Kommende Veranstaltungen

14.12.2022 // 20.00Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

'Der Himmel muss warten' von Sandra Reichert

Berlin im Herbst 2019. Wegen mehrfachen Suizidversuchs landet Maria Parker in einer Klinik. Das Wichtigste in ihrem kargen Gepäck: der Wunsch, einen Menschen zu finden, mit dem sie gemeinsam aus dem Leben scheiden kann.
Es kommt anders. Die Lebensgeschichten der Menschen, die die junge Frau dort kennenlernt, berühren sie tief. Es wird immer unvorstellbarer, deren Tod zu verursachen. Dann setzt ihr wider Erwarten der plötzliche Suizid einer Leidensgenossin schwer zu. Allmählich bleibt Maria nur die Wahl, sich ihren Ängsten zu stellen ... Sie ringt mit sich, wagt sich schließlich heran an die Gründe ihrer Krankheit, die sie längst verdrängt und vergessen hatte.
Mit Schmerzlust und Galgenhumor erzählt sich Maria Parker zurück in die Welt – gegen ihre Überzeugung, dass das Leben eine Zumutung ist.
Für das große Thema der Psyche und ihren Erkrankungen hat Sandra Reichert einen ganz eigenen Sound geschaffen. Frech, frei – vor allem von Pathos – und mit einem gerüttelt Maß an Selbstironie präsentiert sie ein außergewöhnlich starkes Romandebüt. Und mit Maria Parker einen Charakter, der sein Publikum mit offenem Mund zurücklässt, aus Verwunderung, aus Bewunderung.

05.12.2022 // 20.00Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Der Staatstrojaner - Weniger Sicherheit für alle

Im Vortrag geben wir einen kurzen Überblick über den Einsatz von Trojanern durch deutsche Behörden und die politischen Entwicklungen der letzten Jahre. Außerdem wird es darum gehen wie ein Trojaner eigentlich auf einem Gerät landet und wie man sich dagegen schützen kann.

Technisches Vorwissen ist nicht notwendig.

03.12.2022 // 17.00Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Buchvorstellung: „Das Land und ich wir werden - Texte und Zeichnungen“ mit dem Autor Jan Kuhlbrodt und dem Künstler Petrus Akkordeon

In „Das Land und ich wir werden“ wählt der Leipziger Autor Jan Kuhlbrodt verschiedene Zugänge, um das Sterben zu verhandeln. Die Art der Texte reicht vom knappen Aphorismus über klassische Sonette bis zu Kurzprosa. In einer nächtlichen Traumszene im Krankenhaus erscheint Elvis und zeigt den Maladen seinen elektrisierenden Hüftschwung. Ein Sterbehaiku formuliert visionär auch den Tod des Gedichts. In verdichteter Prosa schwingt die Melancholie des Verlusts mit, wenn die Erinnerungen an Delfter Blau weiterschweifen zu unberührten Gegenden und dem Karpfenteich nah der kindlichen Heimat. In den Texten erweist sich Kuhlbrodt als genauer Beobachter seiner selbst und der Umwelt. Er beschreibt – oft humorvoll und mit lakonischer Geste – was uns alle betreffen wird.

Petrus Akkordeon illustriert Kuhlbrodts Gedicht nicht nur mit lakonischen, naiven und versponnenen Strichzeichnungen. Ein ganzer Teil des Buches von etwa 30 Seiten gehört ihm allein. Durch diese großzügige Ausstattung wird das Buch auch zum optischen Genuss.

Jan Kuhlbrodt geboren 1966 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) - studierte Politischen Ökonomie in Leipzig, Philosophie in Frankfurt am Main sowie am Deutschen Literaturinstitut, arbeitete als Lehrer in einem Projekt für straffällig gewordene Jugendliche, war Antiquar und Herausgeber der Literaturzeitschrift EDIT, lebt heute als Dichter, Autor, Redakteur und Dozent in Leipzig.

Petrus Akkordeon geboren 1971 in Berlin - entschloss sich mit etwa vierzehn Jahren, ein Künstler zu sein - neben unzählbaren Bildern und Zeichnungen, Graphiken, Objekten und Aktionen schreibt er auch - gründete 1999 mit Georg Kakelbeck den unkommerziellen Kunstkampfverlag Berlin. Lebt in Berlin.

26.11.2022 // 18.00Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: VVK!

Buchvorstellung 'no sleep till Shengal' mit dem Autor Zerocalcare und anschließendem Konzert

Präsentation von 'no sleep till Shengal' (italienisch) mit dem Moderator Mattia Grigolo

Die Veranstaltung wird von Steffen Kreuseler ins deutsche übersetzt .

Zerocalcare zählt zu den bekanntesten und bestverkauften zeitgenössischen
Comiczeichnern Italiens und wurde seit 2011 breiten Kreisen durch seine
autobiografischen Alltagsgeschichten bekannt. Seine nach wie vor beliebten
Webcomics und seine ausverkauften Lesungen machen ihn für viele
italienische Medien zur "Stimme seiner Generation".

Nach Kobane Calling setzt Zerocalcare erneut auf anschaulichen Journalismus, um über die Diskriminierung der ezidischen Bevölkerung in Kurdistan zu berichten.

Im Frühjahr 2021 reist Zerocalcare in den Irak, um die von internationalen Spannungen bedrohte und von kurdischen Milizen geschützte Gemeinschaft der Eziden in Shengal zu besuchen und ihre Lebensbedingungen und ihren Kampf zu dokumentieren. Die Reise erweist sich als schwierig, da die italienische Delegation mehrmals an den verschiedenen Kontrollpunkten zurückgewiesen wird, die von den verschiedenen politischen und militärischen Kräften kontrolliert werden, die sich die Kontrolle über den irakischen Boden teilen.

Dieser Comic ist eine Momentaufnahme eines präzisen geopolitischen Augenblicks, in dem sich eine Handvoll Menschen der überwältigenden Macht derer widersetzt, die jeden Versuch des Widerstands als "Terrorismus" bezeichnen, während sich die Machtstrukturen langsam verändern und der Traum von einem demokratischen Konföderalismus in einem allzu oft vergessenen Stück Mesopotamien in der ohrenbetäubenden Gleichgültigkeit des Westens für immer zu verschwinden droht.

https://clash-berlin.de/

25.11.2022 // 20.00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Buchvorstellung 'Dem Tod davongelaufen. Wie neun junge Frauen dem Konzentrationslager entkamen'

»Wir wollen leben und werden es wagen, weil wir dieses wunderbare, freie, abenteuerliche Leben zurückhaben wollen.« Diesen Satz schreibt unmittelbar nach Kriegsende Suzanne Maudet, eine französische Deportierte, der im April 1945 auf dem Todesmarsch zusammen mit acht Mitgefangenen die Flucht aus den Fängen der Nazis glückt.

Die Übersetzerin Ingrid Scherf stellt die deutsche Erstausgabe des bereits 1945/46 von Suzanne Maudet verfassten Bericht über die abenteuerliche Geschichte der Flucht von neun jungen Frauen aus den Fängen der Nazis vor. Sie alle waren Mitglieder der französischen Résistance gewesen, wurden ins KZ Ravensbrück deportiert und mussten für den Rüstungskonzern HASAG in Leipzig Zwangsarbeit leisten. Auf dem Todesmarsch nach der Räumung des Lagers gelang ihnen die Flucht. Das Außergewöhnliche dieses Berichtes ist sein ganz besonderer Tonfall, voll jugendlichen Überschwangs, Lebenslust und Vorfreude auf die wiedereroberte Freiheit.

07.11.2022 // 20.00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

„AktenEinsicht - Geschichten von Frauen und Gewalt“ mit Christina Clemm im Gespräch mit Dorothea Zimmermann

Gewalt gegen Frauen ist ein alltägliches Phänomen, auch wenn sie nur selten öffentlich wird. »AktenEinsicht« erzählt Geschichten von Frauen, die körperlicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, und vermittelt überraschende, teils erschreckende Einsichten in die Arbeit von Justiz und Polizei.
Nach den neuesten Zahlen des BKA ist jede dritte Frau in Deutsch­land von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Welche Lebensgeschichten sich hinter dieser erschreckenden Zahl verbergen, davon erzählt die Strafrechtsanwältin Christina Clemm, empathisch und unpathetisch.

Alina ist nach Deutschland gekommen, um Geld zu verdienen. Sie wusste, dass sie wahrscheinlich nur als Prostituierte wird arbeiten können, und kommt gut damit zurecht. Mit Vielem hat sie gerechnet, aber nicht damit, dass ein Bekannter ihres Bruders ihr nachstellt und – als sie ihn abweist – versucht, sie auf offener Straße zu töten. Eva verlässt ihren Freund, der sie in den Bauch tritt, als sie schwanger ist. Er verfolgt sie, schickt Morddrohungen. Siebzehn Mal hatte sie ihn vergeblich bei der Polizei angezeigt, als ihre Tochter sie tot in ihrer Wohnung findet. Faizah wird von ihrem deutschen Ehemann schwer misshandelt. Einmal gelingt es ihr, sich nach draußen zu retten. Er folgt ihr, prügelt weiter, würgt sie, bis Passanten ihn festhalten und die Polizei holen.

Wie gewinnt man nach einer Gewalterfahrung die Selbstachtung zurück, die Selbstbestimmung über das eigene Leben? Wie geht man damit um, dass die Polizei einen angekündigten Mord nicht ernst nimmt? Dass man einem Richter gegenübersteht, der auf dem rechten Auge blind ist? Was macht es mit den Betroffenen, die Täter wiedersehen zu müssen und sich bohrenden Fragen zur Tat zu stellen?
Christina Clemm nimmt uns mit auf eine Reise in die Gerichtssäle der Republik, an die Tatorte, in die Tatgeschehen. Es sind Geschichten, die man nicht mehr vergessen wird.

31.10.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Trauma ohne Gewalt? ... was in der Traumadebatte verloren geht. // Lesung und Diskussion aus dem Buch Kontextualisierte Traumaarbeit mit Ariane Brenssell und Vertreter*innen von Tauwetter

Wo beginnt eine Traumatisierung und wann hört sie auf? Wie lassen sich
traumatische Erfahrungen verarbeiten? Mitarbeiterinnen von
Frauenberatungsstellen und Frauennotrufen stellen sich diese Fragen seit
mehreren Jahrzehnten. Sie begleiten Frauen und Mädchen, die
geschlechtsspezifische Gewalt erlebt, erfahren, überlebt haben. Sie lassen
medizinische und psychologische Traumadebatten und gesellschaftliche Diskurse
zu Gewalt in ihre Arbeit einfließen. Sie sind täglich mit dem Erfolg und den
Grenzen ihrer Arbeit konfrontiert. Das dabei entstandene Praxiswissen wurde
nun im Rahmen einer partizipativen Forschungsarbeit systematisiert und im
Kontext der kontextualisierten Traumaarbeit begrifflich gefasst.

https://kontextualisierte-traumaarbeit.de/aktuelles/

28.10.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Kathrin Zeiske: 'Ciudad Juárez'

Kathrin Zeiske ist in Bonn geboren und hat dort Politikwissenschaften und praktischen Antifaschismus studiert. Friedensbrigaden und Rucksackreisen brachten sie nach Mexiko, wo sie einige Jahre in einer Migrant*innenherberge arbeitete. Heute verbringt sie große Teile des Jahres in der mexikanischen Grenzmetropole Ciudad Juárez. Von dort berichtet sie als freie Journalistin und organisiert politische Austauschreisen in die Stadt. In ihrer Freizeit versucht sie sich als Wrestlingstar.

Ciudad Juárez ist eine Stadt, die man vor allem aus Netflix-Serien über Narcos kennt oder die in skandalträchtigen Pressemeldungen auftaucht: die meisten Frauenmorde Mexikos – eine der gefährlichsten Städte der Welt, von Drogenkartellen und Banden umkämpft – extreme Klimabedingungen mitten in der Wüste – Schichtarbeit zu Hungerlöhnen in Weltmarktfabriken – Migrant*innen an der Mauer zu den USA ... Doch wie lebt es sich in dieser 1,5-Millionen-Stadt tatsächlich? Und warum finden Menschen Ciudad Juárez trotz allem lebenswert? Kathrin Zeiske, die als freie Journalistin große Teile des Jahres in der mexikanischen Grenzmetropole verbringt, führt uns an unterschiedlichste Schauplätze der Stadt und macht mit ihren fesselnden Beschreibungen Protagonist*innen greifbar und Begebenheiten nachvollziehbar. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen dieser Grenzstadt in der Wüste, hören Erzählungen von Menschen, die in den marginalisierten Vierteln leben – im Schatten der Mauer zu den USA –, begegnen Jugendlichen, die Menschen klandestin über die Grenze bringen, Frauen, die in Montagefabriken unsere Autositze fertigen, und Männern, die Bandenkriege im Gefängnis überlebt haben. Und wir lernen Aktivist*innen kennen, die unverdrossen Gerechtigkeit einfordern und versuchen, das Leben in der Stadt lebenswerter zu gestalten, Perspektiven abseits der Ausbeutung im Weltmarkt zu schaffen und eine kollektive Erinnerung zu erwirken.

25.10.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

José Ovejero: Aufstand

Ein Roman aus dem Madrid von heute – über aufeinanderprallende Generationen, Gentrifizierung und andere Verdrängungen

Ana ist siebzehn und rebelliert gegen die zerstörerische Welt um sie herum. Enttäuscht von einer Mutter, die glaubt, mit Taschen aus recycletem Material die Welt retten zu können, und einem Vater, der in seinem immer prekäreren Job beim Radio resigniert, bricht sie die Schule und den Kontakt ab. Sie zieht in ein besetztes Haus in Lavapiés, einem Viertel von Madrid, wo soziale Zentren und linksalternative Projekte Anas Vorstellung einer gesellschaftlichen Utopie ein wenig näher rücken.
Ihren Vater Aitor, bei dem Ana mit ihrem Bruder seit der Scheidung von Isabel gelebt hat, wirft das völlig aus der Bahn – ihm den Rücken zu kehren, hatte er sie doch gerade wegen ihres kritischen Widerstandsgeistes immer bewundert!
Da er zunächst nicht weiß, wo Ana sich aufhält, engagiert er gemeinsam mit Isabel einen Detektiv, der Aitor aber schließlich mit seinem Wissen erpresst. Denn Ana ist Teil einer anarchistischen Gruppe, die gegen Gentrifizierung und den Wegfall von Wohnraum kämpft. Als Ana und der Anführer Alfon sich weiter radikalisieren und Gewalt ins Spiel kommt, springt ein Großteil der Gruppe ab …

Mit geschärftem Blick für komplexe Verhältnisse, poetisch und temporeich, zeichnet Ovejero die Spannungen der Gesellschaft im Innern einer Familie nach.
Aus dem Spanischen von Patricia Hansel

+++ MUSS WEGEN KRANKHEIT VERSCHOBENN WERDEN +++

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Andreas Kemper + Jutta Blume: Privatstädte - Labore für einen neuen Manchesterkapitalismus / Das Beispiel Honduras

Totalitär-kapitalistische Ideologien und Netzwerke haben sich eines der ärmsten und autoritärsten Länder Lateinamerikas ausgesucht, um dort ihre Version einer ›Brave New World‹ zu realisieren: Honduras. Hier sollen Privatstädte entstehen, in denen Unternehmen mit eigener Gesetzgebung, eigenen Gerichten und privaten Sicherheitsorganen herrschen. Ginge es nach Unternehmern wie Titus Gebel, soll aber nicht nur in Honduras Demokratie »durch den Geldbeutel ersetzt« werden. Eigenen Worten zufolge möchte er noch zu seinen Lebzeiten solche Privatstädte auch in Deutschland sehen. Bereits 2009 wurden unmittelbar nach dem Putsch in Honduras die Weichen für die Übertragung lokaler Staatsgewalt an Privatunternehmen gestellt, um das Land zu einem Experimentierfeld – vor allem auch deutscher – Investor*innen zu machen. In Honduras sind zurzeit bereits drei solcher Investorenstädte vereinbart, mindestens drei weitere sind in Planung. Als ausgewiesene Sonderwirtschaftszonen, denen weitgehende Autonomie in Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung zugesprochen wird, hebeln diese Privatstädte nicht nur die Souveränität des Staates aus, sondern enteignen auch die lokale Bevölkerung und stellen sie vor die Wahl, sich ihren neuen Herren zu unterwerfen und für sie zu arbeiten oder ihre angestammte Heimat zu verlassen.

Das Buch wirft einen detailscharfen Blick auf diese manchesterkapitalistischen Netzwerke in Europa und den USA, berichtet aber ebenso auch von den massiven Protesten in immer mehr honduranischen Gemeinden, die sich gegen ihre Enteignung und Vertreibung wehren.

Jutta Blume ist Autorin. Schon in ihrem Roman 'Die Aktivistin' (2019) wird Honduras zur Kulisse der Geschichte um eine imaginäre Privatstadt. Zeitgleich beginnt in Honduras der Bau der ersten reale Privatstadt "Próspera" auf der Insel Roatán. An der honduranischen Nordküste gibt es seit langem Widerstand gegen die Privatstädte, vor allem seitens der afro-indigenen Garífuna. Im August dieses Jahres war Jutta Blume mit einer Delegation in Honduras vor Ort und hat u.a. mit den Menschen in Roatán gesprochen. Sie berichtet, was seit dem Regierungswechsel in Honduras geschehen ist.

14.10.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Charlotte Wiedemann: Den Schmerz der Anderen begreifen Holocaust und Weltgedächtnis | Ein Plädoyer für eine empathische Erinnerungskultur

In einem Moment, in dem hitzige Feuilleton-Debatten den Eindruck erwecken, es ginge um einen kurzlebigen Positionsstreit, stellt Charlotte Wiedemann klar: Was wir erleben, ist eine Zeitenwende – wir müssen unsere Haltung zur deutschen Geschichte aus einer kosmopolitischen Perspektive neu begründen. Das heißt: nicht-europäische, nicht-westliche Sichtweisen ebenso einbeziehen wie die Ansprüche einer jungen, diversen Generation in Deutschland. Wie lässt sich in Zukunft an den Holocaust und an die kolonialen Verbrechen erinnern? Globalhistorisch fundiert und persönlich zugleich denkt Charlotte Wiedemann die Idee des Antifaschismus neu und entwirft ein empathisches Gedenkkonzept für unsere Zeit.

12.10.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Daughters and Sons of Gastarbeiters

Geschichte(n) von damals...

Sie folgten ihren Eltern aus den Dörfern Anatoliens, Südeuropas, des Balkans nach Deutschland oder kamen in einem Arbeiterviertel der Bundesrepublik zur Welt. Ihre Väter und Mütter sollten in Deutschland als „Gastarbeiter“ den Wirtschaftsaufschwung beflügeln. Ihr Kapitel ist ein wichtiger Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte. Höchste Zeit, ihren Erinnerungen ein Forum zu bieten!

Die Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Herkunft bieten in künstlerisch-performativer Form autobiografische Geschichten aus ihrer Familiengeschichte dar. Dabei werden die Erzählungen von Bildprojektionen aus dem Familienalbum, Bühnenbild, Film und Musik begleitet und eröffnen einen Diskurs über das Selbstverständnis und die Relevanz der Einwanderer in der deutschen Gesellschaft.

In einer Zeit, in der in öffentlichen Debatten ethnische und religiöse Hintergründe eine immer größere Rolle spielen, erscheint es umso wichtiger, den Blick auf die konkrete Lebenswirklichkeit von Menschen mit Migrationserfahrung zu richten, um gängige Überfremdungsrhetoriken ins Leere laufen zu lassen.

Die erzählten Geschichten sollen einerseits einen Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland leisten und damit das Selbstverständnis der Einwanderer in der deutschen Gesellschaft festigen. Andererseits sollen sie andere animieren, sich dem Projekt mit ihren eigenen Erfahrungen anzuschließen. Es ist an der Zeit, diese Biographien als Selbstverständlichkeit und Normalität in die deutsche Erinnerungskultur einzubeziehen und nicht als mehr oder weniger exotische Multikulti-Besonderheit zu stigmatisieren.

28.09.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Krieg in der Ukraine - Vortrag und Diskussion mit Roman Danyluk

Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine. Dieser Krieg ist die größte militärische Auseinandersetzung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Obwohl beide Bevölkerungen eine gemeinsame Geschichte und zahlreiche familiäre Banden verbinden, unterscheiden sich die Gesellschaften Russlands und der Ukraine in vielerlei Hinsicht. Während die ökonomischen Verhältnisse durch einen Kapitalismus, in denen Oligarchen eine bestimmende Rolle einnehmen, ähnlich sind, unterscheiden sich beide Länder auf kultureller und politischer Ebene stark voneinander. War die Ukraine nach der Unabhängigkeit 1991 lange ein Brückenstaat zwischen Russland und der EU, haben sich die Verhältnisse spätestens nach der Revolte auf dem Majdan-Platz 2013/14 geändert. Seitdem orientiert sich eine Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung politisch am Westen. Die russische Führung reagierte darauf mit der Annexion der Halbinsel Krim sowie dem Beginn einer militärischen Intervention in der Ostukraine. Es gibt wirtschaftliche, politische und kulturell-ideologische Gründe für den Überfall der Putin-Regierung auf die Ukraine. Die Aggression ändert im Verhältnis der beiden Länder zueinander fast alles. Die ukrainische Bevölkerung setzt sich massiv gegen die Invasion zur Wehr. Auch linke, antiautoritäre und anarchistische Gruppen leisten Widerstand. Worum geht es in diesem Krieg und warum handeln die Akteure auf diese Weise? Diesen und anderen Fragen geht der Vortrag zur Entwicklung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine nach.

13.09.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Podiumsdiskussion zum Buch "Brasilien über alles" und der aktuellen Situation in Brasilien

Niklas Franzen (Autor und Journalist fürt u.a. taz und nd)

Camila de Abreu (Advocacy und Politikdialog Brasilien-Deutschland bei FDCL)

Belén Díaz (Forscherin zur Neuen Rechten, Gruppe »Bloque Latinoamericano«)

 

Zum Buch: »Brasilien über alles, Gott über allen«, lautete die Wahlkampfparole von Jair Bolsonaro. Sein fulminanter Aufstieg hat Brasilien verändert. Immer mehr Bagger rollen durch den Amazonas-Regenwald, in den Armenvierteln stirbt eine ganze Generation im Kugelhagel, Oppositionelle setzen sich aus Angst ins Ausland ab. Eine unheilige Allianz aus christlichen Fundamentalist*innen, Neoliberalen und Militärs versucht, Brasilien nach ganz rechts zu drehen. Eine »konservative Revolution« hat das Land erfasst. Der ultrarechte Präsident inszeniert sich als Anti-Politiker, der mit den überkommenen Regeln des etablierten Systems bricht. Bolsonaro versteht es, die Klaviatur der sozialen Medien perfekt zu bedienen, und wird von seinen Anhängern wie ein Gott verehrt. Er verkörpert eine neue Art des Rechtsautoritarismus, die keine Panzer auf den Straßen braucht. Sie erkennt die demokratischen Spielregeln formell an, um die Demokratie von innen auszuhöhlen. Das Buch blickt auf ein Land im Krisenmodus. Es fragt: Wie lebt es sich in Brasilien unter Bolsonaro? Was droht dem größten Land Lateinamerikas? Es verschafft Bewegungen und Personen Gehör, die sich gegen die autoritäre Wende zur Wehr setzen. Es sammelt die Stimmen von Sojabaronen und Indigenen, Pastoren und Queer-Aktivist*innen, Polizisten und Favelabewohner*innen. Der Band entwirft das Panorama eines Landes, das vor seiner härtesten Bewährungsprobe steht, und hilft, die historische Tragweite der brasilianischen Entwicklung zu verstehen.

Rezension

08.09.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Und dann Politisierung?!

Und dann Politisierung?! - Momente, Prozesse, Reflektionen
Lesung und Diskussion mit Autor*innen

Politisch aktiv werden, sein und bleiben, um für eine gerechtere Welt zu kämpfen – für viele Menschen ist dies ein andauernder Prozess. Dieses Buch versammelt vielfältige Perspektiven auf das Thema Politisierung.

Wie bist du politisch aktiv geworden? Was hat dich dabei verunsichert, worüber bist du gestolpert? Wie und warum politisieren sich Menschen heute? Warum sind manche unserer Gefährt*innen nicht mehr dabei? Welche Widersprüche gibt es in der Beziehung zwischen Individuum und Gruppe im Aktivismus für eine gerechtere Welt? In diesem Buch versammeln sich vielfältige Erzählungen von den Möglichkeiten, Hürden und Herausforderungen der Politisierung. Dieser Sammelband lädt dazu ein, kollektive Prozesse kritisch zu hinterfragen, sich selbst zu reflektieren und sich in Beziehung zu anderen zu setzen. Er ist für alle, die nach Wegen suchen, an emanzipatorischen Kämpfen der Gegenwart teilzunehmen, die schon dabei sind und für die, die hadern.

25.08.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Zucker im Tank: Glitzer im Kohlestaub Vom Kampf um Klimagerechtigkeit und Autonomie

In über 60 Beiträgen beschreiben Aktivist*innen aus unterschiedlichen Spektren die Aktionen der Klimagerechtigkeitsbewegung.
Sie legen ihre politischen Überlegungen dar und geben einen Einblick in das Zusammenleben in Klimacamps, besetzten Dörfern und Wäldern.
Die Aktivist*innen handeln in dem Bewusstsein, dass der von der Politik eingeschlagene Weg nicht in der Lage ist, die sich vollziehende Klimakatastrophe mit all ihren Auswirkungen wie bspw. dem Artensterben, den weltweiten Hungerkatastrophen und Kriegen zu verhindern.
Deshalb besetzen sie Wälder wie den Hambacher oder Dannenröder Forst, setzen sich auf Tagebaubagger in der Lausitz oder in Garzweiler, blockieren Zufahrtsgleise zu Kohlekraftwerken, kämpfen um den Erhalt von Dörfern wie Lützerath, springen vor Kreuzfahrtschiffen ins Wasser, um sie am Auslaufen zu hindern, oder sabotieren Maschinen und anderes Gerät, das für den Ablauf des zerstörerischen Geschäfts nötig ist. Das Buch erzählt Bewegungsgeschichte(n) von Aktionen und Kampagnen und reflektiert die politische Praxis der Klimagerechtigkeitsbewegung.

https://www.assoziation-a.de/buch/Glitzer_im_Kohlestaub

23.08.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

„Vom Scheitern, Zweifeln und Ändern“ mit Herausgeber_innen und Autor_innen

Schwarze Risse präsentiert am 23.08.2022 um 20 Uhr eine Lesung zum Thema „Kritik an Männlichkeiten" mit Daniel Holtermann und Autor*innen des Sammelbandes „Vom Scheitern, Zweifeln und Ändern – Kritische Reflexionen von Männlichkeiten" den Blu Doppe und Daniel Holtermann herausgegeben haben.

In der Lesung wird es um die verschiedenen Ausformungen von Männlichkeiten gehen und warum sie weiterhin eine entscheidende Rolle bei der (Re)produktion des Patriachats und damit einhergehenden Sexismus spielen. Geschlechtliche Machtstrukturen bestehen an verschiedenen Orten und in unterschiedlicher Weise offensichtlich und subtil fort, selbst wenn die involvierten Personen ein ernsthaftes Interesse daran haben, diese abzubauen. Deshalb stellen sich die Fragen: „Warum sich eigentlich so wenige Männer* für die Gleichberechtigung aller Geschlechter einsetzen, wenn doch die Ungerechtigkeiten so offensichtlich sind" sowie „Welche Wege es für ein gutes Zusammenleben für alle gibt, in dem Geschlecht keine Ungleichheiten, Gewalt und Hierarchien mehr erzeugt?". Der Sammelband nähert sich diesen Aspekten aus verschiedenen Perspektiven (cis und trans männlichen und weiblichen sowie nicht binären und queeren Perspektiven) im Kontext von biografischen und theoretischen Reflexionen und deren Wechselwirkungen.

Im Rahmen der Lesung wird aus dem genannten Buch vorgelesen und danach Raum für Austausch und Fragen sein.

17.08.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Nikolas Lelle: Arbeit, Dienst und Führung. Der Nationalsozialismus und sein Erbe

Die Deutschen und ihre Arbeit. Eine lange Geschichte eines überhöhenden Selbstbildes. Eine lange Geschichte des Antisemitismus, die der Nationalsozialismus noch einmal radikalisierte. Deutsch soll eine Arbeit sein, die der Volksgemeinschaft dient. Unter Verweis auf »deutsche Arbeit« begründete der Nationalsozialismus nicht nur sein antisemitisches Selbstbild, sondern auch Praktiken der Verfolgung und Vernichtung.

»Arbeit, Dienst und Führung« rekonstruiert diese Geschichte und analysiert dieses Selbstbild. Dabei wird der Blick auch ins »Innere« der deutschen Volksgemeinschaft geworfen. Denn hier hat der Nationalsozialismus Formen von Menschenführung entwickelt, die in Managementkonzepten der deutschen Nachkriegsgeschichte fortlebten.

16.08.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Lars Distelhorst Kulturelle Aneignung

Keine Frage – in Kunst und Kultur und der Entwicklung der Menschheit überhaupt hat es immer Übernahmen und Aneignungen von Techniken, Fertigkeiten, Motiven usw. gegeben. Man lernt ja voneinander. Doch darum geht es hier nicht. Kultureller Austausch ist etwas anderes als kulturelle Aneignung.

Lars Distelhorst schreibt aus der selbstreflektierten Perspektive eines weißen über einen aktuell so populären wie unzureichend theoretisierten Begriff, der ein bemerkenswertes Affektpotenzial hat: Ob es um Faschingskostüme oder um Dreadlocks geht, um Soulmusik oder Yoga – die Diskussion kocht sehr schnell hoch. Distelhorst veranschaulicht zunächst anhand der Reaktionen auf die Empfehlung einer Hamburger Kita im Jahr 2019, die Kinder zum Fasching nicht als »Indianer« zu verkleiden, und eines kurzen Abrisses der deutschen Kolonialgeschichte den Zusammenhang zwischen Mikro- und Makroebene von kultureller Aneignung. Er setzt sich mit verschiedenen Definitionen des Begriffs auseinander, vor allem mit dem oft unterstellten Zusammenhang mit essenzialistischen Kulturkonzeptionen, und analysiert drei Dimensionen der Aneignung: kolonialen Kulturraub, ungefragte Repräsentation anderer Kulturen und Konsum von Kultur als Ware.

Schließlich verknüpft Distelhorst kulturelle Aneignung mit einer kapitalismus- und rassismuskritischen Perspektive, um das Konzept für die Kritik von Dominanzverhältnissen fruchtbar zu machen, und lotet aus, was Antirassismus für weiße Menschen bedeuten kann.

28.07.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Alina Schwermer: Futopia Ideen für eine bessere Fußballwelt

Die Zeit ist reif für große Fußball-Utopien

Was wäre, wenn jemand vorschlagen würde, das aktuelle System einzuführen? Lasst uns einen Fußball spielen, bei dem der Meister schon am ersten Spieltag feststeht. Lasst uns einen Fußball einführen, bei dem Männer tausendfach so viel verdienen wie Frauen. Lasst uns einen Fußball einführen, der undemokratisch ist und seine Fans verachtet, Menschen schon im Kindesalter versklavt, von wenigen Superreichen diktiert wird und von konservativen alten Männern beherrscht wird. Lasst uns einen Fußball schaffen, der den Planeten, die Ressourcen und damit sich selbst zerstört.

Wer würde diese Idee gut finden?

Podcast-Tipp: https://meinpodcast.de/sprenger-spricht/67-system-error-der-fluch-der-megaclubs

15.07.2022 // 20:00Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Gisela Notz: Kritik des Familismus

Am 15. Juli liest die Sozialwissenschaftlerin und Historikerin aus ihrem Buch "Kritik des Familismus".

Welche Bedeutung hat die Familie für uns und unsere Mitmenschen? Wie hat sich diese Bedeutung im Laufe der Zeit verändert? Haben Freund:innenschaften einen ähnlichen Stellenwert in unserer Gesellschaft? Welche Familienformen gibt es neben der Vater-Mutter-Kind - Familie und wie reagiert der Staat auf den Wandel von Familienformen?

Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigen wir uns am 15. Juli ab 20:00 Uhr im Innenhof der Buchhandlung "Schwarze Risse". Adresse: Gneisenaustraße 2, 10961 (Beginn: 20:00 Uhr).

Es wird ein kleines Kuchenbuffet und Fingerfood geben.

Die Lesung wird realisiert von einer kleinen Gruppe aus sechs in Berlin lebenden Freundinnen.

Anmeldung: https://eveeno.com/lesungnotz

14.07.2022 // 19:30Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

HUch#94 Release und Lesung mit Mesut Bayraktar, Aydin: Erinnerung an ein verweigertes Leben

Am 14. Juli 2022 erscheint die 94. Ausgabe der HUch – Kritische Studierendenzeitschrift. Das möchten wir gemeinsam mit euch in den Mehringhöfen feiern. Es erwartet euch ab 19h30 eine Lesung mit Mesut Bayraktar zu seinem Debütroman Aydin: Erinnerung an ein verweigertes Leben, sowie die Möglichkeit, die Redaktion kennen zu lernen. 

Die Ausgabe, die wir euch bei diesem Anlass vorstellen möchten, dreht sich um das Thema Arbeit. Denn: ob in der Lohnarbeit oder in der universitären, schulischen oder sonstigen Vorstufe zum Arbeitsmarkt – unser ganzes Leben dreht sich um unsere profitable (Selbst-)Verwertung. Warum das eigentlich so ist, und welche Mechanismen dabei im Spiel sind, wird aus verschiedenen Blickwinkeln unter die Lupe genommen. In den Texten werden so verschiedene Bereiche wie Streiks, Arbeitslosigkeit oder koloniale Ausbeutung thematisiert. All das und viel mehr könnt ihr schon bald selbst nachlesen.
Wir freuen uns besonders, dass Mesut Bayraktar unser Release mit einer Lesung seines Debütromans Aydin: Erinnerung an ein verweigertes Leben begleiten wird. Aydin handelt von einem gleichnamigen Gastarbeiter, der in den späten 80ern in Deutschland lebt, nach dem Mauerfall in die Türkei abgeschoben wird und dort in der Psychatrie landet. Das Buch ist eine autobiografische Spurensuche über Trauer, Wut, Gewalt, Scham und das Besiegtsein.
Unsere Autorin Karla Hecks beschrieb den Roman kürzlich in ihrer Rezension für die HUch als ein Muss, »für jeden, der heute in Deutschland lebt oder etwas über seine jüngste Geschichte verstehen will«. Wir freuen uns daraus zu hören und darüber zu sprechen.

Also kommt vorbei und feiert mit uns das Erscheinen der HUch#94. Wir freuen uns auf euch!

Herzlichst,
Eure HUch-Redaktion

Bei gutem Wetter werden wir draußen im Hof sein, bei schlechtem Wetter können wir auf den Versammlungsraum der Mehringhöfe ausweichen, Fahrstuhl vorhanden.

22.06.2022 // 20:ooUhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Der Krieg, die Ukraine und das Dilemma der Linken mit der Solidarität - Veranstaltung des AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Linke gezwungen, Position zu beziehen. Welche Haltung ist angesichts eines brutalen völkerrechtswidrigen imperialistischen Überfalls einer Großmacht angebracht, wenn sich dieser Angriff gegen ein Land richtet, in dem Oligarchen die Regierungspolitik bestimmen und Ultranationalisten Linke attackieren? Wie soll die Linke sich positionieren in einem Verteidigungskampf eines kapitalistischen Landes, das nicht von der Landkarte verschwinden möchte? In der Ukraine findet bekanntlich kein Aufstand der unterdrückten Klasse statt, so scheint es vielen Linken schwer zu fallen, für den Verteidigungskampf eines kapitalistischen Landes Partei zu ergreifen.

Ein Teil der Linken hatte seine Antworten auf diese schwierigen Fragen sehr schnell gefunden. Alle müssten ihre Waffen niederlegen, dann seien Krieg und Tod rasch vorbei, empfehlen die Pazifist:innen. Und die geopolitischen Strateg:innen haben sich auf die Rolle der USA respektive der Nato und ihres Anteils an diesem Konflikt fokussiert. Das eine hat mit der Realität jedoch wenig zu tun und vergisst, dass die Niederlegung der Waffen vor den faschistischen Schlächtern eines Ramsan Kadyrows und russischen Ultranationalist:innen Folter und Tod aller Aktivist:innen einer ukrainischen Identität bedeuteten. Das andere lässt außer acht, dass in Russland ein extrem autoritäres und nationalistisches, ideologisch am Zarenreich und der Neuen Rechten orientiertes Regime herrscht, ein imperialer Staat, der für die Unabhängigkeit aller Anrainerstaaten gefährlich ist.

Was diese und andere linke Kommentatoren des Krieges verbindet, ist, dass sie die Verhältnisse in Russland aus ihren Überlegungen weitgehend ausblenden und dass sie in ihre geopolitischen Analysen das begründete Recht der überfallenen Ukraine und ihrer Bevölkerung auf Eigenständigkeit völlig zu ignorieren scheinen.Viele Linke reden über diesen Krieg als globalem Ereignis, als Konkurrenzkampf zwischen Ost und West, so, als gäbe es da nicht noch dieses angegriffene Land und seine Menschen, die angesichts der Bedrohung durch die russische Armee eine nie gekannte Einigkeit zeigen. Linke Kommentatoren empören sich zurecht, dass die Bundesregierung die Gelegenheit beim Schopf packt und ein Milliardenprogramm für die Bundeswehr auflegt und dass nicht nur Rheinmetall Gewinne aus diesem Krieg zieht. Doch sie drücken sich vor der Frage, wie die Ukraine ohne westliche Waffenlieferung erfolgreich ihre Eigenständigkeit verteidigen kann. Sie verurteilen die beabsichtigten Nato-Beitritte Finnlands und Schwedens, ohne deren realistische Angst vor der aggressiven Politik des Putin-Regimes zu begreifen.

Am bedrückendsten aber ist, dass das Gros der Linken ihre eigenen Bündnispartner:innen in der Ukraine und in Russland nicht zur Kenntnis nimmt. Oder gar, was einer Ignoranz gleichkommt, sich anmaßt, ihnen Ratschläge zu erteilen, was jene zu tun oder zu lassen haben. Diese Sicht auf den Krieg wollen wir versuchen zu durchbrechen. Wir laden zu einer Veranstaltung ein, auf der den ukrainischen Linken eben keine weiteren Ratschläge erteilt werden sollen. Wir wollen erfahren, um welche Positionen sie selbst ringen, wir wollen ihre Fragen und Probleme zur Kenntnis nehmen, nicht zuletzt, um der Diskussion der Linken in Deutschland den internationalistischen Inhalt zu geben, der bisher weitgehend fehlt. Welche, auch unterschiedlichen, Haltungen nehmen ukrainische Linke zum „Kriegszustand“ ein, welche Funktion sehen sie für sich, welche Möglichkeiten solidarischer Unterstützung formulieren sie an uns? Redakteur*innen und Autor*innen der Zeitungen Analyse & Kritik und Jungle World haben in Lwiw an einem Treffen mit ukrainischen Linken teilgenommen, auf dem solche Fragen erörtert wurden. Uns scheint dies ein notwendiger Perspektivwechsel, der unsere eigene Haltung zu diesem Angriffskrieg auf den Prüfstand stellt.

Podiumsteilnehmer*innen:

Jan-Ole Arps, Redakteur Analyse & Kritik
Bernd Gehrke, Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost West
Renate Hürtgen, Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost West
Johannes Simon, Autor/Redakteur Jungle World
Natascha Lomonosowa, Socialnij Ruch
Oksana Dutschak, Commons (angefragt)

02.06.2022 // 20:ooUhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

We shut Shit down

“We shut Shit down” ist ein Buch von und für die Bewegung, welches in einem kollektivem Prozess entstand. Es bietet verschiedene aktivistische Perspektiven auf die Aktionen von Ende Gelände, in dem es nach dem Vorwort mit Erlebnisberichten startet und ergänzt wird durch die eigene Geschichte. Es werden historische Bezüge erläutert, die z.B. die Geschichte von Aktionsformen betrifft. Auch werden immer wieder Strategien und Taktiken verständlich gemacht und verschiedene Schnittmengen mit anderen Teilbereichskämpfen verdeutlicht. Die Notwendigkeit eines anderen ökonomischen Systems wird betont, doch eine klare Haltung gegenüber dem Staat hat Ende Gelände nicht. Dies wird transparent gemacht und versucht verschiedene Strömungen zu bennen, die sich dort zusammen finden.
Dieses Buch ist eine Grundlage für Diskussionen, bietet einen Zwischenstand als Grundlage für Reflektionen und hält die Motivationen und Erzählungen von einigen der Akteur*innen selbst fest.
Bei der Veranstaltung werden verschiedene Textpassagen vorgelesen und es wird immer wieder Raum für Fragen und am Ende auch für eine Diskussion geben.

01.06.2022 // 20:ooUhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

„Krieg sabotieren“ – Veranstaltung zu antimilitaristischen Handlungsperspektiven mit Martin Kirsch von der IMI Tübingen un der Kampagne "Rheinmetallentwaffnen"

Für den Angriff der russischen Armee auf die Ukraine sind die politischen Eliten Russlands verantwortlich, aber entgegen der medialen Debatte nimmt das die NATO, die EU und Deutschland
nicht aus der Verantwortung, an der vorherigen Eskalation beteiligt gewesen zu sein. In den letzten Jahren wurden NATO-Truppen in Nordost-, Zentral- und Südosteuropa deutlich
aufgestockt und seit dem NATO-Gipfel vom 25. Februar 2022 wurde die Eingreiftruppe der NATO mit bis zu 40.000 Soldat*innen aktiviert.

Am 24. Februar verkündete das Verteidigungsministerium bereits: „Die Bundeswehr ist vorbereitet und erhöht derzeit weiter ihre Bereitschaft. Das bedeutet auch, dass die
Bevölkerung gegebenenfalls in den nächsten Tagen mehr militärische Bewegungen im öffentlichen Raum wahrnehmen kann. Es kann auch zu Einschränkungen im Verkehrsbereich kommen, da
Transportkapazitäten zu Lande, zu Wasser und in der Luft für militärische Zwecke vorgehalten werden müssen.“ Schon 2019 hat die Bundeswehr Verträge mit der Deutschen Bahn geschlossen,
die militärischen Schienentransporten bei Aktivierung der NATO-Eingreiftruppe Vorrang vor zivilen Zügen einräumt.

„Deutsche Waffen, deutsches Geld…“
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall profitiert mit seinen blutigen Waffengeschäften: Bei der Hauptversammlung am 10. Mai wurde eine Rekordsumme von knapp 150 Millionen Euro an Dividenden an seine Aktionär*innen ausgeschüttet.

Die Initiative „Rheinmetall entwaffnen“ wird auf der Veranstaltung das geplante Camp im September in Kassel vorstellen.

18.05.2022 // 20:ooUhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

„Queer Family“ – Ein queerer Leseabend mit Elisabeth R. Hager & Miku Sophie Kühmel

In dieser Ausgabe von queer_gelesen widmen sich Miku Sophie Kühmel und Elisabeth R. Hager dem Thema Familie. Im Fokus stehen Familienkonstruktionen und Wahlverwandtschaften jenseits der cis-heteronormativen Kleinfamilie. Die Autor:innen stellen je drei Romane oder Sachbücher vor, lesen kurze Stellen daraus und gehen ins Gespräch miteinander und mit dem Publikum.

Die ausgewählten Texte kreisen um queere Begegnungen zwischen den Generationen, Mütter, die ihre Kinder neu kennenlernen (dürfen), Töchter*, die sich mit ihren Eltern auseinander setzen, Bücher, die Adoption thematisieren & den Wunsch, keine Kinder zu bekommen. - Eine abendliche Wanderung durch die Beziehungslandschaft jenseits heteronormativer Glücksvorstellungen.

Vorgestellte Titel

  • Meghan Daum (Hg.): Selfish, Shallow, and Self-Absorbed: Sixteen Writers on the decision not to have kids. Picador, 2015. (engl.)

  • Bernadine Evaristo: Frau, Mädchen, etc. Tropen, 2021.

  • Kim Hye-Jin: Die Tochter. Hanser, 2022.

  • Rudi Nuss: Die Realität kommt. Diaphanes, 2022.

  • Jayrome Robinet: Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund. Hanser, 2019.

  • Hanya Yanagihara: Das Leben der Bäume. Hanser, 2019.

Sowie je einen Bonustitel…

Bios:

ELISABETH R. HAGER

ist eine österreichische Schriftstellerin, Klangkünstlerin und Mitarbeiterin der Radiokunst von Dlf Kultur. Ihr Romandebüt Kometen erschien 2012 im Milena Verlag. Ihr Roman Fünf Tage im Mai (2019, Klett-Cotta) wurde mit dem Hilde-Zach-Literaturpreis der Stadt Innsbruck ausgezeichnet und stand auf der Shortlist zum Literaturpreis Alpha. Im Sommer 2022 erscheint bei Klett-Cotta der Roman Der tanzende Berg.

MIKU SOPHIE KÜHMEL

ist freie Schriftstellerin und produziert verschiedene Podcast-Formate. Nach dem Studium in Berlin und New York, sowie Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften, erschien 2019 ihr Debütroman Kintsugi bei S.Fischer. Er war auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und wurde sowohl mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2019, als auch dem aspekte-Literaturpreis 2019 ausgezeichnet. Sie erhielt unter anderem Stipendien des Alfred Döblin-Hauses der Akademie der Künste, des Künstlerhofes Schreyahn und der Stadt Gotha. Im August 2022 erscheint ihr zweiter Roman Triskele.

17.03.2022 // 20:ooUhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Filmvorführung Goldene Morgenröte. Unser aller Angelegenheit

Fünf Jahre nach ihrem mehrfach ausgezeichneten und viel diskutierten Dokumentarfilm «Goldene Morgenröte. Eine persönliche Angelegenheit» stellt die Filmemacherin Angélique Kourounis ihren neuen Film «Goldene Morgenröte. Unser aller Angelegenheit» als eine Folge und Vervollkommnung ihrer Recherche über die nazistische Partei aus Griechenland vor.

Die Dokumentation aus dem Jahr 2021 zeichnet den Hergang des fünfeinhalb Jahre dauernden Gerichtsverfahrens gegen die Führungskader der Nazipartei Goldene Morgenröte nach, die viele Jahre hintereinander dritte politische Kraft Griechenlands im Parlament war. Im Oktober 2021 wurden die Angeklagten als kriminelle Vereinigung zu langen Haftstrafen verurteilt. Im Athener Prozess handelte es sich um ein Zivilverfahren in Friedenszeiten gegen die komplette parlamentarische Gruppe einer rechtmäßig gewählten Partei. Hier geht es um einen politischen Sieg in einer Demokratie gegen eine nazistische Partei und den widersprüchlichen Umgang mit ihr aus Politik und Gesellschaft.

Der Film ist aber nicht nur eine chronologische Berichterstattung über das Gerichtsverfahren. Er zeigt auch das Anwachsen des antifaschistischen Bewusstseins in der griechischen Zivilgesellschaft und spiegelt die Versuche wider, eine passende Antwort auf den Anstieg des Faschismus zu geben. So wird in dem Film der Frage nachgegangen, wie in Europa auf den Vormarsch der extremen Rechten zu reagieren ist. Wie soll dieser Kampf geführt werden? Gerichtlich, politisch, gesellschaftlich, auf institutioneller Ebene oder in der Form bewaffneten Widerstands?

Der Film richtet die Frage an Europaabgeordnete in Brüssel, politische Analytiker, Minister, Stadträte, AktivistInnen und AntifaschistInnen in Griechenland und Deutschland.

Darüber hinaus gibt die Dokumentation Einblicke in die Funktionsweise der Goldenen Morgenröte und begleitet Magda Fyssa, die Mutter des im Jahr 2013 ermordeten linken RAP-Musikers Pavlos Fyssas. Sie war es, die die GriechInnen dazu brachte, endlich die Augen zu öffnen und zu erkennen, dass die Goldene Morgenröte unser aller Anliegen ist. Gegen ihren Willen wurde sie zum Symbol des antifaschistischen Widerstands.

Verschoben

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

Klaus Holz / Thomas Haury Antisemitismus gegen Israel

Dieses Buch entwickelt ein präzises und fundiertes Verständnis von israelbezogenem Antisemitismus und macht seine Muster sichtbar.

Die Kontroverse um Äußerungen des postkolonialen Theoretikers Achille Mbembe im Frühjahr 2020 hat der Frage nach israelbezogenem Antisemitismus viel Aufmerksamkeit verschafft. Sie ist nur eines von vielen Beispielen. Doch was ist unter Antisemitismus gegen Israel zu verstehen?

Klaus Holz und Thomas Haury gehen dieser Frage systematisch und in historischer Perspektive nach. Der gegen Israel formulierte Antisemitismus ist kein Sonderfall, er beruht auf den grundlegenden Mustern des modernen Antisemitismus überhaupt.

Die Autoren rekonstruieren seine unterschiedlichen Ausprägungen und die damit einhergehenden Selbstbilder. Sie behandeln Antisemitismus von links, islamistischen und postnazistischen Antisemitismus, antirassistische Identitätspolitik, Christen wider und für Israel und die neue Rechte. Dabei zeigen sich vielfältige Querverbindungen; außerdem wird deutlich, wie sich Antisemitismus im Allgemeinen und Antisemitismen gegen Israel zueinander verhalten.

 

Da die Veranstaltung Coronabedingt bei uns ausfällt hier ein Hinweis für eine Online Veranstaltung des Verlages zum Buch:

Klaus Holz/Thomas Haury, »Antisemitismus gegen Israel«

Ort: LIVE-STREAM | Beginn: 07.12.2021 19:00 Uhr

Klaus Holz im Gespräch mit Stefanie Schüler-Springorum

Moderation: Jens Bisky

Nähere Informationen und den link zum Stream findet ihr unter:

Buchpräsentation-Detailseite

Donnerstag 09.12.2021
19:30 Uhr

online:

hier

Eintritt: frei!

Free Mumia: Lesung und Updates an Mumia Abu-Jamals 40. (!) Haftjahrestag

Free Mumia Berlin und Buchladen Schwarze Risse präsentieren:

2022 erscheint eine neue Sammlung von Texten von Mumia Abu-Jamal im Verlag Edition Kettenbruch. In "Die Schrift an der Wand" skizziert der gefangene Journalist gesellschaftliche Perspektiven, politische Entwicklungen, Widerstand, Geschichte, soziale Veränderungen und Bewegungsdynamiken in den USA und weltweit. Es sind Texte aus vier Jahrzehnten, die fast alle noch nie auf Deutsch erschienen sind.

Anlässlich von Mumias 40. Haftjahrestag wird Jutta Kausch im Voraus Passagen aus dem Buch vorlesen. Außerdem werden wir über die weitergehenden Bemühungen sprechen, den ehemaligen Black Panther endlich
zu befreien. Auch wenn in letzter Zeit in Deutschland wenig davon zu hören war, kämpft Mumia nach wie vor auf der juristischen Ebene um eine Aufhebung seines Urteils.

Die Corona-Pandemie hat staatliche Zwangsanstalten wie Abschiebelager und Gefängnisse noch weiter aus dem öffentlichen Bewusstsein gedrängt – sorgen wir dafür, dass sich das ändert! Lassen wir den kämpfenden Gefangenen Mumia Abu-Jamal zu Wort kommen und überlegen, wie wir ihn und andere von hier aus unterstützen können!

Bis alle frei sind – Free Mumia – Free Them All!

Da es pandemiebedingt nicht möglich ist, die Veranstaltung im größeren Rahmen in Präsenz durchzuführen, findet sie online im Livestream statt.

Dienstag, 23.11.2021
20:00 Uhr

ONLINE

ZOOM

Meeting-ID: 840 7879 0338 Kenncode: 616144

Eintritt: frei!

„Corona und linke Kritik(un)fähigkeit“ mit Herausgeber_innen und Autor_innen

Das Buch „Corona und linke Kritik(un)fähigkeit“ geht der Frage nach, ob die gesellschaftliche Linke staatstreu geworden ist und sich nur noch einreiht ins „Gemeinsam gegen Corona“.
Der Band dokumentiert und präsentiert Beiträge, in denen es um Grundrechtsabbau und die Situation im kaputtgesparten Gesundheitssystem geht. Betroffene von Pandemie und Lockdown kommen neben TheoretikerInnen zu Wort. Profiteure werden benannt und der Siegeszug der Digitalisierung diskutiert. Beleuchtet werden das schwierige Verhältnis von Antifa und Lockdown-KritikerInnen oder linke Strategien wie ZeroCovid. Die in dem Buch präsentierten Texte verfolgen unterschiedliche Anliegen. Sie divergieren in ihren Aussagen. Das ist von den HerausgeberInnen Anne Seeck, Peter Nowak und Gerhard Hanloser auch so gewollt. Im Lockdowngeschehen wollten einige Linke fremde Erfahrungen und Verarbeitungen der Situation nicht zur Kenntnis nehmen. Dieses Buch soll ein Beitrag darstellen, zuzuhören, wahrzunehmen, Kritik und andere Positionen auszuhalten. Nicht als Lobpreisung eines prinzipienlosen Pluralismus, sondern als Grundlage weitergehender Überprüfung, um einen den Verhältnissen angemessenen Standpunkt beziehen zu können.

Die HerausgeberInnen stellen das Buch vor und wünschen sich eine kontroverse Debatte.

Die Veranstaltung wird als ZOOM-Meeting online stattfinden.

Meeting-ID: 840 7879 0338 Kenncode: 616144

Dienstag, 16.11.2021
20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!

100 Jahre Rebellion – Patagonia Rebelde , Veranstaltung mit Adrián Moyano

Der Süden Argentiniens zu Beginn der 1920er Jahre:

Die Landarbeiter, zum großen Teil Mapuche, Tehuelche und Einwanderer aus Italien und Spanien, leben unter menschenunwürdigen Bedingungen und werden von größtenteils englischen Großgrundbesitzern ausgebeutet. Organisiert von anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften entwickelt sich 1921-22 eine Protest- und Streikwelle mit Landbesetzungen an zahlreichen Orten - ein Aufstand, der fast ganz Patagonien erfasst. Zur Niederschlagung des Aufstands schickt die Regierung drei Militäreinheiten, die mehr als 1.500 Arbeiter er-schießen, obwohl sie sich bereits ergeben hatten.

Die heute als „Patagonia rebelde“ oder „Patagonia trágica“ bekannten Ereignisse wurden 50 Jahre lang verschwiegen, bis der Historiker Osvaldo Bayer sie in Argentinien und weltweit bekannt machte. Sein Buch „Patagonia rebelde“ wurde Anfang der 70er Jahre in Argentinien ein Bestseller, dann aber für 10 Jahre verboten und während der Zeit der Militärdiktatur öffentlich verbrannt. Die Verfilmung erhielt 1974 bei der Berlinale den Silbernen Bären. Osvaldo Bayer wurde von Paramilitärs mit dem Tode bedroht und konnte nur mit Hilfe der deutschen Botschaft gerettet werden. Nach dem Ende der Militärdiktatur kehrte er aus dem Exil nach Argentinien zurück und arbeitete bis zu seinem Tod 2018 als Historiker, Journalist, Filmemacher und Menschenrechtsaktivist - von allen Demokraten und Linken als aufrechter Kämpfer gegen Unrecht und Unterdrückung verehrt, aber von den Rechten bis zuletzt als anarchistische Hassfigur diffamiert.

Adrián Moyano, Mapuche-Aktivist und Co-Autor des von Osvaldo Bayer herausgegebenen Sammelbandes „Historia de la crueldad argentina“ beleuchtet in seinem Vortrag den Aufstand in Patagonien vor 100 Jahren, die Wirkungsgeschichte von „Patagonia rebelde“ sowie das Lebenswerk Osvaldo Bayers und spannt einen Bogen zu den heutigen Kämpfen der Mapuche und anderer marginalisierten Gruppen gegen Großgrundbesitz, Vertreibung durch Bergbauprojekte, Zerstörung der Umwelt und der natürlichen Ressourcen der Landbevölkerung. So erscheint die Geschichte Patagoniens der letzten 100 Jahre nicht nur als eine Geschichte von Ausbeutung und Unterdrückung, sondern auch als eine seit 100 Jahren andauernde antikapitalistische Rebellion.

Ein Archiv unserer vergangenen Veranstaltungen findet Ihr hier.

Anstehende Veranstaltungen