Die Autoindustrie und Ansätze zu ihrer Transformation
Die ökologischen und klimapolitischen Notwendigkeiten machen eine radikale Mobilitätswende unumgänglich. Hin zum öffentlichen Transport und weg vom Individualverkehr – egal ob E-Auto oder Verbrenner.
Doch es gibt einflussreiche Gegner. Die Automobilindustrie wie die Ölkonzerne sind mit ihren Profitinteressen die mächtigsten Gegner der Mobilitätswende.
Aber wo stehen in diesem Ringen um Transformation die Beschäftigten der Autokonzerne? Und kann die Gewerkschaft aktive Unterstützerin der Mobilitätswende werden oder bleibt sie Bremserin? Welche Ansatzpunkte für erfolgreiche Kämpfe um Transformation gibt es in den Betrieben? Und wie können diese auch von außen befördert werden? Und wer treibt den Diskurs voran?
Darüber diskutieren Martin Bott, Betriebsrat bei Mercedes Benz Stuttgart und Stephan Krull, Ex-Betriebsrat bei VW Wolfsburg und Transformationsbefürworter der ersten Stunde innerhalb der IG Metall
Veranstaltung in Kooperation mit dem Arbeitskreis Internationalismus der IG-Metall
Antifaschistische Aktion – Von der Geschichte in die Gegenwart
Der zweite Band der Trilogie zur Geschichte der Antifa-Bewegung setzt in den 2010er Jahren ein, als vor dem Hintergrund der sogenannten Flüchtlingskrise PEGIDA eine neue rechtsradikale Welle auslöste. In einem zähen Ringen gelang es, die bundesweiten Straßenproteste einzudämmen. Ausführlich wird auf diese Auseinandersetzungen und auf die Entstehung der AfD eingegangen. Das immer
im Wechselspiel mit den antifaschistischen Interventionen wie der Miniatur des Holocaust-Denkmals vor Höckes Garten, der Flyer-Service Hahn, dem langen zähen Ringen gegen den Tag der deutschen Zukunft und die rechtspopulistischen Demonstrationen in Kandel und vielen andere Aktionen. Zu einem weiteren relevanten Politikfeld entwickelten sich die Auseinandersetzungen um Rechtsrock-Konzerte und die jährlichen Rudolf-Heß-Gedenkmärsche der Neonazis. Auf diesem Feld gelangen antifaschistische Erfolge, was der Niedergang der verbliebenen Neonazis: NPD, III. Weg und DIE RECHTE zeigt. Als ehemaliger Hitler-Stellvertreter steht Heß für die direkte Verbindung zum historischen Nationalsozialismus. Eine Verbindung, die auch den Übergang zur Reichsbürgerbewegung markiert, deren schießwütige Anhänger zeigten, dass sie
nicht als harmlose Spinner abgetan werden können. Auch der Rechtsterrorismus blieb in der Bundesrepublik ein Faktor. Zumindest bei den Terroranschlägen in Halle und Hanau spielten für die Täter Antifeminismus und Verschwörungsspinnereien eine Rolle. Ein Exkurs zum Islamismus und seine Verstrickungen mit dem Faschismus schließen den Band ab und führen zu aktuellen Fragestellungen.
mit dem Zeichner und Autor Agustin Comotto, der Mitherausgeberin und Verfasserin des deutschsprachigen Vorworts , Liliana Feierstein – und der Übersetzerin aus dem Spanischen , Lea Hübner
Erzählt wird die in Schwarz und Rot illustrierte Geschichte von Simón Radowitzky (1891–1956) .
Sein turbulentes Leben beginnt in einem russischen Schtetl, wo ihn Kinderarbeit und die antisemitischen Pogrome radikalisieren. Nach der gescheiterten Revolution 1905 flüchtet er nach Argentinien und findet bald Anschluss an die starke anarchistische Bewegung dort. Bei einer Demonstration am 1. Mai 1909 wurden 100 Arbeiter erschossen und Simon Radowitzky beschließt, sich mit einer Bombe am Einsatzleiter Oberst Falcon zu rächen. Es folgen ein 19 Jahre langer Knastaufenthalt in Ushuaia (Patagonien),Flucht,Ausweisung, die Teilnahme an der Spanischen Revolution ab 1936 ,Internierung in Frankreich und die erneute Flucht nach Mexiko, wo er 1956 stirbt. Agustin Comotto recherchierte und zeichnete sechs Jahre an dieser Geschichte.
„Hätte Agustín Comotto sich diese Geschichte ausgedacht, wäre er sicherlich dafür kritisiert worden, maßlos zu übertreiben. Es scheint unglaubwürdig, dass so Vieles in einem Leben zusammenkommt (so viel Ungerechtigkeit, so viel Gewalt, so viel Kampf, so viel Treue den eigenen Idealen gegenüber – so viel Schmerz in einem einzigen Körper). Man würde den Autor fragen, ob es sinnvoll ist, all das in einer einzigen Figur zu (ver)dichten. Die Kritik würde diese Dichte, diese Überfülle an einschneidenden und radikalen Erlebnissen, diesen nicht zu brechenden Idealismus, der über Jahrzehnte hinausgeht, über Grenzen, Sprachen, Meere und Kontinente, diesen niemals und gegenüber niemandem zu brechen – nie auf die Knie zu gehen, wie ein Symbol deuten. Wie eine Legende.
Aber die Geschichte von Simón Radowitsky ist real. Und darum auch so schwierig zu erzählen.
Comotto ist es meisterhaft gelungen.“(aus dem Vorwort)
Eine Banlieue von Paris. Hochhäuser, eine Betonplatte. Astor, seine Freunde Chérif, Issa, Demba, Nil und die anderen verbringen hier den größten Teil ihrer Zeit. Sie kennen sich schon ewig, teilen alles miteinander, von kleinen Abenteuern über große Grillpartys bis hin zu den täglichen Schikanen der Polizei, die sie misstrauisch beäugt, kontrolliert, festnimmt und immer wieder massiv angreift.
Ein Tag im Juli, die Luft steht vor Hitze. Am Abend hängen die einen noch auf der Betonplatte ab, während die anderen schon feiern. Ein klassischer Sommerabend, bevor plötzlich die Luft vernebelt wird, die Geräusche verschwimmen, Augen brennen und Tränen fließen. Ein wahres Chaos. Es kommt, wie es kommen musste: Festnahmen, Polizeigewahrsam. Und Samy, einer von ihnen, wird von der Polizei erschossen. Ein Tropfen, ein Ozean – zu viel.
Moderation und Übersetzung: Nouria Behloul & Lena Müller
Klaus Dörre von der Uni Jena über eine sozial ökologische Transformation und der Utopie einer nachhaltigeren Gesellschaft
Die Kapitalistische Produktionsweise zerstört Mensch und Natur, beides Voraussetzungen für das Überleben des Kapitalismus. Ist dieses System in der Lageeine nachhaltige Gesellschaft zuschaffen? Unmöglich sagen viele und auch Klaus Dörre sieht keinePerspektive mit dem Kapitalismus eine sozial ökologische Transformation zu erreichen. Er meint die einzige Chance den Planeten in eine sozial gerechte und klimaschützende Richtungzu führen, liegt in einer neuen Form des Sozialismus. Wie sieht die konkrete Utopie aus und wie ist sie zu erreichen und welche Klassenbündnisse sind nötig, damit die Gesellschaften diese Richtung einschlagen und die freien Produzentinnen*en das Kapital ablösen?
Auch nach der 29. Weltklimakonferenz ist ein Ende der rücksichtslosen Ressourcenausbeutung des Globalen Südens trotz katastrophaler Konsequenzen nicht in Sicht.
Was aber bedeutet das für die Menschen und Gesellschaften des globalen Südens? Am Beispiel pakistanischer Bäuer*innen thematisiert Karin Zennig von medico international die Frage nach Folgen und Verantwortlichkeiten. Wie kann der Druck auf große CO2-Emittenten ebenso wie auf politische Entscheidungsträger erhöht werden, die nötigen Veränderungen einzuleiten, für Schäden zu bezahlen und damit das Recht aller Menschen weltweit auf ein Leben in Würde erhalten zu können?“
Zweite Folge unseres Literaturpodcasts von „Schwarze Risse + Friends“ zu dem Buch „Kinder von Hoy“ von Grit Lemke.
Content-Warning: Bei Minute 38:24 wird eine Kritik an der Verfasserin des Buches sowie auch des Verlags formuliert. Hierbei wird auf die Verwendung rassistischer Sprache im Buch verwiesen und aus dem Buch zitiert. Dabei wird das N-Wort verwendet.
Weiterführende Links:
https://pogrom91.tumblr.com/
https://www.hoyerswerda-1991.de
Manja Präkels – Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß
Birgit Weiyhe – Madgermanes
Geralf Pochop – Untergrund war Strategie. Punk in der DDR: Zwischen Rebellion und Repression
Am 15. Juli liest die Sozialwissenschaftlerin und Historikerin aus ihrem Buch „Kritik des Familismus“.
Welche Bedeutung hat die Familie für uns und unsere Mitmenschen? Wie hat sich diese Bedeutung im Laufe der Zeit verändert? Haben Freund:innenschaften einen ähnlichen Stellenwert in unserer Gesellschaft? Welche Familienformen gibt es neben der Vater-Mutter-Kind – Familie und wie reagiert der Staat auf den Wandel von Familienformen?
Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigen wir uns am 15. Juli ab 20:00 Uhr im Innenhof der Buchhandlung „Schwarze Risse“. Adresse: Gneisenaustraße 2, 10961 (Beginn: 20:00 Uhr).
Die Lesung wird realisiert von einer kleinen Gruppe aus sechs in Berlin lebenden Freundinnen.