen. Die Autor* innen nehmen Bezug auf historische und transnationale Protest- und Erinnerungsformen sowie in diesem Kontext an gestoßene Debatten und diskutierte Begriffe wie Femi(ni)zid-Suizid oder Transizid. Somit werden Möglichkeiten eines kollektiven, solidarischen Kampfes gegen patriarchale Gewalt – nicht trotz, sondern aufbauend auf unterschiedlichen Erfahrungen – ausgelotet.

22.05.2023 // 20.00Uhr

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Diskussionsveranstaltung zum Thema Krieg und revolutionären Positionierungen

In der Diskussion zum Krieg in der Ukraine ist im letzten Jahr sehr deutlich geworden, wie schnell linksradikale und antiautoritäre Grundsatzpositionen zum Thema über Bord gehen. Viele Menschen halten es für nötig, sich der einen oder der anderen Kriegspartei zuzuordnen und alle Widersprüche hin zu nehmen, die aus ihrer Positionierung hervorgehen. Wir wollen diskutieren, warum wir als Revolutionär*innen ein anderes Narrativ für die Analyse der Situation brauchen, warum eine revolutionäre Perspektive abseits von nationalistischen und imperialistischen Machtinteressen entwickelt werden muss und warum die Volksfront gegen den äußeren Feind, die Bedingungen für eine soziale Revolution verschlechtert und den Kampf gegen Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse negiert. Dabei werden wir auch auf das Konzept des revolutionären Defätismus eingehen. Wir halten es für wichtig eine internationale Debatte zu führen, wie wir als Revolutionäre*innen Krieg und Krise als immanenten Teil kapitalistischer, patriarchaler und kolonialer Strukturen begreifen und wie wir diesen radikal antimilitaristisch begegnen können.
Inputs wird es von eine*r Vertreter*in des provisorischen anarchistischen Antikriegsrat, von einer Vertreterin der Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft und Peter Nowak (Journalist) geben. Danach gibt es eine moderierte Diskussion.

17.05.2023 // 20.00Uhr

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Die grausame Lust - Sadomasochismus als Ideologie

Ulrike Heider geht Philosophien und Ideologien auf den Grund, die sich um das Phänomen Sadomasochismus ranken. Ihr Buch ist eine kritische und aufklärerische Erwiderung auf den erotischen Irrationalismus von Philosophen und Literaten wie dem Marquis de Sade, seinem Schüler Georges Bataille und seiner Schülerin Pauline Rèage, Verfasserin der Geschichte der O. Kritik erfahren auch der Vordenker der Postmoderne Michel Foucault, die Bestsellerautorin Erika Leonard und die Queer-Ikone Paul B. Preciado.

Die Befreiung der Sexualität unter unfreien, d.h. kapitalistischen Bedingungen war und ist das Gegenteil einer sexuellen Revolution im emanzipatorischen Sinn, die nie stattgefunden hat. Sie befördert heute ein Bild von der körperlichen Liebe, das von den schlimmsten Merkmalen der Gesellschaft geprägt ist, in der wir leben, von Ungleichheit und Konkurrenz, von Macht, Ohnmacht und Machtkämpfen bis hin zum Krieg.

24.04.2023 // 20.00Uhr

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Die Linke in China. Buchvorstellung mit Ralf Ruckus

Weltweit werden in der Linken unterschiedliche Positionen zur Volksrepublik China und zur dortigen Kommunistischen Partei diskutiert. Manche halten das heutige China noch für sozialistisch, andere erkennen die kapitalistische Ausbeutung und die Unterdrückung sozialer Kämpfe durch das jetzige Regime. Kaum diskutiert werden die linken oppositionellen Bewegungen, die es seit Gründung der Volksrepublik gegeben hat und bis heute gibt. Im Zentrum der revolutionären Umwälzung der 1950er-Jahre stand zwar der Versuch der Kommunistischen Partei, ein sozialistisches System aufzubauen. Ihr Sozialismus schuf jedoch neue Klassenspaltungen und in der Folge Wellen sozialer Proteste von Arbeiter:innen, Migrant:innen und Frauen*. Aus diesen Protesten gingen jeweils linke Gruppen und Bewegungen hervor, die sich gegen das Regime stellten. Diese Dialektik von sozialen Kämpfen und linken Oppositionsbewegungen prägte die Geschichte der Volksrepublik und bildet den roten Faden dieses Buches.

17.04.2023 // 20.00Uhr

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IM GLAUBEN AN DIE WELTREVOLUTION Die Märzrevolte 1921 - Buchvorstellung mit Bernd Langer

Im März 1921 kam es zu einer bewaffneten kommunistischen Erhebung im mitteldeutschen Industrierevier, also dem Gebiet um Halle und Merseburg im heutigen Sachsen-Anhalt bis an die Landesgrenzen von Sachsen und Thüringen. Der Aufstand fand auf Geheiß der Bolschewiki in Moskau statt. Dass er von vornherein keine Aussicht auf Erfolg hatte und überlegene Polizei- und Reichswehreinheiten ihn nach wenigen Tagen niederschlagen würden, spielte dabei keine Rolle. Es ging darum, von innenpolitischen Problemen in Russland abzulenken und einen Beleg für die Weiterführung der kommunistischen Weltrevolution zu erbringen.

Geführt wurde die Konfrontation von der KPD und der, zu diesem Zeitpunkt noch stärkeren, KAPD. Legendäre Gestalten wie Max Hölz, Karl Plättner, Peter Utzelmann oder Franz Jung spielten eine Rolle.

Das Buch Im Glauben an die Weltrevolution erzählt die Geschichte des Mitteldeutschen Aufstands und seine historische Betrachtung detailreich bis in die heutige Zeit. Unter anderem wird auch Auskunft über den Umgang mit den Denkmälern aus der DDR-Zeit gegeben.

Am Samstag, 22. April 2023 findet ab 11 Uhr eine Fahrradtour unter dem Titel Auf den Spuren der mitteldeutschen Märzkämpfe 1921 von Halle in Richtung Leuna statt.

Bei Lust und Laune bitten wir um Voranmeldung per Email: anmeldung@rosaluxsa.de. Genauer Treffpunkt und Ablauf werden dann zugesandt.

29.03.2023 // 19.00Uhr

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Über Ereignisse, die 'unsere Welt bis heute prägen', berichtet Vicent Bevins, Autor der 'Jakarta Methode'

⇒ Die Veranstaltung findet im AQUARIUM, Admiralstraße 1-2
Berlin, U-Bhf. Kottbusser Tor statt

Über Ereignisse, die 'unsere Welt bis heute prägen', berichtet Vicent Bevins, Autor der 'Jakarta Methode'

1965/66 war Indonesien Schauplatz eines der brutalsten Ver-
brechen des 20. Jahrhunderts. Teile des Militärs und speziell aus-
gebildete Milizen ermordeten mindestens eine Million Menschen.
Hunderttausende weitere wurden verschleppt, gefoltert und ohne
Verfahren oft jahrzehntelang eingesperrt. Die Brutalität und Sys-
tematik des US-gestützten antikommunistischen Massenmords
machte Schule. Untermauert mit Zeitzeugeninterviews und neu
veröffentlichten Dokumenten, zeigt der US-amerikanische Publizist
Vincent Bevins auf: Unter der Chiffre ›Jakarta‹ diente Indonesien ’65
als Blaupause für Staatsstreiche v. a. in Lateinamerika. Bevins macht
das Ausmaß der Gewalt deutlich, mit der der Kalte Krieg im glo-
balen Süden geführt wurde. Ob in Indonesien, Brasilien, in Chile
oder Argentinien: Revolutionäre Politiken wurden mit allen Mitteln
vereitelt – auch unter bundesdeutscher Mitverantwortung.
Auf dem Podium:
Vincent Bevins, Südostasien-Korrespondent für die Washington
Post, berichtete aus Brasilien u. a. für die Los Angeles Times
Sri Tunruang, Mitbegründerin des International People‘s Tribunal
1965 (zur Aufarbeitung der Massaker in Indonesien)
Luiz Ramalho, Brasilianischer Soziologe, kam als Geflüchteter
in den 70ern nach Deutschland, Brasilieninitiative Berlin
Camila de Abreu (Moderation), Advocacy und Politikdialog
Brasilien-Deutschland bei FDCL
Christine Holike (Moderation), Geschäftsführung & Referentin
für Menschenrechte und Demokratie, Watch Indonesia! e.V.

28.03.2023 // 20.00Uhr

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Neues Datum: Buchvorstellung "Kreolische Konstellationen" von und mit der Jour Fixe Initiative Berlin

Aller Siege der antikolonialen Befreiungskämpfe zum Trotz ist der Kolonialismus nicht beendet, die imperialistische Herrschaft dauert an. Wenn kreolisch meint, den gängigen Epistemologien zu misstrauen und deren binären Oppositionen, nicht zuletzt von Nord und Süd, zu unterwandern, dann stellt sich die Frage:
Welche Konstellationen werden gebraucht, um eine weiterhin in Ausbeutung und Identitäten gefangene Welt zu kreolisieren?
In diesem Band suchen wir Vorschläge für ein häretisches, vergessenes oder unterdrücktes Denken im Süden wie im Norden, das vielleicht die Niederlagen und das Scheitern der antikolonialen Befreiung hätte abwenden können. Denn es geht nach wie vor darum, Wege zu erkunden, wie die Herrschaft des Imperialismus überwunden werden kann.

09.03.2023 // 20.00Uhr

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Andreas Kemper + Jutta Blume: Privatstädte - Labore für einen neuen Manchesterkapitalismus / Das Beispiel Honduras

Totalitär-kapitalistische Ideologien und Netzwerke haben sich eines der
ärmsten und autoritärsten Länder Lateinamerikas ausgesucht, um dort ihre
Version einer ›Brave New World‹ zu realisieren: Honduras. Hier sollen
Privatstädte entstehen, in denen Unternehmen mit eigener Gesetzgebung,
eigenen Gerichten und privaten Sicherheitsorganen herrschen. Ginge es
nach Unternehmern wie Titus Gebel, soll aber nicht nur in Honduras
Demokratie »durch den Geldbeutel ersetzt« werden. Eigenen Worten zufolge
möchte er noch zu seinen Lebzeiten solche Privatstädte auch in
Deutschland sehen. Bereits 2009 wurden unmittelbar nach dem Putsch in
Honduras die Weichen für die Übertragung lokaler Staatsgewalt an
Privatunternehmen gestellt, um das Land zu einem Experimentierfeld – vor
allem auch deutscher – Investor*innen zu machen. In Honduras waren drei
solcher Investorenstädte vereinbart, denen weitgehende Autonomie in
Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung zugesprochen wurde. Das
Gesetz über diese Privatstädte hebelte die Souveränität des Staates aus,
erlaubte Enteignungen der lokalen Bevölkerung und stellte sie vor die
Wahl, sich ihren neuen Herren zu unterwerfen und für sie zu arbeiten
oder ihre angestammte Heimat zu verlassen.
Die seit 2022 amtierende Regierung hat das Privatstadtgesetz aufgehoben.
Zumindest ein Privatstadtunternehmen klagt dagegen vor einem
internationalen Schiedsgericht und fordert eine Entschädigung in
Milliardenhöhe.

Das Buch "Privatstädte - Labore für einen neuen Manchesterkapitalismus"
von Andreas Kemper wirft einen detailscharfen Blick auf diese
manchesterkapitalistischen Netzwerke in Europa und den USA, berichtet
aber ebenso auch von den massiven Protesten in immer mehr honduranischen
Gemeinden, die sich gegen ihre Enteignung und Vertreibung wehren.
Jutta Blume ist Autorin. Schon in ihrem Roman 'Die Aktivistin' (2019)
wird Honduras zur Kulisse der Geschichte um eine imaginäre Privatstadt.
Zeitgleich beginnt in Honduras der Bau der ersten reale Privatstadt
"Próspera" auf der Insel Roatán. An der honduranischen Nordküste gibt es
seit langem Widerstand gegen die Privatstädte, vor allem seitens der
afro-indigenen Garífuna. Im August dieses Jahres war Jutta Blume mit
einer Delegation in Honduras vor Ort und hat u.a. mit den Menschen in
Roatán gesprochen. Sie berichtet, was seit dem Regierungswechsel in
Honduras geschehen ist.

13.02.2023 // 20.00Uhr

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Lesung mit anschließender Diskussion 'ICH VERMISSE EUCH WIE SAU'

Ricardo ist 1986 in Dresden geboren. Er war unter anderem in der Grafitti-, HausbesetzerInnen- und Antifaszene aktiv. Dies führte zu ständiger staatlicher Repression und mehreren Knastaufenthalten. Als Schwarzer Mensch war er zusätzlich ständigem Rassismus ausgesetzt. Im Jahr 2014 entschloss er sich, um einer weiteren Haftstrafe zu entgehen, Deutschland zu verlassen. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2017 in Moçambique, anfangs in der Illegalität und später im Exil. Dieses Buch ist der Versuch von GefährtInnen und FreundInnen, eine Auseinandersetzung zum Thema Flucht, Exil und Illegalität zu führen.

07.02.2023 // 20.00Uhr

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Book Release „Mega Unerhört: Adbusting mit Polizei, Militär und Geheimdiensten“

Der Berlin Busters Social Club verspricht Spektakuläres in der
Ankündigung zum neu erscheinenden Buch „Mega Unerhört: Adbusting mit
Polizei und Militär“: „Das Buch zeichnet mit vielen
Hochglanz-Aktionsbildern nach, wie Adbustiungs ihren Weg vom
Terrorabwehrzentrum und den DNA-Laboren der Polizei in vom
Hauptstadtkulturfonds bezahlte Ausstellungen und Museen nahm“ erklärt
Adbustian Bustewka, Comedian und Kühlschrankwart*in des Clubs. „Gab es
2018/19 noch Hausdurchsuchungen wegen Adbusting, so ist das Kapern von
Werbevitrinen mit eignen Postern heute weitgehend entkriminalisiert.“

Das ist nicht unbemerkt geblieben: Benjamin Jendro, Sprecher der
Gewerkschaft der Polizei dazu: „Kann nicht sein, dass das stärkste
Mittel des Rechtsstaats gegen solche Perversion das Kunsturheberrecht
ist.“ Und CDU-Generalsekretär Stefan Evers empörte sich gegenüber der
Hauptstadtpresse: „Solche linksradikalen Aktionen zur Kunstform zu
erklären, finde ich einfach irre.“ Die Geschichten und Mythen, wie es
der Berliner Kommunikationsguerilla-Szene mit einer ungewöhnlichen
Mischung aus rotzfrecher Öffentlichkeitsarbeit, parlamentarischen
Anfragen und wilden Aktionen gelang, trotz Hausdurchsuchungen,
Terrorabwehrzentrum und DNA-Analysen Adbusting weitgehend zu
entkriminalisieren, bilden den Hauptteil des Buches.

https://bbsc.blackblogs.org/

 

27.01.2023 // 20.00Uhr

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Basta lädt ein: "Was machen in dieser und kommenden Krisen" Vortrag und Diskussion mit Tomasz Konicz

"Haben Sie sich in der Dauerkrise des kapitalistischen Weltsystems schon häuslich eingerichtet? Können Sie noch den Überblick behalten über all die Schuldenberge, die zusammenzubrechen drohen? Wie sortieren sich für Sie Klima-, Wirtschafts-, Schulden-, Klima-, Öko- und „Flüchtlingskrise"?

Wo fängt die eine an, wo hört die andere auf? Für alle, die im Krisendickicht endlich durchblicken wollen: Tomasz Konicz beschreibt allgemeinverständlich Ursachen, Verlauf und Perspektiven der großen sozialen und ökologischen Systemkrise des Kapitals und entlarvt die häufigsten Krisenmythen. Danach kann Euch/Sie nichts mehr erschüttern. Mit Ausnahme des nächsten Krisenschubs, versteht sich.

Tomasz Konicz, Jahrgang 1973, studierte Geschichte, Soziologie und Philosophie sowie Wirtschaftsgeschichte. Als wertkritischer Publizist und freier Journalist konzentriert er sich auf die Themen Krisenanalyse, Ideologiekritik und Faschismus – u. a. für „Konkret", "analyse & kritik" und "jungle World". Veröffentlichungen, u.A.: "Klimakiller Kapital. Wie ein Wirtschaftssystem unsere Lebensgrundlagen zerstört", "Kapitalkollaps. Die finale Krise der Weltwirtschaft", "Faschismus im 21. Jahrhundert. Skizzen der drohenden Barbarei".

14.12.2022 // 20.00Uhr

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'Der Himmel muss warten' von Sandra Reichert

Berlin im Herbst 2019. Wegen mehrfachen Suizidversuchs landet Maria Parker in einer Klinik. Das Wichtigste in ihrem kargen Gepäck: der Wunsch, einen Menschen zu finden, mit dem sie gemeinsam aus dem Leben scheiden kann.
Es kommt anders. Die Lebensgeschichten der Menschen, die die junge Frau dort kennenlernt, berühren sie tief. Es wird immer unvorstellbarer, deren Tod zu verursachen. Dann setzt ihr wider Erwarten der plötzliche Suizid einer Leidensgenossin schwer zu. Allmählich bleibt Maria nur die Wahl, sich ihren Ängsten zu stellen ... Sie ringt mit sich, wagt sich schließlich heran an die Gründe ihrer Krankheit, die sie längst verdrängt und vergessen hatte.
Mit Schmerzlust und Galgenhumor erzählt sich Maria Parker zurück in die Welt – gegen ihre Überzeugung, dass das Leben eine Zumutung ist.
Für das große Thema der Psyche und ihren Erkrankungen hat Sandra Reichert einen ganz eigenen Sound geschaffen. Frech, frei – vor allem von Pathos – und mit einem gerüttelt Maß an Selbstironie präsentiert sie ein außergewöhnlich starkes Romandebüt. Und mit Maria Parker einen Charakter, der sein Publikum mit offenem Mund zurücklässt, aus Verwunderung, aus Bewunderung.

05.12.2022 // 20.00Uhr

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Der Staatstrojaner - Weniger Sicherheit für alle

Im Vortrag geben wir einen kurzen Überblick über den Einsatz von Trojanern durch deutsche Behörden und die politischen Entwicklungen der letzten Jahre. Außerdem wird es darum gehen wie ein Trojaner eigentlich auf einem Gerät landet und wie man sich dagegen schützen kann.

Technisches Vorwissen ist nicht notwendig.

03.12.2022 // 17.00Uhr

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Buchvorstellung: „Das Land und ich wir werden - Texte und Zeichnungen“ mit dem Autor Jan Kuhlbrodt und dem Künstler Petrus Akkordeon

In „Das Land und ich wir werden“ wählt der Leipziger Autor Jan Kuhlbrodt verschiedene Zugänge, um das Sterben zu verhandeln. Die Art der Texte reicht vom knappen Aphorismus über klassische Sonette bis zu Kurzprosa. In einer nächtlichen Traumszene im Krankenhaus erscheint Elvis und zeigt den Maladen seinen elektrisierenden Hüftschwung. Ein Sterbehaiku formuliert visionär auch den Tod des Gedichts. In verdichteter Prosa schwingt die Melancholie des Verlusts mit, wenn die Erinnerungen an Delfter Blau weiterschweifen zu unberührten Gegenden und dem Karpfenteich nah der kindlichen Heimat. In den Texten erweist sich Kuhlbrodt als genauer Beobachter seiner selbst und der Umwelt. Er beschreibt – oft humorvoll und mit lakonischer Geste – was uns alle betreffen wird.

Petrus Akkordeon illustriert Kuhlbrodts Gedicht nicht nur mit lakonischen, naiven und versponnenen Strichzeichnungen. Ein ganzer Teil des Buches von etwa 30 Seiten gehört ihm allein. Durch diese großzügige Ausstattung wird das Buch auch zum optischen Genuss.

Jan Kuhlbrodt geboren 1966 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) - studierte Politischen Ökonomie in Leipzig, Philosophie in Frankfurt am Main sowie am Deutschen Literaturinstitut, arbeitete als Lehrer in einem Projekt für straffällig gewordene Jugendliche, war Antiquar und Herausgeber der Literaturzeitschrift EDIT, lebt heute als Dichter, Autor, Redakteur und Dozent in Leipzig.

Petrus Akkordeon geboren 1971 in Berlin - entschloss sich mit etwa vierzehn Jahren, ein Künstler zu sein - neben unzählbaren Bildern und Zeichnungen, Graphiken, Objekten und Aktionen schreibt er auch - gründete 1999 mit Georg Kakelbeck den unkommerziellen Kunstkampfverlag Berlin. Lebt in Berlin.

26.11.2022 // 18.00Uhr

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Eintritt: VVK!

Buchvorstellung 'no sleep till Shengal' mit dem Autor Zerocalcare und anschließendem Konzert

Präsentation von 'no sleep till Shengal' (italienisch) mit dem Moderator Mattia Grigolo

Die Veranstaltung wird von Steffen Kreuseler ins deutsche übersetzt .

Zerocalcare zählt zu den bekanntesten und bestverkauften zeitgenössischen
Comiczeichnern Italiens und wurde seit 2011 breiten Kreisen durch seine
autobiografischen Alltagsgeschichten bekannt. Seine nach wie vor beliebten
Webcomics und seine ausverkauften Lesungen machen ihn für viele
italienische Medien zur "Stimme seiner Generation".

Nach Kobane Calling setzt Zerocalcare erneut auf anschaulichen Journalismus, um über die Diskriminierung der ezidischen Bevölkerung in Kurdistan zu berichten.

Im Frühjahr 2021 reist Zerocalcare in den Irak, um die von internationalen Spannungen bedrohte und von kurdischen Milizen geschützte Gemeinschaft der Eziden in Shengal zu besuchen und ihre Lebensbedingungen und ihren Kampf zu dokumentieren. Die Reise erweist sich als schwierig, da die italienische Delegation mehrmals an den verschiedenen Kontrollpunkten zurückgewiesen wird, die von den verschiedenen politischen und militärischen Kräften kontrolliert werden, die sich die Kontrolle über den irakischen Boden teilen.

Dieser Comic ist eine Momentaufnahme eines präzisen geopolitischen Augenblicks, in dem sich eine Handvoll Menschen der überwältigenden Macht derer widersetzt, die jeden Versuch des Widerstands als "Terrorismus" bezeichnen, während sich die Machtstrukturen langsam verändern und der Traum von einem demokratischen Konföderalismus in einem allzu oft vergessenen Stück Mesopotamien in der ohrenbetäubenden Gleichgültigkeit des Westens für immer zu verschwinden droht.

https://clash-berlin.de/

25.11.2022 // 20.00Uhr

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Buchvorstellung 'Dem Tod davongelaufen. Wie neun junge Frauen dem Konzentrationslager entkamen'

»Wir wollen leben und werden es wagen, weil wir dieses wunderbare, freie, abenteuerliche Leben zurückhaben wollen.« Diesen Satz schreibt unmittelbar nach Kriegsende Suzanne Maudet, eine französische Deportierte, der im April 1945 auf dem Todesmarsch zusammen mit acht Mitgefangenen die Flucht aus den Fängen der Nazis glückt.

Die Übersetzerin Ingrid Scherf stellt die deutsche Erstausgabe des bereits 1945/46 von Suzanne Maudet verfassten Bericht über die abenteuerliche Geschichte der Flucht von neun jungen Frauen aus den Fängen der Nazis vor. Sie alle waren Mitglieder der französischen Résistance gewesen, wurden ins KZ Ravensbrück deportiert und mussten für den Rüstungskonzern HASAG in Leipzig Zwangsarbeit leisten. Auf dem Todesmarsch nach der Räumung des Lagers gelang ihnen die Flucht. Das Außergewöhnliche dieses Berichtes ist sein ganz besonderer Tonfall, voll jugendlichen Überschwangs, Lebenslust und Vorfreude auf die wiedereroberte Freiheit.

07.11.2022 // 20.00Uhr

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„AktenEinsicht - Geschichten von Frauen und Gewalt“ mit Christina Clemm im Gespräch mit Dorothea Zimmermann

Gewalt gegen Frauen ist ein alltägliches Phänomen, auch wenn sie nur selten öffentlich wird. »AktenEinsicht« erzählt Geschichten von Frauen, die körperlicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, und vermittelt überraschende, teils erschreckende Einsichten in die Arbeit von Justiz und Polizei.
Nach den neuesten Zahlen des BKA ist jede dritte Frau in Deutsch­land von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Welche Lebensgeschichten sich hinter dieser erschreckenden Zahl verbergen, davon erzählt die Strafrechtsanwältin Christina Clemm, empathisch und unpathetisch.

Alina ist nach Deutschland gekommen, um Geld zu verdienen. Sie wusste, dass sie wahrscheinlich nur als Prostituierte wird arbeiten können, und kommt gut damit zurecht. Mit Vielem hat sie gerechnet, aber nicht damit, dass ein Bekannter ihres Bruders ihr nachstellt und – als sie ihn abweist – versucht, sie auf offener Straße zu töten. Eva verlässt ihren Freund, der sie in den Bauch tritt, als sie schwanger ist. Er verfolgt sie, schickt Morddrohungen. Siebzehn Mal hatte sie ihn vergeblich bei der Polizei angezeigt, als ihre Tochter sie tot in ihrer Wohnung findet. Faizah wird von ihrem deutschen Ehemann schwer misshandelt. Einmal gelingt es ihr, sich nach draußen zu retten. Er folgt ihr, prügelt weiter, würgt sie, bis Passanten ihn festhalten und die Polizei holen.

Wie gewinnt man nach einer Gewalterfahrung die Selbstachtung zurück, die Selbstbestimmung über das eigene Leben? Wie geht man damit um, dass die Polizei einen angekündigten Mord nicht ernst nimmt? Dass man einem Richter gegenübersteht, der auf dem rechten Auge blind ist? Was macht es mit den Betroffenen, die Täter wiedersehen zu müssen und sich bohrenden Fragen zur Tat zu stellen?
Christina Clemm nimmt uns mit auf eine Reise in die Gerichtssäle der Republik, an die Tatorte, in die Tatgeschehen. Es sind Geschichten, die man nicht mehr vergessen wird.

31.10.2022 // 20:00Uhr

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Trauma ohne Gewalt? ... was in der Traumadebatte verloren geht. // Lesung und Diskussion aus dem Buch Kontextualisierte Traumaarbeit mit Ariane Brenssell und Vertreter*innen von Tauwetter

Wo beginnt eine Traumatisierung und wann hört sie auf? Wie lassen sich
traumatische Erfahrungen verarbeiten? Mitarbeiterinnen von
Frauenberatungsstellen und Frauennotrufen stellen sich diese Fragen seit
mehreren Jahrzehnten. Sie begleiten Frauen und Mädchen, die
geschlechtsspezifische Gewalt erlebt, erfahren, überlebt haben. Sie lassen
medizinische und psychologische Traumadebatten und gesellschaftliche Diskurse
zu Gewalt in ihre Arbeit einfließen. Sie sind täglich mit dem Erfolg und den
Grenzen ihrer Arbeit konfrontiert. Das dabei entstandene Praxiswissen wurde
nun im Rahmen einer partizipativen Forschungsarbeit systematisiert und im
Kontext der kontextualisierten Traumaarbeit begrifflich gefasst.

https://kontextualisierte-traumaarbeit.de/aktuelles/

28.10.2022 // 20:00Uhr

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Kathrin Zeiske: 'Ciudad Juárez'

Kathrin Zeiske ist in Bonn geboren und hat dort Politikwissenschaften und praktischen Antifaschismus studiert. Friedensbrigaden und Rucksackreisen brachten sie nach Mexiko, wo sie einige Jahre in einer Migrant*innenherberge arbeitete. Heute verbringt sie große Teile des Jahres in der mexikanischen Grenzmetropole Ciudad Juárez. Von dort berichtet sie als freie Journalistin und organisiert politische Austauschreisen in die Stadt. In ihrer Freizeit versucht sie sich als Wrestlingstar.

Ciudad Juárez ist eine Stadt, die man vor allem aus Netflix-Serien über Narcos kennt oder die in skandalträchtigen Pressemeldungen auftaucht: die meisten Frauenmorde Mexikos – eine der gefährlichsten Städte der Welt, von Drogenkartellen und Banden umkämpft – extreme Klimabedingungen mitten in der Wüste – Schichtarbeit zu Hungerlöhnen in Weltmarktfabriken – Migrant*innen an der Mauer zu den USA ... Doch wie lebt es sich in dieser 1,5-Millionen-Stadt tatsächlich? Und warum finden Menschen Ciudad Juárez trotz allem lebenswert? Kathrin Zeiske, die als freie Journalistin große Teile des Jahres in der mexikanischen Grenzmetropole verbringt, führt uns an unterschiedlichste Schauplätze der Stadt und macht mit ihren fesselnden Beschreibungen Protagonist*innen greifbar und Begebenheiten nachvollziehbar. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen dieser Grenzstadt in der Wüste, hören Erzählungen von Menschen, die in den marginalisierten Vierteln leben – im Schatten der Mauer zu den USA –, begegnen Jugendlichen, die Menschen klandestin über die Grenze bringen, Frauen, die in Montagefabriken unsere Autositze fertigen, und Männern, die Bandenkriege im Gefängnis überlebt haben. Und wir lernen Aktivist*innen kennen, die unverdrossen Gerechtigkeit einfordern und versuchen, das Leben in der Stadt lebenswerter zu gestalten, Perspektiven abseits der Ausbeutung im Weltmarkt zu schaffen und eine kollektive Erinnerung zu erwirken.

25.10.2022 // 20:00Uhr

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José Ovejero: Aufstand

Ein Roman aus dem Madrid von heute – über aufeinanderprallende Generationen, Gentrifizierung und andere Verdrängungen

Ana ist siebzehn und rebelliert gegen die zerstörerische Welt um sie herum. Enttäuscht von einer Mutter, die glaubt, mit Taschen aus recycletem Material die Welt retten zu können, und einem Vater, der in seinem immer prekäreren Job beim Radio resigniert, bricht sie die Schule und den Kontakt ab. Sie zieht in ein besetztes Haus in Lavapiés, einem Viertel von Madrid, wo soziale Zentren und linksalternative Projekte Anas Vorstellung einer gesellschaftlichen Utopie ein wenig näher rücken.
Ihren Vater Aitor, bei dem Ana mit ihrem Bruder seit der Scheidung von Isabel gelebt hat, wirft das völlig aus der Bahn – ihm den Rücken zu kehren, hatte er sie doch gerade wegen ihres kritischen Widerstandsgeistes immer bewundert!
Da er zunächst nicht weiß, wo Ana sich aufhält, engagiert er gemeinsam mit Isabel einen Detektiv, der Aitor aber schließlich mit seinem Wissen erpresst. Denn Ana ist Teil einer anarchistischen Gruppe, die gegen Gentrifizierung und den Wegfall von Wohnraum kämpft. Als Ana und der Anführer Alfon sich weiter radikalisieren und Gewalt ins Spiel kommt, springt ein Großteil der Gruppe ab …

Mit geschärftem Blick für komplexe Verhältnisse, poetisch und temporeich, zeichnet Ovejero die Spannungen der Gesellschaft im Innern einer Familie nach.
Aus dem Spanischen von Patricia Hansel

+++ MUSS WEGEN KRANKHEIT VERSCHOBENN WERDEN +++

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Andreas Kemper + Jutta Blume: Privatstädte - Labore für einen neuen Manchesterkapitalismus / Das Beispiel Honduras

Totalitär-kapitalistische Ideologien und Netzwerke haben sich eines der ärmsten und autoritärsten Länder Lateinamerikas ausgesucht, um dort ihre Version einer ›Brave New World‹ zu realisieren: Honduras. Hier sollen Privatstädte entstehen, in denen Unternehmen mit eigener Gesetzgebung, eigenen Gerichten und privaten Sicherheitsorganen herrschen. Ginge es nach Unternehmern wie Titus Gebel, soll aber nicht nur in Honduras Demokratie »durch den Geldbeutel ersetzt« werden. Eigenen Worten zufolge möchte er noch zu seinen Lebzeiten solche Privatstädte auch in Deutschland sehen. Bereits 2009 wurden unmittelbar nach dem Putsch in Honduras die Weichen für die Übertragung lokaler Staatsgewalt an Privatunternehmen gestellt, um das Land zu einem Experimentierfeld – vor allem auch deutscher – Investor*innen zu machen. In Honduras sind zurzeit bereits drei solcher Investorenstädte vereinbart, mindestens drei weitere sind in Planung. Als ausgewiesene Sonderwirtschaftszonen, denen weitgehende Autonomie in Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung zugesprochen wird, hebeln diese Privatstädte nicht nur die Souveränität des Staates aus, sondern enteignen auch die lokale Bevölkerung und stellen sie vor die Wahl, sich ihren neuen Herren zu unterwerfen und für sie zu arbeiten oder ihre angestammte Heimat zu verlassen.

Das Buch wirft einen detailscharfen Blick auf diese manchesterkapitalistischen Netzwerke in Europa und den USA, berichtet aber ebenso auch von den massiven Protesten in immer mehr honduranischen Gemeinden, die sich gegen ihre Enteignung und Vertreibung wehren.

Jutta Blume ist Autorin. Schon in ihrem Roman 'Die Aktivistin' (2019) wird Honduras zur Kulisse der Geschichte um eine imaginäre Privatstadt. Zeitgleich beginnt in Honduras der Bau der ersten reale Privatstadt "Próspera" auf der Insel Roatán. An der honduranischen Nordküste gibt es seit langem Widerstand gegen die Privatstädte, vor allem seitens der afro-indigenen Garífuna. Im August dieses Jahres war Jutta Blume mit einer Delegation in Honduras vor Ort und hat u.a. mit den Menschen in Roatán gesprochen. Sie berichtet, was seit dem Regierungswechsel in Honduras geschehen ist.

14.10.2022 // 20:00Uhr

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Eintritt: frei!

Charlotte Wiedemann: Den Schmerz der Anderen begreifen Holocaust und Weltgedächtnis | Ein Plädoyer für eine empathische Erinnerungskultur

In einem Moment, in dem hitzige Feuilleton-Debatten den Eindruck erwecken, es ginge um einen kurzlebigen Positionsstreit, stellt Charlotte Wiedemann klar: Was wir erleben, ist eine Zeitenwende – wir müssen unsere Haltung zur deutschen Geschichte aus einer kosmopolitischen Perspektive neu begründen. Das heißt: nicht-europäische, nicht-westliche Sichtweisen ebenso einbeziehen wie die Ansprüche einer jungen, diversen Generation in Deutschland. Wie lässt sich in Zukunft an den Holocaust und an die kolonialen Verbrechen erinnern? Globalhistorisch fundiert und persönlich zugleich denkt Charlotte Wiedemann die Idee des Antifaschismus neu und entwirft ein empathisches Gedenkkonzept für unsere Zeit.

12.10.2022 // 20:00Uhr

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Daughters and Sons of Gastarbeiters

Geschichte(n) von damals...

Sie folgten ihren Eltern aus den Dörfern Anatoliens, Südeuropas, des Balkans nach Deutschland oder kamen in einem Arbeiterviertel der Bundesrepublik zur Welt. Ihre Väter und Mütter sollten in Deutschland als „Gastarbeiter“ den Wirtschaftsaufschwung beflügeln. Ihr Kapitel ist ein wichtiger Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte. Höchste Zeit, ihren Erinnerungen ein Forum zu bieten!

Die Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Herkunft bieten in künstlerisch-performativer Form autobiografische Geschichten aus ihrer Familiengeschichte dar. Dabei werden die Erzählungen von Bildprojektionen aus dem Familienalbum, Bühnenbild, Film und Musik begleitet und eröffnen einen Diskurs über das Selbstverständnis und die Relevanz der Einwanderer in der deutschen Gesellschaft.

In einer Zeit, in der in öffentlichen Debatten ethnische und religiöse Hintergründe eine immer größere Rolle spielen, erscheint es umso wichtiger, den Blick auf die konkrete Lebenswirklichkeit von Menschen mit Migrationserfahrung zu richten, um gängige Überfremdungsrhetoriken ins Leere laufen zu lassen.

Die erzählten Geschichten sollen einerseits einen Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland leisten und damit das Selbstverständnis der Einwanderer in der deutschen Gesellschaft festigen. Andererseits sollen sie andere animieren, sich dem Projekt mit ihren eigenen Erfahrungen anzuschließen. Es ist an der Zeit, diese Biographien als Selbstverständlichkeit und Normalität in die deutsche Erinnerungskultur einzubeziehen und nicht als mehr oder weniger exotische Multikulti-Besonderheit zu stigmatisieren.

28.09.2022 // 20:00Uhr

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Krieg in der Ukraine - Vortrag und Diskussion mit Roman Danyluk

Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine. Dieser Krieg ist die größte militärische Auseinandersetzung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Obwohl beide Bevölkerungen eine gemeinsame Geschichte und zahlreiche familiäre Banden verbinden, unterscheiden sich die Gesellschaften Russlands und der Ukraine in vielerlei Hinsicht. Während die ökonomischen Verhältnisse durch einen Kapitalismus, in denen Oligarchen eine bestimmende Rolle einnehmen, ähnlich sind, unterscheiden sich beide Länder auf kultureller und politischer Ebene stark voneinander. War die Ukraine nach der Unabhängigkeit 1991 lange ein Brückenstaat zwischen Russland und der EU, haben sich die Verhältnisse spätestens nach der Revolte auf dem Majdan-Platz 2013/14 geändert. Seitdem orientiert sich eine Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung politisch am Westen. Die russische Führung reagierte darauf mit der Annexion der Halbinsel Krim sowie dem Beginn einer militärischen Intervention in der Ostukraine. Es gibt wirtschaftliche, politische und kulturell-ideologische Gründe für den Überfall der Putin-Regierung auf die Ukraine. Die Aggression ändert im Verhältnis der beiden Länder zueinander fast alles. Die ukrainische Bevölkerung setzt sich massiv gegen die Invasion zur Wehr. Auch linke, antiautoritäre und anarchistische Gruppen leisten Widerstand. Worum geht es in diesem Krieg und warum handeln die Akteure auf diese Weise? Diesen und anderen Fragen geht der Vortrag zur Entwicklung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine nach.

13.09.2022 // 20:00Uhr

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Podiumsdiskussion zum Buch "Brasilien über alles" und der aktuellen Situation in Brasilien

Niklas Franzen (Autor und Journalist fürt u.a. taz und nd)

Camila de Abreu (Advocacy und Politikdialog Brasilien-Deutschland bei FDCL)

Belén Díaz (Forscherin zur Neuen Rechten, Gruppe »Bloque Latinoamericano«)

 

Zum Buch: »Brasilien über alles, Gott über allen«, lautete die Wahlkampfparole von Jair Bolsonaro. Sein fulminanter Aufstieg hat Brasilien verändert. Immer mehr Bagger rollen durch den Amazonas-Regenwald, in den Armenvierteln stirbt eine ganze Generation im Kugelhagel, Oppositionelle setzen sich aus Angst ins Ausland ab. Eine unheilige Allianz aus christlichen Fundamentalist*innen, Neoliberalen und Militärs versucht, Brasilien nach ganz rechts zu drehen. Eine »konservative Revolution« hat das Land erfasst. Der ultrarechte Präsident inszeniert sich als Anti-Politiker, der mit den überkommenen Regeln des etablierten Systems bricht. Bolsonaro versteht es, die Klaviatur der sozialen Medien perfekt zu bedienen, und wird von seinen Anhängern wie ein Gott verehrt. Er verkörpert eine neue Art des Rechtsautoritarismus, die keine Panzer auf den Straßen braucht. Sie erkennt die demokratischen Spielregeln formell an, um die Demokratie von innen auszuhöhlen. Das Buch blickt auf ein Land im Krisenmodus. Es fragt: Wie lebt es sich in Brasilien unter Bolsonaro? Was droht dem größten Land Lateinamerikas? Es verschafft Bewegungen und Personen Gehör, die sich gegen die autoritäre Wende zur Wehr setzen. Es sammelt die Stimmen von Sojabaronen und Indigenen, Pastoren und Queer-Aktivist*innen, Polizisten und Favelabewohner*innen. Der Band entwirft das Panorama eines Landes, das vor seiner härtesten Bewährungsprobe steht, und hilft, die historische Tragweite der brasilianischen Entwicklung zu verstehen.

Rezension

08.09.2022 // 20:00Uhr

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Und dann Politisierung?!

Und dann Politisierung?! - Momente, Prozesse, Reflektionen
Lesung und Diskussion mit Autor*innen

Politisch aktiv werden, sein und bleiben, um für eine gerechtere Welt zu kämpfen – für viele Menschen ist dies ein andauernder Prozess. Dieses Buch versammelt vielfältige Perspektiven auf das Thema Politisierung.

Wie bist du politisch aktiv geworden? Was hat dich dabei verunsichert, worüber bist du gestolpert? Wie und warum politisieren sich Menschen heute? Warum sind manche unserer Gefährt*innen nicht mehr dabei? Welche Widersprüche gibt es in der Beziehung zwischen Individuum und Gruppe im Aktivismus für eine gerechtere Welt? In diesem Buch versammeln sich vielfältige Erzählungen von den Möglichkeiten, Hürden und Herausforderungen der Politisierung. Dieser Sammelband lädt dazu ein, kollektive Prozesse kritisch zu hinterfragen, sich selbst zu reflektieren und sich in Beziehung zu anderen zu setzen. Er ist für alle, die nach Wegen suchen, an emanzipatorischen Kämpfen der Gegenwart teilzunehmen, die schon dabei sind und für die, die hadern.

25.08.2022 // 20:00Uhr

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Zucker im Tank: Glitzer im Kohlestaub Vom Kampf um Klimagerechtigkeit und Autonomie

In über 60 Beiträgen beschreiben Aktivist*innen aus unterschiedlichen Spektren die Aktionen der Klimagerechtigkeitsbewegung.
Sie legen ihre politischen Überlegungen dar und geben einen Einblick in das Zusammenleben in Klimacamps, besetzten Dörfern und Wäldern.
Die Aktivist*innen handeln in dem Bewusstsein, dass der von der Politik eingeschlagene Weg nicht in der Lage ist, die sich vollziehende Klimakatastrophe mit all ihren Auswirkungen wie bspw. dem Artensterben, den weltweiten Hungerkatastrophen und Kriegen zu verhindern.
Deshalb besetzen sie Wälder wie den Hambacher oder Dannenröder Forst, setzen sich auf Tagebaubagger in der Lausitz oder in Garzweiler, blockieren Zufahrtsgleise zu Kohlekraftwerken, kämpfen um den Erhalt von Dörfern wie Lützerath, springen vor Kreuzfahrtschiffen ins Wasser, um sie am Auslaufen zu hindern, oder sabotieren Maschinen und anderes Gerät, das für den Ablauf des zerstörerischen Geschäfts nötig ist. Das Buch erzählt Bewegungsgeschichte(n) von Aktionen und Kampagnen und reflektiert die politische Praxis der Klimagerechtigkeitsbewegung.

Glitzer im Kohlestaub

23.08.2022 // 20:00Uhr

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„Vom Scheitern, Zweifeln und Ändern“ mit Herausgeber_innen und Autor_innen

Schwarze Risse präsentiert am 23.08.2022 um 20 Uhr eine Lesung zum Thema „Kritik an Männlichkeiten" mit Daniel Holtermann und Autor*innen des Sammelbandes „Vom Scheitern, Zweifeln und Ändern – Kritische Reflexionen von Männlichkeiten" den Blu Doppe und Daniel Holtermann herausgegeben haben.

In der Lesung wird es um die verschiedenen Ausformungen von Männlichkeiten gehen und warum sie weiterhin eine entscheidende Rolle bei der (Re)produktion des Patriachats und damit einhergehenden Sexismus spielen. Geschlechtliche Machtstrukturen bestehen an verschiedenen Orten und in unterschiedlicher Weise offensichtlich und subtil fort, selbst wenn die involvierten Personen ein ernsthaftes Interesse daran haben, diese abzubauen. Deshalb stellen sich die Fragen: „Warum sich eigentlich so wenige Männer* für die Gleichberechtigung aller Geschlechter einsetzen, wenn doch die Ungerechtigkeiten so offensichtlich sind" sowie „Welche Wege es für ein gutes Zusammenleben für alle gibt, in dem Geschlecht keine Ungleichheiten, Gewalt und Hierarchien mehr erzeugt?". Der Sammelband nähert sich diesen Aspekten aus verschiedenen Perspektiven (cis und trans männlichen und weiblichen sowie nicht binären und queeren Perspektiven) im Kontext von biografischen und theoretischen Reflexionen und deren Wechselwirkungen.

Im Rahmen der Lesung wird aus dem genannten Buch vorgelesen und danach Raum für Austausch und Fragen sein.

17.08.2022 // 20:00Uhr

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Nikolas Lelle: Arbeit, Dienst und Führung. Der Nationalsozialismus und sein Erbe

Die Deutschen und ihre Arbeit. Eine lange Geschichte eines überhöhenden Selbstbildes. Eine lange Geschichte des Antisemitismus, die der Nationalsozialismus noch einmal radikalisierte. Deutsch soll eine Arbeit sein, die der Volksgemeinschaft dient. Unter Verweis auf »deutsche Arbeit« begründete der Nationalsozialismus nicht nur sein antisemitisches Selbstbild, sondern auch Praktiken der Verfolgung und Vernichtung.

»Arbeit, Dienst und Führung« rekonstruiert diese Geschichte und analysiert dieses Selbstbild. Dabei wird der Blick auch ins »Innere« der deutschen Volksgemeinschaft geworfen. Denn hier hat der Nationalsozialismus Formen von Menschenführung entwickelt, die in Managementkonzepten der deutschen Nachkriegsgeschichte fortlebten.

16.08.2022 // 20:00Uhr

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Lars Distelhorst Kulturelle Aneignung

Keine Frage – in Kunst und Kultur und der Entwicklung der Menschheit überhaupt hat es immer Übernahmen und Aneignungen von Techniken, Fertigkeiten, Motiven usw. gegeben. Man lernt ja voneinander. Doch darum geht es hier nicht. Kultureller Austausch ist etwas anderes als kulturelle Aneignung.

Lars Distelhorst schreibt aus der selbstreflektierten Perspektive eines weißen über einen aktuell so populären wie unzureichend theoretisierten Begriff, der ein bemerkenswertes Affektpotenzial hat: Ob es um Faschingskostüme oder um Dreadlocks geht, um Soulmusik oder Yoga – die Diskussion kocht sehr schnell hoch. Distelhorst veranschaulicht zunächst anhand der Reaktionen auf die Empfehlung einer Hamburger Kita im Jahr 2019, die Kinder zum Fasching nicht als »Indianer« zu verkleiden, und eines kurzen Abrisses der deutschen Kolonialgeschichte den Zusammenhang zwischen Mikro- und Makroebene von kultureller Aneignung. Er setzt sich mit verschiedenen Definitionen des Begriffs auseinander, vor allem mit dem oft unterstellten Zusammenhang mit essenzialistischen Kulturkonzeptionen, und analysiert drei Dimensionen der Aneignung: kolonialen Kulturraub, ungefragte Repräsentation anderer Kulturen und Konsum von Kultur als Ware.

Schließlich verknüpft Distelhorst kulturelle Aneignung mit einer kapitalismus- und rassismuskritischen Perspektive, um das Konzept für die Kritik von Dominanzverhältnissen fruchtbar zu machen, und lotet aus, was Antirassismus für weiße Menschen bedeuten kann.

28.07.2022 // 20:00Uhr

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Alina Schwermer: Futopia Ideen für eine bessere Fußballwelt

Die Zeit ist reif für große Fußball-Utopien

Was wäre, wenn jemand vorschlagen würde, das aktuelle System einzuführen? Lasst uns einen Fußball spielen, bei dem der Meister schon am ersten Spieltag feststeht. Lasst uns einen Fußball einführen, bei dem Männer tausendfach so viel verdienen wie Frauen. Lasst uns einen Fußball einführen, der undemokratisch ist und seine Fans verachtet, Menschen schon im Kindesalter versklavt, von wenigen Superreichen diktiert wird und von konservativen alten Männern beherrscht wird. Lasst uns einen Fußball schaffen, der den Planeten, die Ressourcen und damit sich selbst zerstört.

Wer würde diese Idee gut finden?

Podcast-Tipp: https://meinpodcast.de/sprenger-spricht/67-system-error-der-fluch-der-megaclubs

15.07.2022 // 20:00Uhr

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Gisela Notz: Kritik des Familismus

Am 15. Juli liest die Sozialwissenschaftlerin und Historikerin aus ihrem Buch "Kritik des Familismus".

Welche Bedeutung hat die Familie für uns und unsere Mitmenschen? Wie hat sich diese Bedeutung im Laufe der Zeit verändert? Haben Freund:innenschaften einen ähnlichen Stellenwert in unserer Gesellschaft? Welche Familienformen gibt es neben der Vater-Mutter-Kind - Familie und wie reagiert der Staat auf den Wandel von Familienformen?

Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigen wir uns am 15. Juli ab 20:00 Uhr im Innenhof der Buchhandlung "Schwarze Risse". Adresse: Gneisenaustraße 2, 10961 (Beginn: 20:00 Uhr).

Es wird ein kleines Kuchenbuffet und Fingerfood geben.

Die Lesung wird realisiert von einer kleinen Gruppe aus sechs in Berlin lebenden Freundinnen.

Anmeldung: https://eveeno.com/lesungnotz

14.07.2022 // 19:30Uhr

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HUch#94 Release und Lesung mit Mesut Bayraktar, Aydin: Erinnerung an ein verweigertes Leben

Am 14. Juli 2022 erscheint die 94. Ausgabe der HUch – Kritische Studierendenzeitschrift. Das möchten wir gemeinsam mit euch in den Mehringhöfen feiern. Es erwartet euch ab 19h30 eine Lesung mit Mesut Bayraktar zu seinem Debütroman Aydin: Erinnerung an ein verweigertes Leben, sowie die Möglichkeit, die Redaktion kennen zu lernen. 

Die Ausgabe, die wir euch bei diesem Anlass vorstellen möchten, dreht sich um das Thema Arbeit. Denn: ob in der Lohnarbeit oder in der universitären, schulischen oder sonstigen Vorstufe zum Arbeitsmarkt – unser ganzes Leben dreht sich um unsere profitable (Selbst-)Verwertung. Warum das eigentlich so ist, und welche Mechanismen dabei im Spiel sind, wird aus verschiedenen Blickwinkeln unter die Lupe genommen. In den Texten werden so verschiedene Bereiche wie Streiks, Arbeitslosigkeit oder koloniale Ausbeutung thematisiert. All das und viel mehr könnt ihr schon bald selbst nachlesen.
Wir freuen uns besonders, dass Mesut Bayraktar unser Release mit einer Lesung seines Debütromans Aydin: Erinnerung an ein verweigertes Leben begleiten wird. Aydin handelt von einem gleichnamigen Gastarbeiter, der in den späten 80ern in Deutschland lebt, nach dem Mauerfall in die Türkei abgeschoben wird und dort in der Psychatrie landet. Das Buch ist eine autobiografische Spurensuche über Trauer, Wut, Gewalt, Scham und das Besiegtsein.
Unsere Autorin Karla Hecks beschrieb den Roman kürzlich in ihrer Rezension für die HUch als ein Muss, »für jeden, der heute in Deutschland lebt oder etwas über seine jüngste Geschichte verstehen will«. Wir freuen uns daraus zu hören und darüber zu sprechen.

Also kommt vorbei und feiert mit uns das Erscheinen der HUch#94. Wir freuen uns auf euch!

Herzlichst,
Eure HUch-Redaktion

Bei gutem Wetter werden wir draußen im Hof sein, bei schlechtem Wetter können wir auf den Versammlungsraum der Mehringhöfe ausweichen, Fahrstuhl vorhanden.

22.06.2022 // 20:ooUhr

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Der Krieg, die Ukraine und das Dilemma der Linken mit der Solidarität - Veranstaltung des AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Linke gezwungen, Position zu beziehen. Welche Haltung ist angesichts eines brutalen völkerrechtswidrigen imperialistischen Überfalls einer Großmacht angebracht, wenn sich dieser Angriff gegen ein Land richtet, in dem Oligarchen die Regierungspolitik bestimmen und Ultranationalisten Linke attackieren? Wie soll die Linke sich positionieren in einem Verteidigungskampf eines kapitalistischen Landes, das nicht von der Landkarte verschwinden möchte? In der Ukraine findet bekanntlich kein Aufstand der unterdrückten Klasse statt, so scheint es vielen Linken schwer zu fallen, für den Verteidigungskampf eines kapitalistischen Landes Partei zu ergreifen.

Ein Teil der Linken hatte seine Antworten auf diese schwierigen Fragen sehr schnell gefunden. Alle müssten ihre Waffen niederlegen, dann seien Krieg und Tod rasch vorbei, empfehlen die Pazifist:innen. Und die geopolitischen Strateg:innen haben sich auf die Rolle der USA respektive der Nato und ihres Anteils an diesem Konflikt fokussiert. Das eine hat mit der Realität jedoch wenig zu tun und vergisst, dass die Niederlegung der Waffen vor den faschistischen Schlächtern eines Ramsan Kadyrows und russischen Ultranationalist:innen Folter und Tod aller Aktivist:innen einer ukrainischen Identität bedeuteten. Das andere lässt außer acht, dass in Russland ein extrem autoritäres und nationalistisches, ideologisch am Zarenreich und der Neuen Rechten orientiertes Regime herrscht, ein imperialer Staat, der für die Unabhängigkeit aller Anrainerstaaten gefährlich ist.

Was diese und andere linke Kommentatoren des Krieges verbindet, ist, dass sie die Verhältnisse in Russland aus ihren Überlegungen weitgehend ausblenden und dass sie in ihre geopolitischen Analysen das begründete Recht der überfallenen Ukraine und ihrer Bevölkerung auf Eigenständigkeit völlig zu ignorieren scheinen.Viele Linke reden über diesen Krieg als globalem Ereignis, als Konkurrenzkampf zwischen Ost und West, so, als gäbe es da nicht noch dieses angegriffene Land und seine Menschen, die angesichts der Bedrohung durch die russische Armee eine nie gekannte Einigkeit zeigen. Linke Kommentatoren empören sich zurecht, dass die Bundesregierung die Gelegenheit beim Schopf packt und ein Milliardenprogramm für die Bundeswehr auflegt und dass nicht nur Rheinmetall Gewinne aus diesem Krieg zieht. Doch sie drücken sich vor der Frage, wie die Ukraine ohne westliche Waffenlieferung erfolgreich ihre Eigenständigkeit verteidigen kann. Sie verurteilen die beabsichtigten Nato-Beitritte Finnlands und Schwedens, ohne deren realistische Angst vor der aggressiven Politik des Putin-Regimes zu begreifen.

Am bedrückendsten aber ist, dass das Gros der Linken ihre eigenen Bündnispartner:innen in der Ukraine und in Russland nicht zur Kenntnis nimmt. Oder gar, was einer Ignoranz gleichkommt, sich anmaßt, ihnen Ratschläge zu erteilen, was jene zu tun oder zu lassen haben. Diese Sicht auf den Krieg wollen wir versuchen zu durchbrechen. Wir laden zu einer Veranstaltung ein, auf der den ukrainischen Linken eben keine weiteren Ratschläge erteilt werden sollen. Wir wollen erfahren, um welche Positionen sie selbst ringen, wir wollen ihre Fragen und Probleme zur Kenntnis nehmen, nicht zuletzt, um der Diskussion der Linken in Deutschland den internationalistischen Inhalt zu geben, der bisher weitgehend fehlt. Welche, auch unterschiedlichen, Haltungen nehmen ukrainische Linke zum „Kriegszustand“ ein, welche Funktion sehen sie für sich, welche Möglichkeiten solidarischer Unterstützung formulieren sie an uns? Redakteur*innen und Autor*innen der Zeitungen Analyse & Kritik und Jungle World haben in Lwiw an einem Treffen mit ukrainischen Linken teilgenommen, auf dem solche Fragen erörtert wurden. Uns scheint dies ein notwendiger Perspektivwechsel, der unsere eigene Haltung zu diesem Angriffskrieg auf den Prüfstand stellt.

Podiumsteilnehmer*innen:

Jan-Ole Arps, Redakteur Analyse & Kritik
Bernd Gehrke, Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost West
Renate Hürtgen, Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost West
Johannes Simon, Autor/Redakteur Jungle World
Natascha Lomonosowa, Socialnij Ruch
Oksana Dutschak, Commons (angefragt)

02.06.2022 // 20:ooUhr

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We shut Shit down

“We shut Shit down” ist ein Buch von und für die Bewegung, welches in einem kollektivem Prozess entstand. Es bietet verschiedene aktivistische Perspektiven auf die Aktionen von Ende Gelände, in dem es nach dem Vorwort mit Erlebnisberichten startet und ergänzt wird durch die eigene Geschichte. Es werden historische Bezüge erläutert, die z.B. die Geschichte von Aktionsformen betrifft. Auch werden immer wieder Strategien und Taktiken verständlich gemacht und verschiedene Schnittmengen mit anderen Teilbereichskämpfen verdeutlicht. Die Notwendigkeit eines anderen ökonomischen Systems wird betont, doch eine klare Haltung gegenüber dem Staat hat Ende Gelände nicht. Dies wird transparent gemacht und versucht verschiedene Strömungen zu bennen, die sich dort zusammen finden.
Dieses Buch ist eine Grundlage für Diskussionen, bietet einen Zwischenstand als Grundlage für Reflektionen und hält die Motivationen und Erzählungen von einigen der Akteur*innen selbst fest.
Bei der Veranstaltung werden verschiedene Textpassagen vorgelesen und es wird immer wieder Raum für Fragen und am Ende auch für eine Diskussion geben.

01.06.2022 // 20:ooUhr

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„Krieg sabotieren“ – Veranstaltung zu antimilitaristischen Handlungsperspektiven mit Martin Kirsch von der IMI Tübingen un der Kampagne "Rheinmetallentwaffnen"

Für den Angriff der russischen Armee auf die Ukraine sind die politischen Eliten Russlands verantwortlich, aber entgegen der medialen Debatte nimmt das die NATO, die EU und Deutschland
nicht aus der Verantwortung, an der vorherigen Eskalation beteiligt gewesen zu sein. In den letzten Jahren wurden NATO-Truppen in Nordost-, Zentral- und Südosteuropa deutlich
aufgestockt und seit dem NATO-Gipfel vom 25. Februar 2022 wurde die Eingreiftruppe der NATO mit bis zu 40.000 Soldat*innen aktiviert.

Am 24. Februar verkündete das Verteidigungsministerium bereits: „Die Bundeswehr ist vorbereitet und erhöht derzeit weiter ihre Bereitschaft. Das bedeutet auch, dass die
Bevölkerung gegebenenfalls in den nächsten Tagen mehr militärische Bewegungen im öffentlichen Raum wahrnehmen kann. Es kann auch zu Einschränkungen im Verkehrsbereich kommen, da
Transportkapazitäten zu Lande, zu Wasser und in der Luft für militärische Zwecke vorgehalten werden müssen.“ Schon 2019 hat die Bundeswehr Verträge mit der Deutschen Bahn geschlossen,
die militärischen Schienentransporten bei Aktivierung der NATO-Eingreiftruppe Vorrang vor zivilen Zügen einräumt.

„Deutsche Waffen, deutsches Geld…“
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall profitiert mit seinen blutigen Waffengeschäften: Bei der Hauptversammlung am 10. Mai wurde eine Rekordsumme von knapp 150 Millionen Euro an Dividenden an seine Aktionär*innen ausgeschüttet.

Die Initiative „Rheinmetall entwaffnen“ wird auf der Veranstaltung das geplante Camp im September in Kassel vorstellen.

18.05.2022 // 20:ooUhr

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„Queer Family“ – Ein queerer Leseabend mit Elisabeth R. Hager & Miku Sophie Kühmel

In dieser Ausgabe von queer_gelesen widmen sich Miku Sophie Kühmel und Elisabeth R. Hager dem Thema Familie. Im Fokus stehen Familienkonstruktionen und Wahlverwandtschaften jenseits der cis-heteronormativen Kleinfamilie. Die Autor:innen stellen je drei Romane oder Sachbücher vor, lesen kurze Stellen daraus und gehen ins Gespräch miteinander und mit dem Publikum.

Die ausgewählten Texte kreisen um queere Begegnungen zwischen den Generationen, Mütter, die ihre Kinder neu kennenlernen (dürfen), Töchter*, die sich mit ihren Eltern auseinander setzen, Bücher, die Adoption thematisieren & den Wunsch, keine Kinder zu bekommen. - Eine abendliche Wanderung durch die Beziehungslandschaft jenseits heteronormativer Glücksvorstellungen.

Vorgestellte Titel

  • Meghan Daum (Hg.): Selfish, Shallow, and Self-Absorbed: Sixteen Writers on the decision not to have kids. Picador, 2015. (engl.)

  • Bernadine Evaristo: Frau, Mädchen, etc. Tropen, 2021.

  • Kim Hye-Jin: Die Tochter. Hanser, 2022.

  • Rudi Nuss: Die Realität kommt. Diaphanes, 2022.

  • Jayrome Robinet: Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund. Hanser, 2019.

  • Hanya Yanagihara: Das Leben der Bäume. Hanser, 2019.

Sowie je einen Bonustitel…

Bios:

ELISABETH R. HAGER

ist eine österreichische Schriftstellerin, Klangkünstlerin und Mitarbeiterin der Radiokunst von Dlf Kultur. Ihr Romandebüt Kometen erschien 2012 im Milena Verlag. Ihr Roman Fünf Tage im Mai (2019, Klett-Cotta) wurde mit dem Hilde-Zach-Literaturpreis der Stadt Innsbruck ausgezeichnet und stand auf der Shortlist zum Literaturpreis Alpha. Im Sommer 2022 erscheint bei Klett-Cotta der Roman Der tanzende Berg.

MIKU SOPHIE KÜHMEL

ist freie Schriftstellerin und produziert verschiedene Podcast-Formate. Nach dem Studium in Berlin und New York, sowie Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften, erschien 2019 ihr Debütroman Kintsugi bei S.Fischer. Er war auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und wurde sowohl mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2019, als auch dem aspekte-Literaturpreis 2019 ausgezeichnet. Sie erhielt unter anderem Stipendien des Alfred Döblin-Hauses der Akademie der Künste, des Künstlerhofes Schreyahn und der Stadt Gotha. Im August 2022 erscheint ihr zweiter Roman Triskele.

17.03.2022 // 20:ooUhr

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Filmvorführung Goldene Morgenröte. Unser aller Angelegenheit

Fünf Jahre nach ihrem mehrfach ausgezeichneten und viel diskutierten Dokumentarfilm «Goldene Morgenröte. Eine persönliche Angelegenheit» stellt die Filmemacherin Angélique Kourounis ihren neuen Film «Goldene Morgenröte. Unser aller Angelegenheit» als eine Folge und Vervollkommnung ihrer Recherche über die nazistische Partei aus Griechenland vor.

Die Dokumentation aus dem Jahr 2021 zeichnet den Hergang des fünfeinhalb Jahre dauernden Gerichtsverfahrens gegen die Führungskader der Nazipartei Goldene Morgenröte nach, die viele Jahre hintereinander dritte politische Kraft Griechenlands im Parlament war. Im Oktober 2021 wurden die Angeklagten als kriminelle Vereinigung zu langen Haftstrafen verurteilt. Im Athener Prozess handelte es sich um ein Zivilverfahren in Friedenszeiten gegen die komplette parlamentarische Gruppe einer rechtmäßig gewählten Partei. Hier geht es um einen politischen Sieg in einer Demokratie gegen eine nazistische Partei und den widersprüchlichen Umgang mit ihr aus Politik und Gesellschaft.

Der Film ist aber nicht nur eine chronologische Berichterstattung über das Gerichtsverfahren. Er zeigt auch das Anwachsen des antifaschistischen Bewusstseins in der griechischen Zivilgesellschaft und spiegelt die Versuche wider, eine passende Antwort auf den Anstieg des Faschismus zu geben. So wird in dem Film der Frage nachgegangen, wie in Europa auf den Vormarsch der extremen Rechten zu reagieren ist. Wie soll dieser Kampf geführt werden? Gerichtlich, politisch, gesellschaftlich, auf institutioneller Ebene oder in der Form bewaffneten Widerstands?

Der Film richtet die Frage an Europaabgeordnete in Brüssel, politische Analytiker, Minister, Stadträte, AktivistInnen und AntifaschistInnen in Griechenland und Deutschland.

Darüber hinaus gibt die Dokumentation Einblicke in die Funktionsweise der Goldenen Morgenröte und begleitet Magda Fyssa, die Mutter des im Jahr 2013 ermordeten linken RAP-Musikers Pavlos Fyssas. Sie war es, die die GriechInnen dazu brachte, endlich die Augen zu öffnen und zu erkennen, dass die Goldene Morgenröte unser aller Anliegen ist. Gegen ihren Willen wurde sie zum Symbol des antifaschistischen Widerstands.

Verschoben

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Eintritt: frei!

Klaus Holz / Thomas Haury Antisemitismus gegen Israel

Dieses Buch entwickelt ein präzises und fundiertes Verständnis von israelbezogenem Antisemitismus und macht seine Muster sichtbar.

Die Kontroverse um Äußerungen des postkolonialen Theoretikers Achille Mbembe im Frühjahr 2020 hat der Frage nach israelbezogenem Antisemitismus viel Aufmerksamkeit verschafft. Sie ist nur eines von vielen Beispielen. Doch was ist unter Antisemitismus gegen Israel zu verstehen?

Klaus Holz und Thomas Haury gehen dieser Frage systematisch und in historischer Perspektive nach. Der gegen Israel formulierte Antisemitismus ist kein Sonderfall, er beruht auf den grundlegenden Mustern des modernen Antisemitismus überhaupt.

Die Autoren rekonstruieren seine unterschiedlichen Ausprägungen und die damit einhergehenden Selbstbilder. Sie behandeln Antisemitismus von links, islamistischen und postnazistischen Antisemitismus, antirassistische Identitätspolitik, Christen wider und für Israel und die neue Rechte. Dabei zeigen sich vielfältige Querverbindungen; außerdem wird deutlich, wie sich Antisemitismus im Allgemeinen und Antisemitismen gegen Israel zueinander verhalten.

 

Da die Veranstaltung Coronabedingt bei uns ausfällt hier ein Hinweis für eine Online Veranstaltung des Verlages zum Buch:

Klaus Holz/Thomas Haury, »Antisemitismus gegen Israel«

Ort: LIVE-STREAM | Beginn: 07.12.2021 19:00 Uhr

Klaus Holz im Gespräch mit Stefanie Schüler-Springorum

Moderation: Jens Bisky

Nähere Informationen und den link zum Stream findet ihr unter:

Buchpräsentation-Detailseite

Donnerstag 09.12.2021
19:30 Uhr

online:

hier

Eintritt: frei!

Free Mumia: Lesung und Updates an Mumia Abu-Jamals 40. (!) Haftjahrestag

Free Mumia Berlin und Buchladen Schwarze Risse präsentieren:

2022 erscheint eine neue Sammlung von Texten von Mumia Abu-Jamal im Verlag Edition Kettenbruch. In "Die Schrift an der Wand" skizziert der gefangene Journalist gesellschaftliche Perspektiven, politische Entwicklungen, Widerstand, Geschichte, soziale Veränderungen und Bewegungsdynamiken in den USA und weltweit. Es sind Texte aus vier Jahrzehnten, die fast alle noch nie auf Deutsch erschienen sind.

Anlässlich von Mumias 40. Haftjahrestag wird Jutta Kausch im Voraus Passagen aus dem Buch vorlesen. Außerdem werden wir über die weitergehenden Bemühungen sprechen, den ehemaligen Black Panther endlich
zu befreien. Auch wenn in letzter Zeit in Deutschland wenig davon zu hören war, kämpft Mumia nach wie vor auf der juristischen Ebene um eine Aufhebung seines Urteils.

Die Corona-Pandemie hat staatliche Zwangsanstalten wie Abschiebelager und Gefängnisse noch weiter aus dem öffentlichen Bewusstsein gedrängt – sorgen wir dafür, dass sich das ändert! Lassen wir den kämpfenden Gefangenen Mumia Abu-Jamal zu Wort kommen und überlegen, wie wir ihn und andere von hier aus unterstützen können!

Bis alle frei sind – Free Mumia – Free Them All!

Da es pandemiebedingt nicht möglich ist, die Veranstaltung im größeren Rahmen in Präsenz durchzuführen, findet sie online im Livestream statt.

Dienstag, 23.11.2021
20:00 Uhr

ONLINE

ZOOM

Meeting-ID: 840 7879 0338 Kenncode: 616144

Eintritt: frei!

„Corona und linke Kritik(un)fähigkeit“ mit Herausgeber_innen und Autor_innen

Das Buch „Corona und linke Kritik(un)fähigkeit“ geht der Frage nach, ob die gesellschaftliche Linke staatstreu geworden ist und sich nur noch einreiht ins „Gemeinsam gegen Corona“.
Der Band dokumentiert und präsentiert Beiträge, in denen es um Grundrechtsabbau und die Situation im kaputtgesparten Gesundheitssystem geht. Betroffene von Pandemie und Lockdown kommen neben TheoretikerInnen zu Wort. Profiteure werden benannt und der Siegeszug der Digitalisierung diskutiert. Beleuchtet werden das schwierige Verhältnis von Antifa und Lockdown-KritikerInnen oder linke Strategien wie ZeroCovid. Die in dem Buch präsentierten Texte verfolgen unterschiedliche Anliegen. Sie divergieren in ihren Aussagen. Das ist von den HerausgeberInnen Anne Seeck, Peter Nowak und Gerhard Hanloser auch so gewollt. Im Lockdowngeschehen wollten einige Linke fremde Erfahrungen und Verarbeitungen der Situation nicht zur Kenntnis nehmen. Dieses Buch soll ein Beitrag darstellen, zuzuhören, wahrzunehmen, Kritik und andere Positionen auszuhalten. Nicht als Lobpreisung eines prinzipienlosen Pluralismus, sondern als Grundlage weitergehender Überprüfung, um einen den Verhältnissen angemessenen Standpunkt beziehen zu können.

Die HerausgeberInnen stellen das Buch vor und wünschen sich eine kontroverse Debatte.

Die Veranstaltung wird als ZOOM-Meeting online stattfinden.

Meeting-ID: 840 7879 0338 Kenncode: 616144

Dienstag, 16.11.2021
20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

100 Jahre Rebellion – Patagonia Rebelde , Veranstaltung mit Adrián Moyano

Der Süden Argentiniens zu Beginn der 1920er Jahre:

Die Landarbeiter, zum großen Teil Mapuche, Tehuelche und Einwanderer aus Italien und Spanien, leben unter menschenunwürdigen Bedingungen und werden von größtenteils englischen Großgrundbesitzern ausgebeutet. Organisiert von anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften entwickelt sich 1921-22 eine Protest- und Streikwelle mit Landbesetzungen an zahlreichen Orten - ein Aufstand, der fast ganz Patagonien erfasst. Zur Niederschlagung des Aufstands schickt die Regierung drei Militäreinheiten, die mehr als 1.500 Arbeiter er-schießen, obwohl sie sich bereits ergeben hatten.

Die heute als „Patagonia rebelde“ oder „Patagonia trágica“ bekannten Ereignisse wurden 50 Jahre lang verschwiegen, bis der Historiker Osvaldo Bayer sie in Argentinien und weltweit bekannt machte. Sein Buch „Patagonia rebelde“ wurde Anfang der 70er Jahre in Argentinien ein Bestseller, dann aber für 10 Jahre verboten und während der Zeit der Militärdiktatur öffentlich verbrannt. Die Verfilmung erhielt 1974 bei der Berlinale den Silbernen Bären. Osvaldo Bayer wurde von Paramilitärs mit dem Tode bedroht und konnte nur mit Hilfe der deutschen Botschaft gerettet werden. Nach dem Ende der Militärdiktatur kehrte er aus dem Exil nach Argentinien zurück und arbeitete bis zu seinem Tod 2018 als Historiker, Journalist, Filmemacher und Menschenrechtsaktivist - von allen Demokraten und Linken als aufrechter Kämpfer gegen Unrecht und Unterdrückung verehrt, aber von den Rechten bis zuletzt als anarchistische Hassfigur diffamiert.

Adrián Moyano, Mapuche-Aktivist und Co-Autor des von Osvaldo Bayer herausgegebenen Sammelbandes „Historia de la crueldad argentina“ beleuchtet in seinem Vortrag den Aufstand in Patagonien vor 100 Jahren, die Wirkungsgeschichte von „Patagonia rebelde“ sowie das Lebenswerk Osvaldo Bayers und spannt einen Bogen zu den heutigen Kämpfen der Mapuche und anderer marginalisierten Gruppen gegen Großgrundbesitz, Vertreibung durch Bergbauprojekte, Zerstörung der Umwelt und der natürlichen Ressourcen der Landbevölkerung. So erscheint die Geschichte Patagoniens der letzten 100 Jahre nicht nur als eine Geschichte von Ausbeutung und Unterdrückung, sondern auch als eine seit 100 Jahren andauernde antikapitalistische Rebellion.