Veranstaltungen

Lesung „Begrabt mein Herz am Heinrichplatz“ am 22.09.2017

Am 12.12.1980 explodierte die Wut in Kreuzberg. Nachdem die Bullen ein besetztes Haus geräumt hatten, gingen überall im alten K 36 Scheiben zu Bruch, Barrikaden wurden errichtet und die Bullen angegriffen. Obwohl eine Alarmhundertschaft nach der anderen ins Viertel eilte, zogen sich die Auseinandersetzungen bis tief in die Nacht. Dies war die „Geburtsstunde“ der Berliner Besetzerbewegung. In den Hochzeiten waren über 150 Häuser besetzt, Tausende gingen auf die Straße, der Kurfürstendamm wurde zerlegt und die Berliner Morgenpost fragte, ob es nicht notwendig sei, die Alliierten gegen die „aufständische“ Bewegung einzusetzen.

„Begrabt mein Herz am Heinrichplatz“ ist ein Versuch in Romanfragmenten, die Stimmung dieser Tage einzufangen. Das Werk begleitet das, was als Besetzerbewegung anfing, über einen Zeitraum von 15 Jahren: Die Kämpfe gegen die AKW’s, der nationalistische Taumel nach der Wiedervereinigung, die Pogrome von Hoyerswerder und Rostock – Lichtenhagen. Das Buch erhebt weder den Anspruch, alles Gewesene eins zu eins abzubilden, noch die Geschehnisse theoretisch einzuordnen. Viele mögen das alles anders erlebt haben, der eine oder die andere mag seine (verschüttenden) Erinnerungen im Buch wiederfinden. Und dies ist auch gut so, da es weder eine Zentralperspektive, noch einen Anspruch auf die eine Wirklichkeit gibt.

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Freitag, 22. September 2017, 20.00 Uhr

Mehringhof

U Mehringdamm

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a

 

Lesung mit Lutz Taufer : Über Grenzen am 11.September 2017

Lesung und Diskussion mit dem Autor

Von der RAF in die Favela: Das Leben Lutz Taufers gleicht einer Suchbewegung, in der das Terrain der westdeutschen radikalen Linken vermessen wird. Rebellion gegen die verkrusteten Verhältnisse der Adenauerära in der badischen Provinz, 1968 in Freiburg, Basisgruppe Politische Psychologie in Mannheim, Sozialistisches Patientenkollektiv in Heidelberg, Mitglied des Kommandos Holger Meins der RAF, Besetzung der deutschen Botschaft in Stockholm, mitverantwortlich für die Erschießung von zwei Geiseln, 20 Jahre Haft, ein Dutzend Hungerstreiks bis an den Rand des Todes, nach der Freilassung ein Jahrzehnt Basisarbeit in den Favelas von Rio de Janeiro, heute im Vorstand des Weltfriedensdienstes.

Die Bilanz seines bewegten Lebens lautet: Ohne entschiedenes politisches Handeln lassen sich die versteinerten Verhältnisse, die für die große Masse der Menschen dieses Planeten keine Perspektive bieten, nicht verändern. Genauso gilt aber: Die Mitteln des Widerstands müssen am Ziel einer befreiten Gesellschaft orientiert sein. Und: Befreiung fängt an der Basis an.

„Lutz Taufer hat in den Extremkonstellationen der linksradikalen Geschichte agiert, und da er darüber ohne jede Beschönigung und in uneingeschränkter Konfrontation mit den begangenen Fehlern schreibt und nachdenkt, wird sein Buch tatsächlich zu einem Schlüsselwerk der 1960er bis 1980er Jahre“ (Karl Heinz Roth).

 

Montag, den 11.September 2017
20:00 Uhr
Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a  im Mehringhof

Linke Buchtage 2017

Nun ist es bald soweit, die Linken Buchtage vom 16. – 18. Juni im Mehringhof.

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Hier schonmal das tolle Programm als pdf:

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http://linkebuchtage.de/…/u…/Programmflyer_LiBuTa_2017-1.pdf

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Kommt vorbei!

Buchvorstellung: Max Henninger „Armut, Arbeit, Entwicklung“ am 26. Juni

Buchvorstellung und Diskussion:

Max Henningers Buch »Armut, Arbeit und Entwicklung« enthält Texte, die seit 2009 erschienen sind. Der Einstieg ist den historischen Bezugspunkten gewidmet, auf die sich Henninger und die von ihm wesentlich geprägte Zeitschrift Sozial.Geschichte Online beziehen. Sehr lebendig wird dort die Geschichte des italienischen Operaismus nachgezeichnet. Drei Texte widmen sich unterschiedlichen Facetten der Frage nach der Geltung Marx’scher Kategorien. Deutlich wird Henningers Kritik an einem werttheoretischen Modell der Ausbeutung von Arbeit, das wichtige Formen von nicht als Lohnarbeit erscheinenden Tätigkeiten unberücksichtigt lässt. Dass Entwicklung bis heute mit Inwertsetzung gleichgesetzt wird, produziert nicht zuletzt auch blinde Flecken in den politischen Modellen, mit denen soziale Kämpfe erklärt und verallgemeinert werden. Auch die weiteren Texte des Bands stellen eine notwendige Revision linker Lieblingstheoretiker vor, so etwa die Kritik an der Krisentheorie von Engels. Im letzten Teil des Buchs versammeln sich schließlich Texte, die die Perspektive noch einmal erweitern – auf die Debatte zu Urbanisierung und Transnationalisierung sowie zu technologischen Revolutionen. Am Ende steht dann die Wiederentdeckung eines Textes des Situationisten Guy Debord. Das Buch ist eine Weltreise durch den Marxismus der 2000er Jahre, kombiniert mit einer profunden Kenntnis theoretischer Debatten. Max Henninger wird uns, fokussiert auf einzelne Themen, einen Einbilck in sein tolles Buch geben.

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Montag, 26. Juni 2017, 20.00 Uhr

Mehringhof

U Mehringdamm

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a

 

2.Juni 2017:DAS IST UNSER HAUS ★ eine geschichte der hausbesetzung

 
DAS IST UNSER HAUS ★ eine geschichte der hausbesetzung

lesung mit BARBARA und KAI Sichtermann und weiteren gästen in zusammenarbeit mit ’schwarze risse‘ buchladenkollektiv sowie aktuellen infos zu den bedrohten jugend- und kulturzentren ‚Potse‘ & ‚Drugstore‘ und weiteren projekten.

es gibt einen büchertisch von ’schwarze risse‘ und knastsolitresen für das buchprojekt „WEGE DURCH DEN KNAST“, hrsg. v. redaktionskollektiv c/o ‚Assoziation A‘. das buch ist ein umfassendes standardwerk und ratgeber für betroffene, angehörige und interessierte und ist für gefangene kostenlos.

datum: 02.06.2017
zeit: 19 uhr
ort: DRUGSTORE / POTSE

 

 

Die Lesung findet im Rahmen einer kleinen und feinen Reihe statt-

unter dem Titel:  in guten wie in schlechten zeiten…

 …wir sind alle vom
     ★ 2.juni ★
    1967 ★ 2017

eine kleine veranstaltungsreihe von unten und links:

 TOMMY WEISBECKER HAUS – DRUGSTORE / POTSE – KØPI
 1.-3. juni 2017
 1.6. SELBSTORGANISATION & WIDERSTAND ★ zwischen notstand und demokratie
 2.6. DAS IST UNSER HAUS ★ eine geschichte der hausbesetzung
 3.6. WIR BLEIBEN ALLE ★ für eine solidarische stadt!

filme – gespräche – lesung – musik – büchertisch – kundgebung – party – knastsoli

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datum: 01.06.2017
zeit: 19 uhr
ort: TOMMY WEISBECKER HAUS

SELBSTORGANISATION & WIDERSTAND ★ zwischen notstand und demokratie

gezeigt wird im ’schicksaal‘ der film „Berlin, 2.Juni ’67“ von Thomas Giefer und Hans-Rüdiger Minow,

danach gespräche mit RENA Giefer, RALF Reinders, CARLOS Antoniazzi und weiteren gästen.

im verlauf des späteren abends läuft im ‚cafe linie 1‘ ein film zu den blutigen tagen der urbanen aufstandsbekämpfung, des ausnahmezustands und der staatlichen repression in genua 2001 und es gibt infos zur organisierung gegen die welt der G20 z.b. in hamburg 2017.

diese veranstaltung steht auch im zusammenhang mit den berliner aktionstagen gegen die welt der G20 (hintergrundinfos: https://antig20berlin.noblogs.org/ ).

es gibt einen büchertisch von ’schwarze risse‘ und knastsolitresen für das buchprojekt „WEGE DURCH DEN KNAST“, hrsg. v. redaktionskollektiv c/o ‚Assoziation A‘. das buch ist ein umfassendes standardwerk und ratgeber für betroffene, angehörige und interessierte und ist für gefangene kostenlos.

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datum: 02.06.2017
zeit: 19 uhr
ort: DRUGSTORE / POTSE

DAS IST UNSER HAUS ★ eine geschichte der hausbesetzung

lesung mit BARBARA und KAI Sichtermann und weiteren gästen in zusammenarbeit mit ’schwarze risse‘ buchladenkollektiv sowie aktuellen infos zu den bedrohten jugend- und kulturzentren ‚Potse‘ & ‚Drugstore‘ und weiteren projekten.

es gibt einen büchertisch von ’schwarze risse‘ und knastsolitresen für das buchprojekt „WEGE DURCH DEN KNAST“, hrsg. v. redaktionskollektiv c/o ‚Assoziation A‘. das buch ist ein umfassendes standardwerk und ratgeber für betroffene, angehörige und interessierte und ist für gefangene kostenlos.

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datum: 03.06.2017
zeit: 16 uhr
ort: vor der KØPI

WIR BLEIBEN ALLE ★ für eine solidarische stadt!

COS-kundgebung und nach(t)feier ab 16 uhr

Buchvorstellung: Daniel Bensaid – Ein ungeduldiges Leben

Buchvorstellung und Lesung

Die radikale Linke im Frankreich der Nachkriegszeit

Am Beispiel der Autobiographie des libertären Leninisten Daniel Bensaïd

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Daniel Bensaïd schildert in seiner politischen Biographie den Werdegang der Neuen Linken in Frankreich und Lateinamerika. Diese ging und geht ganz andere Wege als die deutsche Linke – was das Buch jenseits des Biographischen zu einer erhellenden Lektüre macht.

Der Aktivist und Philosoph erzählt hier seine packende politische Biographie, in der sich Individuum und Kollektiv, Theorie und Praxis überschneiden, widersprechen und versöhnen. Das „Ich“ und das „Wir“, die persönlichen und die geteilten Erfahrungen, zeugen von einem politischen Leben, das im Frankreich der 60er Jahre beginnt.

Die Jugend in einem von den Spanischen Republikanern geprägten Toulouse, der Beginn der 68er-Bewegung in der französischen Provinz und in Paris, die schmerzhafte Erfahrung der argentinischen Linken, die Neulektüre von Marx: Unterschiedlichste Facetten eines bewegten Lebens. Aus der Perspektive eines Akteurs blicken wir auf weltweite politische Ereignisse wie der Algerienkrieg und die antikoloniale Solidaritätsbewegung dagegen, die durch den Protest gegen den Vietnamkrieg weiter befeuert wurde. Daraus entstand in Frankreich eine Linke, die im Mai 1968 in Frankreich eine fast revolutionäre Situation provozierte. Dennoch handelt es sich nicht um eine nostalgische Rückschau auf längst vergangene Zeiten. Greifbar wird dies im mehr den je notwendigen antifaschistische Kampf gegen Strömungen wie den Front National, der Bensaïds Bericht auch für die heutige politische Situation bedeutsam macht.

Michael Koltan (Archiv für soziale Bewegungen Freiburg), und Elfriede Müller (Übersetzerin des Bandes/ jour fixe initiative berlin) stellen die Auseinandersetzungen der französischen radikalen Linken von 1960-2010 vor und lesen entsprechende Auszüge aus der Autobiographie.

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Mittwoch, 31. Mai 2017, 20.00 Uhr

Mehringhof

U Mehringdamm

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a