Folge #23

Folge #23 Buchvorstellung mit der Übersetzerin Ingrid Scherf von 'Dem Tod davongelaufen. Wie neun junge Frauen dem Konzentrationslager entkamen'

 

 

»Wir wollen leben und werden es wagen, weil wir dieses wunderbare, freie, abenteuerliche Leben zurückhaben wollen.« Diesen Satz schreibt unmittelbar nach Kriegsende Suzanne Maudet, eine französische Deportierte, der im April 1945 auf dem Todesmarsch zusammen mit acht Mitgefangenen die Flucht aus den Fängen der Nazis glückt.

Die Übersetzerin Ingrid Scherf stellt die deutsche Erstausgabe des bereits 1945/46 von Suzanne Maudet verfassten Bericht über die abenteuerliche Geschichte der Flucht von neun jungen Frauen aus den Fängen der Nazis vor. Sie alle waren Mitglieder der französischen Résistance gewesen, wurden ins KZ Ravensbrück deportiert und mussten für den Rüstungskonzern HASAG in Leipzig Zwangsarbeit leisten. Auf dem Todesmarsch nach der Räumung des Lagers gelang ihnen die Flucht. Das Außergewöhnliche dieses Berichtes ist sein ganz besonderer Tonfall, voll jugendlichen Überschwangs, Lebenslust und Vorfreude auf die wiedereroberte Freiheit.

 

 

 

Folge #22

Folge #22 „AktenEinsicht - Geschichten von Frauen und Gewalt“ mit Christina Clemm im Gespräch mit Dorothea Zimmermann

 

 

Gewalt gegen Frauen ist ein alltägliches Phänomen, auch wenn sie nur selten öffentlich wird. »AktenEinsicht« erzählt Geschichten von Frauen, die körperlicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, und vermittelt überraschende, teils erschreckende Einsichten in die Arbeit von Justiz und Polizei.
Nach den neuesten Zahlen des BKA ist jede dritte Frau in Deutsch­land von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Welche Lebensgeschichten sich hinter dieser erschreckenden Zahl verbergen, davon erzählt die Strafrechtsanwältin Christina Clemm, empathisch und unpathetisch.

Alina ist nach Deutschland gekommen, um Geld zu verdienen. Sie wusste, dass sie wahrscheinlich nur als Prostituierte wird arbeiten können, und kommt gut damit zurecht. Mit Vielem hat sie gerechnet, aber nicht damit, dass ein Bekannter ihres Bruders ihr nachstellt und – als sie ihn abweist – versucht, sie auf offener Straße zu töten. Eva verlässt ihren Freund, der sie in den Bauch tritt, als sie schwanger ist. Er verfolgt sie, schickt Morddrohungen. Siebzehn Mal hatte sie ihn vergeblich bei der Polizei angezeigt, als ihre Tochter sie tot in ihrer Wohnung findet. Faizah wird von ihrem deutschen Ehemann schwer misshandelt. Einmal gelingt es ihr, sich nach draußen zu retten. Er folgt ihr, prügelt weiter, würgt sie, bis Passanten ihn festhalten und die Polizei holen.

Wie gewinnt man nach einer Gewalterfahrung die Selbstachtung zurück, die Selbstbestimmung über das eigene Leben? Wie geht man damit um, dass die Polizei einen angekündigten Mord nicht ernst nimmt? Dass man einem Richter gegenübersteht, der auf dem rechten Auge blind ist? Was macht es mit den Betroffenen, die Täter wiedersehen zu müssen und sich bohrenden Fragen zur Tat zu stellen?
Christina Clemm nimmt uns mit auf eine Reise in die Gerichtssäle der Republik, an die Tatorte, in die Tatgeschehen. Es sind Geschichten, die man nicht mehr vergessen wird.

 

 

 

+++ SPECIAL #1 +++

+++ SPECIAL-FOLGE #1 +++ Das Ministerium für die Zukunft + Aussichten auf den Öko-Leviathan?

 

 

Mit Special-Folge #XY eröffnen wir an dieser Stelle nun zusätzlich zu den Mitschnitten der Veranstaltungen unsere selbst produzierten Podcast-Folgen. In diesen werden wir in unterschiedlichen Konstellationen Bücher vorstellen und gemeinsam diskutieren.

In +++ SPECIAL-FOLGE #1 +++ diskutieren wir Das Ministerium für die Zukunft von Kim Stanley Robinson und Aussichten auf den Öko-Leviathan? von Alfred J. Noll und Nikolaus Dimmel.

Klar freuen wir uns über feedback und wünschen euch viel Spaß beim Zuhören!

 

 

 

Feministischer Soli-Kalender 2023 🔥

Neues Jahr, neue Runde! Zum 2. Mal machen wir uns an einen feministischen Soli-Kalender. Unter dem Motto "Feministische Utopien — support your local feminist fights" sollen euch das kommende Jahr über empowernde Artworks von 12 verschiedenen Künstler:innen begleiten, die dem Alltag etwas Schönes bringen.

Ein Teil der Spenden geht an Ciocia Basia/Tante Barbara (@ciocia.basia.berlin). Ein Projekt aus Berlin, welches Schwangerschaftsabbrüche für Personen aus Polen ermöglicht. Der zweite Teil geht an den Rolling Saferspace "RoSa" (@rollingsafespace). Dieser Verein gibt Flinta* auf der Flucht einen Safer Space.

Der Kalender kommt in einem A3 Hochformat mit Spiralbindung und lässt genug Platz, um Geburtstage und andere wichtige Tage zu markieren.

Preislich liegt dieser bei 15 bis 25€ (als Flexpreis).

Damit wir euch einige Kopfschmerzen mit Weihnachtsgeschenken abnehmen können, wird der Kalender ab dem 01.12 geliefert/erhältlich sein.

Vorbestellen könnt ihr ihn via Mail (lu_inne@web.de)

Soli Grüße gehen raus! 💫

Folge #21

Folge #21 Kathrin Zeiske: 'Ciudad Juárez'

 

 

Kathrin Zeiske ist in Bonn geboren und hat dort Politikwissenschaften und praktischen Antifaschismus studiert. Friedensbrigaden und Rucksackreisen brachten sie nach Mexiko, wo sie einige Jahre in einer Migrant*innenherberge arbeitete. Heute verbringt sie große Teile des Jahres in der mexikanischen Grenzmetropole Ciudad Juárez. Von dort berichtet sie als freie Journalistin und organisiert politische Austauschreisen in die Stadt. In ihrer Freizeit versucht sie sich als Wrestlingstar.

Ciudad Juárez ist eine Stadt, die man vor allem aus Netflix-Serien über Narcos kennt oder die in skandalträchtigen Pressemeldungen auftaucht: die meisten Frauenmorde Mexikos – eine der gefährlichsten Städte der Welt, von Drogenkartellen und Banden umkämpft – extreme Klimabedingungen mitten in der Wüste – Schichtarbeit zu Hungerlöhnen in Weltmarktfabriken – Migrant*innen an der Mauer zu den USA ... Doch wie lebt es sich in dieser 1,5-Millionen-Stadt tatsächlich? Und warum finden Menschen Ciudad Juárez trotz allem lebenswert? Kathrin Zeiske, die als freie Journalistin große Teile des Jahres in der mexikanischen Grenzmetropole verbringt, führt uns an unterschiedlichste Schauplätze der Stadt und macht mit ihren fesselnden Beschreibungen Protagonist*innen greifbar und Begebenheiten nachvollziehbar. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen dieser Grenzstadt in der Wüste, hören Erzählungen von Menschen, die in den marginalisierten Vierteln leben – im Schatten der Mauer zu den USA –, begegnen Jugendlichen, die Menschen klandestin über die Grenze bringen, Frauen, die in Montagefabriken unsere Autositze fertigen, und Männern, die Bandenkriege im Gefängnis überlebt haben. Und wir lernen Aktivist*innen kennen, die unverdrossen Gerechtigkeit einfordern und versuchen, das Leben in der Stadt lebenswerter zu gestalten, Perspektiven abseits der Ausbeutung im Weltmarkt zu schaffen und eine kollektive Erinnerung zu erwirken.

 

 

 

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